Wer möchte Start-up spielen? Oink Games hat mit "Startups" ein Kartenspiel im Programm, dessen Ziel an "Monopoly" erinnert: "Nur der jeweils größte Investor wird am Ende Kapital aus den einzelnen Firmen schlagen können", heißt es in der Beschreibung. Spiegel.de empfahl "Startups" vor ein paar Tagen als moderne Alternative zu älteren Brettspielen. Es sei schnell zu lernen, dauere nur 30 Minuten, und wer verliert, "postet einfach bei LinkedIn etwas über die Learnings aus der ersten Pleite". Vielleicht ein passendes Spiel für den von Start-ups geprägten E-Commerce. Es ist online zu haben.

///// HANDEL NATIONAL
BEVH: E-Commerce in Deutschland verliert elf Prozent Umsatz
Der E-Commerce mit Waren in Deutschland ist im dritten Quartal (Juli bis September) und im Vergleich zum Vorjahres-Quartal nominal, also nicht inflationsbereinigt, um 10,8 Prozent auf 19,8 Mrd. Euro brutto gesunken. Das meldet der BEVH (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland) und kommentiert: "Ein Rückfall auf das Niveau vor der Pandemie ist dennoch nicht erkennbar". Denn die aufgelaufen Umsätze der ersten drei Quartale lägen 4,4 Prozent unter Vorjahr, aber 15,0 Prozent über 2020 und 27,2 Prozent über 2019. In der Konsumkrise würden nicht-essenzielle Einkäufe und größere Kostenposten aufgeschoben, so der Verband. "Sogar in Warengruppen, die noch ein leichtes Plus ausweisen, resultiert dies bestenfalls aus der allgemeinen Preissteigerung."

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Neue Studie: Wie intelligente Automatisierung mit IPA, RPA und KI gelingt
Mehr als zwei Drittel der befragten deutschen Unternehmen aller Größenordnungen setzen künftig auf intelligente Prozessautomatisierung. Die aktuelle Studie von IDC und Comarch gibt Tipps, wie Unternehmen mit Automatisierungslösungen die größten Fortschritte erreichen können. Jetzt downloaden

XXXLutz will Home 24 übernehmen
Der österreichische Möbelhändler XXXLutz hat am gestrigen 5. Oktober ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot mit 7,50 Euro pro Aktie an die Aktionäre von Home 24 abgegeben. Vorstand und Aufsichtsrat von Home 24 unterstützten die Pläne. Das Unternehmen solle eigenständig bleiben und weiter vom aktuellen Managementteam geführt werden. Es gebe unwiderrufliche Andienungs-Zusagen bestehender Aktionäre, die für etwa 50 Prozent des Kapitals stünden. Zusammen mit bereits gekauften Aktien, einer Kapitalerhöhung "und anderen Instrumenten" habe XXXLutz bereits 60 Prozent der Anteile am künftigen Grundkapital sicher. Home 24 ist an der Frankfurter Börse notiert.

FP Digital Business Solutions kauft Pakadoo
Das insolvente Logistik-Start-up Pakadoo, unter anderem Anbieter von Paketstationen und einem Innenstadt-Lieferdienst per Fahrrad, wird von FP Digital Business Solutions gekauft, einer Tochter von Francotyp-Postalia. Das teilt die Rechtsanwaltskanzlei Pluta mit, die das eingefädelt hat. Betrieb und alle Mitarbeiter würden im Rahmen einer übertragenden Sanierung übernommen, der Standort in Böblingen bleibe erhalten. Pakadoo habe im Sommer 2022 einen Insolvenzantrag gestellt, der Betrieb sei uneingeschränkt weitergegangen.

Reno-Online-Shop liegt still
Der Schuhhändler Reno steht vor dem Verkauf (das "Morning Briefing" berichtete). Der Online-Shop allerdings ist erstmal dicht: "Unser Onlineshop ist derzeit nicht erreichbar. Wir bitten um Dein Verständnis und sind bald wieder für Dich da! Bleib gespannt ...", heißt es auf Reno.de. (Via Excitingcommerce.de.)

Studie: Amazon muss Fläche in Deutschland verdoppeln
Amazon braucht auf Dauer mehr Lagerkapazitäten für Deutschland, so eine Studie der kanadischen Logistikberatung MWPVL, über die Lebensmittelzeitung.net berichtet. Bis zum Jahr 2028 müsse der Online-Händler die Flächen von derzeit 4,3 auf mehr als 8,8 Quadratkilometer erhöhen, um mit dem erwarteten Wachstum des E-Commerce Schritt zu halten. Die Lager würden aber nur teilweise auf deutschem Boden gebaut, da Amazon-Kunden vermehrt aus Polen, Tschechien und der Slowakei beliefert würden.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Norwegen: H&M testet kostenpflichtige Retouren
Seit dem gestrigen 5. Oktober testet H&M in Norwegen die Kostenpflicht für Retouren. Das berichtet Textilwirtschaft.de. Das Entgelt liege bei umgerechnet 1,88 Euro und entfalle für Plus-Mitglieder des Online-Shops und bei Abgabe in einer stationären Filiale. Hauptgründe seien steigende Preise für Material und Transport, die hohe Inflation und der kürzliche Absturz der Konzernaktie auf ein 18-Jahres-Tief. Der Test solle in den nächsten Tagen auf Großbritannien ausgedehnt werden. "Auch der wichtigste H&M-Markt Deutschland dürfte auf der Agenda stehen", vermutet die TW.

