Die Luxusmarken lassen nichts unversucht. In Schanghai versorgen sie die VIPs während des Lockdowns mit Geschenken. In den abgesperrten Häusern und eingezäunten Wohnvierteln wollen die Anbieter die Kontakte zu ihren wichtigen und gutbetuchten Kunden halten. Doch sie haben sich damit nicht nur Freunde gemacht, in den sozialen Medien wird von unterschiedlichen Klassen gesprochen, in denen die Reichen teure Geschenke und besondere Online-Programme für Kultur oder Yoga erhielten. Die normalen Bürger auf der anderen Seite hätten Schwierigkeiten, die Grundnahrungsmittel zu bekommen.

///// HANDEL NATIONAL
ZEW-Konjunkturindikator steigt leicht an
Die Konjunkturaussichten in Deutschland bleiben düster. Zwar steigen die Werte des ZEW-Indikators leicht um 6,7 Punkte an, liegen aber immer noch bei minus 34,3 Punkten. Die Wirtschaftsforscher in Mannheim erwarten eine Verschlechterung, die aber eine geringere Intensität aufweise. Die konjunkturelle Lage hat sich für den Mai sogar noch weiter ins Negative verschoben, hier geht es um 5,7 Punkte auf minus 36,5 Punkte nach unten. Damit handelt es sich um den dritten Rückgang in Folge, die Ökonomen rechnen mit einer Verschlechterung der deutschen Wirtschaft in den nächsten sechs Monaten. Die Einschränkungen in China bildeten eine schwere Bürde für das Wirtschaftswachstum in Deutschland.

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Zufriedene Kunden: Hybride Konzepte entzerren die Kassenzone im stationären Handel
Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen Händler:innen vor der Herausforderung, die Menschen wieder in die Einkaufszentren und Shoppingmeilen zu locken und eine Alternative zum Online-Handel zu bieten. Hybride Checkout-Modelle bieten einen wichtigen Mehrwert, indem sie die Kassenzone entlasten und das Einkaufserlebnis verbessern. Automatisierungslösungen für den Scan- und Bezahlvorgang erlauben dabei maximale Flexibilität und treffen Verbraucherwünsche optimal. Mehr


Alnatura steigt in den Lieferdienst ein
Unter dem nicht ganz eingängigen Namen "Alnatura Super Natur Markt Online" bündelt Alnatura sein neues Einkaufskonzept. Die Bio-Supermarktkette steigt in den Lieferdienst für die Warenbestellungen der Kunden ein, zum Start werden in acht Läden in Berlin und Frankfurt Stellen für Verkäufer mit Lieferservice angeboten. Die Lebensmittelkette sucht neue Mitarbeiter, die sowohl im Ladengeschäft tätig sind, dann aber auch die Abholung und Lieferung der Bestellungen verantworten. Dazu sollen auch die Koordination und Zusammenstellung der Bestellungen gehören, die Auslieferung erfolgt mit Elektrofahrzeugen. Partner für den Aufbau des Lieferdienstes soll das Start-up Farmy werden. Mitte April hatte das Schweizer Start-up die Zusammenarbeit angekündigt (das Morning Briefing berichtete).

Die Arklyz Group übernimmt Asphaltgold
Der deutsche Sneaker-Händler Asphaltgold wechselt den Besitzer und gehört nun zum Schweizer Handelskonzern Arklyz Group. Die Gruppe, die unter anderem den Großhandel für Marken wie Crocs, Hunter und Impulse verantwortet und zu der The Athlete's Foot gehört, will die digitale Verkaufsstrategie von Asphaltgold für die weiteren Expansionspläne nutzen, berichtet Textilwirtschaft. Die Online-Plattform und die Ladengeschäfte blieben bestehen, Asphaltgold werde sie weiter betreiben. Eine Rolle für die Entscheidung auf Seiten von Arklyz hätte unter anderem die Nutzung der sozialen Medien durch Asphaltgold mit dem Einsatz von Storytelling und dem Aufbau einer Community gespielt. Dazu gehöre aber auch "ein erstklassiger Zugang zu allen relevanten Sport- und Streetwear-Marken".


///// HANDEL INTERNATIONAL

Weniger neue Fahrer bei Uber
Bei Uber wird nun stärker auf die Kostenseite geschaut, die Folge ist ein Sparprogramm. So will der Fahr- und Lieferdienst an der Kostenschraube drehen und weniger neue Fahrer einstellen, schreibt Reuters. Laut eines internen Schreibens sei eine Einschränkung des Marketings und der Aktivitäten zur Motivierung der Mitarbeiter geplant. Das Unternehmen wolle die Profitabilität beim Free Cashflow erreichen und nicht beim Ebitda. Der Druck auf diese Änderungen gehe von den Investoren aus.

