Dies ist ein Hinweis auf die Ankündigung einer Vorschau für einen Werbespot. Wirklich wahr. Am Sonntag (12. Februar) wird der 57. Super Bowl ausgetragen, das Endspiel der US-Football-Liga. Amazon wird während der Fernsehübertragung Werbung zeigen, und das ist in den USA tatsächlich eine Nachricht – so sehr, dass Amazon einen Trailer für den Werbespot veröffentlicht hat. Es geht um die "Geschichte einer Familie und ihres Tierheim-Hundes, die in den Alltag zurückkehren". Hach, oder?

///// HANDEL NATIONAL
Delivery Hero soll zehn Mrd. Euro Umsatz erreicht und 250 Leute entlassen haben
Wiwo.de spekuliert, der Berliner Lieferdienst Delivery Hero habe das Geschäftsjahr 2022 mit mehr als zehn Mrd. Euro Umsatz abgeschlossen, nach 6,6 Mrd. Euro 2021. 2023 könne zudem erstmals ein Gewinn vor Steuern erreicht werden, weil angesichts sinkender Aktienkurse das Motto "Wachstum vor Gewinn" an Bedeutung verloren habe. Grund für Minuszahlen sei unter anderem das schnell wachsende Geschäft mit Supermarkt-Lieferungen. Der spanischen Tochter Glovo drohe zudem wegen Scheinbeschäftigungen eine Strafzahlung von 57 Mio. Euro. Seit November habe Delivery Hero in Deutschland rund 250 Leute entlassen, in Spanien stehe dieselbe Zahl an. 

Lieferdienst Yababa stellt Insolvenzantrag
Einem Bericht von "Gründerszene" zufolge hat der Berliner Lieferdienst Yababa einen Insolvenzantrag gestellt. Der auf türkische und arabische Lebensmittel spezialisierte Dienst war erst Ende 2021 an den Start gegangen, doch sei eine für Anfang 2023 angesetzte neue Finanzierungsrunde gescheitert. In den vergangenen Monaten habe Yababa die Kosten gesenkt und die durchschnittliche Warenkorbgröße auf 40 Euro gesteigert, sodass es im Mai erstmals profitabel gewesen wäre. Yababa zähle 42 Standorte und 100 Mitarbeiter, der Insolvenzverwalter bemühe sich um die Fortführung des Geschäfts. Vor einem halben Jahr hatte in Berlin bereits der Ethno-Lieferdienst Get Halal Insolvenz angemeldet, ergänzt Lebensmittelzeitung.net.

Swappie richtet Deutschland-Management ein
Der finnische Online-Shop Swappie, spezialisiert auf den Verkauf von erneuerten gebrauchten I-Phones, hat Manager für Deutschland eingestellt: Christoph Lau (früher bei Ladenzeile) ist als Head of Region Deutschland & Italien zum Unternehmen gekommen, Robert Fritsche (früher bei McMakler und Idealo) als Country Manager Deutschland. Der deutsche Markt sei im Bereich Smartphone-Refurbishment vergleichsweise weit entwickelt und sehr kompetitiv, wird Fritsche in der von Fundscene.com übernommenen Pressemitteilung zitiert, dennoch gebe es "große Chancen für weiteres Wachstum".


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ebay will 500 Leute entlassen
Auch Ebay will in größerem Maßstab Mitarbeiter entlassen, nämlich 500 Leute. Das entspreche etwa vier Prozent der Belegschaft, schrieb Jamie Iannone, Chief Executive Officer von Ebay Inc., an seine Leute, wie er der US-Börsenaufsicht mitteilte. Die Aktion gebe dem Unternehmen "zusätzlichen Spielraum, um in neue Bereiche mit großem Potenzial zu investieren und dort neue Stellen zu schaffen", heißt es. Genannt werden die Bereiche "neue Technik", "Innovationen für Kunden" und "wichtige Märkte". Das Unternehmen beteuert, man werde den Ausscheidenden umfassende Pakete mit Abfindungs- und Bonuszahlungen anbieten. (Via Chip.de.)

