In Berlin müssen die Menschen dieses Jahr nicht mehr überlegen, wie sie den gekauften Weihnachtsbaum mit dem Auto oder in S- und U-Bahn nach Hause transportieren können. Beim finnischen Lieferdienst Wolt haben sie dieses Jahr die Möglichkeit neben der Bestellung ihres Essens oder dem Einkauf ihrer Lebensmittel auch ihren Weihnachtsbaum per App zu kaufen. Den Transport des Baums, zusammen mit Lebkuchen und Spekulatius, übernehmen dann Wolt und der Partner Tannenparadies. Schmücken müssen die Kunden den Baum aber noch selbst.

///// HANDEL NATIONAL
Gebrauchte Ware wird immer öfter verschenkt
In Deutschland nimmt die Nachfrage nach gebrauchter Ware in den vergangenen Monaten ständig zu. Nach den Ergebnissen einer Umfrage des Handelsverbands HDE in Zusammenarbeit mit dem Second-Hand-Online-Shop und dem Verkaufsservice Sellpy können sich 40 Prozent der Befragten vorstellen, solche Produkte auch zu verschenken. Es sei zu erkennen, dass die Idee des nachhaltigen Konsums auch beim Schenken wichtiger werde., analysieren die Experten von Sellpy. Das Weihnachtsgeschäft werde vielschichtiger, Verhaltensmuster beim Geschenkekauf würden überdacht, stellt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth fest. Besonders stark durchgesetzt habe sich die Idee in der Altersgruppe 25 bis 44 Jahre, hier habe ein Drittel der Befragten bereits einmal Second-Hand-Produkte verschenkt. Dabei sei zu erkennen, dass der Trend vorwiegend im Online-Handel zu beobachten sei.

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Online-Geschäft als Treiber der Handelszuwächse - Apple Pay und girocard im E-Commerce
In den letzten zwei Jahren kaufen immer mehr Menschen in Online-Shops ein. Apple Pay ermöglicht es, mit der beliebten girocard auch im E-Commerce zu zahlen. 

Die Keller Group meldet Insolvenz an
Der nächste Online-Modehändler hat Insolvenz angemeldet. Die Keller Group in München will den Geschäftsbetrieb in Eigenverwaltung weiterführen, es handelt sich um ein Verfahren in Eigenverwaltung, berichtet SAZ Sports. Das Unternehmen ist mit den Marken Keller Sports, Keller X und Keller Smiles im Online-Handel präsent. Ausschlaggebend für den Schritt vors Amtsgericht sei eine geplatzte Vereinbarung mit einem Investor gewesen. Die Probleme hätten im Sommer durch die Veränderungen bei Nachfrage und Marktverhältnissen in Folge des Kriegs in der Ukraine begonnen. Die Geschäftsleitung sei aber überzeugt, dass das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskanzlei Dentons saniert werden könne.

Oda will mit neuer Kapitalspritze in Deutschland durchstarten
Der norwegische Online-Supermarkt Oda hat eine neue Kapitalspritze erhalten und will diese auch für den Markteinstieg in Deutschland 2023 einsetzen. Insgesamt weitere 145 Millionen Euro stehen dem Unternehmen nach eigenen Angaben zur Verfügung. Der Start des Testbetriebs erfolgt im Januar in Berlin, südlich der Start wurde ein eigenes Logistikzentrum erbaut (das "Morning Briefing" berichtete). Oda sieht sich dabei als Taktgeber für einen strukturellen Wandel im globalen Lebensmittelhandel und einer Verringerung von Emissionen und Lebensmittelabfällen. In Norwegen erziele Oda neun Jahre nach der Unternehmensgründung ein profitables Ergebnis.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ocado setzt die Wachstumspläne aus
Der britische Online-Supermarkt Ocado setzt nach einem stetigen Wachstumskurs die Pläne für die weitere Expansion aus. Als Folge der nachlassenden Nachfrage im digitalen Lebensmitteleinzelhandel verschiebt sich der Bau weiterer Lieferzentren, berichtet die Lebensmittelzeitung. Es handele sich um Anlagen im Nordwesten und Südwesten Großbritanniens, deren Eröffnung für 2024 und 2025 geplant gewesen sei. Der Bau sei aber nach Unternehmensangaben nicht endgültig eingestellt. Zurückhaltender verhalte sich die Geschäftsführung bei den Umsatzerwartungen. Statt der ursprünglich für dieses Geschäftsjahr eingeplanten 4,5 Milliarden Britische Pfund liege die Erwartung nun nur noch bei 3,9 Milliarden.

