Viele Unternehmen und Unternehmer setzen auf die jungen Generationen. Nicht zuletzt im Online-Handel hoffen viele auf die in der digitalen Welt aufgewachsenen und darin erfahrenen Menschen. Doch sie gehen immer vorsichtiger mit ihren Finanzen um, vor allem die Inflation sorgt für ein zurückhaltenderes Kauf- und Ausgabeverhalten. Bei der Generation Z, den 14- bis 29-Jährigen, bestimmt die Frage, ob und wie Geld gespart werden soll, das Verhalten. Dabei gibt es Wissensdefizite beim Umgang mit den Finanzen. Bei Einkauf und Konsum wird dann eher mal verzichtet.

///// HANDEL NATIONAL
Inflation bremst den Online-Handel
Die Inflation beeinträchtigt den Online-Handel in diesem Jahr. Nach den Ergebnissen einer repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitkom sind 64 Prozent der Verbraucher auf der Suche nach Sonderangeboten und in Folge der Inflation vergleichen 40 Prozent die Preise online. 46 Prozent der Online-Shopper kauften in diesem Jahr weniger als in der Vergangenheit. Einmal pro Woche ziehe es 35 Prozent der Befragten in einen Online-Shop, 38 Prozent kauften mehrmals im Monat digital ein, 27 Prozent meldeten ein geringere Frequenz. In den vergangenen Jahren habe sich das Handy zum wichtigsten Verkaufsweg entwickelt. Dieses Jahr liege die Quote bei 66 Prozent, 2020 habe sie nur 54 Prozent erreicht. Die populärsten Einkaufsorte seien für die Deutschen die großen internationalen Plattformen, hierin ziehe es 81 Prozent. Die nationalen Plattformen seien für 45 Prozent attraktiv, regionale Marktplätze für 29 Prozent und Plattformen für Second-Hand-Produkte für 25 Prozent.

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Online-Geschäft als Treiber der Handelszuwächse - Apple Pay und girocard im E-Commerce
In den letzten zwei Jahren kaufen immer mehr Menschen in Online-Shops ein. Apple Pay ermöglicht es, mit der beliebten girocard auch im E-Commerce zu zahlen. 

Bundesnetzagentur sieht die Paketdienste gut vorbereitet
Die Bundesnetzagentur hat die Paketdienstleister bezüglich ihrer Situation im Weihnachtsgeschäft befragt. Nach den Angaben der Behörde stuften sich Deutsche Post DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS als gut vorbereitet ein, trotz der fehlenden Fachkräfte und der ansteigenden Zahl an Paketen. Amazon Transport habe sich an der Befragung nicht beteiligt. Die Unternehmen wollten weitere Arbeitskräfte einstellen, dies gestalte sich dieses Jahr aber in den Ballungsgebieten schwieriger als in der Vergangenheit. Die Agentur teilt mit, dass sie Situation weiter beobachten werde.

OECD erwartet 2023 Rezession
Die Organisation der Industriestaaten, OECD, erwartet 2023 für Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent. Für dieses Jahr rechnet die OECD noch mit einem Plus von 1,7 Prozent, 2024 geht es dann wieder um 1,5 Prozent nach oben, meldet das Handelsblatt. Die entscheidenden Faktoren für die schlechten Aussichten seien die Energiepreise und die schwierige Energieversorgung. Der inflationsbedingte Rückgang der Realeinkommen führe zu einer Beeinträchtigung des Konsums. Positive Zeichen gäben die Verlagerung der Lieferketten und dem sich daraus ergebenden hohen Investitionsbedarf sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit einer kurzfristigen Abschwächung der Inflation sei aber nicht zu rechnen. Gefahren gebe es auch durch mögliche neue Coronawellen, die zu einer Einschränkung des privaten Konsums führen könnten.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Mehrzahl der Briten schätzt Online-Einkäufe als günstiger ein
Nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatung Caci sieht mehr als die Hälfte der britischen Verbraucher einen Preisvorteil beim Einkaufen in einem Online-Shop. So stufen 56 Prozent es dort günstiger ein, heißt es bei Fashion United. 36 Prozent würden in der Weihnachtszeit lieber einem Ladengeschäft einkaufen. Die Analysten erwarteten aber für die nächsten Wochen eine Bewegung Richtung Internet. Dennoch solle die Bedeutung des stationären Handels nicht unterschätzt werden. Es zeige sich, dass die Kunden Wert auf eine gute Beratung legten, denn 50 Prozent von ihnen wollten in die Läden aus dem vergangenen Jahr zurückkehren.

Mehr als eine Milliarde gestohlene Pakete innerhalb eines Jahres
Weltweit wurden in den zwölf Monaten zwischen Mai 2021 und April 2022 rund eine Milliarde Pakete gestohlen. Nach den Zahlen des "Global Parcel Theft Report 2022", über den Channel X berichtet, stieg der Wert um zwei Prozent im Vergleich zu den zwölf Monaten zuvor. Rund zehn Prozent der Menschen weltweit seien von solch einem Diebstahl betroffen gewesen. Den stärksten Anstieg habe es mit fünf Prozent in Großbritannien gegeben, dann folgten Australien, Kanada, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate. Zehn Prozent der Verbraucher weltweit würden sich bei zukünftigen Einkäufen im Internet aus Furcht vor einem Diebstahl zurückhalten.

