In Israel haben Personen zum Boykott des Modehändlers Zara aufgerufen, es wurde Kleidung aus dem Sortiment von Zara verbrannt. Der Grund ist, dass der Chef des dortigen Franchisesystems einem rechten Kandidaten für die nächsten Wahlen den Platz für eine Wahlveranstaltung zur Verfügung gestellt habe. Die Chefin der Labour Party wolle nicht mehr bei Zara in Israel einkaufen. Die Wahlen finden am 1. November statt.

///// HANDEL NATIONAL
Keine Verbesserung des Geschäftsklimas
Das Ifo-Geschäftsklima in Deutschland verbleibt auf einem trüben Niveau. Der Index des Ifo Instituts ist im Oktober um 0,1 Punkte auf 84,3 Punkte gesunken. Hauptgrund für die schwache Situation sind die laufenden Geschäfte, die Ausblicke der Unternehmen werden dagegen etwas heller, denn sie berichten weiterhin von einer guten Auftragslage, so die Analyse der Wirtschaftsforscher. Neben Verschlechterungen im Verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe habe sich die Situation im Dienstleistungssektor und im Handel verbessert. Aufgrund einer besseren Einschätzung der derzeitigen Lage sei der Index im Handel angestiegen, doch die Einschätzung für die Zukunft sei negativ, dies zeige sich besonders im Einzelhandel.


Unklares Bild über Zukunft für gedruckte und elektronische Werbeprospekte
Der deutsche Einzelhandel befindet sich gerade am Anfang einer umfassenden Entscheidung über Direktwerbung. Sollen die Kunden weiterhin die gewohnten gedruckten Prospekte erhalten oder sollen die Aktivitäten auf elektronische Verteilung umgestellt werden. Den ersten Schritt machte Obi, dann folgte Rewe, die Supermarktkette passte die Initiative aber an und bietet auf Drängen einiger Ladenbetreiber weiter auch Papierversionen an. Nach einer Umfrage von Yougov, über die Lebensmittelzeitung berichtet, wollen 39 Prozent der Verbraucher elektronische Werbung auf Messenger-Diensten abrufen. Dabei gebe es aber beim Blick auf Geschlecht, Gehalts- und Altersgruppe Unterschiede. 51 Prozent der Befragten würden aber Whatsapp oder andere Anbieter mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nutzen.

Sparquote erreicht Vor-Coronaniveau
Die Deutschen sparen wieder weniger als in den vergangenen zwei Jahren, die Sparquote von 11,1 Prozent im ersten Halbjahr 2022 liegt wieder auf dem Niveau der Zeit vor der Pandemie. Die höchste Rate erreichten die Deutschen nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts in den ersten sechs Monaten 2021 mit 18,2 Prozent. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 sei die Rate auf 12,1 Prozent gesunken. Als Grund für die deutlich niedrigere Quote als im vergangenen Jahr nennen die Statistiker die starken Preisanstiege vor allem für Energie und Lebensmittel. Der monatliche Sparbeitrag liege bei durchschnittlich 240 Euro pro Person, aber es gebe große Unterschiede, abhängig von Einkommenshöhe, Sparneigung und Lebenslage.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Die Lieferketten in Europa sind weiterhin gestört
In Europa wird der Einzelhandel weiterhin von den Problemen der Lieferketten beeinträchtigt. Neben den durch die Pandemie ausgelösten Einschränkungen macht sich nach den Ergebnissen des Index of global Trade Health von Tradeshift nun besonders die Energiekrise bemerkbar. Im dritten Quartal musste die globale Lieferkettenaktivität einen Rückgang von fünf Punkten gegenüber der Basislinie verzeichnen. Für den Euro-Raum melden die Analysten eine Verschlechterung um sechs Punkte. Sie sprechen von einem erheblichen Kostendruck durch die Energiekrise. Für den Handel habe es im dritten Quartal einen Rückgang von sechs Punkten gegeben.

Tiktok Shop startet in Großbritannien den Verkauf von Haustierprodukten
Besitzer von Haustieren können ihre tierischen Freunde in Großbritannien nun auch bei Tiktok Shop versorgen. Aufgrund der starken Nachfrage hat das Portal nach einem Bericht von Channel X nun eine eigene Produktkategorie eingerichtet. Zum Angebot gehörten einige der populärsten Marken. Die Einrichtung dieser neuen Kategorie biete interessierten Händlern neue Vertriebsmöglichkeiten und sie könnten dann mit Creators kooperieren.

