Nachdem Eurostat mit 8,6 Prozent einen neuen Rekordwert für die Inflation im Euroraum festgestellt hat, richten sich am Donnerstag alle Augen nach Frankfurt. Die EZB ist gefordert, einen merklichen Zinsschritt durchzuführen, um das anhaltende Wachstum der Inflationsrate zu stoppen. Für Donnerstag ist die erste Zinserhöhung seit elf Jahren angekündigt und es gibt in der Bank Überlegungen über einen erforderlichen größeren Zinsschritt, der eigentlich im September folgen sollte. Die EZB läuft anderen Zentralbanken hinterher, die bereits reagiert haben. Der Rückstand ist deutlich und das Ziel von zwei Prozent ist weit entfernt.

///// HANDEL NATIONAL
Knuspr lädt Familien in den "Hörnchen-Club"
Der Online-Supermarkt Knuspr ist noch nicht lange in Deutschland vertreten, nun folgt die erste Variante für Familien. Für den kostenfreien "Hörnchen-Club" hat Knuspr das Sortiment nach eigenen Angaben auf 700 Produkte ausgebaut, zu finden sind unter anderem Babyartikel und -nahrung oder Spiel- und Bastelwaren. Die Produktpalette werde ständig erweitert, die Kunden könnten ihre Empfehlungen und Wünsche im Online-Shop abgeben. Für die Nutzung von Rabatten müssten die Mitglieder keine Punkte sammeln oder Coupons einlösen.

Ecommerce One übernimmt Gambio
Die Unternehmensgruppe Ecommerce One wächst weiter, nun wurde die Übernahme von Gambio abgeschlossen. Ecommerce One teilt mit, dass der Anbieter von Shopsoftware-Lösungen innerhalb der Holding, aber weiterhin eigenständig operieren werde. Mit Gambio werde der Aufbau eines Ökosystems für den Online-Handel, der im vergangenen Jahr startete, fortgesetzt. Gambio, dessen Software bei rund 25.000 Online-Shops eingesetzt werde, hofft auf der anderen Seite laut Geschäftsführer Felix Hötzinger auf eine größere Reichweite von Einsteigern bis hin zu etablierten Händlern. Im Vorfeld der Übernahme seien bereits technische Anbindungen zu Afterbuy und Dreamrobot, die ebenfalls zu Ecommerce One gehören, eingerichtet worden.

Shopify und Youtube starten Kooperation
Youtube verstärkt durch eine neue Kooperation mit Shopify die Aktivitäten im Handel. Nutzer, die Shopify einsetzen, erhalten durch den Einsatz von Youtube Shopping innerhalb ihres Online-Shops Zugriff auf die Unterhaltungs- und Videoplattform. Damit wollen beide Partner den Nutzern neue Möglichkeiten für den Aufbau eines Liveshopping-Kanals bieten, der Verkauf kann direkt innerhalb von Youtube erfolgen. Nach der Popularität des Liveshopping in Asien gibt es laut einer Umfrage von Shopify auch in Deutschland Potenzial für diese Vertriebsart. Nachdem 2021 14 Prozent der Befragten bei einer entsprechenden Veranstaltung bereits eingekauft hätten, planten in diesem Jahr rund 33 Prozent Teilnahme und Einkauf. Händler könnten ihre Produkte per Livestream, über Videos oder durch eine Store-Funktion verkaufen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon klagt gegen Facebook-Gruppen wegen falscher Bewertungen
Amazon schätzt die Zahl von Facebook-Gruppen, deren Betreiber versuchen, gefälschte Bewertungen bei Amazon gegen Geld oder kostenlose Produkte zu verbreiten, auf rund 10.000. Ihr Ziel ist es nach Angaben des Online-Riesen, Nutzer zu finden, die in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Japan gekaufte Rezensionen veröffentlichen. Amazon wolle nun die erforderlichen Informationen sammeln, um die gefälschten Bewertungen zu identifizieren und zu löschen. Die in der Vergangenheit an Facebook gemeldeten Gruppen seien bislang nur etwa zur Hälfte gelöscht worden. Dabei versuchten die Betreiber der Gruppen durch unterschiedliche Maßnahmen eine Verschleierung der Aktivitäten zu erreichen.

Made.com senkt die Prognosen für 2022
Der britische Online-Möbelhändler Made.com hat die Verkaufs- und Umsatzprognosen für 2022 verringert. Kurzfristig ist nach Angaben von Made.com nicht mit einem Anstieg bei Großaufträgen zu rechnen, schreibt Reuters. Die Zuversicht der Verbraucher in Großbritannien sei durch die ansteigenden Lebenshaltungskosten stark gesunken. In den ersten sechs Monaten seien die Verkaufszahlen um 19 Prozent zurückgegangen. Nun erwarte der Möbelhändler für das Gesamtjahr ein Minus zwischen 15 und 30 Prozent, bislang habe die Prognose zwischen null und 15 Prozent gelegen. Im Mittelpunkt stehe eine Senkung der Kosten und eine Ausgleich der Bilanz.

