Die BVG fährt auf neuen Strecken und steigt ins Modegeschäft ein. Die Kunden der Berliner Verkehrsbetriebe können das Design der Sitzmuster der Bussen und Bahnen nun auf Jacken, Kapuzenpullovern oder Westen durch die Stadt tragen. Durch die dort zu sehende schematische Darstellung bunter Menschen-Silhoutten will die Stadt ihre Vielfalt darstellen. Entworfen wurde die erste Kollektion von QS by s.Oliver, zum Kauf steht die neue Modelinie exklusiv bei Zalando. Dabei sind die Kunden schneller als die BVG, denn ältere Fahrzeuge erhalten die neuen Sitze im Laufe der Zeit, wenn alte Sitze ausgetauscht werden. Neue Fahrzeuge gehen mit den neuen Mustern in Betrieb.

///// HANDEL NATIONAL
Der norwegische Online-Supermarkt Oda eröffnet im Januar den ersten Standort in Berlin
Der norwegische Online-Supermarkt Oda kommt mit Verspätung nach Deutschland und startet im Januar seinen Testbetrieb in Berlin. Ursprünglich waren die ersten Lieferungen in der zweiten Hälfte dieses Jahres geplant, Grund für die Verzögerung sollen die Probleme mit den Lieferketten sein. Nach Abschluss der Testphase erfolge die Freischaltung nach Unternehmensangaben für ganz Berlin. Haushalte könnten sich dann mit insgesamt mehr als 9.000 frischen Lebensmitteln und Produkten beliefern lassen. Bis Jahresende soll nach einem knappen Jahr Bauzeit der Innenausbau des Logistikzentrums in Ragow Mittenwalde fertiggestellt und mit der unternehmenseigenen Logistik-Plattform verknüpft werden. Am Standort will Oda nach eigenen Angaben bis zu 800 Arbeitsplätze schaffen.

Rewe erweitert das Angebot für Eintrittskarten
Rewe-Kunden haben in Zukunft in ausgewählten Filialen und unter www.rewe-tickets.de eine größere Auswahl an Eintrittskarten. Der Ausbau des Angebots für Veranstaltungen, Konzerte und Sportereignisse durch die Supermarktkette erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Ticketing-Unternehmen CTS Eventim sowie dem Prepaid- und Zahlungsanbieter Epay. Die Kunden können die Eintrittskarten wahlweise im Online-Shop buchen und bezahlen oder am Service-Punkt der Läden reservieren und an der Kasse der Supermärkte bezahlen. Rewe hatte den Ticketverkauf im August bei Penny gestartet, das Angebot werde nun sukzessive ausgebaut.

Diskussionen über chinesischen Einstieg in Hamburger Containerterminal
Der chinesische Staatskonzern Cosco plant seit längerem den Einstieg in das Containerterminal Tollerort im Hamburger Hafen, der Schritt ist von Beginn an umstritten. Es handelt es sich um ein Drittel der Anteile. Nun will das Bundeskanzleramt den Schritt nach Meldungen mehrerer Medien durchsetzen, die Fachministerien lehnen ihn ab. Das Verfahren sei bislang noch nicht im Kabinett entschieden, das Wirtschaftsministerium habe es dort angemeldet, lehne es aber ab. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher sieht in dem Einstieg kein Problem für die Unabhängigkeit des Hafens. Die Beteiligung wird nicht nur von der Opposition, sondern auch von anderen Mitgliedern der Regierungsparteien abgelehnt, unter anderem da China so auch ein Mitsprachrecht bei Entscheidungen über den Hafen bekommen könnte.

Staat fordert Investition des Besitzers von Galeria Karstadt Kaufhof
In der vergangenen Woche hatte der Konzern Galeria Karstadt Kaufhof staatliche Unterstützung angefordert (das "Morning Briefing" berichtete) und damit Diskussionen ausgelöst, nun kommt die Reaktion von staatlicher Seite. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur fordert eine Investition von Rene Benko, der mit der Signa Holding Hauptanteilseigner des Warenhauskonzerns ist, meldet die Tagesschau. Die Summe, die Benko zahlen wolle, liege deutlich unter der, die er aus beihilferechtlichen Gründen zahlen müsste. Anfang der Woche hatte die Staatsanwaltschaft in Wien die Zentrale von Signa durchsucht. Es gehe um einen Korruptionsverdacht, habe aber keinen Zusammenhang zu Galeria.


///// HANDEL INTERNATIONAL

DM liefert auch in Salzburg
DM baut den Lieferservice in Österreich aus und bedient nun auch die Kunden in Salzburg. Die Drogeriemarktkette kündigt nach dem Start in Wien Anfang des Jahres nun die Stadt an der Salzach als zweiten Standort in der Alpenrepublik an. Die Express-Zustellung erfolge mit einem E-Mobil, Partner ist die Firma Pickshare. Die Kommissionierung der bestellten Ware erfolge in einer Filiale und sie werde von dort geliefert. Für die Express-Lieferung werde eine Versandgebühr in Höhe von 2,95 Euro fällig, bei einem Bestellwert unter 49 Euro liege sie bei 6,90 Euro. Die Mitteilung der Lieferzeit erfolge per E-Mail, bei Bestellung bis 17 Uhr werde die Ware bis 21 Uhr zugestellt. Angang 2023 solle der Service auf Ungarn und Tschechien ausgebaut werden.

