Wieder erhält Amazon in den USA Gegenwind. Fünf Abgeordnete des US-Repräsentantenhaus‘ werden gegenüber Amazon aktiv und werfen Mitgliedern des Managements, unter ihnen der frühere CEO Jeff Bezos, vor, den Kongress in die Irre geführt oder belogen zu haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Konzern Daten anderer Unternehmen genutzt habe, um Produkte nachzubauen. Die neuen Vorwürfe beruhen auf Medienberichten, die Abgeordneten sehen sie als "glaubwürdig" an. Der E-Commerce-Gigant weist die Vorwürfe von sich, doch nun könnte das Verfahren, das mit den Aussagen der Amazon-Manager im Sommer 2020 beendet schien, wieder Fahrt aufnehmen.

///// HANDEL NATIONAL
Zalando Beauty nimmt Marken von Sephora auf
Fünf Marken des Omnichannel-Händlers Sephora sind in Deutschland jetzt auch über Zalando Beauty verfügbar. Zalando hat eine eigene Kategorie für die Produkte des Anbieters von Beautyware eingerichtet, in den nächsten Monaten soll die Bandbreite von 90 auf mehr als 300 Marken ausgebaut werden. Zalando begleitet den Start mit einer neuen Kampagne, die auf allen Märkten präsent sein soll. Die Mode-Plattform will den Kunden "Prestige-Produkte anbieten, die ihren persönlichen Vorstellungen entsprechen", heißt es aus dem Hause Zalando. Nach dem Start in Deutschland peilen beide Partner eine Ausdehnung in andere Länder an und wollen Ziele wie ein nachhaltiges Angebot und eine Reduzierung der Auswirkungen auf die Umwelt in den Betrieben umsetzen.

HDE fordert weitere Unterstützung für die Innenstädte
Der Handelsverband Deutschland (HDE) schickt SPD, Grüne und FDP mit einem klaren Auftrag und deutlichen Zahlen in die Koalitionsverhandlungen. Der Verband mahnt die Parteien, die Maßnahmen in Bezug auf die Revitalisierung der Innenstädte fortzusetzen und Investitionen dafür weiter zu fördern. So wünscht sich der HDE ein Sonderabschreibungsprogramm für den gesamten Bereich der Innenstädte. Damit hätten die Händler die Möglichkeiten für Investitionen, was auch Modernisierungen in den Bereichen Klimaschutz und Energieeffizienz umfassen würde. Die Stadtzentren müssten noch mehr in den Fokus der Politik gerückt werden, zu einer Zusammenführung der Kompetenzen in der Innenstadtentwicklung gehöre auch die Gründung eines Bundesinstituts Innenstadt. Das Sonderprogramm für die Innenstadtentwicklung mit einem Volumen von 500 Millionen Euro bleibe auf der Liste der Forderungen. 

Breuninger startet Online-Präsenz in Polen
Die Stuttgarter Modekette Breuninger will nach guten Zahlen im E-Commerce in Deutschland nun auch in Polen einen Online-Shop eröffnen, heißt es in der Welt am Sonntag. Der Start des Verkaufs und des Kundendiensts in polnischer Sprache solle noch in diesem Monat erfolgen. Erstmals werde das Traditionsunternehmen damit die deutschsprachigen Länder verlassen. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz aus dem Online-Handel um 50 Prozent angestiegen, für dieses Jahr gingen die Stuttgarter von einer ähnlichen Entwicklung aus, genaue Zahlen gebe es aber nicht. Der Schwerpunkt bleibe bei den Filialen, in denen es aber aufgrund der Pandemie einen Umsatzrückgang in dreistelliger Millionenhöhe gegeben habe. Nichtsdestotrotz sei die Geschäftsleitung aber zuversichtlich, den Gesamtumsatz in diesem Jahr auf mehr als eine Milliarde Euro anheben zu können. Bis 2025 werde die Grenze von "deutlich mehr als zwei Milliarden Euro" angepeilt, rund 1,5 Milliarden Euro sollen aus dem Online-Verkauf kommen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon geht gegen Produktfälscher vor
Der Druck, den Produktfälscher auf Amazon ausüben, wird größer. Der Online-Riese erhöht in der Reaktion seine Maßnahmen, um der Situation Herr zu werden und das Vertrauen der Käufer zu erhalten oder wieder zu gewinnen. Das Handelsblatt berichtet von Sonderermittlern, die Amazon einsetzt und die zur Amazon Counterfeit Crime Unit (CCU) gehören. Mitarbeiter dieser Gruppe seien ehemalige FBI-Agenten, Experten für Cybercrime und Datenanalysten. Im vergangenen Jahr sei es durch deren Arbeit zu 64 Gerichtsverhandlungen gegen Produktfälscher gekommen. In der Folge sei es gelungen, die Existenz von 250 Betrügern zu recherchieren und die Daten an die Behörden weiterzugeben. Ein Grund für die stark wachsenden Aktivitäten der Betrüger sei unter anderem der Ausbau der Marktplatzplattform durch Amazon.

Die E-Commerce-Einheit von Saks Fifth Avenue geht an die Börse
Das US-amerikanische Luxuskaufhaus Saks Fifth Avenue wagt mit seiner E-Commerce-Einheit den Schritt aufs Börsenparkett. Die Bewertung, die Saks erreichen möchte, liege bei sechs Milliarden US-Dollar, meldet das Wall Street Journal. Im März erfolgte die Abtrennung des Geschäftsbereichs, damals habe die Summe zwei Milliarden US-Dollar betragen, die Umsätze hätten zu dieser Zeit eine Höhe von einer Milliarde erreicht. Der Geschäftsbereich des Online-Handels verantworte auch das Marketing und Verkaufsmaßnahmen für virtuellen und stationären Handel. Diese Woche sollten nun Gespräche mit potenziellen Banken stattfinden, als Start an der Börse werde das erste Halbjahr 2022 angepeilt.