Chancen für Livestream-Shopping in Großbritannien und den USA
Nach der Einschätzung der Influencer Marketing Factory hat das Livestream-Shopping Chancen, sich in den USA und in Großbritannien als Verkaufskanal durchzusetzen. Die Marktforscher glauben, dass in den beiden Ländern durch die junge online-affine Generation Möglichkeiten bestehen, meldet Fashion United. Bislang lägen die Rate derer, die bereits bei einem solchen Programm eingekauft hätten, in den USA bei 36 Prozent und in Großbritannien bei 25 Prozent. Als Hauptgründe für das Livestream-Shopping würden freie Lieferung, Rabatte und die Möglichkeit, die Qualität des Produkts erkennen zu können, genannt. Nach Einschätzung der Agentur fehlten in den USA und Europa die entsprechenden qualifizierten Moderatoren für die Programme, die Möglichkeiten des interaktiven Handelns und die passenden Preisangebote.



///// TRENDS & TECH

Kunden möchten ihre Einkäufe digital bezahlen
Eine Bezahlung des Einkaufs über ein digitales Verfahren und die Wahlmöglichkeit beim Zahlungsweg stehen für Kunden ganz oben. Diese zwei Aspekte spielen nach den Ergebnissen der Verbraucherstudie "Bezahlen als Teil des Verkaufserlebnisses" sowohl beim Einkaufen in einem Ladengeschäft wie auch in einem Online-Shop eine entscheidende Rolle. 63 Prozent der Deutschen wünschten sich dabei eine direkte Abbuchung der Rechnungssumme von ihrem Konto. Einen Schub habe in Folge der Pandemie die Variante des kontaktlosen Bezahlens erhalten. So zahlten 66 Prozent der Deutschen kontaktlos mittels Karte, Smartphone oder Smartwatch. Biometrische Verfahren würden mittlerweile von 18 Prozent genutzt. Die wichtigste Rolle spiele für die Online-Shopper die Sicherheit des Bezahlverfahrens (58 Prozent). Die Studie wird jährlich von der GfK im Auftrag der Mastercard erstellt.

Der E-Commerce hat neue Strategien für das Weihnachtsgeschäft aufgebaut
Durch die Entwicklung neuer Strategien und Modelle sieht die Einzelhandelsberatung Retail Economics den deutschen Online-Handel gut auf die kommenden Wochen bis Weihnachten gut vorbereitet. Im Bericht "Trends im Weihnachtsgeschäft", den die Agentur für die Anbieter von Liefertechnologien Metapack und Packlink erstellt hat, nennt sie unter anderem kürzere und flexiblere Lieferketten, aber auch eine frühere Vorbereitung als wesentliche Faktoren. So hätten 24,3 Prozent bereits im Sommer begonnen, nur 9,1 Prozent der Unternehmen habe länger gewartet als bisher. Durch die kürzeren Lieferzeiten könnten die Händler schneller auf Veränderungen im Verhalten der Käufer reagieren.

Online-Händler melden Probleme bei Bezahlvorgängen
Online-Händler aus dem kleinen und mittleren Unternehmensbereich müssen sich in diesem Jahr verstärkt mit Problemen bei Zahlungssystemen beschäftigen. Nach den Ergebnissen einer internationalen Umfrage der Zahlungsplattform Paysafe berichten 59 Prozent der Anbieter in Deutschland über Schwierigkeiten im Saisongeschäft, 2021 waren es noch 51 Prozent. An der Spitze der Liste stünden mit 40 Prozent die Verzögerungen beim Bezahlvorgang, gefolgt von Vorgängen, bei denen die Autorisierung der Zahlvorgänge scheitere. 59 Prozent der Umfrageteilnehmer berichteten von einer Zunahme der Zahl der Kaufabbrüche in den vergangenen zwölf Monaten. Für 66 Prozent könnten neue Zahlungsmethoden bei der Kundenakquise helfen.


///// NACHHALTIGKEIT

Ebay informiert in "Mein CO₂-Konto" über die Auswirkungen der Einkäufe
Ebay hat die neue Rubrik "Mein CO₂-Konto" eingebaut, in der sich die Nutzer über den CO₂-Fußabdruck ihrer jeweiligen Einkäufe informieren können. Dazu kommen auch Angaben zu den durch den alternativen Kauf von gebrauchten Artikeln eingesparten Emissionen, teilt die Plattform mit. Der CO₂-Fußabdruck beruhe auf der Berechnung von South Pole, es bestehe auch die Möglichkeit des Kaufs von CO₂-Zertifikaten. Seit dem Start der Möglichkeiten zur Kompensation 2020 gelte dies nun bei zusätzlichen Produkten. Im Konto seien darüber hinaus auch die Emissionen aller Einkäufe auf der Plattform sichtbar.

Domino's kauft mehr als 800 Elektrofahrzeuge
Der Pizza-Lieferservice Domino's will seine Fahrzeugflotte in den USA mit 855 Elektro Chevy Bolts verstärken. Noch in diesem Monat sollen die ersten 100 Fahrzeuge nach einer Meldung von The Verge in Betrieb gehen. Sie verfügten nicht wie die gasbetriebenen Chevy Spark über Ofentüren im hinteren Bereich, mit denen die Pizzen warmgehalten worden seien. In den neuen Fahrzeugen würden die Speisen wie bisher in den Wärmeboxen transportiert. Domino's wolle so auch neue Mitarbeiter gewinnen, denn immer wieder müssten sie ihre eigenen Autos einsetzen. Geplant sei, dass die Chevy Bolts nach einem Aufladeprozess mehrere Tage unterwegs sein könnten.