Die Umstrukturierung und Neuausrichtung bei Galeria Karstadt Kaufhof ist dieses Jahr ein Dauerbrenner. Anfang Oktober kündigte der Konzern einen starken Ausbau des Online-Geschäfts an, bis Jahresende soll es von 130 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 200 Millionen Euro nach oben gehen. An diesen Zahlen hielt die Unternehmensleitung jetzt bei der Vorstellung des neuen Konzepts für den Konzern fest. Doch dies wird ein schwieriges Unterfangen, denn für die 131 stationären Filialen sind Investitionen von 400 Millionen Euro angesetzt. Eine Aufteilung der Filialen in die drei Typen von Premium über „regionaler Markt“ und „lokalem Forum“ mit allen erforderlichen Maßnahmen, daneben noch das tägliche Geschäft und ein Ausbau des E-Commerce, die Unternehmensführung geht vielleicht nicht volles, aber sehr hohes, Risiko.

///// HANDEL NATIONAL
Zalando setzt mehr mobile Roboter ein
Wieder einmal erhält ein Logistikstandort mobile Roboter als neue Mitarbeiter. Dieses Mal setzt Zalando auf einen Ausbau der Automatisierung, am Standort Lahr die Zahl der mobilen Roboter steigt bis zum zweiten Quartal 2022 von acht auf 28. Sie seien für den Einsatz in den eng nebeneinander aufgestellten Kommissionierregalen ausgelegt, dazu käme die Möglichkeit, Produkte einzeln greifen und transportieren zu können, meldet der Online-Modehändler. In Lahr stünden ausreichend Platz sowie Übergabe- und Ladestationen zur Verfügung. Allerdings sei für einen fehlerfreien Einsatz die Unterstützung der Logistikmitarbeiter erforderlich, Detailgenauigkeit bei der Lagerung sei unbedingt einzuhalten. Am Standort Mönchengladbach übernehmen in der Zukunft verstärkt autonome mobile Roboter den Transport zwischen den Sortiermaschinen.

Microsoft unterstützt Edeka bei der Digitalisierung
Microsoft hat mit Edeka einen neuen Partner, um dessen Digitalisierung im Handelssektor zu forcieren, teilt der Software-Riese mit. Der Handelskonzern soll mit Hilfe einer Cloud- und Datenstrategie weitere Möglichkeiten erhalten, mit Hilfe der Digitalisierung neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Im Rahmen der Kooperation solle die Migration ausgewählter strategischer Produkte von Edeka auf die Azure-Plattform von Microsoft erfolgen. Edeka wolle durch den Einsatz einer solchen einheitlichen Grundlage neue Synergien nutzen. Die Technologie komme beim neuen mobilen Produkt "Scan & Go" zum Einsatz, das das Scannen im Ladengeschäft und die folgende Bezahlung per App ermöglicht. Edeka erwartet in der Folge "einen spürbaren Mehrwert für Kaufleute, Kunden und Mitarbeiter", Microsoft nennt als Ziel das Setzen "neuer Maßstäbe in der Customer Journey und des In-Store-Kundenerlebnis'".

HDE sieht Kostenhürde für Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Handel
Der Einsatzquote der Künstlichen Intelligenz im Handel hinkt hinter den Möglichkeiten hinterher. Als Grund für den schleppenden Fortschritt sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) auf einer zusammen mit Safaric Consulting durchgeführten Studie die hohen Kosten. So stuften mehr als 70 Prozent der Befragten die Künstliche Intelligenz momentan nicht als "relevantes Investitionsfeld" ein. Der HDE bekräftigt nach diesen Ergebnissen erneut seine Forderung nach einem Digitalisierungsfonds, der eine Höhe von 100 Millionen Euro erreichen solle. Die Investitionen müssten mit Fördermaßnahmen unterstützt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Branche zu sichern. Nur 2,5 Prozent der Befragten setzten Künstliche Intelligenz unternehmensübergreifend ein, 10,6 Prozent in einzelnen Bereichen. Die am stärksten genutzten Einsatzfelder seien Kamerasysteme für den Diebstahlschutz.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Strategische Partnerschaft zwischen Klarna und Stripe
Und noch eine neue enge Kooperation: Diesmal sind es zwei Schwergewichte aus dem Zahlungswesen im Online-Handel. Der Zahlungsdienstleister Klarna und die Payment-Plattform Stripe haben sich auf eine weltweite strategische Kooperation geeinigt. Händler, die Stripe einsetzen, können nach Angaben der beiden Unternehmen nun Klarna als bevorzugte Zahlungsmethode festlegen. Beide Unternehmen versprechen ihren Kunden damit mehr Flexibilität beim Bezahlvorgang. Bei Händlern, die Stripe nutzten und Klarna-Produkte integriert hätten, sei der Umsatz durchschnittlich um 27 Prozent gestiegen. Klarna-Nutzer meldeten einen Anstieg des Bestellvolumens um durchschnittlich 41 Prozent, die Zunahme der Kaufhäufigkeit liege bei 36 Prozent. In den USA und Kanada umfasse die Zusammenarbeit rund 90 Prozent des Zahlungsvolumens von Stripe. Die beiden Unternehmen haben bereits angekündigt, dass sie ihre Partnerschaft ausbauen wollen, sie soll auf weitere Länder ausgedehnt werden.

