Heute stellt die EU-Kommission die Pläne vor, um die Ziele des Green Deal für die CO2-Reduzierung bis 2030 zu erreichen. Es wird spannend, was Frans Timmermans in das Pogramm "Fit for 55 in 2030" gepackt hat, wie es sich vom Klimaschutzgesetz der Bundesregierung unterscheidet und was die Umsetzung bedeutet. Die ganze Wirtschaft wird sich stark umstellen und verändern müssen. Auch im Handel muss viel passieren, unter anderem müssen die Lieferketten nachhaltiger aufgebaut werden, die Verpackungsmaterialien verringert werden, der Versand der Güter ökologischer ablaufen. Die Liste ist lang. Das Umweltzertifikat "Blauer Engel", das nun auch Online-Shops einsetzen können, sollte irgendwann ein normales Logo auf den Produkten sein.

///// HANDEL NATIONAL
Zara startet die App "Store Mode" auch in Deutschland
Zara setzt die Verknüpfung des stationären und des virtuellen Handels weiter fort. Nun wird auch die App "Store Mode" nach dem Start in Spanien und anschließend weiteren Ländern auch in Deutschland freigeschaltet. Zu den drei wesentlichen Funktionalitäten gehört "Click & Go", berichtet die Textilwirtschaft. Damit könnten die Kunden die gewünschten Produkte in einer Filiale aussuchen, per App bezahlen und spätestens nach 120 Minuten in der Filiale abholen. Die zweite neue Option, "Click & Find" zeige den Kunden auf einem Grundriss den Standort der gewünschten Ware innerhalb der Filiale an. Schließlich stehe noch "Click & Try" zur Verfügung. Sie ermögliche die Reservierung einer Umkleidekabine, die App zeige an, wann die Kabine frei sei. Store Mode sei nur auf mobilen Endgeräten verfügbar, bis Jahresende sei die Integration aller Filialen geplant.

Für den Handel geht es aufwärts
Der Handel und die Dienstleistungen setzen ihre Erholung fort. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts hat das zweite Quartal den beiden Branchen wieder erfreuliche Zahlen beschert, doch das Vorkrisenniveau ist noch weit entfernt. Im Mai verzeichnete der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem April, an der Spitze mit 72,1 Prozent steht der Verkauf von Textilien, Schuhen und Bekleidung. Doch der Abstand zu den Zahlen vor März 2020 liegt immer noch bei 37,6 Prozent. In Waren- und Kaufhäusern stiegen die Umsatzwerte um 15,3 Prozent an, dennoch beträgt der Rückstand gegenüber dem Vorkrisenniveau 19,6 Prozent. Die Erholungstendenzen im stationären Handel haben aber für den Verlauf des Internethandels keine Rolle gespielt. Nach den Auswertungen der Analysten bewegten sich die Zahlen im Mai fast auf der Höhe des Rekordmonats März 2021.

Henkel kooperiert mit Adobe
Henkel hat einen Partner für die Weiterentwicklung und den Ausbau des E-Commerce gefunden. Zusammen mit Adobe wurde eine Plattform entwickelt, die Geschäftsplattform Raqn soll nach einem Bericht von Internet World die Basis für die Verstärkung des Online-Handels bilden. Henkel will so die Kundenwünsche schneller umsetzen können, die Markteinführungszeiten sollen verkürzt und ein zielgerichtetes Marketing entwickelt werden. Für zwei neue Marken sei bereits eine Verkürzung der Markteinführung auf sechs Monate gelungen. Aufbau und Entwicklung der digitalen Transformation liege bei der neuen Einheit Henkel dx.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ali Express eröffnet ein Ladengeschäft in Barcelona
Die globale Verkaufsplattform des chinesischen Internetriesen Alibaba, Ali Express, hat in Barcelona ein weiteres Ladengeschäft in Spanien eröffnet. Mit dem im Einkaufszentrum Gran Via 2 gelegenen neuen Shop will das Unternehmen On- und Offline noch stärker miteinander verknüpfen, heißt es bei Alizila. Zur Wahl stünden den Kunden dort mehr als 800 internationale Marken, dazu auch lokale Produkte aus dem Technikbereich. Die stationären und die digitalen Einkäufe könnten miteinander abgeglichen werden, Rabatte seien auf beiden Verkaufswegen verfügbar. Das Geschäft in Barcelona ist das dritte des Konzerns in Spanien, das Land auf der Iberischen Halbinsel gelte bei Ali Express als einer der am schnellsten ausländischen Märkte.

