Der Handel befürchtet einen harten Winter mit Pleiten und geschlossenen Geschäften in den Innenstädten. Der HDE sieht den Einzelhandel durch die steigenden Energiepreise stark gefährdet und erwartet eine entsprechende Hilfe durch die Politik. Die Unternehmen benötigten einen schnellen und einfachen Zugang zu den Hilfsmitteln. Auch der Online-Handel muss mit den hohen Kosten kämpfen und sich das Überleben sichern. Die Inflation und die höheren Energiepreise bremsen nicht nur die Einkaufszahlen in den stationären Geschäften, im Gegensatz zur Pandemie weichen die Kunden dieses Mal nicht ins Internet aus.

///// HANDEL NATIONAL
Mobile.de steigt in den Verkauf ein
Bislang ist Mobile.de nur als Vermittler im Autohandel tätig gewesen, nun will die Autobörse dort auch aktiv werden. Bislang erfolgte über Mobile.de nur der Kontakt zwischen Anbieter und Kaufinteressent. Im Rahmen einer Testphase erfolgt nun auch der Verkauf, teilt Mobile.de mit. Damit folge Mobile.de einem Trend, denn rund 42 Prozent der Personen, die im Internet einkauften, könnten sich vorstellen, dort auch ein Auto zu kaufen. Mit der Option des Online-Kaufs könnten die kooperierenden Händler "alternative Käufergruppen ansprechen und per Online-Kauf zusätzliche Nachfrage generieren". Der Online-Kauf sei zusammen mit ausgewählten Partnerhändlern aufgebaut worden, mittelfristig solle es ein offenes Kooperationsmodell geben, in dem die Händler ihre Fahrzeuge unter eigenem Namen auf der Plattform anbieten könnten.

Neue Studie: Wie intelligente Automatisierung mit IPA, RPA und KI gelingt
Mehr als zwei Drittel der befragten deutschen Unternehmen aller Größenordnungen setzen künftig auf intelligente Prozessautomatisierung. Die aktuelle Studie von IDC und Comarch gibt Tipps, wie Unternehmen mit Automatisierungslösungen die größten Fortschritte erreichen können. Jetzt downloaden


FDP-Vize Vogel fordert Verschiebung des Lieferkettengesetzes
Bereits während der Verhandlungen und vor der Verabschiedung im Parlament war das Lieferkettengesetz umstritten, nun folgt ein Vorschlag zur Verschiebung. Der Start des neuen Gesetzes ist für den 1. Januar 2023 geplant, nun fordert der stellvertretende Vorsitzende der FDP, Johannes Vogel, eine Verschiebung bis 2024. Für ihn ist als neuer Termin der 1. Januar 2024 denkbar, möglich ist aber auf der Start des Lieferkettengesetzes der EU, heißt es in einer Meldung von dpa in Fashion United. Die Unternehmen befürchteten zu viel Bürokratie, doch "wir sollten gerade jetzt keine zusätzlichen bürokratischen Fesseln auflegen", so Vogel. Auch für das Nachweisgesetz sei eine Reform erforderlich, die Erfordernis der Schriftform müsse entfallen.

Ratenkauf bei Mondu im B2B-E-Commerce möglich
Das Zahlungsunternehmen Mondu erweitert das Angebotsspektrum im B2B um den Ratenkauf. Mit der neuen Funktion können die angeschlossenen Geschäftskunden ihre Zahlungen in zinsfreie Raten gleicher Höhe aufteilen, heißt es von der Seite des Unternehmens. Damit könnten die Kunden nun im B2B-Segment die im B2C etablierten Funktionen nutzen. Mondu wolle mit dem Ratenkauf und den weiteren geplanten Produkten die KMU bei ihren finanziellen Transaktionen unterstützen. Die Händler könnten sich direkt bei Mondu registrieren und das benötigte Widget in den Checkout-Prozess integrieren.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Klarna startet in Tschechien
Nun ist Klarna auch in Tschechien vertreten. Der schwedische Bezahldienst bietet dort zum Start die Funktion "Pay in 3" an, mit der die Käufer die Rechnung aus dem Online-Kauf in drei zinsfreien Monatsraten bezahlen können. Die Nutzung ist nach Angaben von Klarna bei den Partner-Online-Shops und über die Shopping App von Klarna, auf die Kunden dort jetzt auch Zugriff erhalten, möglich. Zu den Partnern gehörten unter anderem H&M, Footshop und Pilulka. Nach einer Untersuchung von Klarna stuften 77 Prozent der Verbraucher in Tschechien die Option der monatlichen Raten als hilfreich ein, für 40 Prozent steige die Wahrscheinlichkeit eines Online-Einkaufs.

Grab will 2024 den Break-Even erreichen
Der in Singapur ansässige Lieferdienst Grab hat neue Zahlen für die wirtschaftliche Entwicklung bekannt gegeben. Den Zeitrahmen für das Erreichen des Break-Even für die Unternehmensgruppe bildet nun die zweite Hälfte 2024, meldet Tech in Asia. Dabei gehe Grab bei stabilen Wechselkursen von jährlichen Wachstumsraten zwischen 45 und 55 Prozent aus. Für die Zahlungsdienste solle der Break-Even 2026 erreicht werden. Der Vorstand sehe großes Wachstumspotenzial in Südostasien und das Unternehmen gut vorbereitet. Nun gehe es darum, weitere Angebote der Partnerhändler zu integrieren.

