Betten.de hat einen neuen Werbepartner gefunden, der in den nächsten Wochen durch die deutschen Fernseher und Wohnzimmer fliegen wird. Der Online-Shop für Matratzen und Betten hat mit Karl Geiger, Bronzemedaillengewinner im Skispringen bei den Olympischen Spielen in Peking, ein neues Gesicht. Betten.de war bereits in den vergangenen Jahren im Wintersport aktiv, nun ist der Plattform pünktlich vor Geigers Heimspiel in Oberstdorf im Rahmen der Vierschanzentournee ein weiter Satz gelungen.

///// HANDEL NATIONAL
Weitere leichte Erholung für das Konsumklima
Das Konsumklima der GfK hat sich den dritten Monat in Folge verbessert. Die Marktforscher melden für den Januar 2023 einen Wert von -37,8 Punkten, ein Plus von 2,3 Punkten gegenüber dem Dezember. Dabei gebe es positive Tendenzen bei der Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch bei der Anschaffungsneigung. Als Gründe für die leichte Erholung zählten dabei die günstigeren Energiepreise und die Entlastungspakete der Bundesregierung, die Wirkung zeigten. Doch immer noch handele es sich um einen Tiefpunkt für das Konsumklima, der niedrige Konsum werde die Konjunktur auch 2023 bremsen. Für die Einkommenserwartung sei es um 10,9 Punkte nach oben gegangen, doch der Wert von minus 43,4 Punkten liege immer noch rund 50 Punkte unter dem des Vorjahres. Die Anschaffungsneigung verbleibe mit 16,3 Punkten, einem Plus von 2,3, auf einem niedrigen Niveau.

Die Online-Apotheken erhöhen die Preise
Der Mangel an Medikamenten geht auch an den Online-Apotheken nicht vorbei. Die Versorgung mit Erkältungsmitteln und Fiebermedikamenten hat sich deutlich verschlechtert, das geringere Angebot führt zu einem Anstieg der Preise. Die entsprechenden Zahlen von XPLN, einem Unternehmen, das Preise im digitalen Handel analysiert, nennt die Wirtschaftswoche. Bei den Medikamenten gegen Halsschmerzen sei es zwischen 1. November und 19. Dezember durchschnittlich um zwölf Prozent nach oben gegangen werden, für Hustenlöser müssten die Kunden 18 Prozent mehr bezahlen. Einreibungen kosteten 14 Prozent mehr, Schnupfenmittel elf Prozent.

Die Platform Group steigt bei Fashionette ein
Die Platform Group übernimmt 38,5 Prozent der Anteile von Fashionette und wird neuer Hauptaktionär des Luxus-Modehändlers. Bisher hielt der Investor Genui diese Anteile, über den Kaufpreis machen beide Unternehmen keine Angaben. Zur Platform Group gehören unter anderem Online-Marktplätze wie Schuhe 24 oder Outfit 24, insgesamt ist der Konzern in 16 Branchen aktiv. Nach einem Bericht der Textilwirtschaft wird nun davon ausgegangen, dass auch Fashionette bei Beibehaltung des Namens zu einem Marktplatz umgebaut wird. Der Modehändler erwarte dieses Jahr einen Umsatz zwischen 165 und 175 Millionen Euro, der Ebitda solle in einer Spanne zwischen einer und vier Millionen Euro liegen.

Dropp ist insolvent
Der nächste Lieferdienst steht vor dem Aus. Nun ist es der in Berlin ansässige Dienst Dropp, dessen Mutterunternehmen Spokebase Insolvenz angemeldet hat. Dropp hat sich auf Lieferdienste für Online-Händler spezialisiert, die selbst keinen Dienst anbieten. Die Auslieferung der Ware erfolgte mit Elektro-Lastenrädern, als Zeitfenster werden drei Stunden angegeben. Unterwegs sind die Kuriere in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München. Dies soll auch fortgesetzt werden, meldet Gründerszene. Nach Angaben des Insolvenzverwalters würden die laufenden Verträge durchgeführt, neue Verträge würden angenommen. Parallel laufe aber auch die Suche nach Käufern für das Start-up.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Niederlande will BNPL bei Alkoholverkauf verbieten
In den Niederlanden gibt es Überlegungen bei dem Verkauf von Alkohol Buy-Now-Pay-Later (BNPL) als Zahlungsmöglichkeit zu verbieten. Dort muss diese Variante in Online-Shops angeboten werden, in der Regierung gibt es aber Bedenken, dass sie zu einem verstärkten Alkoholverkauf führt, heißt es bei Online-Händler News. Diese Möglichkeit erhöhe das Risiko eines zu hohen Alkoholkonsums, besonders für alkoholkranke Menschen. Daher solle BNPL hierfür verboten werden. Die Regierung arbeite an einer Umsetzung des Verbots.

Nur wenige US-Amerikaner nutzen Live-Shopping
In den USA ist Live-Shopping noch nicht bei den Verbrauchern angekommen, bislang haben 80 Prozent noch nicht während einer Live-Show eingekauft. Rund ein Drittel der US-Amerikaner hat nach einer Studie von Morning Consult von dieser Verkaufsform noch nicht gehört oder ein entsprechendes Programm gesehen, schreibt Retail Dive. In den Gruppen der Gen Z und Millenials kennen 45 respektive 42 Prozent diese Verkaufsvariante. 54 Prozent der für die Studie Befragten hätten erklärt, dass sie sich beim Einkaufen über soziale Medien nicht wohlfühlten, 35 Prozent hätten Bedenken wegen der Qualität der Produkte und der Seriosität der Verkäufer. Für 41 Prozent sei die Teilnahme an einem Live-Shopping-Event auch in der Zukunft kein Thema, 44 Prozent zögen es in Betracht. 86 Prozent der Personen, die bisher dabei waren, seien mit ihren Erfahrungen zufrieden.

