Am Sonntag beginnt in Katar die Fußball-Weltmeisterschaft. Die Fans, die nicht boykottieren und sich auf den Weg an den Persischen Golf machen, müssen dort zwei Apps herunterladen. Da beginnt die Datenschutz-Problematik, die auch den E-Commerce streift. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz empfiehlt, möglichst wenige Daten auf den Telefonen zu speichern. Personenbezogene Daten, wie etwa Telefonnummern, Bild- oder Tondateien sollten nicht gespeichert sein, aber auch keine Daten zu Kreditkarten oder Online-Zahlungen. Daraus folgt: Online-Einkäufe vermeiden und die Beobachtung der Konten von Käufern und Verkäufern auf ungewöhnliche Bewegungen.

///// HANDEL NATIONAL
Peek & Cloppenburg will die digitale Präsenz verstärken
Der umgebaute und technisch weiterentwickelte Online-Shop des Modehändlers Peek & Cloppenburg (P&C) ist gestartet. Die neue Plattform wurde im Haus entwickelt, es kommt keine Standardsoftware zum Einsatz. Mit der verstärkten Digitalisierung will das Unternehmen den Umsatz bis 2026 auf fast das Doppelte gegenüber 2022 erhöhen, rund vier Milliarden Euro, berichtet das Handelsblatt. Nach zwei schwächeren Jahren solle in diesem Jahr wieder ein Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Euro wie im Jahr 2019 erreicht werden. P&C wolle die Nummer Eins der Omnichannel-Modehändler in Europa werden. In die neue Plattform könnten durch die Entwicklung im eigenen Haus schnell neue Funktionen implementiert werden. P&C habe Nachholbedarf und es könne schwierig gegen Anbieter wie Zalando werden. Geplant seien personalisierte Angebote für die Kunden, auch Live-Shopping gehöre dazu.

Bauhaus richtet für die Kunden Abholstationen ein
Bauhaus hat für die Kunden einen Abholservice eingeführt. Nach dem Abschluss der Testphase sind die Abholstationen nun in rund 50 Filialen verfügbar. Die Bestellung erfolgt nach Angaben der Baumarktkette im Online-Shop, die Bezahlung kann per Kreditkarte, Paypal oder Klarna erfolgen. Der Kunde kann die Abholzeit selbst auswählen, die Ware wird innerhalb von spätestens zwei Stunden bereitgestellt, die Abholung ist nach Bauhaus-Angaben rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen, möglich. Der Kunde wird per SMS oder E-Mail informiert und erhält einen Code für das entsprechende Fach, in dem die Ware bereit liegt.

Ebay geht mit einer 360-Grad-Kampagne in den Winter
"Ihr macht das Beste draus", so lautet das Motto der neuen 360-Grad-Kampagne von Ebay Deutschland. Der Online-Marktplatz kündigt an, dass den Kunden dadurch innerhalb der Inflation auf sie zugeschnittene Lösungen angeboten werden sollen, dazu gehören auch Angebote von Alternativprodukten. Die Kampagne ist in drei Phasen aufgeteilt und wird in verschiedenen Medien wie TV, Online Video, Online Display und Social-Media-Programmen präsentiert. In der ersten Phase zeigt ein TV-Spot Maßnahmen der Kunden zur Bewältigung der aktuellen Situation. In der zweiten Phase folgen Angebote innerhalb der Cyber Week, für die dritte Phase schließlich geht es um Geschenke in der Weihnachtszeit.

Deutsche Modeunternehmen haben über sechs Milliarden Euro Coronahilfen erhalten
Die deutsche Modebranche wurde während der Pandemie umfangreich von staatlicher Seite unterstützt. Von den rund 6,3 Milliarden Euro flossen mehr als 50 Prozent in Form von Überbrückungshilfen, von der KfW wurden 1,94 Milliarden Euro als Darlehen bewilligt. Vier Empfänger erhielten rund 750 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds. So lauten die Ergebnisse einer Untersuchung der Textilwirtschaft. Die Überbrückungshilfen, die primär für den Ausgleich von Kosten wie Miete und Strom angesetzt waren, seien zu rund 99 Prozent in den Modehandel geflossen. Von den Neustarthilfen hätten die Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmen im Handelssektor rund 71 Millionen Euro erhalten, für die Modeindustrie habe die Summe bei rund fünf Milliarden Euro gelegen. Die rund 3,39 Milliarden Euro aus dem Topf der Überbrückungshilfe sei an 4.425 Unternehmen aus der Modebranche geflossen. Beim Blick auf den geschätzten Jahresumsatz in Höhe von 64,12 Milliarden Euro sei die Hilfssumme aber ein vergleichsweise niedriger Betrag.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Peloton erweitert den Verkauf über Amazon in weitere Länder
Der Produzent von stationären Fitnessrädern, Laufbändern und Ausrüstung, Peloton, hat in Großbritannien den Verkauf über Amazon gestartet. Bislang hatte das Unternehmen ausschließlich über die eigene Webseite verkauft. Mit diesem Schritt will Peloton die Kunden auf den Plattformen, die sie bereits nutzen, erreichen, schreibt Channel X. Im Rahmen der neuen Kooperation sollen die Geräte direkt an die Kunden geliefert werden, Neukunden könnten sich die Räder selbst zusammenstellen. Der erste Verkauf über Amazon startete im August in den USA, in den nächsten Wochen solle Deutschland folgen.

