Die Rolling Stones stehen vor Vertragsproblemen mit Shein. Der chinesische Fast-Fashion-Händler hat eine neue Kollektion mit Motiven der Alt-Rocker herausgegeben, das gefällt Mick Jagger & Co aber nicht. Die Stones wollen die Produktion und den Verkauf der Kleidung mit ihren Namen und Logos verhindern, nachdem sie Hinweise auf schlechte und unzulässige Arbeitsbedingungen bei der Produktion erhalten hatten. Doch der Band sind die Hände gebunden, denn die Lizenzrechte liegen bei der Merchandisingfirma Bravado Inc.

///// HANDEL NATIONAL
Globus erreicht ein zweistelliges Umsatzplus
Die Globus Gruppe erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 8,82 Milliarden Euro, ein Plus von 13,6 Prozent. Das Ebit erreichte dabei 280,4 Millionen Euro. Dieses stabile Ergebnis erstrecke sich über alle Geschäftsbereiche, meldet der Einzelhandelskonzern. Es sei gelungen, die Weichen für Hypermärkte, Baumärkte und Immobilien weiter in Richtung Zukunft zu stellen. Im Bereich der Baumärkte flossen Anteile der Investitionen von rund 50 Millionen Euro im Rahmen des Multichannel-Konzepts in den Ausbau des Online-Handels. Dazu gehöre auch ein breiteres Angebot bei Click & Collect. Die Bestellungen stünden den Kunden innerhalb einer Stunde zur Abholung bereit.

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Online-Geschäft als Treiber der Handelszuwächse - Apple Pay und girocard im E-Commerce
In den letzten zwei Jahren kaufen immer mehr Menschen in Online-Shops ein. Apple Pay ermöglicht es, mit der beliebten girocard auch im E-Commerce zu zahlen. 

Weniger Preiserhöhungen geplant
Die Zahl der Unternehmen, die ihre Preise erhöhen wollen, ist gesunken. Für die Gesamtwirtschaft ergibt die Untersuchung des Ifo Institus einen Wert von 46,7 Punkten, im Oktober lag er bei 51,3 Prunkten. Die Quote im Handel sei von 62,4 Punkten im Oktober auf 50,6 Punkte im November gefallen. Beim Fahrradhandel liege die Rate bei 64,5 Punkten, im Vormonat waren es 81,9 Punkte. Nach oben gehe es im Spielwarenhandel von 75,4 Punkten auf 94,4 Punkte. Werte über 90 meldeten auch der Lebensmitteleinzelhandel (95,1), Schreibwaren (96,1) und Drogerien (92,4).

Mittelstand sucht bessere Finanzierungsmöglichkeiten
Der mittelständische Online-Handel sieht Defizite bei den Möglichkeiten für die Finanzierung der Unternehmen. Im Stimmungsbarometer Online-Handel von Banxware wird deutlich, dass für die Händler ein schneller Zugang zu Wachstumskapital und einfache Antragsverfahren oben auf der Liste stehen. Ausgewertet wurden die Angaben von 70 KMU, 48 Prozent von ihnen suchten nach Finanzierungsangeboten für ihre Unternehmen. 26 Prozent stuften dies als ihre größte Herausforderung ein. Für 26 Prozent spiele es eine große Rolle, wenn keine Sicherheit oder Bürgschaften erforderlich seien.

Leichter Rückgang der Inflation im November
Das Statistische Bundesamt meldet für den November einen leichten Rückgang der Inflationsrate von 10,4 Prozent auf 10,0 Prozent. Die Verbraucherpreise sind nach den Berechnungen der Statistiker um 0,5 Prozent gesunken, im Vergleich zum November 2021 zeigt sich aber ein Plus von zehn Prozent. Damit ist die Inflation zum ersten Mal seit vergangenen Juli gesunken. Die hohe Inflation hat im dritten Quartal zu einem Rückgang des Reallohns geführt. Den durchschnittlichen Erhöhungen der Gehälter um 2,4 Prozent standen Anstiege der Verbraucherpreise um 8,4 Prozent gegenüber. Der reale Rückgang des Reallohns liegt damit bei 5,7 Prozent, heißt es vom Statistischen Bundesamt.

Wahlvorstand bei Hello Fresh wird eingesetzt
Verdi hat sich vor dem Arbeitsgericht Berlin gegen Hello Fresh durchgesetzt. Der Wahlvorstand für die Wahl eines Betriebsrats kann bei dem Kochboxenanbieter eingesetzt werden. Im Sommer war es zu einem Streit zwischen Verdi und der Unternehmensführung gekommen, dann hatte die Gewerkschaft die Einsetzung des Wahlvorstands beim Gericht beantragt (das "Morning Briefing" berichtete). Die Durchführung einer Betriebsversammlung für die Bildung eines Wahlvorstands war damals gescheitert. Verdi warf dem Unternehmen vor, die Gründung des Betriebsrats durch Fehlinformationen zu verhindern, das Unternehmen bestritt dies.


