Amazon ist im Leben der Deutschen omnipräsent. Doch wie geht Online-Handel in Ländern, wo es Amazon noch nicht gibt, beispielsweise im südamerikanischen Ecuador? Dort sind Facebook und Whatsapp die wichtigsten Verkaufsplattformen. Die Online-Händler sparen sich damit gleich die eigene Webseite. Interessant ist auch, dass in Ecuador die staatliche Post mit Pandemiebeginn eingestellt wurde. Den Versand übernehmen private Logistikunternehmen. Online-Handel geht also auch ohne Amazon. 


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 HANDEL NATIONAL
E-Commerce-Studie 2021: Ikea, Apple und Docmoris legen deutlich zu
EHI und eCommerceDB haben den Online-Handel in Deutschland für das Jahr 2021 analysiert und einige interessante Entwicklungen beschrieben. So sind die Marken mit dem stärksten Wachstum unter den Top-10 ikea.com (102,9 Prozent), apple.com (71,9 Prozent) und docmorris.de (60,5 Prozent). Auch haben über die Hälfte der 1.000 größten Onlineshops (544) weiterhin stationäre Ladengeschäfte, 23,6 Prozent bieten Selbstabholung an. Keine Überraschung ist die Stellung von amazon.de. Knapp ein Fünftel des Umsatzes (19,6 Prozent) im deutschen Online-Handel der Top-1.000 reklamiert der Marktführer für sich, gefolgt von otto.de mit 5,2 Mrd. Euro und mediamarkt.de mit 2,54 Mrd. Euro.

Logistik-Start-up Ancla sammelt 15 Mio. Euro ein
Der AWD-Gründer und Fernsehjuror Carsten Maschmeyer investiert über seinen Wagniskapital-Fonds Alstin Capital in das Logistik-Start-up Ancla aus dem hessischen Wetzler. Ancla ist auf kleine Online-Shops spezialisiert. Seine Marken Packangels und Logsta übernehmen Lagerung, Verpackung und den Versand der Produkte. Ancla ist bereits an neun Standorten in fünf Ländern vertreten und will mit den nun in Aussicht gestellten 15 Mio. Euro in weitere Länder Europas expandieren.  

Amazon-Nachrichten in Kurzform: 

  • Der Rohbau der neuen Amazon-Zentrale in Berlin an der Warschauer Straße ist nach knapp zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Eröffnung soll Ende 2023 sein. 
  • Amazon hat in Deutschland den Service „Amazon Click & Collect In Store“ gestartet. Grundsätzlich ist dieser für alle Händlerinnen und Händler verfügbar.  
  • Das ZDF-Fernsehmagazin Frontal21 und der Business-Insider berichten über die anhaltende Vernichtung von Retourenware bei Amazon. Grundlage dafür sind Berichte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 

///// HANDEL INTERNATIONAL

Etsy erlaubt individuelle Rückgaberichtlinien
Online-Händler auf dem Etsy-Marktplatz sollten ihre Rückgaberichtlinien überprüfen. Diese können sie ab 31. Oktober für alle Produkte einzeln festlegen. Eine einheitliche, allgemeingültige Rückgaberichtlinie für alle Artikel gibt es nicht mehr. Die Plattform will ihren Händlerinnen und Händlern damit mehr unternehmerische Freiheit und Flexibilität geben, berichtet Onlinehaendler-News.de.

Hettich beauftragt Oddity Asia mit der Strategieplanung für China
Das auf Möbelbeschläge spezialisierte Traditionsunternehmen Hettich arbeitet mit der Vermarktungsagentur Oddity Asia zusammen, um seine Flagship-Stores auf Tmall und JD zu professionalisieren. In den vergangenen 20 Jahren habe man sich über verschiedene Offline- und Online-Kanäle bereits gut in China etabliert, heißt es in einer Pressemeldung. Zu den Leistungen von Oddity Asia an Hettich gehört unter anderen die Erstellung einer E-Commerce-Strategie, Konzeption und Umsetzung von In-store Livestreamings sowie die Betreuung der Endkunden.


///// TRENDS & TECH

B2B-Internethandel gewinnt weiter an Relevanz
Für den B2B-Marktmonitor 2022 habe sich gleich vier Partner zusammengefunden: ECC KÖLN, Adobe, Creditreform und Intershop. Die Studie zeigt, dass der B2B-Internethandel von Herstellern und Großhändlern im vergangenen Jahr um 30,7 Prozent gestiegen ist; damit wurden 9,4 Prozent der Gesamtumsätze online getätigt. Wichtig für den weiteren Erfolg sei die Anforderung der Einkäuferinnen und Einkäufer an das Einkaufserlebnis. Dieses müsse in der Usability dem B2C-Online-Einkauf entsprechen. Außerdem gewinnen Marktplätze an Relevanz. 

Meta-VR-Brille zunächst nicht in Deutschland
Auf der virtuellen Hausmesse „Connect“ von Meta machte Mark Zuckerberg einige Ankündigungen rund um das Metaversum und dieses damit zu einem zentralen Teil seiner Strategie. Im Fokus stand unter anderem die neue VR-Brille Quest Pro, die für den beruflichen Einsatz gedacht ist. Den stolzen Preis von 1.499 US-Dollar pro Brille rechtfertigte Zuckerberg mit den Ambitionen, damit künftig den PC zu ersetzen. In Deutschland wird die Brille auf absehbare Zeit nicht zum Einsatz kommen. 

Otto gibt Marktplatz-Teilnehmern Einblick in Einkaufsverhalten der Kunden
Trendentify heißt ein neues Analysetool bei Otto, das ab sofort für eine kostenfreie Testphase den B2B-Partnern des Marktplatzes zur Verfügung steht. Es soll Einblicke in das Einkaufsverhalten der Kunden ermöglichen und eine Trenderkennung bieten. Marktplatzteilnehmer könnten so ungenutzte Potenziale sowie Marktlücken erkennen. Buchbar ist der Service für alle Marktplatzpartner über den OTTO Partner Connect (OPC). 

///// NACHHALTIGKEIT

Mytheresa stellt ersten "Positive Change Report" vor
Der Aschheimer Luxusmodehändler Mytheresa hat seinen ersten "Positive Change Report" vorgelegt und berichtet über eine Reihe von Zielen, die man bereits erreicht habe, darunter der Verzicht auf Echtpelz und die Kompensation von CO₂-Emissionen, die das Unternehmen für den eigenen Betrieb, für Sendungen, Retouren und Verpackungen klimaneutral mache. Der Report soll künftig jährlich erscheinen.