Die Chalhoub Group übernimmt Threads Styling
Die Verkaufsplattform für Luxuswaren, Threads Styling, hat einen neuen Hauptanteilseigner. Die Mehrheit der Anteile wechselt zur Chalhoub Group, die ihren Sitz in Dubai hat, Zahlen der Transaktion wurden nicht mitgeteilt. Threads Styling ist auf den Verkauf von hochwertigen und -preisigen Produkten auf individuellen Plattformen spezialisiert, berichtet Fashion United. Zum Einsatz käme dabei eine Chatfunktion, rund 50 Prozent des Handels erfolge über soziale Medien. Die Chalhoub Group wolle durch diesen Schritt die digitale Expansion beschleunigen, für Kunden und Verkaufspartner böten sich große Chancen.



///// TRENDS & TECH

Wirtschaft bemängelt Auslegung der Datenschutz-Grundverordnung
Zahlreiche Unternehmen in Deutschland sind mit der Auslegung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht zufrieden. Nach einer repräsentativen Umfrage von Bitkom sind zwar 67 Prozent mit der Festlegung von weltweiten Maßstäben für personenbezogene Daten zufrieden, doch 70 Prozent bemängeln, dass es aufgrund der unterschiedlichen Auslegung der Verordnung noch keinen einheitlichen Datenschutz in den EU-Mitgliedsstaaten gibt. Für 40 Prozent bringe die DSGVO keinen Wettbewerbsvorteil im internationalen Geschäft. Einen großen Wettbewerbsvorteil bilde die DSGVO für 13 Prozent. Der internationale Datentransfer sei aber für deutsche Unternehmen unverzichtbar. Die Wirtschaft fordere eine politische Lösung, für 94 Prozent stehe eine Zusammenführung der unterschiedlichen Regeln in Deutschland an der Spitze. Es gehe um besseren Datenschutz, nicht um weniger, erklärt der Verband.

Twitter baut an einer Shopping-Funktion
Im März hatte Twitter in den USA die Funktion "Twitter Shops" gestartet, nun soll ein eigenes Shopping Tab integriert werden. Es soll nach einem Bericht von Techno Blender, das sich auf einen Tweet der Reverse-Engineering-Expertin Jane Manchun Wong bezieht, in die Funktionsleiste auf der linken Seite des Twitter-Kontos eingebaut werden. Zwar sei die Wahlmöglichkeit bereits zu sehen, aber noch nicht verfügbar. Nach Einschätzung von Wong könne mit Shopping der Zugriff auf mehrere Shops erfolgen.

Walmart startet im Metaverse
Nun bewegt sich auch Walmart für den Verkauf digitaler Produkte ins Metaverse. Der Handelskonzern richtet auf der Gaming-Plattform Roblox mit "Walmart Land" ein Portal für Mode-, Kosmetik- und Unterhaltungsartikel ein. Daneben können sich die Kunden auf "Walmart‘s Universe of Play" über Spielzeug informieren. Zielgruppe der neuen Ansätze sind jüngere Kunden, denn in der Generation Z weist Roblox bereits heute einen hohen Bekanntheitsgrad auf, berichtet CNBC. Insgesamt liege die Zahl der Nutzer zwei Jahre nach dem Start bei 52 Millionen. Zu den Attraktionen gehörten Spiele, Konzerte und ein Online-Shop. Hier könnten die Nutzer die auf Roblox erzielten Münzen für den virtuellen Einkauf nutzen. In dieser ersten Phase werde Roblox für den Test für die Nutzung des Metaverse genutzt.

UX, UI, DXI & Co.: Was die Kürzel bedeuten und wie sie Shops erfolgreicher machen
Für viele Verbraucher ist das digitale Erlebnis im Onlineshop mittlerweile genauso wichtig wie das Erlebnis im Ladengeschäft. Für Onlinehändler sind die sich ständig ändernden Bedürfnisse und wachsenden Erwartungen eine große Herausforderung. UX, UI oder DXI sind Begriffe, die hier immer häufiger fallen - doch vielen fehlt der Überblick, was sie im Zusammenhang mit der eigenen Website bedeuten. In einem Gastbeitrag für Etailment erklärt Oskar Stenzel von Fullstory, wie die Konzepte zusammenhängen, welche Unternehmen in welche Tools investieren sollten und wie Händler sie richtig anwenden.


///// NACHHALTIGKEIT

Die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Online-Handel wächst
Nachhaltigkeit hat bei vielen Online-Händlern einen immer höheren Stellenwert erreicht. So stufen nach den Ergebnissen der Fynax-Trendstudie 2022 72,3 Prozent der Befragten Nachhaltigkeit als wichtigen oder sehr wichtigen Erfolgsfaktor ein. Zu den Maßnahmen gehörten hier ein nachhaltiges Retouren- und Liefermanagement, außerdem hätten transparente Nachhaltigkeitsziele eine wesentliche Bedeutung. 74,5 Prozent erklärten, dass die Retouren neu verpackt und wieder verwendet würden, 9,2 Prozent spendeten sie. Den Umstieg auf Recycling-Materialien hätten mehr als 77 Prozent vollzogen. Ihr Augenmerk legten 56 Prozent auf das nachhaltige Verhalten der Lieferanten. Ein transparenter Umgang mit den Fragen der Nachhaltigkeit könne zu höherer Nachfrage und einem stärkeren Vertrauen der Kunden führen.