Amazon reagiert auf Entscheidung der EU Kommission
Am 20. Dezember hatte die Europäische Kommission Zugeständnisse von Amazon innerhalb eines Verfahrens der Kommission wegen möglicher Wettbewerbsverstöße akzeptiert (das "Morning Briefing" berichtete). Danach wird Amazon nicht-öffentliche Daten von Marktplatzverkäufern nicht in eigener Sache nutzen. Des weiteren geht es um einen offenen Zugang zum Prime-Programm von Amazon und die Darstellung der Angebote nicht nur eines Händlers in der Buy-Box. Amazon hat nun Stellung zu der Entscheidung bezogen. "Wir freuen uns, dass wir die Bedenken der Europäischen Kommission ausgeräumt und diese Fragen geklärt haben", sagte ein Amazon-Sprecher. Amazon sei unverändert mit etlichen vorläufigen Einschätzungen der Europäischen Kommission nicht einverstanden. "Wir haben konstruktiv mit ihr zusammengearbeitet, um weiterhin für Kund:innen in ganz Europa da zu sein."



///// TRENDS & TECH

Der Einsatz von Messenger-Marketing nimmt zu
Messenger-Marketing wird im Einzelhandel zu einem immer wichtigeren Instrument. Nach den Ergebnissen des EHI Marketingmonitor 2022-2025 rechnen die Marktforscher bis 2025 nahezu mit einer Verdopplung der digitalen Medien im Lebensmitteleinzelhandel. Die Zukunft liege im Crossmedia, die Händler planten verstärkt den Einsatz von Instrumenten wie Messenger-Diensten oder Apps. Der Anteil der digitalen Medien könnte in den nächsten drei Jahren von 16,9 auf 31,8 Prozent wachsen, für Printmedien sei mit einem Rückgang von 58 auf 36,2 Prozent zu rechnen. Eine Rolle spiele dabei auch die Knappheit von Papierprodukten. Im Lebensmittelhandel wollten aber nur 28,6 Prozent der Händler vollständig ohne gedruckte Broschüren oder Handzettel arbeiten. Im Segment Hobby & Freizeit liege die Quote dagegen bei 66,7 Prozent.

Weniger als ein Drittel möchte gebrauchte Produkte verschenken
Der Anteil der Deutschen, der zum diesjährigen Weihnachtsfest gebrauchte Produkte verschenken will, liegt nach den Zahlen einer Umfrage von MPB bei 28 Prozent. 49 Prozent wären über ein Second-Hand-Geschenk dankbar, 30 Prozent glücklich. Die Freude des Empfängers über ein solches Geschenk spielt auch für 49 Prozent eine entscheidende Rolle bei der Auswahl, lautet ein weiteres Ergebnis der Umfrage des Portals für gebrauchte Kameras und Fotoausrüstung. Grund für die Wahl eines gebrauchten Produkts sei für 25 Prozent der Anstieg der Lebenshaltungskosten, 65 Prozent hätten aus diesem Grund Verständnis für ein solches Geschenk.

Store-Konzepte: Was stationäre Händler von Luxusmarken lernen können
Bis zum Aufkommen der Flagship-Stores wurden Ladengeschäfte nur als Verkaufsflächen gedacht - und jahrzehntelang auf effizientere Verkaufsprozesse und höhere Erlöse optimiert. Dieses rationale Bedürfnis erfüllen Onlineshops inzwischen nahezu perfekt. Was sie aber nicht ausreichend abbilden können, sind multidimensionale Markenerlebnisse. Hier können stationäre Einzelhändler von Luxus- und Sportmarken lernen, die mit neuen Konzepten Erfolg haben. Gastautor Mathias Ullrich, Managing Director bei Liganova, stellt fünf richtungsweisende Trends vor.


///// NACHHALTIGKEIT

Oceana schätzt die Abfallmengen bei Amazon wesentlich größer ein
Die Umweltorganisation Oceana geht davon aus, dass die Menge des Plastikmülls bei Amazon dreimal höher ist als vom Unternehmen angegeben. Die offiziellen Zahlen liegen für 2021 bei 97.222 Tonnen, Oceana nennt dagegen in ihrem Jahresbericht 322.000 Tonnen Einwegplastik, berichtet Business Insider. Amazon habe erstmals Zahlen über die Abfallmengen veröffentlicht, gleichzeitig aber auch über Maßnahmen zur Reduzierung gesprochen. Dazu gehöre der Ausschluss von Verpackungsmaterial, das nicht in Mülltonnen entsorgt werden könne. Oceana erkläre den Unterschied zwischen den angegebenen Zahlen damit, dass die Umweltorganisation alle Verkäufe bei Amazon zähle, Amazon aber nur Pakete, die aus den eigenen Lagerhäusern verschickt würden. Der Verbrauch bei Amazon 2021 liege nach Oceanas Berechnungen um 52 Prozent über den Werten von 2019. Amazon habe erklärt, dass ein Großteil des Versands über die eigenen Logistikzentren erfolge und das Unternehmen von den Lieferanten den Verzicht zusätzlichen Verpackungsmaterials fordere.