///// HANDEL INTERNATIONAL

EU will den Verbraucherschutz im Online-Handel verbessern
Die EU will den Verbraucherschutz im E-Commerce stärken. Unterhändler des Europäischen Parlaments haben sich in Verhandlungen mit den Vertretern des Rates auf neue Regeln geeinigt. Dazu gehört die Vorgabe, dass in Zukunft mehr Verantwortung über die Lieferketten der verkauften Produkte bei den Online-Händlern liegen wird. Damit soll es möglich sein, gefährliche Produkte schnell vom Markt zu nehmen. Im Mittelpunkt geht es um online gekaufte Waren, die aus einem Land außerhalb der EU stammen und von dort geliefert werden. In den Unternehmen muss in Zukunft eine Person die Infos der Hersteller in Bezug auf das Einhalten der Sicherheitsstandards der EU überprüfen. Es kann dazu kommen, dass diese Person bei fehlerhaften Produkten haftet. Geplant ist auch ein längerer Garantiezeitraum, meldet die Tagesschau.

Gorillas-Übernahme durch Getir kurz vor dem Abschluss
Der türkische Lieferdienst Getir hat die Übernahme seines Konkurrenten Gorillas in Kürze abgeschlossen. Das Handelsblatt berichtet von einem Vertragsabschluss am kommenden Freitag. Danach soll Kagan Sümer, Gründer und Chef von Gorillas, das Unternehmen in der Folge verlassen. Eine Brückenfinanzierung für Gorillas solle ein Volumen von 40 bis 50 Millionen Euro erreichen, für das ausscheidende Management werde von einem Bonus in Höhe von zehn Millionen Euro gesprochen.

Voggt startet Live-Shopping in Großbritannien
Die Live-Video-Plattform Voggt steigt mit Live-Shopping in den britischen E-Commerce ein. Neben dem Livestreaming der Videos will Voggt mit einem Chat eine Online-Community aufbauen, schreibt Channel X. Im Mittelpunkt stehe, dass die Anbieter den Kunden eine individuelle Beratung wie in Ladengeschäften bieten können. Mit dem Chat sollten die Kunden die Möglichkeit erhalten, sich über Produkte und Preise auszutauschen. Die neue Plattform stehe Händlern unterschiedlicher Unternehmens- und Budgetgrößen offen. Die Zahlungen an die Verkäufer erfolge erst nach dem Abschluss der Warenauslieferung.



///// TRENDS & TECH

Neue Plattform für Creator und Händler von Klarna
Klarna will Creator und Händlern mit einer neuen Plattform eine einfachere und schnellere Zusammenarbeit ermöglichen. Händler könnten dort die Kampagnen einzelner Creator verfolgen und auswerten. In Folge sei es ihnen möglich, die zu ihren Kunden passenden Creator zu finden und die Kundengruppen gezielter anzusprechen. Für die Creator bestehe die Möglichkeit, ihre Unterschiede gegenüber anderen Influencern zu zeigen und so höhere Erträge zu erreichen. Creator erhielten direkten Zugang zu den potenziellen Partnern, der Handel erhalte den Überblick über 500.000 Creator.

Ebay Ads erwartet 2023 verstärkten Einkauf nach Bedarf
In Deutschland wird es im kommenden Jahr eine Bewegung hin zum Einkauf nach Bedarf geben. Diese Prognose kommt von Ebay Ads auf Grundlage des Shopping Jahresreports 2022. Der Anteil der Personen, die ein solches Verhalten für 2023 planen, liege bei 62 Prozent, das spontane Einkaufen gehe zurück, nur 19 Prozent könnten es sich vorstellen. Die Preise bildeten eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung, 21 Prozent wollten sich für Rabatte oder Sonderangebote entscheiden. Nach Einschätzung von Ebay Ads solle der Handel mit Aktionen zur jeweiligen Saison und Events planen, dabei aber immer auch die aktuellen Entwicklungen beobachten und darauf reagieren. Die größten Einflüsse auf das Einkaufsverhalten seien in diesem Jahr von der Energiekrise, der Klimakrise und den Lockerungen der Coronabestimmungen ausgegangen.

Noch sind Kryptowährungen Marketing - noch
Die ersten Händler experimentieren mit Kryptowährungen. Noch ist es eher ein Marketing-Gag, die praktischen Hürden sind hoch. Doch hinter den Kulissen arbeiten Payment-Provider daran, Krypto in ihre Abrechnungssysteme zu integrieren. Warum Handelsexperten dennoch mehr Hoffnung in den "digitalen Euro" als in Bitcoin & Co. setzen, erklärt Autor Jürgen Baltes in einem Beitrag für Der Handel.


///// NACHHALTIGKEIT

Nachhaltigkeit spielt eine größere Rolle bei Retouren
Nach den Angaben des Retouren Reports 2022 von Trusted Returns gewinnen Aspekte der Nachhaltigkeit bei den Kunden bei der Rücksendung der bestellten Ware an Bedeutung. So würden 44 Prozent die Zahlung der Retouren selbst übernehmen. Alternative Möglichkeiten zum Rückversand wie Rückgabe der Bestellung in den Geschäften oder einen Rabatt stünden für 93 Prozent der Kunden oben auf der Wunschliste. Wichtig seien auch Informationen über die CO₂-Emissionen. 54 Prozent wären bei hohen Emissionswerten bereit, über ihre Bestellung nachzudenken, 43 Prozent würden einen möglichen Zuschlag bezahlen. 63 Prozent würden eine längere Lieferzeit akzeptieren, wenn dies zu geringeren Einflüssen auf die Umwelt führe.