Im vergangenen März hatte das Schiff Ever Given den Sueskanal lahm gelegt und damit gezeigt, wie wichtig diese Schiffsstraße für den Welthandel ist. Nun gibt es ein Datum für den Abschluss der Ausbauarbeiten. Zwar dauert es bis dahin noch, doch die Arbeiten sollten für einen schnellen Abschluss gefördert und nicht gefährdet werden. Auch wenn die momentanen Lieferengpässe bis nächstes Jahr behoben sein sollten, muss sich die Weltwirtschaft mit einer umfassenden Verbesserung der Infrastruktur auf ähnliche Situationen besser vorbereiten. Der Weihnachtshandel ist im Hinblick auf die Lieferprobleme noch gut abgelaufen, doch Corona mit den Folgen lässt nicht nach und der globale Druck wächst ständig.

///// HANDEL NATIONAL
Zooplus zieht sich von der Börse zurück
Im vergangenen Jahr beschäftigte Zooplus die Branche und die Börse für längere Zeit wegen der möglichen Übernahme und die diversen Aktienangebote. Nun haben sich die beiden Eigentümer Hellmann & Hellmann und EQT dazu entschlossen, den Online-Tierbedarfshändler von der Börse zu nehmen. Nach einer Meldung der Lebensmittelzeitung liegen nun 97 Prozent bei der Holdinggesellschaft Zorro Bidco, die in den Händen der beiden Eigentümer liege. Die Aktien seien nun nicht mehr im Regulierten Markt und im elektronischen Handelssystem in Frankfurt vertreten. Die Strategie des Unternehmens liege in Zukunft auf Investitionen für langfristiges Wachstum.

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Amazon versorgt Alexa mit neuen Funktionen
Die Kooperation zwischen Amazon und Tiktok, die beide Unternehmen Ende 2021 bekannt gegeben haben, trägt erste Früchte. Die Nutzer von Amazons Sprachassistentin Alexa erhielten nach einem Bericht von Mixed.de nun über die Echo-Geräte mit Bildschirmen auch Zugriff auf die Tiktok-Plattform. Die Videos der Plattform könnten nach Sprachbefehlen per Stream gezeigt werden. Für eine Wiedergabe der Videos sei ein Einloggen nicht erforderlich, dies falle nur bei Bewertung oder Kommentierung an. Als weitere neue Funktion biete Alexa nun die Freistellung der Einkaufslisten für andere Nutzer, die in die Kontaktliste eingetragen seien.


Auszahlungen der Überbrückungshilfe IV starten
In dieser Woche sollen die ersten Auszahlungen der Überbrückungshilfe IV starten, berichtet die Tagesschau. Die Finanzhilfen der ersten Runde gingen an Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler aller Branchen mit einem Jahresumsatz bis zu 750 Millionen Euro im Jahr. Es handele sich um Unternehmen mit hohen Einbußen von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum November 2019 als Folge der Pandemie, die Auszahlung sei auf 50 Prozent der beantragten Leistungen begrenzt. Das Bundeswirtschaftsministerium wolle so die Lücke bis zur endgültigen Bewilligung des Antrags abdecken, es gebe bei der Überbrückungshilfe IV keine Verzögerungen. Dagegen habe es aber gegenüber dem Bund immer wieder Vorwürfe gegeben.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Der BEVH sieht die Politik gefordert
Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) erwartet für dieses Jahr von der EU-Politik einige wichtige Entscheidungen in Bezug auf den Online-Handel. Gefordert seien in Brüssel dabei sowohl die Kommission als auch das Parlament und die Mitgliedsstaaten. In der Vergangenheit habe es selten so viele Gesetzesinitiativen in der Digitalpolitik gegeben. Im ersten Quartal sei für den digitalen Handel der Data Act entscheidend, auf der Tagesordnung stünden aber auch ein einheitliches Lieferkettensorgfaltsgesetz und eine Sustainable Product Initiative, mit der Waren möglichst lang im Kreislauf gehalten werden sollen. In den folgenden drei Monaten gehe es dann um die Umsetzung der globalen OECD-Steuerreform und den Digital Services Act. Im dritten Quartal solle eine einheitliche Mehrwertsteueridentifikationsnummer in der EU festgelegt werden. Wichtig ist nach Auffassung des Verbands ein dreifaches Level-Playing-Field mit einer Harmonisierung auf EU-Ebene, Fairness im globalen Wettbewerb und einer Gleichwertigkeit der Vertriebskanäle.

Ausbau des Sueskanals soll 2023 abgeschlossen sein
Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren plant die zuständige Behörde Suez Canal Authority (SCA) einen Abschluss der Arbeiten am Sueskanal im Juli 2023, heißt es bei Reuters. Nach der Blockade des Kanals durch das havarierte Schiff Ever Given im vergangenen Frühjahr hatte die SCA eine schnellere Planung für eine zweite Fahrrinne und die Verbreiterung des bestehenden Kanals angekündigt. Die südlichen 30 Kilometer des Kanals sollten sowohl vertieft als auch verbreitert werden. Mit der Einrichtung einer zweiten Fahrspur könnte die Kapazität um sechs Schiffe gesteigert werden, so SAC-Chef Osama Rabie, ohne weitere Details zu anzugeben.

