Der Online-Handel erhält im Hinblick auf die Klimakrise neue Möglichkeiten, für alle sichtbare Zeichen zu setzen. Im Rahmen der Buchmesse im schwedischen Göteborg, die Ende September stattfindet, haben 50 Schriftsteller und Autoren Slogans, Botschaften, die Hoffnung vermitteln sollen, und Warnrufen im Hinblick auf die Klimakrise auf (Online-)Schilder gesetzt. Die Verantwortlichen der Buchmesse haben in Zusammenarbeit mit einer Agentur und der schwedischen Designerin Johanna Burai die Hope Signs entworfen, die nun alle Interessenten zum kostenfreien Download und zum Einsatz auf den Webseiten und in den sozialen Medien zur Verfügung stehen.

///// HANDEL NATIONAL
Zahl der Insolvenzen im August gestiegen
Im August ist die Zahl der beantragten Insolvenzen wieder angestiegen. Gegenüber dem Vormonat meldet das Statistische Bundesamt ein Plus von 6,6 Prozent. Im Juli hatte es noch einen Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber Juni verzeichnet. In der ersten Hälfte des Jahres meldeten vier Prozent weniger Unternehmen im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 Insolvenz an. Bei den Verbraucherinsolvenzen lag das Minus bei 20,2 Prozent. Im Handel ging die Zahl der Insolvenzen um 5,5 Prozent zurück. Das Amt weist darauf hin, dass die Insolvenzen aber erst nach der ersten Entscheidung des Gerichts über das Verfahren statistisch gewertet werden. Nach den Zahlen von Creditreform sieht die Situation in der Schweiz deutlich schlechter aus, meldet die Handelszeitung. In den ersten acht Monaten sei die Zahl der Insolvenzen um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum angestiegen. Die Analysten rechneten mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung für das gesamte Jahr.

DAC7: Was Plattformbetreiber über die neuen Meldepflichten wissen müssen
Im Kampf gegen Steuerhinterziehung nimmt die EU digitale Plattformen stärker in die Pflicht. Ab 2023 müssen die Betreiber zahlreiche Verkäuferinformationen sammeln und den FInanzbehörden übermitteln. Noch bis Jahresende hat der Bundestag Zeit, die Richtlinie 2011/16/EU zur Verbesserung der Verwaltungszusammenarbeit im Steuerbereich ("DAC7") in nationales Recht umsetzen. Der Meldezeitraum beginnt bereits am 1. Januar 2023. Wen die neue Meldepflicht betrifft und wie sich Plattformbetreiber darauf vorbereiten, erklären Matthias Luther und Inga Höft von Ernst&Young in einem Etailment-Gastbeitrag.

Pünktlichkeit bei Paketlieferungen lässt nach
Die Pünktlichkeit bei der Zustellung von Paketen hat in den vergangenen Monaten nachgelassen. So beklagten in den vergangenen drei Monaten 43,5 Prozent der Kunden hierzulande eine verspätete Lieferung ihrer Bestellungen, schreibt Zdnet, bezugnehmend auf eine Untersuchung von Sendcloud. Bei vier Prozent der Kunden habe die Verspätungszeit mehr als fünf Tage betragen. Bemängelt werde auch die Informationspolitik der Unternehmen, denn nur 51 Prozent seien über eine Verspätung informiert worden. Auch gäben zwölf Prozent der befragten Verbraucher an, dass die Angaben über die Verfügbarkeit der Produkte nicht der Realität entsprächen.

Das Ifo Institut erwartet im Winter eine Rezession
Nach einer positiven Prognose im Juni hat das Ifo Institut nun die Erwartungen für die nächsten Monate und das Jahr 2023 deutlich gekürzt. Vor drei Jahren gingen die Wirtschaftsforscher für das kommende Jahr von einem Wachstum von 3,7 Prozent aus, nun liegt der Wert bei minus 0,3 Prozent. Timo Wollmerhäuser, Leiter der Konjunktur-Prognosen des Instituts, spricht von einer Winter-Rezession. Schlechte Zahlen vermeldet er auch für die Inflation, die er für dieses Jahr bei 8,1 Prozent und für 2023 bei 9,3 Prozent einstuft. Eine Normalisierung der Entwicklung werde es erst 2024 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent und einer Inflation von 2,5 Prozent geben. Für das erste Quartal 2023 rechnen die Ökonomen mit einem starken Rückgang der realen Haushaltseinkommen und einem Absinken der Kaufkraft.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Die Gefahr der Cyberkriminalität im E-Commerce hat stark zugenommen
Der weltweite Online-Handel ist stark wachsenden Risiken durch die Cyberkriminalität ausgesetzt. Nach den jüngsten Zahlen des Consumer Indentity Breach Report 2022 von Forge Rock lag der Anteil der erfolgreichen Attacken 2021 bei 24 Prozent. Zwei Jahre zuvor habe die Quote bei zwei Prozent gelegen, 2020 bei 16 Prozent. Die Kriminellen hätten es besonders auf personenbezogene Daten sowie auf Angaben zu Kreditkarten und Zahlungsdaten abgesehen. Dabei seien auch die Kosten für die Einzelhandelsunternehmen in Bezug auf die Abwehr der Risiken deutlich angestiegen. Die durchschnittlichen Kosten pro Datenschutzverletzung hätten 2021 bei 3,27 Millionen US-Dollar gelegen, ein Plus von 63 Prozent. Zahlreiche Online-Händler hätten beim Ausbau ihrer Angebote die Steigerung der Sicherheitsfunktionen vernachlässigt. In Deutschland seien durch Lücken bei mehreren großen Online-Marktplätzen rund 700.000 Kunden betroffen gewesen.

