Lieferdienste müssen nicht nur immer schneller, sondern jetzt auch minutengenau liefern. So geschehen in Fulda. Ein Bahnkunde hatte auf seiner Fahrt Essen zum Bahnhof bestellt, direkt auf den Bahnsteig zum ICE. Da der Lieferdienst nicht pünktlich zur Abfahrt dort war, blockierte der Kunde die Tür und verhinderte die Weiterfahrt. Nach dem Eintreffen der Bestellung durfte er dann aber nicht weiterfahren, da das Zugpersonal die Bundespolizei verständigt hatte. Es wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den 23-jährigen Zugpassagier eingeleitet, Schuld an der verspäteten Abfahrt hatte er, nicht der Lieferdienst.

///// HANDEL NATIONAL
Politik und Industrie werden aktiv wegen Niedrigwasser
Die Binnenschifffahrt muss sich in Zukunft auf weitere Phasen mit Niedrigwasser einstellen. Die Vertreter der Industrie und Bundesverkehrsminister Volker Wissing einigten sich in einem Gespräch auf die Prioritäten bei der weiteren Umsetzung des Aktionsplans "Niedrigwasser Rhein". Dazu gehörten sowohl die Beseitigung kritischer Engpässe im Rhein wie auch eine Steigerung der Anzahl niedrigwassergeeigneter Schiffe. Industrie und Schifffahrtsgewerbe sollen die Umsetzbarkeit prüfen, vom Ministerium sollen Fördermaßnahmen entsprechend angepasst werden. Aus Vertretern von Politik, Behörden und Industrie werde eine gemeinsame Beschleunigungskommission gebildet.

Amazon-Rücksendungen unverpackt bei DHL
Kunden von Amazon sollen in Zukunft ihre Rücksendungen an Amazon unverpackt in DHL-Filialen abgeben können. Nach einem Bericht des Portals Paketda werde der Service ab dem 10. Oktober angeboten. Für den Versand reiche die Produktverpackung aus, Kunden erhielten von Amazon einen QR-Code für die Abgabe bei DHL, mit dem dann der Produktlabel ausgedruckt werden könne. Die neue Option sei auf Produkte beschränkt, die in Versandtaschen passen, und Produkte, die nicht stoßempfindlich oder zerbrechlich sind.

Bundeskartellamt stellt Bericht über nicht-suchgebundene Online-Werbung vor
In einem neuen Diskussionsbericht stuft das Bundeskartellamt Google auch im Bereich der nicht-suchgebundenen Online-Werbung in einer starken Marktposition ein. Da der Konzern sowohl mit Hilfe des Browsers Chrome als auch mit Android über die technischen Möglichkeiten für die Umsetzung nicht-suchgebundener Online-Werbung verfüge. Google habe dadurch eine erhebliche Regelsetzungsmacht. Eine wichtige Rolle spiele die schlechte Transparenz des Systems, die alle Seiten betreffe. Umfang und Konsequenzen der Datensammlung als wichtigste Grundlage für die nicht-suchgebundene Online-Werbung seien überwiegend nicht zu überblicken. Diese Werbung habe mittlerweile eine große wirtschaftliche Bedeutung und bilde ein hochkomplexes System des automatisierten Handels mit Online-Werbeplätzen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Zadeh Kicks kann Kundenforderungen nicht erfüllen
Der Online-Shop für Sneaker, Zadeh Kicks, kann die Produktwünsche nicht erfüllen, der Produktbestand von 59.780 Schuhen reicht dafür nicht aus, schreibt Fashion United. Plattform-Betreiber Michael Malekzadeh habe die Sneaker nicht direkt bei den Marken eingekauft, sondern über weitere Händler, um die bei ihm vorbestellten Schuhe mit einer Gewinnspanne zu verkaufen. Im vergangenen Jahr habe der Wert der mehr als 84.500 Bestellungen ein Volumen von rund 100 Millionen US-Dollar erreicht. So habe das Volumen von Air-Jordan-Schuhen bei rund 70 Millionen gelegen. Nun könne mit dem nach Gerichtsangaben vorliegenden Bestand von 59.780 Schuhen die Forderungen von mehr als 15.000 potenziellen Kunden und Investoren nicht erfüllt werden.

