Nun ist auch Google so weit und plant die Akzeptanz von Kryptowährungen. Im nächsten Jahr können die Kunden in Web3 die Leistungen im Cloud-Sektor von Google mit den digitalen Währungen bezahlen, Partner ist Coinbase. Die Zahlungen werden durch die Integration von Coinbase Commerce möglich, geplant ist die Akzeptanz von zehn gängigen Kryptowährungen. Coinbase zieht im Gegenzug mit einigen datenbezogenen Anwendungen von Amazon Web Services in die Google Cloud.

///// HANDEL NATIONAL
Streiks bei Amazon
Verdi hat die Amazon-Mitarbeiter in Leipzig zu einem zweitägigen Streik an Dienstag und Mittwoch aufgerufen. Darüber hinaus sind in dieser Woche noch Ausstände an neun weiteren Verteilzentren in Deutschland geplant, meldet Reuters. Damit wolle die Gewerkschaft den Online-Konzern während seiner Aktionstage der "Prime Exklusive Angebote" unter Druck setzen, um höhere Gehälter durchzusetzen. Bisherige Gehaltserhöhungen lägen unter der Inflationsrate. Verdi plane für die einzelnen Zentren unterschiedliche Termine für Start und Abschluss der jeweiligen Streiks.


BVOH wird Mitglied im HDE
Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) ist seit 1. Oktober neues Mitglied des HDE, wie beide Organisationen jetzt mitteilten. Der BVOH behalte dabei aber seine rechtliche Selbständigkeit und Eigenständigkeit. Oliver Prothmann, Präsident des BVOH, freut sich über die Zusammenarbeit mit einem starken Partner gegenüber Politik und Wirtschaft. Der BVOH habe seine Mission erfüllt, der Online-Handel sei erwachsen geworden. Sein Ziel sei es gewesen, "den professionellen Händlern einen neuen Handelsvertriebskanal zu schaffen". Der HDE ist überzeugt, dass die mittelständische Struktur des Verbands es ermögliche, den Blick auf die Bedürfnisse des Mittelstands zu verbessern. Im kommenden Jahr wollen die beiden Verbände den "Tag des Online-Handels" zu einer bundesweiten Veranstaltung erweitern.

Bravo Gutschein gibt Gas
Der Anbieter für Couponing- und Affiliate-Marketing, Bravo Gutschein, will in Deutschland durchstarten. Nach einem Umsatz von zehn Millionen Euro 2021 soll es in diesem Jahr auf 15 Millionen heraufgehen, so die Ankündigung des Unternehmens. Für die nächsten drei Jahre liege das Wachstumsziel bei 25 Prozent, das Ziel sei die Marktführerschaft in Deutschland. Als Grundlage für die Wachstumspläne nennt das Tochterunternehmen des italienischen Bravo Savings Network den Einstieg der Xenon Private Equity Small Cap aus Luxemburg, die 49 Prozent der Unternehmensanteile übernommen hat. Der Konzern erhalte so Unterstützung für das angestrebte Wachstum und zur Expansion in weitere Märkte.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Piktina erhält eine Kapitalspritze
Der vietnamesische Online-Marktplatz für gebrauchte Kleidung, Piktina, hat sich eine Kapitalspritze in Höhe von einer Million US-Dollar gesichert. Das erst im vergangenen Juni gegründete Unternehmen will sich besonders an junge Kunden aus der Gen Z richten, schreibt Tech in Asia. Hier gebe es ein wachsendes Interesse für Second-Hand-Kleidung. Für jede erfolgreich abgeschlossene Transaktion werde bei Piktina eine Provision in Höhe von 20 Prozent fällig. Piktina sehe ein großes Potenzial und erwarte, dass der Umsatzwert für diesen Markt in Vietnam bis 2026 ein Volumen von fünf Milliarden US-Dollar erreichen könne.

Marks & Spencer startet in Großbritannien eine neue Zahlungsoption
Die Mitglieder des Kundenbindungsprogramms M&S Sparks von Marks & Spencer können in Großbritannien ein neues digitales Zahlungsverfahren nutzen. Sie erhalten mit "Sparks Pay" nach Unternehmensangaben die Option eines Online-Kreditverfahrens bis zu einer Kaufsumme von maximal 500 Britischen Pfund mit 45 zinsfreien Tagen. Es gebe auch eine Bonitätsprüfung der Kunden. Der Start des Verfahrens erfolge auf der Webseite und der App, der Einsatz in den stationären Geschäften sei für 2023 geplant.

Keine Strafzahlung bei Paypal für den Versand von Falschinformation
Am Montag wurden Nutzer von Paypal fälschlicherweise über eine Aktualisierung der Gebührenregelung informiert, berichtet Cnet. Danach hätten Kunden Strafen von bis zu 2.500 US-Dollar für den Versand und die Weiterleitung von Falschmeldungen bezahlen müssen. Paypal plane dies nicht, der Versand der Nachricht sei ein Fehler gewesen. Paypal entschuldige sich dafür. Die Information habe zu einem Kursrutsch der Aktien und heftigen Reaktionen in den sozialen Medien geführt.