Deliveroo verabschiedet sich von Australien
Deliveroo macht in Australien sieben Jahre nach dem Start die Tore zu und stellt den Lieferdienst auf dem Fünften Kontinent ein. Als Gründe für den nächsten Ausstieg aus einem Auslandsmarkt gelten die Forderungen der Einstufung der Mitarbeiter als Festangestellte und die Schwierigkeiten im wirtschaftlichen Umfeld, schreibt BBC. Die stärksten Wettbewerber seien Uber Eats und Menulog. In den vergangenen Tagen seien keine Bestellungen mehr angenommen worden. Das Unternehmen müsse nun die betriebsinternen Fragen wie Abfindungen und Entschädigungen für Mitarbeiter klären. Premierminister Anthony Albanese hatte im Wahlkampf in diesem Jahr eine Verbesserung der Arbeitnehmerrechte angekündigt. Im August hatte Deliveroo die Einstellung des Dienstes in den Niederlanden angekündigt, er erfolgt am 30. November.

Konsumklima in der Schweiz bleibt positiv
In der Schweiz hält die positive Stimmung unter den Verbrauchern an, eine Eintrübung ist nach einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo nicht abzusehen. Rund die Hälfte der Befragten plane keine Einschränkungen ihrer Einkäufe, meldet die Swiss Retail Federation. Nur zwölf Prozent rechneten mit starken Einschränkungen. In Deutschland liege die Quote bei knapp einem Drittel. Im Rahmen der Untersuchung vergleichen die Forscher die Zahlen mit denen aus Deutschland. Eine Verschlechterung der Stimmung sei in den Geschäften nicht bemerkbar. Es gebe positive Aussichten für Weihnachten, die große Kaufkraft der Schweiz und die sehr gute Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgten für bessere Bedingungen gegenüber den Nachbarländern.



///// TRENDS & TECH

Mirakl geht mit der Retail-Media-Lösung Mirakl Ads an den Start
Dem E-Commerce steht mit Mirakl Ads von April 2023 an eine neue plattformübergreifende Retail-Media-Lösung zur Verfügung. Der Entwickler der SaaS-Plattform für Enterprise-Marktplätze, Mirakl, verspricht den Nutzern eine neue Möglichkeit, Gewinn aus ihrem Webtraffic zu ziehen. Die Werbetreibenden und die Betreiber der Online-Marktplätze erhielten eine nahtlose Plattform, mit der die digitale Werbung ausgebaut werden könne. Mit Hilfe eines Kampagnenmanagements sei es möglich, die Anzeigen mit der höchsten Zahl an Interaktionen auf mehreren Plattformen zu ermitteln. Durch die eingesetzte Künstliche Intelligenz werde den Kunden die für sie entscheidende Werbung präsentiert.

Amazon bietet die virtuelle Anprobe für Sportschuhe
Amazon-Kunden können in Zukunft in Europa auch ihre neuen Sportschuhe virtuell anprobieren. Nach einem Bericht von Fashion United ist "Virtual Try-On" nun auch für Sportschuhe ausgewählter Marken eingerichtet. Nach dem Start des Tools im vergangenen Sommer für die Probe von Sonnenbrillen, erkenne nun ein Computer Vision Machine Learning (CVML)-System Position, Ausrichtung und Schuhgröße. Mit der Handykamera erhielten die Kunden die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Schuhe optisch passen. Der Zugriff auf Virtual Try-On erfolge über die Amazon-App oder den QR-Code auf der Produktseite.

Genz Z als Zielgruppe: Worauf Händler achten müssen
Eine neue, kaufkräftige Konsumentengruppe begibt sich auf die digitale und physische Ladenfläche: die Gen Z. Die zwischen 1995 und 2010 Geborenen sind keine digitalen Pioniere wie die Millennials mehr, sondern wahre "Digital Natives" - sie kennen kein Leben vor der Digitalisierung. Um auf dem Markt relevant zu bleiben, müssen Marken und Händler mit den sich rasant verändernden Nutzungsgewohnheiten dieser Generation Schritt halten, sagt Nadja Aschmann von der Digitalagentur Demodern. In einem Gastbeitrag für Etailment beschreibt sie, wie sich Unternehmen mit der "Digital-only-Generation" vernetzen und sie langfristig an sich binden - und warum es nicht gleich das Metaverse sein muss.



///// NACHHALTIGKEIT

Kauf von gebrauchter Ware wird immer populärer
Die zunehmende Popularität des Kaufs gebrauchter Ware wird nach den Ergebnissen der "Circular Economy Studie" von You Gov im Auftrag von Ebay Kleinanzeigen besonders von zwei Faktoren geprägt. Einer sei die Frage der Nachhaltigkeit, die auch in Anbetracht der Inflation nicht an Bedeutung verloren habe, denn für 65 Prozent der Befragten seien gebrauchte Produkte gut für die Umwelt. 46 Prozent schätzten den Kauf von Second-Hand-Ware als Möglichkeit für einen nachhaltigen Einkauf ein. Der zweite Faktor ist nach Angaben der Marktforscher der Preis, 85 Prozent wollten ihre Einkäufe in Anbetracht der gestiegenen Preise einschränken. Ein nachhaltiges Handeln stelle für viele Menschen somit auch eine wirtschaftliche Entscheidung dar, so Dr. Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut.