Liebe Leserin, lieber Leser, "Kunden gehen lieber in die Märkte" ist ein Satz von Raoul Roßmann, zum Abschied von Amazon Prime Now so hingeworfen, über den man nicht nur bei Rossmann noch mal länger nachdenken sollte. Denn zunächst mal muss man als Kunde Transaktionskosten in Kauf nehmen, um in einen Laden zu gehen. Das aber umso "lieber", desto eher eine emotionale Bindung besteht. Dafür aber müssen Händler mehr bieten als Waren, günstige Preis, Erlebnis und  Vernetzung. Nur Händler, die den Kunden mehr bieten, als sie erwarten, sich mit ihnen auf einer Gefühlsebene verbinden und wie eine gute Fee auftreten, können es sich auf Dauer leisten Online-Plattformen wie Amazon die kalte Schulter zu zeigen. Alle anderen sollten lieber ganz rational Transaktionskosten einkalkulieren.

Zalando startet Beauty-Offensive
Zalando zündet mit TV, Plakat, Digital- und Print-Werbung seine Beauty-Offensive. Der Slogan: „Entfalte deine Schönheit”. Entfalten soll sich auch die Kampagne (Agentur: Sunshine), die neben Deutschland in sieben weiteren Ländern zu sehen sein wird.  Ergänzend eröffnet am 9. Mai 2019 ein Beauty Pop-Up Store in München. Damit auch ganz klar ist, dass man Douglas ein wenig piesacken möchte. Im Sommer 2018 hatte Zalando einen Kosmetik-Laden in Berlin eröffnet. Wenn auch eher, um die Bedingungen der Markenhersteller zu erfüllen. Der Spot übrigens zeigt Models beim Styling und Pakete auspacken.

Bonprix verliert in Deutschland
Bonprix schafft im Geschäftsjahr 2018/19 per 28. Februar ein Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Die Rendite (EBT) bewegt sich wie bereits im Vorjahr zwischen drei und fünf Prozent. Dem internationalen Geschäft sei Dank. Auf dem deutschen Markt liegt der Umsatz von bonprix ganz leicht unter Vorjahresniveau. Das liegt nicht nur am Sommer. Wegen der SAP-Einführung hat man sich mit Aktionen zurückgehalten. Sicherheitshalber. Das Geschäft ist inzwischen vor allem mobil. Bei rund 60 Prozent liegt der Umsatzanteil am E-Commerce. Der Traffic-Anteil über mobile Devices liegt inzwischen bei knapp 75 Prozent.

Verdi streikt bei Amazon
Fast schon ein Oster-Brauch: Verdi streikt in den Tagen vor Ostern bei Amazon. Ausgeguckt wurden Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne und Koblenz. Gestreikt werden soll teilweise bis Donnerstag, meldet Heise.

Bring kooperiert mit Bringmeister
Wer über die Einkaufslisten-App Bring seinen Wocheneinkauf organisiert und in München oder Berlin wohnt, muss künftig seine Wohnung nicht mehr verlassen, um den Kühlschrank zu füllen. Möglich macht dies eine Kooperation mit dem Online-Supermarkt Bringmeister, berichtet Internet World. Kluger Schachzug, die beliebte App aus der Schweiz und Bringmeister-Mutter Edeka zusammenzubringen. Denn bei Deutschlands wohl größtem Rezepteportal Chefkoch.de steht schon längst ein Button parat, der komplette Rezepte in den Rewe-Warenkorb wuppt. 

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INTERNATIONAL


Starkes Debut von Jumia
Fuliminanter Börsenstart von Jumia an der Börse. Die Aktie des vermeintlichen Zalando-Klons von Rocket Internet für den afrikanischen Markt legte am Freitag, dem ersten Handelstag, um mehr rund 75 Prozent zu. Jumia, gerne als "Amazon" für Afrika" tituliert, ist in 14 afrikanischen Ländern aktiv und mit Marktplatz, Logistik und Payment längst ein ganz eigenes Modell jenseits der Zalando-Blaupause. Die Hoffnung ist wohl, dass Jumia so etwas wie das Commerce-Betriebssystem auf dem Kontinent werden kann.

Best Buy bekommt eine Chefin
Best Buy bekommt erstmals eine Frau als CEO: Corie Barry tritt im Juni an. Sie ist derzeit CFO und Chief Strategic Transformation Officer, meldet CNBC.

AO steigt bei AR ein
Die Elektronik-Kette AO bietet in der Shopping-App nun ein Augmented Reality-Feature auf, mit dem Kunden sehen können, ob Elektroartikel und Haushaltsgeräte in die eigenen vier Wände passen. Bevor Sie das jetzt ausprobieren: Vorerst geht das nur für eine Samsung-Mega-Glotze. Da boten Rivalen wie Amazon schon 2018 deutlich mehr Produkte für das virtuelle Probewohnen an. Allerdings auch da ist die Verfügbarkeit noch sehr übersichtlich.

Interaktive Spiegel von IBM
IBM will Läden mit seiner "Smart Mirror"-Technologie aufpeppen und zeigt sich damit zunächst bei Vero Moda. Die interaktiven Spiegel für die Umkleidekabine sollen auch passende Produkte empfehlen.


TRENDS & FAKTEN

Görtz schickt die Kinderschuh-Fee
Sympathischer Service von Görtz. Eine auf den Verkauf von Kinderschuhen spezialisierte Verkäuferin kann von Kunden für einen individuellen Termin gebucht werden. Für daheim. Vorerst geht das in Hamburg. In den Genuss kommen zum Start ausgewählte Kunden. Damit das Modell auch ein wenig Hipster-mäßig wirkt, kommt die Beraterin im Retro-APE von Piaggio. Gebucht wird die Kinderschuh-Fee per Mail. Da macht sich wirklich jemand Gedanken, was die Kunden lieben könnten. 

Personalisierung hat Schwächen
Die viel gepriesene Personalisierung von Online-Modeangeboten hat noch ihre Schwächen. Wie der Online-Dienstleister Evergage für die TextilWirtschaft (Paywall) ermittelte, setzen die zehn größten Online-Modehändler die Technik nicht konsequent genug über alle Touch Points hinweg um. Am besten schneidet der Multichannel-Modefilialist Breuninger ab.

Start-up des Tages
Für viele mittelständische Händler beginnen die Probleme nicht erst mit Big Data. Vielfach fehlt es schon an einer genauen Kontrolle von Gewinn und Verlust. Das Start-up Adam sieht deshalb im Controlling für Kleinunternehmen und Start-ups einen wachsenden Markt.

Favorit der Leser am Vortag
Mit einem fast meditativen TV-Spot hat Hornbach gerade seine Frühjahrskampagne eingeläutet. Der Clip wird im April noch für Gesprächsstoff sorgen. Schon jetzt hat die Baumarktkette dank eines kontrovers diskutierten Spots im Social-Media-Ranking mächtig zugelegt.

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