Die sozialen Medien erhalten von einer weiteren Seite Druck. Schulen in Seattle im US-Bundesstaat Washington haben Tiktok, Instagram, Facebook, You Tube und Snapchat verklagt. Der Vorwurf lautet, dass sie für die Krise der psychischen Gesundheit von Jugendlichen verantwortlich seien. Die Erziehung der Schüler werde erschwert, die Medien führten zu einer Verschärfung von Angstzuständen, Depressionen, Essstörungen und Cybermobbing. Durch ihre Ausrichtung auf Kinder verstärkten sie psychische Gesundheits- und Verhaltensstörungen.

///// HANDEL NATIONAL
Weniger Unternehmen planen Preiserhöhungen
Tempo und Umfang der Preiserhöhungen nehmen ab. Auf Grundlage einer Umfrage sind die Ifo Preiserwartungen für Dezember auf 40,3 Punkte gesunken, im November lag der Wert noch bei 46,2. Für den Handel haben die Wirtschaftsforscher des Ifo Instituts einen Rückgang von 50,6 auf 42,0 berechnet. In den einzelnen Produktbereichen liegen ihre Erwartungen für den Lebensmitteleinzelhandel bei 83,7 Punkten (November: 94,7), Drogerien bei 72,0 (91,4) und Spielwaren bei 77,0 (94,5). Anstiege erwarten die Ökonomen für den Kleiderhandel von 32,4 auf 52,9 Punkte sowie den Handel mit Heimtextilien und Teppichen von 48,2 auf 70,6 Punkte. Die Punkte geben an, wie viele der Unternehmen per Saldo ihre Preise erhöhen wollen, die Höhe der Preisänderungen wird nicht abgefragt.

Bio Company stellt gedruckte Werbeprospekte ein
Im vergangenen Jahr hatten einige Handelsketten den Abschied von den gedruckten Werbeprospekten angekündigt, Bio Company hat den Schritt bereits vollzogen. Der Filialbetrieb für Bio-Lebensmittel informiert seine Kunden seit Anfang des Jahres nur noch digital sowie per App und Newsletter über Angebote. Die Umstellung ermögliche das Einsparen von rund 6,7 Tonnen Papier, 6,5 Tonnen CO₂ und 96.000 Liter Wasser pro Jahr. Unverändert hätten die Kunden in den Geschäften aber weiter Zugriff auf das gedruckte Kundenmagazin.

Neue Auflage des Retourenkompendiums erschienen
Zwei Jahre nach der ersten Auflage hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) die überarbeitete Version des Retourenkompendiums veröffentlicht. Das Kompendium erscheint in Kooperation mit dem EHI Retail Institute, Ibi research an der Universität Regensburg, der Hochschule Darmstadt, der Hochschule Wedel und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und bietet lauf BEVH den Überblick über die Entwicklungen und den aktuellen Stand der Forschung bezüglich Retouren. So seien seit der ersten Ausgabe neue Geschäftsmodelle entstanden, die auch durch die stärkere Betonung der Nachhaltigkeit im Handel bestimmt seien. Untersucht würden unter anderem die Kosten der Retouren und ihr Einfluss auf die Vermeidung der Rückgaben, die Einstufung der B-Ware durch die Kunden und die Ansätze zur Prävention von Rückgaben.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Steigende Verkaufszahlen im Online-Bootshandel
Die Boats Group, zu der weltweit insgesamt elf Online-Marktplätze für Kauf und Verkauf von Booten gehören, meldet Zuwächse für das vergangene Jahr und erwartet für 2023 eine ähnliche Umsatzentwicklung. So habe die Zahl der Unique Visitors auf der Plattform Boats.com 2022 in Europa bei 6,1 Millionen gelegen, gegenüber 2019 bedeute dies ein Plus von 47 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens stammen rund 40 Prozent der Nutzer aus Europa, die Zahl der verfügbaren Boote liege bei 55.000. Für den deutschen Marktplatz von Boot24.com meldet die Boats Group 1,6 Millionen Unique Visitors. Zwar geht der Konzern für 2023 mit einem Rückgang der Nachfrage um bis zu zehn Prozent aus, durch den zu erwartenden Preisanstieg um 15 bis 25 Prozent sei nicht mit starken Umsatzrückgängen zu rechnen.

Sellier übernimmt Worn
Auf dem britischen Markt für den Verkauf von Second-Hand-Ware gibt es eine neue Übernahme. Der Online-Marktplatz Sellier, der auch zwei Ladengeschäfte betreibt, kauft das Portal für den Wiederverkauf von Luxusware, Worn, berichtet Fashion United. Der Verkauf der Ware laufe in Zukunft über die Plattform von Sellier, erwartet werde ein Umsatzwachstum von rund 25 Prozent. Der Fokus von Sellier liege auf dem Verkauf seltener moderner und älterer Mode, seit der Gründung 2019 habe sich der Jahresumsatz verdoppelt. In diesem Jahr sei eine weitere Steigerung das Ziel, unter anderem mit zusätzlichen Läden und der Übernahme weiterer Unternehmen.