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SHOP USABILITY AWARD 2022
Einer der wichtigsten Auszeichnungen im deutschsprachigen E-Commerce wird im Herbst wieder vergeben - der SHOP USABILITY AWARD! Seit 15 Jahren werden in 20 Kategorien die erfolgreichsten E-Commerce Shops gesucht. Registriere Dich und vote und/oder melde Deinen Shop an, um Gewinner in einer der Kategorien zu werden.

Schweizer Online-Uhrenhändler Chronext mit neuer App
Der Schweizer Onliner Chronext, nach eigenen Angaben "einer der führenden Marktplätze für neue und gebrauchte Luxusuhren", hat eine neue mobile Endkunden-App herausgebracht. Sie laufe, so die Pressemitteilung, auf allen iOS-Geräten und decke die komplette Customer Journey ab: Sie zeige neue und gebrauchte, sofort kaufbare Uhren, biete Suchfilter sowie Push-Nachrichten zur Preisentwicklung. Außerdem sei es möglich, Angebote zum Verkauf eigener Uhren einzuholen. Entwickelt wurde die App von der Digitalagentur Demodern und der Designagentur Silberpuls.

USA: DHL kooperiert mit Big Commerce
Wie ChannelX.world berichtet, hat DHL eine Partnerschaft mit der US-amerikanischen Plattform Big Commerce geschlossen. Händler der Plattform können diese Partnerschaft sozusagen buchen und erhalten dem Bericht zufolge günstigere Preise für DHL Express, Beratung für den internationalen Versand und Zugang zum DHL-Tool "On Demand Delivery".

Zweimal kurz Amazon
  • Medienberichten zufolge hat Amazon einen Einstellungsstopp für seine stationären Läden in den USA verhängt, außer in vereinzelten Regionen.
  • Ebenfalls Medienberichten zufolge hat Amazon mehr als fünfzig Arbeiter in einem Lagerhaus im New Yorker Stadtteil Staten Island suspendiert, nachdem sie sich nach dem Brand eines Pappkarton-Kompressors geweigert hatten zu arbeiten.


///// TRENDS & TECH

Via Europe und Alibaba Cloud planen gemeinsame Logistiklösung
Via Europe, Spezialist für das E-Commerce-Incoming nach Europa, arbeitet bereits (unter anderem) mit Alibaba zusammen. Und jetzt auch mit dem Cloud-Computing-Zweig Alibaba Cloud: Wie Alibaba Cloud mitteilt, wollen sie (ebenfalls unter anderem) eine "gemeinsame smarte Logistiklösung" für europäische Kunden und ihren Versand nach China entwickeln. Via Europe hebt insbesondere die Infrastruktur von Alibaba Cloud in der APAC-Region hervor, die einen schnelleren und stabileren Service in und um das chinesische Festland ermögliche.

Umfrage I: Online-Preisvergleich im stationären Laden ist üblich
Online und Offline verschwimmen – die Studie „State of Omnichannel Shopping 2022“ von Bazaarvoice unterfüttert das mit Zahlen: 66 Prozent der Deutschen nutzen ihr Smartphone im Laden, um online Preise zu vergleichen, so die Pressemitteilung. 75 Prozent geben an, weder den Online- noch den stationären Kauf zu bevorzugen, sondern Omnichannel. 30 Prozent haben schon einmal im Geschäft gesucht, aber später online gekauft. Die Gründe: besseres Angebot im Netz (61 Prozent), ein Alternativprodukt hat ihnen online besser gefallen (43 Prozent), die Lieferung erschien ihnen komfortabler (39 Prozent). Befragt wurden 1.010 Verbraucher aus Deutschland. 

Umfrage II: Deutsche wollen sich beim Black Friday zurückhalten
Es sind noch sieben Wochen bis zum Black Friday (dieses Jahr am 25. November) – kein Grund, nicht schon einmal herumzufragen: 52 Prozent der Deutschen wollen den Tag nutzen, 56 Prozent davon, weil sie wegen schlechter Finanzen auf gute Angebote angewiesen sind. Das hat das Preisvergleichsportal Idealo (zusammen mit Kantar) online unter 2.005 Deutschen erfragt, wie es mitteilt. Das eingeplante Budget liege mit 208 Euro um 16 Prozent unter Vorjahr. 48 Prozent wollen den Tag nicht nutzen, 66 Prozent davon, weil sie lieber für Energiekosten und mögliche Nachzahlungen sparen. Gefragt seien "vor allem energieeffiziente Geräte und Produkte für das Vorratslager".

///// NACHHALTIGKEIT

DHL kündigt Lieferketten-System für Elektroschrott-Recycling an
DHL Supply Chain führt ein Lieferketten-System namens "Smart Circle" ein: Es unterstütze Unternehmen "bei der Wiederverwendung, der Aufbereitung oder dem Recycling von Elektroaltgeräten oder gebrauchten elektronischen Bauteilen", schreibt das Unternehmen. Der Recovery-Service sei "ein Komplettangebot standardisierter und bewährter Lösungen von einem einzigen Logistikpartner aus einer Hand". Die Service-Teams von DHL prüften und validierten die eingeschickten Produkte, um durch Reparatur, Weiterverkauf, Recycling oder Rückgewinnung die darin enthaltenen Rohstoffe zu nutzen. Über ein Kundenportal könne der gesamte Retourenprozess für gebrauchte elektronische Geräte gesteuert werden.