Zur Rose hält an den Zielen fest
Die Schweizer Versandapotheke zur Rose will trotz eines rückläufigen Umsatzes an ihren Zielen festhalten. In den ersten neun Monaten des Jahres ging der Umsatz um 5,8 Prozent auf 1,40 Milliarden Schweizer Franken zurück, schreibt die Handelszeitung. Da das Unternehmen einen Rückgang im mittleren einstelligen Bereich prognostiziert hatte, sehe es sich bestätigt und habe die mittelfristigen Ziele nur leicht angepasst. In Deutschland sei der Umsatz um 13,3 Prozent auf 850 Millionen Schweizer Franken gefallen, nach Einschätzung der Apotheke liege dies an einem beschleunigten Break-Even-Programm. Die Prognose für den bereinigten Ebitda liege nun bei minus 75 bis minus 85 Millionen Franken, zuvor waren es minus 75 bis minus 95 Millionen Franken gewesen.

Blick nach China: Tiktok-Rivale Kuaishou forciert den E-Commerce
Häufig ist es nicht der "Erfinder", der eine Idee oder Funktionalität zu großer Beliebtheit führt, sondern jemand, der sie adaptiert. So hat Tiktok Kurzvideo-Formate perfektioniert und skaliert, obwohl Kuaishou zuerst damit am Markt war. Auf dem chinesischen Heimatmarkt stehen beide in intensivem Wettbewerb. Im zweiten Teil der Serie "Social Commerce in China" beschäftigt sich Etailment-Experte Markus Caspari genauer mit Kuaishou.



///// TRENDS & TECH

Klarna startet Klarna Spotlight
Unter dem Namen Klarna Spotlight haben die Nutzer der Klarna-App und der Webseite nun Zugriff auf eine Funktion für den Preisvergleich. Als Filter stehen unter anderem Farbe, Größe und Bewertungen der Produkte zur Verfügung, teilt der Finanzdienstleister mit. Integriert werde in die App auch Video-Content mit einer direkten Shopping-Funktion. Die Nutzer hätten in Zukunft die Möglichkeit direkt an NROs zu spenden und könnten sich mit Hilfe eines Rechners über die CO₂-Emissionen ihres Einkaufs informieren. Klarna wolle mit der App den Kunden nicht nur reine Bezahlfunktionen bieten, sie solle zum Ausgangspunkt für die Einkäufe werden.

Deutsche Post rechnet an Spitzentagen mit elf Millionen Sendungen
Weihnachten und damit auch zahlreiche Verkaufsaktionen wie Black Friday oder Cyber Monday stehen vor der Tür – und bescheren der Deutschen Post die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Ab Mitte November rechnet das Unternehmen mit einem signifikanten Anstieg von Paketen und anderen Warensendungen. Im November und Dezember werde das Volumen um 70 Prozent gegenüber dem September steigen, an Spitzentagen vor Heiligabend rechnet die Deutsche Post mit bis zu elf Millionen Paketen. Auch dieses Jahr würden deshalb mehr als 10.000 Aushilfen eingestellt, insbesondere für die Zustellung, Sortierung und Verladung. Außerdem miete die Post rund 4.000 zusätzliche Zustellfahrzeuge an, die meisten davon mit Elektroantrieb.

Die Mehrheit der Deutschen kauft Lebensmittel online
Auch nach der Pandemie kaufen die Deutschen ihre Lebensmittel gerne weiterhin im Online-Shop. Die ist das Ergebnis einer Studie der GfK im Auftrag von Mastercard. So liege die Quote derer, die schon vor Corona online eingekauft haben, bei 42 Prozent. 25 Prozent hätten seit dem Ausbruch der Pandemie damit begonnen und bestellten nun regelmäßig, 22 Prozent in unregelmäßigen Abständen. Insgesamt 27 Prozent griffen bei ihren Einkäufen auf Lieferdienste zurück. Dabei wünschten sich sechs Prozent die Lieferung innerhalb einer Viertelstunde, für 16 Prozent liege die Grenze bei 30 Minuten. Die große Mehrheit von 84 Prozent setze auf integrierte Bezahlverfahren, nur sechs Prozent wolle eine Bargeldzahlung.

Paypal übernimmt keine Retourenkosten mehr
Vom 27. November an übernimmt Paypal keine Retourenkosten mehr. Bislang gehörte es zum Service des Bezahldienstes, dass er für bis zu zwölf Bestellungen pro Jahr mit einem Wert von über 25 Euro die Rücksendekosten übernahm, wenn der Online-Verkäufer das nicht selbst anbot. Vom 27. November an gibt nun keine kostenlosen Rücksendeetiketten mehr, Erstattungsanträge für Versandkosten können ebenfalls nicht mehr eingereicht werden, berichtet Channel X. Kunden, die sich für diesen Service bislang nicht angemeldet hätten, könnten ihn bereits jetzt nicht mehr nutzen.


///// NACHHALTIGKEIT

Kunden wünschen sich umweltfreundliche Lösungen im Online-Handel
53 Prozent der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich mehr Nachhaltigkeit im Online-Handel, auch bei Lieferung und Verpackung. Das ist ein Ergebnis der DHL Online Shopper Survey 2022, für die 5.000 Online-Kundinnen und -Kunden aus neun Ländern befragt wurden. Über ein Fünftel der schwedischen Käuferinnen und Käufer zeigten sich der Studie zufolge sogar bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. 58 Prozent aller Befragten würden zudem längere Zustellzeiten in Kauf nehmen, wenn dies dann mit mehr Nachhaltigkeit einherginge. Trotz dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit setzen Online-Käufer aber kostenlose Rücksendungen voraus: Rund die Hälfte würde bei einem Online-Shop ohne kostenfreie Retouren nicht bestellen.