About You will an der Kostenschraube drehen
Auch an About You sind die gesamtwirtschaftlichen Probleme wie Inflation und die schlechtere Verbraucherstimmung nicht spurlos vorüber gegangen. Mitte September hatte der Online-Modehändler die erwarteten Zahlen für das Geschäftsjahr auf ein Umsatzwachstum zwischen zehn und 20 Prozent nach unten revidiert. Nun stieg der Umsatz in Europa im zweiten Quartal des Geschäftsjahres nur um 8,9 Prozent auf 430,6 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 42,8 Millionen Euro. Ein Plus von 26,8 Prozent auf 12,3 Millionen gab es bei der Zahl der aktiven Kunden, die durchschnittliche Warenkorbgröße sank um 5,2 Prozent auf 55,50 Euro. Das Unternehmen spricht von "robusten Ergebnissen". Das Ziel, die Gewinnschwelle bis 2023/24 zu erreichen, bleibt unverändert bestehen. Zum erforderlichen Maßnahmenpaket gehören eine Verschärfung der Renditeziele im Marketing, eine Optimierung der Stückkosten in der Logistik und eine Verlangsamung der Neueinstellungen in nicht-technischen Bereichen.



///// TRENDS & TECH

Nur wenige Deutsche kaufen die Weihnachtsgeschenke früher
Die immer wieder angesprochenen und befürchteten Lieferengpässe führen bei den Verbrauchern nicht zu großen Veränderungen beim Kauf der Weihnachtsgeschenke. Nach den Zahlen des neuen "Weihnachtsshopping Report 2022" von Ebay Ads wollten nur 15 Prozent der Deutschen die Geschenke in diesem Jahr früher kaufen als 2021. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen liege die Quote bei 27 Prozent, doch nur knapp zehn Prozent der Personen über 65 Jahre wollten ihr Einkaufsverhalten ändern. Eine Bewegung gebe es aber bei der Art des Einkaufs, denn nur elf Prozent ziehe es in die Ladengeschäfte. 15 Prozent der Verbraucher wollten ihr Weihnachtsfest nachhaltiger gestalten, bei den 18- bis 29-Jährigen steige der Anteil auf 30 Prozent, bei den Familien auf 24 Prozent.

Mehr Marketingaktivitäten vor Weihnachten in den USA
Nach einer Untersuchung von Commerce Next und The Commerce Experience Collective werden in den USA die Marketingaktivitäten in der Weihnachtszeit kräftig ansteigen. So wollen 32 Prozent der Marketingprofis ihre Ausgaben und Aktionen erhöhen, im vergangenen Jahr lag die Quote bei 13 Prozent, schreibt Retail Dive. Den größten Schub für die Verkaufszahlen erwarteten sie durch Marketing per E-Mail und SMS. Eine wichtige Rolle spiele das Senken der Bedenken wegen der gestörten Lieferketten, aber es gebe Befürchtungen wegen Problemen bei der Erhebung der Kundendaten und einer sich fortsetzenden Inflation. 63 Prozent der Befragten fürchteten niedrigere Ausgaben der Verbraucher, 53 Prozent rechneten mit einem geringeren Umsatz gegenüber 2021, aber 70 Prozent erwarteten bessere Verkaufszahlen im Vergleich zu 2019.

Onlinehandel bei fragilen Lieferketten: Worauf es jetzt ankommt
Unkalkulierbare externe Ereignisse wie Pandemie, Krieg und Energiekrise haben Lieferketten in den vergangenen Jahren fragil werden lassen. Wenn Handelspartner und Knotenpunkte ausfallen, verlangt dies Einzelhändlern, Logistikern und allen in der Wertschöpfungskette besonders eines ab: Flexibilität. Wie Unternehmen ihre Planungen an neue Situationen anpassen und mithilfe von Echtzeitanalysen gut informierte Entscheidungen treffen können, erläutert Björn Stauss vom Softwareanbieter Anaplan in einem Gastbeitrag.


///// NACHHALTIGKEIT

Kering geht mit neuen Bestimmungen gegen Greenwashing vor
Der französische Anbieter von Luxusprodukten, Kering, hat seine Nachhaltigkeitsvorgaben geändert. Die kooperierenden Anbieter und Marken müssen ihre Maßnahmen und Ergebnisse in Bezug auf Nachhaltigkeit offen darlegen und mit entsprechenden Zahlen und Daten belegen, so weit dies möglich ist, heißt es bei Fashion United. Die Regularien umfassten alle Angaben zu Umwelt- und Sozialthemen, Informatioen auf der Webseite und Werbung. Unspezifische Angaben wie "grün" oder "umweltfreundlich" sollten vermieden werden, auch solle es keine Hinweise wie CO₂-neutral geben, sondern Angaben zu den Maßnahmen zur Senkung der Emissionen.