Uber Eats in der Schweiz unterliegt wieder dem Postgesetz
In der Schweiz sind die Dienste von Uber Eats wieder nach dem Postgesetz meldepflichtig, sie unterliegen nach den Angaben der eidgenössischen Postkommission (Postcom) der Postgesetzgebung. Damit erneuert die Behörde ihre Einschätzung aus dem Dezember 2020, die aber im Januar 2021 vom Bundesverwaltungsgericht der Schweiz aufgehoben wurde, berichtet die Handelszeitung. Die Postcom stufe Essenspakete als Postsendungen ein, die Kriterien für die Meldepflicht im Postgesetz würden erfüllt. Die vom Gericht geforderte Neubeurteilung durch die Post-Aufsichtsbehörde bestätige nun die Entscheidung aus dem Dezember 2020. Eine erneute Klage beim Bundesverwaltungsgericht sei ebenfalls wieder möglich.

Starbucks digitalisiert das Kundenbindungsprogramm mit NFT
Starbucks hat das Kundenbindungsprogramm einem kompakten digitalen Umbau unterzogen. Unter "Starbucks Odyssey" können Mitglieder des Programms und Mitarbeiter der globalen Kaffeekette in den USA nun digitale Sammlermarken in Form von NFTs sammeln und kaufen, erklärt der Konzern. Damit steige Starbucks mit Hilfe des Blockchain ins Web3 ein. Die Kunden erhielten mit den Marken Zugriff auf besondere Veranstaltungen oder Angebote wie Reisen zur Starbucks Haceinda Alsacia Farm in Costa Rica. Die Mitglieder könnten die NFTs mit Kreditkarten kaufen, aber auch interaktive Videospiele böten Möglichkeiten zum Sammeln der Karten. Der Start der Odyssey soll in diesem Jahr erfolgen, Kunden und Mitarbeiter könnten sich auf eine Warteliste für einen frühen Zugriff setzen lassen.



///// TRENDS & TECH

Amazon übernimmt Cloostermans
Amazon macht den nächsten Schritt im Feld der Robotertechnologie und für Logistikzentren und übernimmt Cloostermans. Das belgische Unternehmen ist Entwickler von Lagerrobotern und übernimmt die Abfertigung der Ware für die Auslieferung. Die beiden Unternehmen kooperieren bereits seit 2019, Cloostermans gehört in Zukunft in Folge der Transaktion zu Amazon Robotics, berichtet CNBC. Amazon wolle mit Cloostermans die Sicherheit für die Mitarbeiter in den Warenlagern verbessern. So sei die Zahl der Unfälle in den Lagern, in denen Roboter eingesetzt würden, höher als in Einrichtungen mit einem niedrigeren Automatisierungsniveau. Detaillierte Angaben zu der Transaktion habe es von den beiden Partnern nicht gegeben.

Die Lieferkettenprobleme bleiben bestehen
Die globale Wirtschaft wird voraussichtlich auch in den nächsten zwei Jahren von den Problemen bei den Lieferketten beeinträchtigt. Nach den Zahlen der neuen Internationalen Atreus Studie, für die 600 Führungskräfte weltweit in den Monaten Juni und Juli befragt wurden, rechnet fast die Hälfte von ihnen mit Einschränkungen in den nächsten 19 bis 24 Monaten. 70 Prozent stufen die Einschränkungen bei den Lieferketten als ernstes Problem ein, rund 50 Prozent erwarten größere Schwierigkeiten für ihr Unternehmen. Die Engpässe bei den Lieferketten gehören neben der Null-Covid-Politik in China, dem Krieg in der Ukraine und fehlenden Transportkapazitäten zu den Hauptursachen. Die Autoren der Studie empfehlen den Unternehmen die Verlagerung der Produktion ins eigene Land, eine Vergrößerung der Zahl der Zulieferer und eine Verstärkung der Innovationen.

Die OBI First Media Group öffnet sich für weitere Partner
Die OBI First Media Group, ein OBI-Tochterunternehmen, bietet seine datenbasierten Analyse-Modelle nun auch Partnern an, die nicht zu den Kernbereichen Garten oder Heimwerker gehören. Das Angebot der Retail Media werde erweitert, nutzen könnten es in Zukunft auch Kunden außerhalb des klassischen Do-it-yourself-Segments. Durch die Veränderung hin zu einer jüngeren Kundschaft und eine stärkere Digitalisierung änderten sich auch die Ziele der Markenpartner. Hier eröffneten sich durch eine individuelle und zielgruppenspezifische Gestaltung der Angebote und Produkte große Chancen für neue Markenpartner und für die Ansprache neuer Zielgruppen. Die Partner könnten den Online-Shop, die sozialen Medien von Obi oder die App von Hey Obi als Medien für die Platzierung ihrer Produkte nutzen.


///// NACHHALTIGKEIT

On startet eine Plattform für den Wiederverkauf
Die Schweizer Sportmarke On steigt in den Markt für den Wiederverkauf von Ware ein und eröffnet in Kooperation mit dem Entwickler von Wiederverkaufsprogrammen Trove eine Plattform. Unter "Onward" können Kunden nun ihre On-Sportausrüstung kaufen und verkaufen. Mit dem Start von Onward will On die Nachhaltigkeit von Unternehmen und Produkten weiter verstärken und die Kreislaufwirtschaft ausbauen, schreibt Fashion United. Die Produkten erhielten so eine längere Nutzungsdauer, wobei der Qualitätsstandard gehalten werde, so das Unternehmen. Es gehe um eine Verringerung des Umwelteinflusses. Onward helfe On dabei, die Verantwortung für jedes Produkt zu übernehmen. Zum Start sei über die Plattform der Wiederverkauf der On-Laufschuhe möglich, weitere Produkte sollten folgen. Die Kunden erhielten eine Gutschrift von 35 US-Dollar für ihren nächsten Einkauf.