Klar ist, da rollt was Gigantisches auf Wirtschaft und Privathaushalte in Deutschland zu, wenn Klima- und Wirtschaftsminister Robert Habeck die Alarmstufe beim Gas hochsetzt. Von einer Verdreifachung der Kosten ist die Rede. Oha. Die heutige Warnung von Zalando zeigt die Auswirkungen deutlich. Die Menschen in Deutschland sparen - überall. Das bremst den Online-Handel aus und birgt Potenzial, auch diese Händler in Schieflage zu bringen. Die Gefahr einer Abwärtsspirale ist real geworden. 

///// HANDEL NATIONAL
Zalando warnt vor schlechterem Ergebnis
Am 4. August will Zalando SE das Ergebnis für das 2. Quartal 2022 vorlegen, doch schon gestern am späten Nachmittag passt die Online-Mode- und Lifestyleplattform ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2022 an. Die makroökonomischen Bedingungen hätten sich im 2. Quartal weiter verschlechtert, heißt es in der Pressemeldung. Man erwarte, dass der Umsatz für das Geschäftsjahr 2022 nunmehr zwischen null und drei Prozent auf 10,4 bis 10,7 Mrd. Euro steigen werde. Anfang Mai prognostizierte Zalando noch ein Umsatzwachstum um zwölf bis 19 Prozent auf 11,6 bis 12,3 Mrd. Euro. Co-CEO Robert Gentz will an der bisherigen Strategie festhalten. Die Vision sei weiterhin, der Starting Point for Fashion in Europa zu sein."  

Original Unverpackt und Gerneohne vor dem Aus
Es sind diese Konzepte, die Nachhaltigkeit in unseren Köpfen zum Leben erwecken: Im Jahr 2014 startete der Vorreiter des Unverpackt-Konzepts in Berlin-Kreuzberg mit einem ersten Laden. Nun beantragen die Betreiber die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, berichtet die Lebensmittelzeitung. Ebenfalls kurz vor Schließung (30. Juni 2022) steht der Bio-Online-Händler Gerneohne, der hochwertige Lebensmittel ohne Plastik ganz bequem bis zur Haustür liefert. 

BaFin gibt grünes Licht für Otto Payments
Das ist ein wichtiger Schritt für Ottos Marktplatzgeschäft, kommentiert die Wirtschaftwoche die Einführung des eigenen Zahlungsdienstleisters Otto Payments beim Online-Händler Otto.de. Erstmalig hatte das Unternehmen dies im September 2020 angekündigt. Bereits im Juli dieses Jahres sollen die ersten Transaktionen abgewickelt werden. Ziel sei die Hoheit darüber, welche Services angeboten werden. Bis Ende des kommenden Jahres sollen Millionen Otto-Kundenkontos umgestellt sein.  

E-Commerce-Plattform Fashion ID wird eingestellt
Das Düsseldorfer Modehaus Peek & Cloppenburg stellt seine E-Commerce-Plattform Fashion ID in Kürze ein, berichten mehrere Fachmedien im Textilhandel. Man werde sich im Onlinegeschäft künftig ganz auf die Marken Peek & Cloppenburg und Anson’s fokussieren. Im Jahr 2013 war Fashion ID noch drei Jahre vor dem eigenen Webshop peek-cloppenburg.de an den Start gegangen. Im dritten Quartal 2022 soll der Onlineshop von P&C einen Relaunch erfahren. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ebay übernimmt den NFT-Marktplatz Knownorigin
Ebay könnte mit der Übernahme von Knoworigin die weltweit führende Adresse für Sammlerstücke werden. Knownorigin ist ein im Jahr 2018 in Manchester, Großbritannien, gegründeter NFT-Marktplatz (NFT steht für Non-fungible Tokens, deutsch: nicht tauschbare Wertmarken - Anmerkung der Redaktion), der es Künstlern und Sammlern ermöglicht, NFTs über Blockchain-gestützte Transaktionen zu erstellen, zu kaufen und weiterzuverkaufen. Laut Channelx.world haben die digitalen Tokens immer noch einen schlechten Ruf. Ob Ebay das ändern kann, bleibt abzuwarten. 