Migros testet autonome Lieferung über 500-Meter-Distanz
In einem Pilotprojekt testet der Schweizer Lebensmittelhändler Migros die Auslieferung von Online-Bestellungen mit selbstfahrenden Mobilen von Loxo. Der "Migronomous" genannte Service hat laut Pressemitteilung als Basis die Migros-Filiale Mall of Switzerland in Ebikon (bei Luzern). Die Kunden stammen vom Fahrstuhlbauer Schindler in 500 Metern Entfernung. Der Elektro-Lieferwagen mit einer Kapazität von 64 Einkaufstaschen verkehre von Montag bis Freitag und solle schrittweise an vollkommen autonomes Pendeln herangeführt werden. Migros spricht von einer möglichen zukünftigen Ergänzung der bestehenden Lieferflotte. Handelszeitung.ch nutzt die Nachricht zu einer Umfrage: "Würden Sie einen selbstfahrenden Lieferdienst in Anspruch nehmen?" (noch ohne Ergebnis).

USA: Walmart gibt 25 Prozent Rabatt auf den Marktplatz
Der US-Großflächen-Betreiber Walmart trommelt für seinen Online-Marktplatz: Der jüngst vorgestellte Rabatt "New-Seller Savings" lockt neue Verkäufer mit 25 Prozent Nachlass für die Walmart Fulfillment Services, für SEO-Tools und das Preisbeobachtungs-Tool "Repricer". Der Rabatt gelte für 90 Tage. Der Marktplatz sei "einer der am schnellsten wachsenden in den USA", im dritten Quartal 2022 seien 8.000 Seller dazugekommen. (Via Internetworld.de.)

USA: Instacart richtet Scan-&-Go-Kassen in Supermarkt ein
Wie sehr die Geschäftsmodelle der Lieferdienste hier und da ausfransen, zeigt diese Mitteilung des US-Lebensmittel-Lieferers Instacart: In Long Island City (Queens, New York) arbeitet der Supermarkt "Foodcellar Market" ab sofort mit einer Scan-&-Go-Technik von Instacart. Die Kunden checken per QR-Code ein, scannen die gewünschten Produkte mit dem Mobiltelefon – und zahlen über ihren Instacart-Account. Genutzt werde das vor allem zwischen 13 und 17 Uhr für Einkäufe von weniger als zehn Waren. Foodcellar Market ist seit 2016 Supermarkt-Partner von Instacart. (Im Grunde ein Lieferservice durch Selbstabholung, scheint es.)

///// TRENDS & TECH

HDE und Google mit neuen E-Commerce-Trainings
Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt die Kooperation mit Google fort, wie er ankündigt: Auch 2023 soll es kostenlose Online-Trainingsreihen (Live-Webinare) zu „Digitalisierter Arbeitswelt“ (27. Februar bis 3. März) und „E-Commerce“ (12. bis 16. Juni) geben sowie ein Kennenlernprogramm für das betriebliche und berufsschulische Ausbildungspersonal zu Themen wie "erfolgreiche Kommunikation" und "agiles Arbeiten" (das Jahr durch). Das Angebot soll "ausbildenden Betrieben und beruflichen Schulen als Unterstützung bei der Umsetzung der neuen Standardberufsbildposition" dienen.

Zeitungen sollen stärker digital vertrieben werden
Die deutschen Zeitungsverlage hadern seit Jahren mit dem Online-Vertrieb ihrer Produkte, wollen aber Schwung in die Sache bringen: 75 Prozent der Verlage "verfolgen [...] aktive Strategien, um Print-Abonnenten für das E-Paper zu gewinnen", heißt es in der Pressemitteilung zur Studie „Trends der Zeitungsbranche 2023“, die der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) herausgibt. Bei der Gewinnung von Neukunden sehe Paid Content direkt im Vordergrund. Voraussetzung seien unter anderem neue Erzählund Darstellungsformen.