Neue Chancen für Fedex im Online-Handel
Logistikspezialist Fedex kann sich im E-Commerce eine starke Position verschaffen. Nach einer Untersuchung von Citigroup ist eine Umsatzsteigerung von einer Milliarde US-Dollar pro Jahr möglich, wenn der Kauf des Online-Marktplatzes Shop Runner abgeschlossen ist und die in diesem Jahr gestartete Kooperation mit Microsoft anläuft, meldet Reuters. Durch die Übernahme von Shop Runner sei eine Steigerung der Handelspartner von einigen Hundert auf mehr als Tausend möglich. Für Millionen von Kunden gebe es dann eine direkte und freie Auslieferung ihrer Bestellungen. Die Kundendaten der E-Commerce-Plattform und die Technologie von Microsoft böten eine große Chance für den Online-Handel. Die Kunden erhielten ihre Waren von der Bestellung bis zur Lieferung aus einer Hand.

Die internationalen Handelshäfen sind überlastet
Die Schwierigkeiten in den Lieferketten und die daraus resultierende Einschränkung des weltweiten Handels werden noch Monate andauern. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Industrieversicherers AGCS, ein Unternehmen des Allianz-Konzerns, über die die Tagesschau berichtet. Neben den Lockdowns in China und den Auswirkungen auf die Häfen spiele auch die weltweit begrenzte Kapazität der Container eine maßgebliche Rolle. Die Autoren der Studie rechnen damit, dass sich der Betrieb im Hafen von Schanghai erst in Monaten normalisieren werde. Eine genaue Prognose könne aber nicht gemacht werden. In der Handelsschifffahrt seien die Kapazitäten zu gering, erforderlich sei der Bau neuer Container. Auswirkungen hätten auch der Krieg in der Ukraine und das Öl-Embargo gegen Russland.


///// TRENDS & TECH

Utry.me will mit Crowdfunding Geld sammeln
Das Münchner Start-up Utry.me will mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne auf Seedmatch mit Start am 12. Mai 500.000 Euro aufs Konto ziehen. Der Online-Probiermarkt ohne Preise hat in den vergangenen Wochen bereits eine Million Euro gesammelt und will mit Hilfe der Investitionen bis 2025 die größte europäische Marketing- und Marktforschungs-Plattform für Fast Moving Consumer Goods (FMCG) werden. Auf der Liste der Innovationen steht eine App, die Rabatte anzeigt und die Teilnahme an Wochenverlosungen ermöglicht. Für die Händler soll ein Backend eingerichtet werden, in dem die Kampagne auf einem Dashboard präsentiert wird.

Byrd erhält 56 Millionen Euro
Das Logistik-Start-up Byrd hat in einer neuen Finanzierungsrunde 56 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen aus Wien hat sich auf die Unterstützung der Online-Händler in Fragen wie Bestellabwicklungen, Versand und Retourenmanagement spezialisiert und ist in sieben europäischen Ländern aktiv, schreibt Gründerszene. Im nächsten Schritt wolle der 2016 gegründete Entwickler von Logistiktechnologie nun nach Schweden, Dänemark und Polen expandieren. Zu den Investoren gehört die VC-Firma Cambridge Capital, deren Schwerpunkt in Logistik- und Transporttechnologien liegt, Geld floss auch von den bereits beteiligten Investoren Speedinvest, Mouri Capital, Elevator Ventures und KK Incube.

Speed 4 Trade rät zu Connected E-Commerce
Als Ergebnis des neuen Trendreports rät der Softwareanbieter für E-Commerce-Modelle Speed 4 Trade zur Verbindung der Kunden mit den Kunden mit Hilfe digitaler Plattformen. Diese könne im Rahmen des Connected E-Commerce über Plattformen wie Amazon oder Ebay erfolgen, die involvierten Systeme sollten verknüpft sein, der Datenaustausch erfolge automatisiert. Die Unternehmen sollten auf den Ausbau der digitalen Schnittstellen achten. Für den Handel auf den Online-Marktplätzen seien eine ausgereifte Strategie und die technische Anbindung entscheidend.

Auf Marktplätzen herausstechen: Warum das Kundenerlebnis den Unterschied macht
Der Vertrieb über Marktplätze ist für Händler Chance und Herausforderung zugleich - denn die Gefahr, in der Masse der Anbieter unterzugehen, ist hier besonders groß. Umso wichtiger ist es, einen der vorderen Plätze bei den Suchergebnissen zu bestimmten Stichworten zu ergattern. Dafür sind überzeugende Produktpräsentation und -darstellung ebenso unerlässlich wie ein insgesamt positives Kundenerlebnis, das zu guten Bewertungen führt.


///// NACHHALTIGKEIT

Inaska stellt den Preisaufbau der Produkte dar
Die deutsche Modemarke Inaska geht einen weiteren Schritt für Transparenz gegenüber den Kunden. Nachdem das auf Kleidung aus nachhaltigen Stoffen spezialisierte Unternehmen bereits die Lieferketten und die Produktionsschritte in der App zeigt, können sich die Kunden nun auch über die Preisgestaltung informieren. Zu sehen sind der Gesamtpreis, dann folgt die Aufteilung auf Produktion, Marketing, Steuern, Logistik und Personal sowie die Höhe der finanziellen Unterstützung für soziale Projekte. Der 2016 gegründete und in Hamburg ansässige Textilhersteller will damit seinen Anspruch in Bezug auf Nachhaltigkeit und Transparenz noch stärker deutlich machen. Im vergangenen Jahr legte der Umsatz der Waren, für deren Produktion unter anderem recyceltes Nylon genutzt wird, um 64 Prozent zu.