Uber Eats zahlt Millionen US-Dollar an Restaurants in Chicago
Uber Eats muss nach einer Einigung mit der Stadt Chicago zehn Millionen US-Dollar Strafzahlung leisten, fünf Millionen gehen an Restaurants in der Stadt. Die Stadtverwaltung hatte den Lieferdienst verklagt, nachdem er gegen eine Obergrenze der Gebühren für die Gastronomie in Höhe von 15 Prozent verstoßen hatte. Chicago hatte die Limitierung während der Pandemie eingeführt, um die Restaurants nach ihrer Schließung und der Umstellung auf Lieferung zu unterstützen, meldet Business Insider. Zusätzlich habe Uber Eats diverse Restaurants ohne deren Zustimmung auf der App des Lieferdienstes aufgelistet. Weitere Verfahren gegen Doordash und Grubhub seien noch nicht abgeschlossen, eine Entscheidung solle am 13. Dezember fallen.

Shein unterstützt Fabriken in der Lieferkette finanziell
Der chinesische Fast-Fashionhändler Shein hat sich bereit erklärt, Fabriken innerhalb der Lieferkette finanziell zu unterstützen. Danach sollen in den nächsten Jahren rund 15 Millionen US-Dollar dorthin fließen, schreibt Fashion United. Es gehe in den Fabriken um physische Verbesserungen. Bis Jahresende handele es sich um 30 Projekte, im nächsten Jahr seien weitere 100 und in den nächsten vier Jahren bis zu 300 geplant. Die Fabriken hätten der Einhaltung des Shein's Responsible Sourcing (SRS) zugestimmt. In den Vorgaben für verantwortungsbewusste Beschaffung seien die faire Behandlung der Beschäftigten und die Einhaltung des Verhaltenskodex' festgelegt. Shein wolle die für das SRS eingeplanten vier Millionen US-Dollar pro Jahr nun verdoppeln. In mehreren externen Untersuchungen sei die Nichteinhaltung einzelner Vorgaben festgestellt worden.



///// TRENDS & TECH

Krisenjahr 2023: Diese Hausaufgaben muss der Handel jetzt machen
Statt kurzlebigen Trends hinterherzulaufen, sollten Händler die aktuelle Krise nutzen, um ihre Aufstellung und ihren Fokus grundlegend zu hinterfragen. Denn auch das kommende Jahr wird im Zeichen von Energiekrise, hohen Inflationsraten und anhaltenden Lieferkettenproblemen stehen. Kurzfristige und singuläre Maßnahmen werden nicht ausreichen, um langfristige makroökonomische Veränderungen und Risiken zu kompensieren, sagt Etailment-Experte Christian Maaß, Geschäftsführer bei Thomann Music. Er sagt, wo Einzelhändler jetzt ansetzen müssen, um auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren.

Adyen und Mirakl starten Kooperation
Die Finanztechnologie-Plattform Adyen und die SaaS-Plattform für Online-Marktplätze Mirakl haben einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Integration für Zahlungsabwicklungen auf der Plattform von Mirakl. Die beiden Unternehmen wollen Nutzern die Automatisierung von Marktplatz-Zahlungsprozessen und Compliance-Abläufen bieten. Sie könnten dadurch bei den Zahlungsarten lokale Anpassungen vornehmen, möglich sei auch eine schnelle Überprüfung der Identität des Verkäufers und Onboarding der Verkäufer. Die Technologie könne für den Online-Handel und den stationären Vertrieb eingesetzt werden.

