Seit Jahren schreibt die Deutsche Bank Verluste, auch bei der Commerzbank läuft's schon lange nicht mehr rund. Das liegt unter anderem an der jungen Konkurrenz, die immer mehr Bankkunden ins Internet oder zu ihren Apps lockt. Finanzdienstleister Wirecard macht jetzt auch mit beim mobile Banking: Spannend bleibt, ob die traditionellen Banken den Dreh hin zu ihrer Zukunft noch schaffen. Momentan schaut's eher mau aus.

///// HANDEL NATIONAL
Wirecard macht Banking mobil
Ein Segen für den Nutzer? Boon Planet (Segen-Planet) heißt eine neue App von Wirecard, mit der der Finanzdienstleister nach etlichen Schlagzeilen um seine Bilanzen wieder fachlich punkten will. Boon Planet ist eine mobile Bank oder ein digitales Girokonto, das mobile und per App organisiert wird, berichtet das Handelsblatt. Damit greift Wirecard junge Konkurrenten wie Revolut, Tomorrow oder N26 an. Für die deutsche Variante der Smartphone-Bank hatte Wirecard einst das Banking gemanagt, bis N26 selbst eine Banklizenz hatte. Wirecard bietet allerdings mehr als die FinTechs: kostenloses Girokonto plus Karte, bei Bedarf auch in Plastik, Finanzübersicht, Integration weiterer Konten in die App (Multibanking), geplant sind noch Angebote wie Sparpläne, die Vermittlung von Finanzdienstleistungen wie Versicherungen sowie die Integration von Loyalityprogrammen, bei denen Verbraucher Prämien sammeln. Boon Planet könnte sich als Segen für Wirecard erweisen: Mit weniger Angebot und teils sogar mit negativen Schlagzeilen schaffte es N26 mehr als 3 Millionen, Revolut sogar rund 8 Millionen Nutzer zu überzeugen.

Foodji bekommt Kapital
Frisches aus dem Automat: Das ist das Geschäftsmodell von Foodji in München, zu besichtigen am dortigen Flughafen, wo sich Reisende mit Wraps, Salaten, Bagels, Suppe versorgen. Inzwischen gewinnt das junge Unternehmen Investoren und Business Angels, weiß Location Insider. Mit seinen Frischeautomaten konkurriert Foodji mit Hello Fresh, der Anbieter von Kochboxen, in denen Verbraucher die Zutaten für ein Rezept finden, versucht sein Geschäft gerade mit Automaten zu erweitern.

Millionen für Helpling
Auch das Berliner Unternehmen Helpling, das über seine Online-Plattform Reinigungskräfte vermittelt, bekommt frisches Kapital: 20 Millionen Euro machte Sender ProSiebenSat1 locker – ein Teil des Geldes wird als Werbezeit finanziert, berichtet Gründerszene. Möglicherweise kommt neue Dynamik in dieses Segment, weil Mittelständler Kärcher gerade an vergleichbaren Diensten arbeitet, zusammen mit seiner Beteiligung Software One.

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///// INTERNATIONAL


Instagram-Shopping mit Rihanna
Die so fruchtbare wie lukrative Zusammenarbeit begann mit Kosmetik und wurde schnell auch auf Mode, Wäsche, Lifestyle ausgeweitet: Fenty heißt die Marke, die der französische Konzern LVMH, zusammen mit Pop-Ikone Rihanna gegründet hat. Deren Kern ist die Community aus Millionen von Followern von Rihanna auf Instagram und anderen Plattformen. Der Spiegel erzählt die Geschichte dieser Kooperation – und wie sie die Modeindustrie verändern kann. Lesenswertes Lernstück.

Millionenstrafe für Österreichs Post
Die Österreichische Post AG (ÖPAG) muss gerade viel einstecken: Zuerst bekam sie den Datenschutz-Negativpreis "Big Brother Award", nun soll sie auch noch 18 Millionen Euro Strafe wegen Datenschutzvergehen bezahlen, berichtet Futurezone. Hintergrund: Die ÖPAG ist nicht nur Post, sondern auch Datenhändler. Für ihre Marketingplattform sammelte sie von einem Teil der dort gespeicherten Verbraucher neben Adress- und demografischen Daten noch die politische Einstellung. Dafür wurde sie zunächst von den Datenschutzbehörden gerügt, nun auch noch zu einer Verwaltungsstrafe verdonnert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Taschen-Tinder
Freitag setzt als ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit auf Tauschen: Das Schweizer Taschen-Label hat dazu eine App herausgebracht, in der Taschenbesitzer ihre ehemaligen Lieblinge zeigen und gegen andere Modelle eintauschen können. Wie's funktioniert, beschreibt Textilwirtschaft.



///// TRENDS & TECH

 
Sepa muss kostenlos sein
Für Überweisungen dürfen Dienstleister und Händler keine extra Gebühren verlangen. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts München I (AZ.: 33 O 6578/18) hervor, über das die Onlinehändler-News berichten. Vor Gericht hatte der Verband der Verbraucherzentralen gegen die Telefongesellschaft Vodafone gestritten. Die hatte von Kunden mit älteren Verträgen eine "Selbstzahlerpauschale" von 2,50 Euro in Rechnung gestellt, wenn die Gebühren nicht per Lastschrift eingezogen werden konnten. Die Verbraucherschützer meinten, das sei nicht rechtens. Das Landgericht gab ihnen Recht.

Fake-Funde
Mehr als 60 % der Produkte, die Suchmaschinen als Ergebnis ausgeben, sind potenziell gefährlich oder gefälscht. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Inpro, einem Unternehmen zum Schutz von geistigem Eigentum in den USA, über das Retaildive schreibt. Zu den gefälschten Produkten, die Google, Baidu oder Bing ausspucken, gehören Medikamente, Autoteile, Spielzeug oder sogar Sicherheitsgeräte. Während die Marktplätze Amazon und Ebay solche Fake-Waren schnell aus dem Angebot nehmen, tun sich die Suchmaschinen schwer damit und tauchen bei Klagen meist unter.

Zahl des Tages
Kurz bevor sie beginnt, machen Marktforschungen in den USA den Händlern jetzt Mut: Auf knapp 144 Milliarden Dollar sollen die Ausgaben für Geschenke in dieser Weihnachtssaison steigen, das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 14 %, meldet CNBC. Die Festsaison wird allerdings immer kürzer – weil sich die meisten Verbraucher sich erst am Black Friday, dieses Jahr am 29. November, und am Cyber Monday, 2. Dezember, mit Geschenken eindecken: An diesen Tagen locken Händler mit Rabatten – warum eigentlich, wenn Verbraucher sowieso kaufen wollen? Dieser Brauch ist längst über den großen Teich nach Europa geschwappt.

Favorit der Leser
Daten sind die Grundlage, um die Kundenansprache zu personalisieren – und zu automatisieren. Noch zögern viele Werbe-Verantwortliche vor der Marketing-Automation zurück, aber sie hilft Zeit sparen für die wesentlichen Kommunikationsaufgaben.

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