Liebe Leserin, lieber Leser, Lebensmittel-Onlinehandel ist ein kleines Pflänzchen. Zu klein, sagen viele. Bleibt auch so, sagen einige. Aber das hat man bei Hundefutter, Katzennahrung und Käfigstreu für Vögel ja auch mal gedacht. Daran erinnert sich wohl Zooplus und schickt einen neuen Food-Shop ins Rennen.

Zooplus verkauft Lebensmittel mit Zoobee:
Lebensmittel verkaufte Zooplus unter anderem online bislang über die Zweitmarke Bitiba. Der Discount-Ableger war aber vor allem ein ambitionierter Test. Nun gibt es einen weiteren Anlauf. Mit Zoobee hat sich jetzt ein weiteres Online-Food-Konzept dazugesellt, das auch ein Loyalty-Programm aufbietet. Ab einem Bestellwert von 29 Euro wird ohne Versandkosten geliefert. Versandpartner ist DHL. Frischeartikel bietet das Sortiment allerdings nicht.

Nach Chemnitz - Otto Group CEO appelliert an Unternehmen:
Otto Group CEO Alexander Birken hat nach der Ereignissen in Chemnitz jetzt in der "Wirtschaftswoche" Stellung bezogen gegen Hass, Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Zudem fordert er Unternehmer und Manager zum Handeln auf. „Die Wirtschaft muss mehr Gesicht zeigen für Demokratie, Freiheit und Vielfalt.“ Die Wirtschaft müsse aber auch, so Birken, besser erklären, wie sich die digitale Transformation auf das Leben und Arbeiten in Zukunft auswirke. Birken folgt damit dem Beispiel von Siemens-Boss Joe Kaeser. Auch von Amazon-Boss Ralf Kleber fand sich gestern eine seiner sporadischen Motivations-Mails im Postfach. Da spricht er aber nur über den "unbeirrbaren Blick auf `König Kunde´". Kann man machen. Ist aber eine vertane Chance.

Dash Buttons billiger:
Amazon senkt den Preis für eine Reihe seiner Dash Buttons von 4,99 auf 2,49. Darunter sind die Plastik-Bestellknöpfe von so bekannten Marken wie Pampers, Nescafe oder Whiskas. Da mag sich nun jeder seinen eigenen Reim drauf machen, ob das der Sommerschlussverkauf eines Ladenhüters ist oder ein weiter aggressiver Schritt in den Markt.

Fairmondo will DaWanda beerben:
Fairmondo, ein genossenschaftlicher Online-Marktplatz, der jenseits seiner Positionierung als faire Amazon-Alternative immer noch ein wenig nach seiner Marktbedeutung und Geldgebern sucht, erweitert jetzt den Marktplatz um "Handgemachtes". Fairmondo möchte damit nach dem Ende von DaWanda offenbar einen Teil der Heimatlosen der Handmade-Szene auffangen, die den Umzug auf die Seiten des ehemaligen Konkurrenten Etsy nicht mitmachen wollen. Um das Projekt zu stemmen, sammelt Fairmondo Geld auf Startnext. Besitzer von Amazon-Aktien könnten hier mit einem Investment zumindest ein paar Karma-Punkte gut machen. 

Bitburger, Coca-Cola und Krombacher gründen B2B-Plattform:
Der Getränkegroßhandel soll digitaler werden. Bitburger, Coca-Cola und Krombacher gründen dafür das Digital-Joint-Venture Kollex.  Über die Plattform sollen Getränkefachgroßhändler und Gastronomen alle Produkte aus dem Sortiment der Teilnehmer rund um die Uhr online bestellen können. Die B2B-Plattform soll im ersten Halbjahr 2018 starten. Geschäftsführer des Joint Ventures wird Udo Kießlich. Der Diplom-Kaufmann ist Partner bei etribes und war zuvor Geschäftsführer bei Allyouneed Fresh, dem Lebensmittel-Lieferdienst der Deutschen Post.