Start für Yango Deli in London
Yango Deli schickt seine Lieferanten nun auch auf Londons Straßen. Auch in der britischen Hauptstadt mit dem hohen Verkehrsaufkommen verspricht der russische Lieferdienst seine schnellen Transportzeiten von 15 Minuten. Nach einem Bericht der Lebensmittelzeitung liegt die Zielvorgabe für das Tochterunternehmen des russischen Konzerns Yandex bei einer Kundenzahl von 1,4 Millionen. Die Kuriere hätten in London Zugriff auf vier Lager, zur Verfügung stünden den Kunden rund 2.500 Produkte aus den Bereichen Lebensmittel, Haushaltswaren, Alkohol und Drogerieartikeln. Zum Start gehörten auch warme Speisen zum Angebot. Bislang sei Yango Deli an 400 Standorten aktiv, in Europa bislang in Frankreich.

///// TRENDS & TECH

Befürchtungen der Gefahren von Cyberangriffen wächst
Die Pandemie sorgte für einen Schub für den Online-Handel, doch der stärkere Einsatz der Digitaltechnik erhöhte auch die Zahl der Angriffe darauf. Und die Bedenken und Befürchtungen der Unternehmen hierzulande werden dabei auch größer, die Liste der Risiken wird länger. Ein grundlegendes Problem war die unerwartete und plötzliche Umstellung der Arbeitsbedingungen ohne die entsprechende technische Absicherung, lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY, über die die Wirtschaftswoche berichtet. So stuften 63 Prozent der Unternehmen die Gefahr der Cyberkriminalität als "eher hoch" oder sogar "sehr hoch" ein. EY hatte für die Studie insgesamt 500 Unternehmen befragt. Die höchsten Gefahren drohten aus dem organisierten Verbrechen, aber auch Hacker aus politischen Gründen und dem Ausland bildeten hohe Risiken. 98 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass die Bedrohung für die Datensicherheit in der Zukunft steigen werde.

Gute Zahlen für den Buchhandel
Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse hat Bitkom eine neue Untersuchung über den Buchmarkt in Deutschland veröffentlicht. Dabei fällt auf, dass Deutsche in Folge der Pandemie wieder öfter zum Buch greifen. 2019 lasen 79 Prozent aller Deutschen gedruckte Bücher, aktuell liegt die Quote bei 84 Prozent. Aber auch die E-Books werden beliebter, hier ging es von 26 auf 34 Prozent nach oben. Dabei zeige die Untersuchung die Vorteile der E-Books während Corona, denn sie seien unabhängig von Logistik und Lieferung und in kürzester Zeit verfügbar, erklärt Dr. Sebastian Klöß, Bereichsleiter für Consumer Technology beim Bitkom. Er geht davon aus, dass die Kunden weiterhin elektronisch lesen werden. Die elektronischen Bücher überzeugten durch günstigere Preise als gedruckte Exemplare sowie geringeren Platzbedarf und das geringe Gewicht des Endgeräts.

Bedeutung der sozialen Medien für den Verkauf wächst
Die Verbraucher gewöhnen sich immer stärker an den Einkauf über ein soziales Medium, eine Entwicklung, die auch das diesjährige Weihnachtsgeschäft in den USA beeinflussen wird. The Drum berichtet von einer neuen Untersuchung, nach der 87 Prozent der Online-Shopper auch weiterhin digital einkaufen würden, wenn die Einkaufswelt wieder uneingeschränkt zur Verfügung stünde. In diesem Jahr werde die Zahl der Personen, die soziale Medien als Einkaufsweg nutzten, um 12,9 Prozent auf 90,4 Millionen ansteigen. Damit wachse auch die Bedeutung der Nutzung der sozialen Medien als Werbekanal. Insgesamt hätten in der Untersuchung 38 Prozent der Befragten ein Produkt gekauft, dass sie in den vergangenen 30 Tagen in Werbung auf den Plattformen gesehen hätten, 44 Prozent hätten dort eine für sie neue Marke gesehen. Dabei legten die Verbraucher in den USA aber mehr Wert auf die Datensicherheit, 85 Prozent wollten ihre persönlichen Daten besser geschützt als vor einem Jahr. 

///// NACHHALTIGKEIT

Ebay startet Wiederverkaufskampagne
Mit einer neuen Kampagne unter dem Titel "When you buy a thing, sell a thing" will Ebay den Rückwind der Bereitschaft für nachhaltiges Verhalten ausnutzen und die Kunden in Großbritannien zu einem Erhalt der Produkte durch den Wiederverkauf bewegen. Ungewollte oder unerwünschte Produkte sollten nicht in der Mülltonne landen, sondern weiter genutzt werden, stellt The Drum die Situation dar. Der Online-Marktplatz wolle den Kunden zeigen, welchen Wert das Produkt für die richtige Person habe. Es gehe darum, den Kunden zu zeigen, dass der Verkauf genauso Spaß machen könne wie das Shoppen. Die Verbraucher sollten so auch zu einem nachhaltigeren Verhalten bewegt werden. Klar, dass der Verkauf der Produkte wieder über Ebay stattfindet.