Amazon-Mitarbeiter in New York wollen Gewerkschaft gründen
In den USA gibt es eine neue Gewerkschaftsinitiative bei Amazon. Dieses Mal ist es eine Gruppe von Mitarbeitern in Staten Island im Bundesstaat New York, die bei der regionalen Vertretung des National Labor Relations Board’s einen Antrag zur Wahl einer neuen Gewerkschaft gestellt hat. Die neue Bewegung mit dem Namen "Amazon Labor Union" werde vom früheren Mitarbeiter Chris Smalls angeführt, der im März 2020 nach einem Protest gegen mangelhaften Schutz vor Corona entlassen worden war, berichtet NBC. Die neue Gruppierung wolle die Arbeitnehmer an vier Standorten in Staten Island vertreten, in den vergangenen sechs Monaten hätten sie sich auf das Sammeln der für das Verfahren benötigten 2.000 Unterstützerunterschriften konzentriert. Sie wollten eine neue Gewerkschaft gründen, die etablierten Organisationen hätten zwar die finanziellen Mittel, doch biete die Situation bei Amazon diverse Unwägbarkeiten und es gebe kein Drehbuch dafür, zitiert NBC dann Chris Smalls. Es gebe bereits Interesse von Amazon-Angestellten in anderen US-Bundesstaaten an der Mitarbeit bei der Amazon Labor Union. 

Walmart erweitert Plattform um 5.000 chinesische Händler
Walmart baut seinen internationalen Online-Marktplatz kontinuierlich aus. Seit der Öffnung der Plattform für internationale Partner im vergangenen März seien nun 5.000 chinesische Händler angeschlossen, meldet Marketplacepulse. Damit liege der Anteil der Verkäufer aus dem Reich der Mitte bei zehn Prozent der insgesamt rund 120.000 Händler, 20 Prozent der im Oktober neu hinzugekommenen Partner seien Chinesen. Damit liege der US-amerikanische Einzelhandelskonzern zwar hinter Amazon, doch die Zahl steige kontinuierlich an. Zum Einsatz kämen bei einigen der neuen Händler die Walmart Fulfillment Services (WFS), mit denen der Standort des Verkäufers praktisch nicht zu erkennen sei, da Walmart die Produkte in dessen Auftrag von Lagern in den USA ausliefere. WFS spiele eine entscheidende Rolle für das Öffnen der Plattform für den internationalen Markt. Zu den neuen Partnern gehörten auch Unternehmen, die Amazon im Laufe des Jahres rausgeworfen hätte.

///// TRENDS & TECH

Solute und Sign Tek vertiefen ihre Partnerschaft
Partner waren Solute und Sign Tek schon, nun wird die Kooperation nach Angabe der beiden Unternehmen zu einer strategischen Partnerschaft ausgebaut. Solute nennt als Ziel für die Webseiten des E-Commerce-Spezialisten, zu denen Billiger.de gehört, eine "verbesserte Customer Experience" für die Kunden. Solute könne innerhalb der strategischen Partnerschaft nun die Customer-Experience-Analyse-Lösung Tea Leaf einsetzen. Mit dieser würden durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz die Interaktionen der Kunden analysiert und die Defizite der einzelnen Webseiten angezeigt. Zu den dargestellten Anomalien gehörten saisonale Schwankungen, weiterhin sollen in der "Struggle-Analyse" Nutzer angezeigt werden, die bei ihrem Besuch schlussendlich nicht eingekauft hätten. So sei es möglich, eine bessere User Experience und Browser Convenience umzusetzen.

Höhere Betrugsrisiken im Weihnachtsgeschäft in den USA
Am Montag hatten das EU-Amt für geistiges Eigentum (EUIPO) und OECD auf eine Zunahme der Produktfälschungen im Online-Handel hingewiesen, nun warnt Riskified im "Holiday Report 2021" vor höheren Betrugsrisiken im Weihnachtsgeschäft in den USA. Schwierigkeiten könnte es unter anderem bei "Click & Collect" geben. Hier gebe es keine Lieferadresse, die Abholung der bestellten Produkte könne von Betrügern leicht ausgenutzt werden. Im Dezember 2020 habe die Häufigkeit der Betrugsversuche bei dieser Einkaufsmethode vier Mal höher gelegen als im Januar 2020. Bei den Bezahlverfahren habe sich das Betrugsrisiko bei Kreditkarten kaum verändert, bei Bezahlung auf Rechnung oder Direktzahlungen sei das Risiko gesunken. Bei Gutscheinkarten und E-Wallets habe sich das Risiko unbeständig entwickelt.

Otto zieht zahlreichen Shops den Stecker – und das ist gut so
Otto räumt in seinem Onlineangebot auf und beerdigt die Multishop-Strategie. Wer künftig naturloft.de, cnouch.de oder neckermann.de aufruft, landet auf otto.de. Warum der Fokus auf den Marktplatz nur folgerichtig ist – die Multishop-Phase von Otto aber dennoch nicht zwangsläufig falsch war, erklärt Etailment-Experte Marcel Brindöpke.


///// NACHHALTIGKEIT

Amazon startet Trade-In-Programm für Handys
Amazon-Kunden können alte Handys oder Videospielkonsolen nun im Rahmen des neuen Programms Trade-In, das zu Amazon Second Chance gehört, an den E-Commerce-Riesen zurückgeben, teilt das Unternehmen mit. Möglich sei es nun, das alte Gerät in einen Geschenkgutschein einzutauschen. Erforderlich sei im ersten Schritt die Beantwortung einiger Fragen zum Gerät, dann erhielten die Kunden ein Rücksendeetikett. Nach der Prüfung des Geräts werde der Gutschein ausgestellt. Sollte der nach der Wertanpassung festgestellte Wert nicht dem zuvor angegeben entsprechen, könnten die Kunden wählen, ob sie einen Betrag akzeptierten, der zwischen Höchst- und Mindestwert liege. Sollten sie die Wertanpassung ablehnen, erhielten sie das Gerät wieder zurück.