Die DPD Group und Eurora kooperieren
Die DPD Group und Eurora haben sich auf eine Kooperation für die Automatisierung der Einhaltung der Vorschriften für den grenzüberschreitenden Handel geeinigt. Der Paketzusteller wird dafür die auf Künstlicher Intelligenz aufgebaute Plattform von Eurora einsetzen. Dadurch sollen auf der einen Seite die Vergabe von Produktklassifizierungscodes und auf der anderen Seite die Einhaltung der Exportkontrollregeln in der Europäischen Union, Großbritannien und den Vereinigten Staaten automatisiert werden, so die Unternehmen. Die Klassifizierungen seien als Nachweis dafür erforderlich, dass der Versender die anfallenden Einschränkungen und Lizenzanforderungen vor dem Export eines Artikels ordnungsgemäß geprüft habe.



///// TRENDS & TECH

Asos stellt das Marketing um
Bei Asos steht eine grundlegende Änderung der Marketingstrategie an. Der Fast-Fashion-Anbieter will sich vom kurzfristigen Marketing verabschieden und stärker Maßnahmen zum Aufbau der Marke nutzen, meldet The Drum. Zum Einsatz solle hierfür YouTube mit der Präsentation von Geschichten kommen. Bislang habe sich Asos zu stark auf Performance-Marketing konzentriert. Nach Untersuchungen der Kundenstruktur sei klar, dass sie junge und umweltbewusste Menschen ansprächen.

Autos bleiben die Produkte für den Offline-Handel
Deutsche legen beim Autokauf immer noch großen Wert darauf, dass sie das Auto in Ruhe vor Ort betrachten und zu einer Probefahrt aufbrechen können. Der Besuch beim Autohändler und die persönliche Beratung spielen eine größere Rolle als die günstigsten Preise. Nur 50 Prozent stellen Angebote an die Spitze. Das sind die Ergebnisse des Reports "The road ahead for future car buying" der Wirtschaftswoche. Die Mehrheit bevorzuge das Autohaus vor einem Online-Marktplatz. Mehr als 40 Prozent vertrauten Online-Händlern und -Autoherstellern nicht. 43 Prozent hätten angegeben, dass sie nicht ausreichend Informationen über die Online-Anbieter und -Verkäufer hätten. Hier wären Informationskampagnen und Transparenz von Seiten der Online-Händler hilfreich.

Paypal führt Passkeys ein
Apple-Nutzer in den USA können in Zukunft bei Paypal auch Passkeys einsetzen. Der Zahlungsdienstleister will durch die neue Anmeldemethode, die als einfacher und sicher eingestuft wird, die Nutzung von Passwörtern überflüssig machen. Bei Passkeys werden die Passwörter durch kryptografische Schlüsselpaare ersetzt. Nach der Anmeldung bei Paypal müssen sich die Kunden mit Apple Face ID oder Touch ID authentifizieren, dann wird der Hauptschlüssel erstellt. Die Passkeys werden nach dem Erstellen mit dem iCloud-Schlüsselbund synchronisiert. Bei der nächsten Anmeldung ist kein Passwort mehr erforderlich. Die Passkeys sollen 2023 in anderen Ländern und auch auf anderen Geräten außerhalb der Apple-Welt folgen. Bei der Entwicklung haben Apple, Google und Microsoft zusammengearbeitet.

Start-up Hi!share.that: Influencer-Marketing messbar machen
Wer mit Influencern zusammen arbeitet, erwartet Aufmerksamkeit und Reichweite. Doch anders als in anderen Marketing-Kanälen ist es bisher schwierig, den Erfolg der Kooperationen zu messen, sagt Silvia Lange, Co-Gründerin von Hi!share.that aus Berlin. Das Start-up hat eine technische Lösung entwickelt, um Performance-Marketing ins Influencer-Marketing zu bringen. Silvia Lange stellt es im Etailment.de-Interview vor.


///// NACHHALTIGKEIT

Selfridges startet Mietservice für Kinderkleidung
Selfridges will seine Bemühungen zum Auf- und Ausbau einer Kreislaufwirtschaft im Rahmen der "Project Earth"-Strategie verstärken und weitet den Mietservice in Großbritannien nun auf Kindermode aus. Nach einem Bericht von Fashion United fällt darunter Kleidung aus den Rubriken Oberbekleidung und Alltagskleidung, dazu gehören auch Wickeltaschen. Im Winter folge dann Skiausrüstung für Kinder. Die mögliche Mietfrist liege zwischen vier und 20 Tagen, für vier Tage falle eine Miete von 20 Britischen Pfund an. Partner sei der Mode-Verleihservice Hurr.