Die Innenstädte stehen weiterhin vor großen Herausforderungen. Vielerorts sind die Lücken unübersehbar, ganze Straßenzüge werden, wie in der Frankfurter Innenstadt, mit Großplakaten aufgehübscht. Eine Lösung des Problems könnte die aktive Anwerbung von Online-Shops sein. Die Stadt Hanau macht das erfolgreich vor. Das Förderkonzept scheint aufzugehen.

///// HANDEL NATIONAL
Sparflamme bei Galeria Kaufhof könnte auch den Online-Handel treffen
Seit dem Sommer hat sich die Kaufhauskette Galeria Kaufhof aufgemacht, im Online-Handel ein großer Player zu werden, nun scheint das angesichts der Marktlage der stationären Kaufhäuser in Gefahr. Grund dafür sind die Sparmaßnahmen, die vor allem die personelle Ausstattung der Kaufhäuser betreffen. Galeria setzt beim Online-Handel stark auf das Click&Collect-Modell, für das allerdings sichergestellt sein muss, dass vor Ort genug Mitarbeiter sind. Die aktuellen Pläne stellen dies in Frage. 

Kaufland-Online-Shop nimmt rechtsextreme Bücher und Antifa-Produkte aus dem Angebot
Es begann mit einem Users, der sich auf Twitter darüber beschwerte, dass Kaufland in seinem Online-Shop Jutebeutel und T-Shirts mit dem Symbol der Antifaschistischen Aktion, kurz Antifa, verkauft. Das Unternehmen reagierte prompt und nahm sie aus dem Programm. Dies holte offenbar andere User auf den Plan, die nun den Verkauf von Büchern mit rechtsextremen Inhalten sowie das rechtsextreme Magazin "Compact" kritisierten. Kaufland bemüht sich weiterhin um Schadensbegrenzung und nimmt entsprechende Bücher aus dem Angebot. Es ist derzeit anzunehmen, dass sich der Prozess auch in der kommenden Woche fortsetzt.  

Wie der Einzelhandel sich immer neu erfindet
Die F.A.Z. ist dem Ladensterben in den Innenstädten auf der Spur und stellt dabei fest, dass sich immer noch und immer wieder Online-Shops in den stationären Handel wagen und dort erfolgreich sind. Am Beispiel der Stadt Hanau zeigt der Bericht auf, was Städte dazu aktiv beitragen können, in dem sie Online-Händlern den Einstieg mit Pop-up-Stores und weiteren Fördermaßnahmen erleichtern.  


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon nutzt Prime, um andere Online-Plattformen zu erobern
Bereits heute ist Amazon vielerorts das Universalkaufhaus und dominiert den Online-Handel. Der US-Nachrichtensender Cnet berichtet, wie sich Amazon aktuell über seinen Zahlungs- und Lieferservice Prime auch auf anderen Plattformen und Online-Shops ausbreitet. Dies diene der noch besseren Nutzung der bestehenden Fulfillment-Center. Der Bericht zeigt auf, wie Amazon die Mitbewerberwelt quasi durch die Hintertür erobert und dabei seine Marktmacht weiter ausweitet.   

Shopify verpflichtet sich zu obligatorischen Informationen über Online-Shops 
In der EU kaufen laut EU-Justizkommissar Didier Reynders mehr als 75 Prozent der Bürgerinnen und Bürger online ein. Das eröffne Tür und Tor für Betrüger. Ein Baustein, um dem entgegen zu wirken, ist nun die Vereinbarung mit dem Shop-Software-Anbieter Shopify. Dieser verpflichtet sich dazu, Informationen zu den Online-Shops obligatorisch zu machen, darunter Angaben zu Kontaktdaten, Datenschutz- und Erstattungspolitik. Außerdem sollen Händler klare Leitlinien zum geltenden EU-Verbraucherrecht erhalten. Schließlich verspricht Shopify auf Anfrage nationaler Verbraucherbehörden die Bereitstellung von Unternehmensinformationen zu jedem EU-Händler.


///// TRENDS & TECH

Shop Usability Award: Bewerbung noch bis Freitag möglich
Noch bis zum Freitag dieser Woche (14. Oktober) akzeptiert K5 Bewerbungen für die 15. Auflage des Shop Usability Awards. Die in der Community-Abstimmung bestplatzierten fünf Shops jeder Kategorie kommen als Nominierte in die finale Runde. Dort wählt eine unabhängige Fachjury aus E-Commerce-Experten und Shopsoftware-Vertretern die Gewinner. Der Preis umfasst 13 Standard- und drei Sonderkategorien („Direct-to-Consumer-Brandshops“, „Small Business“ und „Bester Markenshop“), dazu kommen „Bester Shop Österreich“ und „Bester Shop Schweiz“. Die Preise werden am 9. November im „Gloria Palast“ in München verliehen.

Twitter wird Anlaufstelle für User, die sich in Shopping-Communities austauschen
Vom Nachrichtenkanal zur Informationsquelle über Marken und Produkte: Einer internationalen Studie des Marktforschungsinstituts Toluna Global Vertical zufolge wandelt sich Twitter gerade zu einer Anlaufstelle für User, die sich in Shopping-Communities austauschen wollen. Die Studie zeigt, dass 57 Prozent der deutschen Nutzerinnen und Nutzer sich an Kaufbewertungen auf Marktplätzen und Portalen orientieren. Die Kommentare auf Twitter empfinden 35 Prozent demnach als besonders vertrauenswürdig und sehen darin eine unverzichtbare Hilfe bei der Kaufentscheidung. Für die Studie wurden unter anderen 1.950 deutsche Internet-User befragt.

Amazon stoppt Test von Roboter Scout auf Gehwegen
Drei Jahre lang wurden die kleinen Roboter auf den Gehwegen der Amazon-Heimatstadt Seattle getestet, nun wurde das Projekt gestoppt. Die kleinen Boxen auf sechs Rädern blieben wohl zu oft stecken und mussten abgeholt werden. Das zumindest mutmaßen US-Medien. Das Entwicklungsteam sei bereits aufgelöst und die Mitarbeiter in anderen Jobs im Einsatz, wird eine Amazon-Sprecherin zitiert. 

///// NACHHALTIGKEIT

Rewe-Kaufleute uneinig über die Zukunft der Handzettel
Die Ankündigung, die Werbehandzettel im kommenden Jahr bei Rewe abzuschaffen, klang wie ein großer alternativloser Schritt in Richtung Nachhaltigkeit für den Lebensmittelhändler. Nun berichtet die Lebensmittelzeitung, dass es eine Gruppe von Kaufleuten gibt, die von der Konzernlinie abweichen will. Ob Frequenzbringer oder veraltetes Medium, daran scheiden sich aktuell die Geister.