Die Nachrichtenlage so kurz vor dem langen Pfingstwochenende ist dünn. Zalando kümmert sich um Inklusion, Frauenquote bei Tech-Jobs und deckelt Managergehälter, Greenpeace ist Amazon wegen der Vernichtung von Neuware auf den Fersen und der Deutsche Bundestag stellt stationären und Online-Lebensmittelhandel bei der Rückverfolgbarkeit gleich. Beachtenswert ist außerdem, dass Google und die schwedische Modemarke Asket stationäre Läden eröffnen und dies mit Kundennähe und -Erlebnissen begründen. Hier wächst was zusammen. 

///// HANDEL NATIONAL
Zalando will Frauenanteil in Tech-Jobs bis 2023 auf 40 bis 60 Prozent erhöhen
Im Rahmen seiner Diversitäts- und Inklusionsstrategie „do.better” will Zalando eine inklusive Arbeitsumgebung, diverse Führungsteams sowie inklusivere Einkaufserlebnisse für seine Kund:innen schaffen. Dafür wird der Mode-Riese interne Umfragen durchführen und unter anderem den Frauenanteil in Tech-Jobs signifikant erhöhen. Im Jahr 2023 sollen es mindestens 40 Prozent sein. „Wir sind überzeugt davon, dass mehr Diversität und Inklusion auch zu mehr Innovation und Kreativität führt", erklärt Zalando Co-CEO David Schneider bei der Vorstellung gestern. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, die Vorstandsgehälter bei einem Maximalbetrag von 15,75 Mio. zu deckeln.  

Deutsche Start-ups bekommen richtig viel Kohle
Eine Studie des Datenanbieters Refinitiv zeigt auf, dass deutsche Start-ups im ersten Quartal 2021 bei 165 Deals 2,2 Mrd. Euro eingesammelt haben - so viel wie nie zuvor, schreibt Spiegel-Online. Spitzenreiter waren der Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas (245 Mio.), der Flugtaxi-Anbieter Volocopter (200 Mio.) und das Logistik-Start-up Sennder (Verkehrswert 1 Mrd. Euro). Als Geldgeber tat sich vor allem Global Founders Capital mit Ausgaben in Höhe von 98 Mio. in 22 Deals hervor, gefolgt von HTFG sowie HV Holtzbrinck Ventures.

Greenpeace ist Amazon auf den Fersen
Die Umweltorganisation Greenpeace hat einen „Rechercheurs" im Amazon-Logistikzentrum in Winsen, Niedersachsen, eingeschleust, der die Vernichtung von Neuware dokumentierte. Es gäbe sogenannte „Destroy"-Stationen, an denen original verpackte Produkte vorsortiert werden. Laut Greenpeace werde pro Woche an diesem Standort mindestens eine Lkw-Ladung mit Neuware von T-Shirts bis Elektroartikeln entsorgt. Das verstoße gegen das Gesetz, die Behörden übten ihre Obhutspflicht nicht aus. Amazon bezog Stellung und erklärte, der Konzern arbeite daran, möglichst gar keine Produkte zu vernichten.

Gesetzesänderung: Online- und stationärer Lebensmittelhandel werden gleichgestellt
Bei der Rückverfolgbarkeit von Lebens- und Futtermitteln gelten für den Online-Lebensmittelhandel künftig dieselben Regeln wie für den stationären Handel. Das hat der Bundestag gestern beschlossen. Durch die Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches sei es gelungen, den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu stärken, heißt es bei der CDU/CSU. Vorgeschrieben ist nun eine digitale Rückverfolgung von Lebens- und Futtermitteln innerhalb von 24 Stunden. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Google eröffnet ersten physischen Store in New York
Um seinen Kund:innen die Möglichkeit zu geben, Google-Produkte vor dem Kauf zu testen und die Vernetzung der Geräte zu erleben, eröffnet der Suchmaschinen-Riese im Juni 2021 sein erstes stationäres Geschäft im New Yorker Stadtteil Chelsea. Das Personal wird aus eigenen Google-Experten bestehen, deren Aufgabe es vor allem auch sein wird, das Feedback der Kunden zu dokumentieren. Den Standort New York begründet das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit seiner bereits 20-jährigen Geschichte in der Metropole und derzeit mehr als 11.000 Mitarbeitern. Der GoogleStore hat ein Pendant im Netz. 

E-Commerce bei Spotify: virtuelle Konzerte
Um mit ihren Fans in Kontakt zu bleiben, setzen viele Künstler derzeit auf virtuelle Konzerte. Die Musikplattform Spotify greift diesen Trend nun mit fünf Künstlern auf und bewegt sich damit weiter in Richtung E-Commerce. Im Mai und Juni werden fünf Konzerte vermarktet. Teilnehmer:innen benötigen einen Spotify-Account. In der Corona-Krise hat das Unternehmen sehr gut verdient, von zwei Mrd. Euro Umsatz und 365 Mio. Nutzern wird berichtet. Die virtuellen Konzerte könnten nun eine weitere Einnahmequelle sein.  

Schwedische Mode-Marke Asket eröffnet stationär in Stockholm
Im ersten Asket-Laden in der schwedischen Hauptstadt wird nicht nur Kleidung verkauft, sondern auch deren Entstehung und die dafür notwendigen Materialien inszeniert. Die im Jahr 2015 pur online gestartete Modemarke will ihre Produkte für die Kunden „immersiv und transparent" erlebbar machen, was online nicht in dieser Form möglich sei, wird Asket-Mitbegründer August Bard-Bringéus in einer Pressemitteilung zitiert. Es gäbe immer noch eine Chance für den stationären Handel. 


///// TRENDS & TECH

Amazon stellt Innovationslabors in Vercelli, Norditalien vor
Noch ist das so: Roboter helfen Menschen. Bei Amazon sind weltweit bereits mehr als 350.000 Roboter in den Logistikzentren im Einsatz, seit dem Jahr 2014 auch in Europa. Das Innovationslabor in Vecelli, Norditalien, entwickelt und testet zukünftiger Technologien, die der Arbeitssicherheit an den Standorten in Europa dienen als auch die Mitarbeiter:innen bei der täglichen Arbeit unterstützen sollen. Im Fokus: automatisch geführte Fahrzeuge, Hebevorrichtungen, Sortieranlagen, Palletier- und Sortierroboter. Letztere werden bereits in Deutschland eingesetzt.  

Frankfurt University of Applied Sciences veranstaltet Logistikkongress 2021
Eine zukunftsträchtige Branche mit großen Karrierechancen ist die Logistik. Am 31. Mai 2021 veranstaltet deshalb die Frankfurt University of Applied Sciences gemeinsam mit zehn weiteren Hochschulen aus dem Rhein-Main-Gebiet einen Innovations- und Karrierekongress für Logistik-Interessierte. 30 Fachvorträge und Diskussionsrunden werden angeboten. Der Kongress findet virtuell statt. Zu Programm und Anmeldungsformular geht es hier