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INTERNATIONAL


Amazon kauft 20.000 Mercedes-Benz Transporter:
Großbestellung für Daimler. Amazon bestellt 20.000 Mercedes-Benz Transporter um damit seine Flotte aufzurüsten. Amazon will die Transporter vor allem an kleine Unternehmen in den USA leasen, die für den Online-Riesen die Lieferungen per Amazon Flex übernehmen. Natürlich werden die Wagen alle auch im schicken Amazon-Blau lackiert.

Walmart startet Spark Delivery:
Walmart startet mit Spark Delivery ein neues Lieferkonzept mit Privatleuten. Das funktioniert ähnlich Amazon Flex nach dem Aal-Prinzip (Andere arbeiten lassen). Unabhängige Fahrer können sich auf der Crowdsourcing-Plattform Bestellungen raussuchen und ausliefern. Getestet wird es vorerst in Nashville und New Orleans. Über Chancen und Folgen der Gig Economy und Micro-Jobs haben wir gerade im Podcast mit Appjobber-Gründer Robert Lokaiczyk gesprochen.

Shopbot von eBay shoppt nicht mehr:
Der 2016 gestartete Shopbot von eBay für den Facebook Messenger war immer ein liebenswerter, wenngleich wenig hilfreicher Versuch, einen Bot zum Einkaufshelfer zu machen. Der Shopbot blieb immer ein bisschen tumb im Dialog. Damit ist nun Schluss. Ab heute nimmt der Bot keine Bestellungen mehr an.


TRENDS & FAKTEN


Exodus bei Facebook:
44 Prozent der Facebook-Nutzer in den USA zwischen 18 und 29 haben die App in den vergangenen zwölf Monaten gelöscht. Das sagt eine Studie des angesehenen Pew Research Center. Auch sonst habe die Aktivität in dem Netzwerk deutlich nachgelassen.

Neue Brillen von Snapchat:

Das Snapchat-Unternehmen Snap hat zwei neue Spectacles-Modelle vorgestellt. Die Sonnenbrille mit Kamera-Funktion sieht diesmal sogar ganz ansehnlich aus. Das Yps-Gimmick des 21. Jahrhunderts kann bis zu 70 Videos oder hunderte von Fotos aufnehmen und schickt sie auf das Smartphone.

Lesetipp des Tages:
Im britischen Luxus-Kaufhaus des Onlinehändlers Matchesfashion.com soll unter anderem Kunst in den Laden locken. Was mich daran erinnert, dass man ja nicht nur in Handelsaktien, sondern auch in Kunst investieren kann. Aber man hat ja keine Ahnung. Gut, dass da Daniela Hinrichs regelmäßig einen Einblick hinter die Kulissen eines vermeintlich elitären Marktes gibt und eine Schritt-für-Schritt Anleitung für den erfolgreichen Kunstkauf bietet. Daniela Hinrichs, die als Mitinvestorin das soziale Netzwerk OpenBC (später Xing) mit ihrem späteren Ehemann Lars Hinrichs aufbaute und lange als Vice-President Corporate Communications bei Xing arbeitete, sammelt aus Leidenschaft und ist Betreiberin von DearPhotography.

Start-up des Tages:
Personal Shopping in New York, Tokio und London – kein Problem via Chat-Commerce. Die individuelle Beratung eines Londoner Styling-Service erfolgt mit Modeexperten via Chat. Danach werden weltweit passende Mode oder Accessoires gesucht. Ein erfolgreicher Service für den betuchten Geldbeutel.

Beliebtester Beitrag am Vortag:
Kopf hinter der Grocery Commerce Cloud ist Eberhardt Weber, ehemaliger Managing Director bei Hybris. Jetzt bietet er Lebensmitteleinzelhändlern eine komplette E-Commerce-Lösung und zeigt mit lieferladen.de gleich wie's geht. Das Rezept gegen die 'Veramazonung'?

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