Poshmark geht an Naver
Der koreanische Internet-Konzern Naver hat die Übernahme der Plattform von Poshmark abgeschlossen. Als Ziel der Transaktion nennen die beiden Partner den Aufbau eines globalen Marktplatzes für gebrauchte Bekleidung, heißt es bei Channel X. Dazu gehöre die Verknüpfung der Plattform für Social Shopping von Poshmark, die besonders in den USA tätig sei, mit der Technologie von Naver, um bislang nicht abgedeckte Märkte zu erschließen. Zu den Maßnahmen zählten Steigerungen der Conversion Rates und ein Ausbau des Livestreaming-Shoppings.

Amazon will drei Warenlager in Großbritannien schließen
Die Meldungen über Streichungen von Arbeitsplätzen oder Einrichtungen bei Amazon gehen weiter. Nun stehen in Großbritannien drei Warenhäuser vor der Schließung. Von den Maßnahmen können bis zu 1.200 Mitarbeiter betroffen sein, berichtet The Guardian. Sie sollten aber Arbeitsplätze in anderen Einrichtungen von Amazon angeboten bekommen, doch für Gourock in West-Schottland gebe es alternativ keinen in der Region liegenden Standort. Im Gegenzug zu den drei Schließungen sollten aber zwei neue Einrichtungen in anderen Regionen in Betrieb gehen.



///// TRENDS & TECH

Hybride Einkaufsmöglichkeiten sind gefordert
Für die Verbraucher stellen bei ihren Einkäufen die Verfügbarkeit, Preise und der Versand der Produkte die größten Hindernisse dar. Nach einer Studie des Anbieters von Lösungen für das Mobilitäts- und IoT-Gerätemanagement Soti bereiten diese Faktoren 93 Prozent der deutschen Konsumenten Schwierigkeiten. Dies bedeutet nach Angaben der Analysten einen Anstieg von zehn Prozentpunkten in Deutschland. Um diese Problemfelder zu überwinden sei der Verkauf gefordert, den Kunden hybride Einkaufsmöglichkeiten, stationär und online, anzubieten. In Deutschland kauften 46 Prozent der befragten Personen vorzugsweise online, rund zwei Drittel auch in Geschäften, daher solle der Handel die Strategien der beiden Handelsschienen vereinen. Im Mittelpunkt stünden für die Kunden das Wissen über die Lieferzeit, die Phase des Transports und den Lieferanten sowie die Wahlmöglichkeit unterschiedlicher Rückgabevarianten. Die Studie ist ab 10 Uhr abrufbar.

Youbuyda schließt an Amazon Click & Collect an
Youbuyda hat die technische Lösung des Click & Collect-Programms, das bislang für Google und die eigene Webseite des jeweiligen Einzelhändlers bestand, auf Amazon Click & Collect erweitert. Der lokale Einzelhandel hat nach Einschätzung des Gießener Unternehmens somit die Möglichkeit, die eigenen Produkte auf Amazon anzubieten, die Kunden aber durch Click & Collect zurück in die Ladengeschäfte zu holen. Zur Local Commerce Suite für den stationären Handel gehören ein zentrales Verwaltungssystem mit einem Order- und Retourenmanagement sowie ein konfigurierbares Benachrichtigungssystem.

Amazon erweitert Buy with Prime
Am 31. Januar erhalten in den USA weitere Händler Zugriff auf das Programm Buy with Prime von Amazon. Der Konzern hatte es im April 2022 gestartet, die entsprechenden Händler sind mit dem Prime-Logo gekennzeichnet, sie konnten nur auf Einladung teilnehmen. Neben der Öffnung des Programms für den gesamten Handel verspricht Amazon auch neue technische Anwendungen. So könnten Bewertungen der Kunden von Amazon.com in die Online-Shops der jeweiligen Händler integriert und auch dort erstellt werden. Die Kunden hätten dort auch Zugriff auf Prime-Leistungen wie kostenlose Lieferung und einen schnelleren Kaufprozess. Partner ist die Plattform Big Commerce mit einer App, die im ersten Quartal verfügbar sei und die Verknüpfung und Nutzung beider Programme ermögliche.


///// NACHHALTIGKEIT

Online-Supermarkt Ackerherz: Günstige Bio-Produkte per Mitgliedschaft
Die Nachfrage nach Bio-Produkten sinkt, denn viele Deutsche müssen beim Lebensmitteleinkauf sparen. Der Berliner Gründer Vincent Rabl will hier gegensteuern: Sein Online-Bio-Supermarkt Ackerherz zielt auf preissensible Kunden, die gerne mehr Bioprodukte kaufen würden, es sich aber schlicht nicht (mehr) leisten können. Durch ein Mitgliedschaftsmodell sollen immer mehr haltbare Bio-Produkte um bis zu 50 Prozent günstiger als im Supermarkt angeboten werden. Im Etailment-Kurzinterview erklärt der Ackerherz-Gründer, wie es funktioniert.