Spotify und Apple bieten detailliertere persönliche Musikdaten
Mit der Funktion "2022 Wrapped" können sich die Kunden von Spotify nun ihre Nutzerdaten des vergangenen Jahres noch genauer aufschlüsseln lassen. Wrapped unterteilt die Nutzer des Audio-Streaming-Dienstes nach ihren ausgewählten Musikstücken, ihren Gewohnheiten und der Hördauer der Musik an den unterschiedlichen Tageszeiten in 16 Persönlichkeitstypen. Die Infos von Wrapped können per Whats App an Freunde weitergegeben werden. Apple zieht mit und hat Replay mit neuen Datensätzen ausgestattet. Die Nutzer können nun sehen, wie viele Minuten sie insgesamt das ganze Jahr über Musik gehört haben, dazu noch ihre Lieblingssongs und wie oft sie sie angeklickt haben oder ihre Lieblingsmusiker und ihre bevorzugten Musikstile. Mit Apple Music Sing startet diesen Monat abseits von Replay auch eine Karaoke-Funktion in der App.

Bluecode ermöglicht kostenlose Plug-ins
Webshops, die auf den Shopsystemen Magento und Woocommerce aufgebaut sind, können nun Plug-ins für den Anschluss der Bezahlsysteme von Bluecode nutzen. Für die Nutzung der Plug-ins ist ein Vertrag mit Bluecode über den jeweiligen Acquirer erforderlich, der Einsatz ist kostenlos möglich, heißt es von Unternehmensseite. Die Kunden könnten so ihre Einkäufe mit ihrem Smartphone erledigen, erforderlich sei ein mit Bluecode verknüpftes Bankkonto. Der Abschluss der Zahlung erfolge über die App von Bluecode oder eine Bluecode-fähige App. Passwörter seien nicht notwendig, die Identifikation erfolge über Gesichtserkennung oder Fingerabdruck.


///// NACHHALTIGKEIT

Swappie startet neue Kooperation für Verkauf gebrauchter Iphones
Der Iphone-Refurbisher Swappie und der Versanddienstleister Mail Boxes Etc. (MBE) kooperieren in Frankfurt/Main für den Verkauf gebrauchter Iphones. Die Smartphones werden nach dem Ausfüllen eines Online-Fragebogens geschätzt, die Kunden erhalten ein Angebot und eine Verkaufs-ID. Die Produkte können dann in drei Filialen von MBE abgegeben werden, nach der Überprüfung durch Swappie folgt ein endgültiges Angebot, nach dessen Akzeptanz läuft der Verkauf über Swappie. Bislang verkauften 44 Prozent der Deutschen ihre Geräte über direkte Marktplätze, 16 Prozent der Deutschen wählten Online-Händler.

Loxo kündigt Start des autonomen Lieferfahrzeugs an
Im Frühjahr 2023 soll es so weit sei, dann will Loxo das autonome Lieferfahrzeug Loxo Alpha in den öffentlichen Straßenverkehr in der Schweiz schicken. Das Tech-Start-up hat das neue Fahrzeug vorgestellt, mit ihm soll die Zustellung von Paketen auf dem letzten Kilometer automatisch und autonom erfolgen, teilt das Unternehmen mit. In Loxo Alpha kämen keine rotierenden Sensoren zum Einsatz, disruptive Technologie sichere einen nachhaltigen Transport der Ware. Personen und Objekte könnten in einem Sichtfeld von 360 Grad erkannt werden. Nach dem Start in der Schweiz sollen Deutschland und Großbritannien folgen, langfristig ein europaweiter Einsatz.