Österreich behält die Digitalsteuer bei
Am Montag hat die EU mitgeteilt, dass die innerhalb der Union geplante Digitalsteuer nicht eingeführt wird, schon kommt einen Tag später die Meldung, dass die Einigung geplatzt ist. Nach einem Bericht von Euractiv schert Österreich aus. Die Alpenrepublik wolle sich nicht dem Druck der US-Amerikaner beugen, für Finanzminister Gernot Blümel komme die Aussetzung der Steuer nicht in Frage. Es müsse erst festgelegt werden, welche Digitalsteuern wann kommen würden, eine politische Einigung sei notwendig, wird Blümel zitiert. Mit der Digitalsteuer solle verhindert werden, dass die Internetkonzerne weniger Steuer als andere Unternehmen zahlten. Blümel sehe aber die Chance, dass sich die EU und die USA auf eine globale Mindeststeuer für die Großen des Internets einigen könnten.

C&A wird in der Schweiz Partner von Zalando
C&A hat sich in der Schweiz für einen neuen Verkaufskanal entschieden. Der Bekleidungshändler baut die bereits bestehende Kooperation mit Zalando, die sich über sieben Länder erstreckt, nun auf die Eidgenossenschaft aus, berichtet Fashion United. Der Schwerpunkt bleibe aber beim stationären Handel, doch man wolle auf die Bedürfnisse aller Kundengruppen eingehen, begründe C&A den Schritt. Mit Zalando habe der Bekleidungshändler eine Plattform gewählt, "die von modernen, mode- und nachhaltigkeitsorientierten Konsumenten besucht wird und daher perfekt zu uns passt", zitiert Fashion United Jean-Luc Battaglia, den Länderchef für die Schweiz und Italien bei C&A.


///// TRENDS & TECH

Girocard jetzt auch bei Apple Pay einsetzbar
Nutzer der Girocard können ihre Debitkarte beim Online-Shopping jetzt auch bei Apple Pay einsetzen. Apple hat das Repertoire der Bezahlmöglichkeit erweitert, die Integration der neuen Anwendung haben mit Adyen und Computop gleich zwei Zahlungsdienstleister übernommen. Nach der Ankündigung von Adyen erfolgt die Anbindung der an das Adyen-System angeschlossenen Händler automatisch. Computop hat nach eigenen Angaben bereits die ersten Händler freigeschaltet. Der neue Service, der Zahlungen ohne Kreditkarte ermögliche, könne ab sofort beim Online-Einkauf über den Safari-Browser genutzt werden, erklärt Adyen. Das Anlegen eines neuen Accounts sei nicht notwendig. Die Authentifizierung des Bezahlvorgangs erfolgt bei beiden Anbietern entweder über Face ID, Touch ID oder den Code des Apple-Geräts, es wird keine Speicherung der Kartennummern auf dem Gerät oder auf dem Apple-Server vorgenommen.
 
Onlinehändler unterschätzen Sicherheitsrisiken
Bei Haftpflicht-Risiken und der Bedrohung durch Cyberkriminelle klafft eine Lücke zwischen der Risikowahrnehmung von Shopbetreibern und der Realität. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Techconsult im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox. Besonders kleine Onlinehändler tun sich demnach mit der Risikoabschätzung schwer und verzichten häufig auf notwendige IT-Sicherheitsmaßnahmen.  

///// NACHHALTIGKEIT

Der Blaue Engel steht jetzt auch über dem Online-Handel
Online-Shops und Plattformen haben eine weitere Gelegenheit, ihr Umweltbewusstsein nach außen zu transportieren. Sie haben nun Zugriff auf Listen mit Warencodes und Informationen über mit dem Blauen Engel zertifizierte Produkte. Die Anbieter können die Information in ihre Shops integrieren, die technische Anbindung erfolgt durch eine eigene Schnittstelle. Die Unternehmen müssen sich beim Blauen Engel registrieren und eine feste IP-Adresse angeben. Nach Angaben des Blauen Engels sind mittlerweile rund 20.000 Produkte mit dem Umweltzeichen der Bundesregierung zertifiziert, die Anzeige der Produktmerkmale könne für eine bessere Suchmaschinenoptimierung genutzt werden.

Nestlé will mit Cainiao grüner werden
Nestlé will die Lieferketten in China nachhaltiger aufbauen und startet dafür eine Kooperation mit Cainiao Network, dem Logistikunternehmen von Alibaba. Ziel der Zusammenarbeit sei der Umbau der Produktionsprozesse innerhalb des Schweizer Konzerns, meldet Alizila. Dazu gehörten auch Lagerung, Auslieferung und Recycling sowie die Wiederverwendung der Verpackungsmaterialien. Nestlé sehe eine Verschärfung der Initiativen in Bezug auf Nachhaltigkeit durch den Anstieg der Verkaufszahlen in China als wichtigen Faktor an. Die Kooperation habe im vergangenen Monat mit der Integration eines Recycling-Services auf die App von Cainiao begonnen. So könnten Kunden beim Kauf bestimmter Kaffeemarken einen Abholservice der aufgebrauchten Pakete bestellen. Auch ein Ausbau nachhaltiger Verpackungen und entsprechende technische Lösungen gehörten dazu.