US-Händler auf Etsy müssen Bankkonten überprüfen
Als Folge von neuen Regularien in den USA bezüglich Geldwäsche müssen Händler auf der Etsy-Plattform nun ihre Bankkonten überprüfen. Dies können sie entweder selbst vornehmen oder über einen externen Anbieter, der die Daten an die Technologieplattform Plaid weitergibt, melden Fashion United und Reuters. Die Entscheidung habe wegen Sicherheitsrisiken und Datenschutzbedenken zu Diskussionen bei den Etsy-Kunden geführt. So habe Plaid im vergangenen Jahr nach Gerichtsdaten Kontendaten und -informationen ohne Zustimmung der Kunden genutzt, dann aber eine Zahlung von 58 Millionen US-Dollar leisten müssen.

Kein Angebot von Amazon für Electronic Arts
Es gilt als unwahrscheinlich, dass Amazon ein Angebot für den Anbieter von Video-Spielen Electronic Arts abgeben wird, heißt es bei Reuters nach einem Bericht von CNBC. Beide Unternehmen wollten auf Gerüchte und Spekulationen nicht reagieren. Zum Amazon-Konzern gehört bereits die Live-Streaming-Plattform für Video-Spiele Twitch. Mit den Lizenzen, weiteren Rechten und den Möglichkeiten zur Bildung neuer Spiele sei Electronic Arts besonders attraktiv, um jüngere Kunden ansprechen zu können. Das Wachstum für den Spielemarkt in diesem Jahr werde auf zwei Prozent gegenüber 2021 eingeschätzt, 2020 habe es bei 23 Prozent gelegen.



///// TRENDS & TECH

Deutsche haben ihr Einkaufsverhalten verändert
Für Deutsche spielt Sparen in Folge der Krisen und der Inflation eine größere Rolle. 64 Prozent haben laut einer Yougov-Studie im Auftrag von Ebay ihr Verkaufsverhalten in diesem Jahr verändert. Für 67 Prozent in dieser Gruppe spielen höhere Preise und ein preisbewussterer Einkauf die größte Rolle, 40 Prozent berichteten von einem geringeren Budget, 35 Prozent erwarteten langfristige Auswirkungen. Zu den Änderungen beim Einkaufen gehörten für 47 Prozent ein überlegtes Einkaufen und weniger Spontankäufe dar. Gespart werde durch Rabattaktionen (55 Prozent), Cashback- und Gutscheinaktionen (42 Prozent) und der Wechsel vom Supermarkt zum Discounter (41 Prozent). Der Kauf von gebrauchten und generalüberholten Produkten sei für 72 Prozent eine Option. 70 Prozent der Befragten erklärten, dass sie nicht mit ihrem monatlich verfügbaren Geld auskämen, 74 Prozent würden vorsichtiger mit dem Geld umgehen.

Instagram packt Screenshots auf Wunschlisten
Instagram erweitert den Online-Einkauf um eine weitere Funktion. Das soziale Medium ermöglicht es Nutzern in Zukunft, Screenshots von Produkten direkt in Wunschlisten zu integrieren, meldet Meedia. Nach Angaben des Social-Media-Experten Matt Navarra laufe ein entsprechender Beta-Test für Nutzer von Apple-Geräten. Instagram hatte im Juli Bestell- und Bezahlmöglichkeiten in den Direct Messages gestartet (das Morning Briefing berichtete). Damit käme Instagram dem Aufbau eines durchgehenden Einkaufsverfahrens innerhalb der App näher.

Cyber-Angriffe: So schützen sich Händler vor der wachsenden Gefahr
Thalia, Tegut, Mediamarkt-Saturn: Cyber-Angriffe auf namhafte Unternehmen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Aber auch kleine und mittelständische Händler geraten zunehmend ins Visier von Kriminellen, die Onlineshops lahmlegen, Kundendaten erbeuten oder Lösegeld fordern. Immer mehr Einzelhändler sichern sich deshalb gegen unkalkulierbare Risiken durch Cyberangriffe ab. Gastautor Jürgen Baltes sagt, worauf sie bei der Vorbeugung vor und Absicherung von Schäden achten müssen.


///// NACHHALTIGKEIT

Alibaba spart mehr als 600.000 Tonnen CO₂ ein
Nach Unternehmensangaben hat die Alibaba Group in zwölf Monaten durch den Einsatz nachhaltiger Energie insgesamt 619.944 Tonnen CO₂ eingespart. Neben nachhaltiger Energie spielten auch energie-effiziente Technologien, umweltfreundliche Logistik und die Förderung des Einkaufs ökologischer Produkte durch die Verbraucher eine Rolle. Alibaba sei die größere Verantwortung und die Möglichkeiten als Motor für positive Änderungen bewusst, erklärte CEO Daniel Zhang. In den zwölf Monaten bis Ende März habe Alibaba insgesamt mehr als 13 Millionen Tonnen Treibhausgase produziert.