Luxemburger führend im Cross-Border-Online-Shopping
Mit einem durchschnittlichen pro Kopf-Einkommen von 35-Tausend Euro sind die Bürgerinnen und Bürger von Luxemburg durchaus privilegiert. Wie Onlinehändler-News.de berichtet, sind sie außerdem besonders aktive Online-Shopper und führen die Liste der Nationen an, die am meisten grenzüberschreitend einkauft. Auf den Plätzen folgen Irland, Österreich, Dänemark und Belgien. Deutschland belegt Platz neun. Das Ranking wurde von der Plattform Cross-Border Commerce Europe für das Jahr 2021 erhoben.

Amazon und Airbnb beim Häuserbau 
Während Airbnb gerade einen Wettbewerb laufen hat, bei dem die 100 exzentrischsten Wohnkonzepte mit 100-Tausend US-Dollar belohnt werden, widmet sich Amazon der Schaffung und dem Erhalt von bezahlbaren Wohnraum im Großraum Seattle, USA. Der im Januar 2021 gestartet Amazon Housing Equity Fund habe bereits mehr als 360 Mio. US-Dollar für mehr als 3.400 erschwingliche Wohnungen bereitgestellt. 

///// TRENDS & TECH

Digitale 24/7-Supermärkte: Da tut sich etwas
Ende 2020 eröffnete "Teo" von Tegut in Fulda als einer der ersten Smart Stores hierzulande, seitdem ist eine Vielzahl an unbemannten Ladenkonzepten und Verkaufsautomaten entstanden, insbesondere im ländlichen Raum. Prof. Dr. Stephan Rüschen von der DHWB Heilbronn gibt in einem Etailment-Gastbeitrag einen Überblick über den Status quo beim Thema Smart Stores 24/7 und erklärt, warum Deutschland bei der anspruchsvollen Grab&Go-Technologie im europäischen Vergleich noch hinterherhinkt.

Empathy.co bringt datensensible Suchmaschine heraus
Empathy.co, Spezialist für Waren-Suchplattformen, bietet Online-Händlern eine neue Suchmaschine für ihre Shops und verspricht ganz viel Datenschutz: Personalisierte Daten würden weder gespeichert noch in Profile eingespeist oder mit User-Kennungen verbunden. „Gespeichert werden anonymisierte Daten für optimierte E-Commerce-Prozesse, aber keine Profildaten“, so das Unternehmen gegenüber dem „Morning Briefing“. Ein „Privacy-Board“ ermögliche es Online-Händlern zudem, ihre bestehenden Datenschutz-Bemühungen zu prüfen und, wenn nötig, nachzubessern. Vorzeigekunde sei Modehändler Inditex (Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti) in allen europäischen Märkten.

Shopify stellt Connect to Consumer C2C vor
Noch sind fast alle Händler im D2C - Direct to Consumer-Modus. Der weltweit führende Software-Anbieter für Online-Shops Shopify stellte in seinem aktuellen Produkt-Update Shopify Edition nun ein weiterführendes Zukunftskonzept vor und nennt es C2C - Connect to Consumer. Das einzigartige dabei seien unendliche Optionen für die Kontaktaufnahme mit den Kunden für den Handel, berichtet Onlinemarktplatz.de. 

///// NACHHALTIGKEIT

Vermieten statt verkaufen 
Die in Lissabon ansässige Plattform Flecto ermöglicht es Einzelhandelsunternehmen zirkuläre und nachhaltige Vermietungsvorgänge intuitiv über eine Plattform zu organisieren. Sprich, an die Stelle des Verkaufs tritt als Alternative die Vermietung von Produkten, wobei dafür eine besondere Inventarverwaltung, -Reservierung und ggf. auch Versicherungen notwendig werden. All das stellt Flecto bereit. Auf 36 Mrd. Euro wird der Markt der Kreislaufwirtschaft allein in Westeuropa geschätzt. Flecto hat nun erst einmal 1,2 Mio. in einer weiteren Finanzierungsrunde eingesammelt. MSM, Übermorgen Ventures und Techstars führen die Investorenliste an.