Amazon akzeptiert Visa Cards in Großbritannien weiter
Amazon hebt den im November angekündigten Stopp der Anerkennung der Visa Cards als Zahlungsmittel auf. Amazon wollte diese Sperrung am 19. Januar vornehmen, als Grund hatte der Online-Konzern hohe Transaktionsgebühren genannt. Nach einem Bericht von Reuters befänden sich beide Unternehmen in Verhandlungen. Die Bezahlung sei nun weiterhin neben Mastercard, Amex und Eurocard unverändert auch mit in Großbritannien ausgestellten Visa Card möglich. Die von der EU festgelegte Höhe der Transaktionsgebühren ist seit dem Brexit nicht mehr in Kraft.


///// TRENDS & TECH

Der US-Handel schneidet im Weihnachtsgeschäft besser als erwartet
In den USA vermeldet die National Retail Federation (NRF) bessere Zahlen für die Monate November und Dezember als erwartet. Wie Reuters meldet, ging es in den beiden Monaten um 14,1 Prozent nach oben. In den Zahlen sei der Online-Handel enthalten, hier hätten die Zuwächse 11,3 Prozent erreicht. Dies bedeute eine Steigerung um 11,5 Prozent gegenüber der vorherigen Schätzung. Trotz der steigenden Infektionszahlen und den Lieferengpässen habe das Volumen damit einen Wert von 886,7 Milliarden US-Dollar erreicht. Eine Rolle hätten die steigenden Gehälter und weniger Freizeitaktivitäten der Verbraucher gespielt. Geholfen hätten aber auch die frühzeitigen Bestellungen und das Auffüllen der Lagerräume durch den Handel. Im Dezember sei es aber durch Omikron insgesamt zu einem Rückgang von 2,7 Prozent gekommen. Die NRF rät dem Handel daher zu Vorbereitungen auf mögliche Unsicherheiten in den nächsten Monaten.

Paypal droht in den USA eine Sammelklage
In den USA wächst die Unzufriedenheit der Geschäftspartner gegenüber Paypal, nun droht nach einem Bericht von Internet World eine Sammelklage. Unternehmen sähen sich Kontensperrungen ausgesetzt, auch sei es zum Einfrieren von Guthaben gekommen. Mit der Sperrung von Kunden habe Papyal gegen Gesetze zur Eindämmung der organisierten Kriminalität verstoßen. Auslöser seien Fälle mit zwei Pokerspielern gewesen, nach einer Klagedrohung zahlte der Finanzdienstleister an einen der Beiden aus. Es folgten weitere Kontensperrungen anderer Kunden, nun habe die Pokerspielerin Lena Evans die Sammelklage eingereicht, einen Kommentar von Paypal gebe es nicht.

Senioren werden digitaler
Nicht zuletzt die Pandemie hat auch dazu geführt, dass der Anteil der Über-60-Jährigen, die sich stärker dem digitalen Leben zuwenden, stetig wächst. Dies unterstreicht eine neue Untersuchung von Euromonitor, deren Analysten in rund 100 Ländern die weltweiten Entwicklungen untersucht haben und die zehn bestimmenden Trends für 2022 bestimmt haben. Dazu gehört auch die wachsende Bedeutung der Digitalisierung in der Gruppe der Senioren, deren Eintrittsalter bei 60 Jahren beginnt. Das Verhalten habe sich von einer Abwehrhaltung gegenüber den digitalen Medien hin zu ihrer Nutzung verschoben. Die Akzeptanz wachse, der Anteil derer, die digitale Lösungen in ihrem täglichen Leben einsetzten, nehme zu. Unternehmen sollten ihnen nun auf sie zugeschnittene Angebote liefern. Potenzial sei dabei aber noch beim Online-Einkauf von Lebensmitteln zu erkennen, er liege nur bei rund 15 Prozent, im Vergleich dazu nutzten rund 45 Prozent Online-Banking. Wichtig sei, dass die technischen Lösungen eine einfache Handhabung aufwiesen, sonst erfolge schnell der Wechsel zum Mitbewerber.


///// NACHHALTIGKEIT

Klimafreundlicher E-Commerce: Sieben Schritte zu einem geringeren CO2-Fußabdruck
Mehr Onlinebestellungen bedeuten mehr Pakete, mehr Lieferfahrzeuge - und mehr CO2-Emissionen. Wie Onlinehändler Nachhaltigkeitsansprüchen dennoch gerecht werden, erklärt Planetly-Gründerin Anna Alex in einem Gastbeitrag.