Die globalen Lieferketten sind weiterhin gebremst
Für die globalen Lieferketten ist nach den Zahlen des Index of Global Trade Health von Tradeshift keine Besserung in Sicht. So seien die Aktivitäten im zweiten Quartal um sechs Prozent gesunken, in den drei Monaten zuvor habe das Minus bei sieben Prozent gelegen. Rückläufig sei auch die Zahl der eingereichten Rechnungen, der Wert liege ebenfalls bei minus sieben Prozent. Als Grund nennen die Betreiber der Supply-Chain-Commerce-Plattform die Pandemie und den Krieg in der Ukraine. Negative Werte seien für die Logistik, das Verarbeitende Gewerbe und den Einzelhandel festzustellen.



///// TRENDS & TECH

Gutscheine sind beliebte Geschenke
Wertgutscheine haben sich in den vergangenen Jahren zu einigen der beliebtesten Geschenke entwickelt. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von Digitec Galaxus, nach denen der Umsatz in Deutschland seit 2019 um 660 Prozent angestiegen ist. Für alle deutschsprachigen Länder berichtet das Schweizerische Unternehmen im Zeitraum 2018 bis 2021 von einer Wachstumsrate in Höhe von 357 Prozent. Dabei bewege sich das Wachstum in der Schweiz auf einem höheren Niveau, in Österreich und Deutschland zeige sich eine stärkere Wachstumsrate. Eingelöst würden die Coupons auf den beiden Portalen Digitec und Galaxus primär für Elektronik, starke Zuwächse gebe es bei Heimwerker- und Gartenartikel.

Amazons Brand Analytics: Wie Händler die Suchtrends für sich nutzen
Suchbegriffe wie "Squid Game", "Pop-it" oder "Sonnenblumenöl" haben in Amazons "Brand Analytics" steile Karrieren hingelegt. Der Suchbegriff-Bericht von Amazon kann Anbietern zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen verhelfen – vorausgesetzt, sie sind in der Lage, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Lena Einschütz von Bid X erklärt in einem Gastbeitrag, wie Händler die Informationen für sich nutzen können.

Deutsche kaufen online wenig im Ausland
Deutsche bleiben bei ihrem Online-Kauf meist bei deutschen Anbietern, für den grenzüberschreitenden Verkauf besteht noch ein erhebliches Potenzial. Die Quote der Verbraucher, die bei internationalen Anbietern einkaufen, liegt in Deutschland bei 30 Prozent, ein niedriger Wert im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Nach den neuesten Zahlen des E-Commerce Delivery Compass 2021/2022 der Versandplattform Sendcloud liegt dies unter anderem an einem höheren Misstrauen der deutschen Kunden - 23 Prozent im Vergleich zu 19 Prozent im europäischen Durchschnitt - für 53 Prozent stellen mögliche Zölle einen Hemmschuh dar, berichtet Channel Partner. Eine Rolle spielten aber auch hohe Lieferkosten, Ungewissheit über die Länge der Versanddauer und komplexe Verfahren bei den Rücksendungen.

Schlechte Noten für den Online-Handel
Der Kundendienst des Online-Handels wird von den Verbrauchern schlecht bewertet. Nach den schlechten Noten landet der E-Commerce im Rahmen einer Studie von Software Advice, über die Internet World berichtet, auf dem letzten Platz. Nur zwölf Prozent stuften den Online-Handel ganz oben ein, die Nummer eins sei die Telekommunikation (41 Prozent), gefolgt von Banken (39 Prozent) und professionellen Dienstleistungen (21 Prozent). Ein guter Service sei aber für die deutschen Verbraucher ein wesentliches Kriterium bei der Wahl des Anbieters, 37 Prozent wendeten sich von einer Marke ab, wenn sie nicht mit dem Kundenservice zufrieden seien. 23 Prozent gäben in der Folge im Bekanntenkreis auch keine Empfehlungen ab. Der Kontakt zwischen Unternehmen und Kunden solle über einen direkten Anruf erfolgen (dies wünschten 54 Prozent), nur ein Prozent würde die Kommunikation mit einem Chat-bot bevorzugen.


///// NACHHALTIGKEIT

Best Secret steigt in den Handel mit gebrauchter Kleidung ein
Der nächste Anbieter macht den Schritt in den Handel mit gebrauchter Kleidung, nun ist es der Online-Shopping-Club Best Secret. Kunden erhalten für den Verkauf von Preloved Fashion Gutscheine, eingelöst werden können sie dann online oder in den Geschäften in München, Wien und Dornach bei München, meldet Textilwirtschaft. Der Handel erfolge in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten für gebrauchte Ware Reverse Retail, als Verkaufsplattformen dienten der Online-Shop Vite en Vogue, Ebay, About You, Vestiaire Collective und Rebelle. Dazu käme der Verkauf in ausgewählten Bekleidungsgeschäften.