Weihnachten ist vorbei, Umtausch und Rücksendungen toben sich aus. Der Händlerbund hat ein bisschen Balsam für gestresste Onliner zusammengestellt: zehn Dinge, die Verbraucher nicht dürfen. Zum Beispiel auf versehentlich zu niedrig angegebenen Preisen bestehen. Auf kostenlose Retourenlabels pochen. Kommentarlos widerrufen. Und Händler dürfen für benutzte Retouren unter Umständen einen Wertersatz verlangen.

///// HANDEL NATIONAL
Aldi Süd: Kundenmagazin nur noch online
Papieraussortierung, die nächste: "Da unsere Beiträge ab sofort rund um die Uhr für euch online verfügbar sind, haben wir uns entschieden, unser Magazin nicht mehr in gedruckter Form auszulegen", schreibt Aldi Süd im Vorwort des aktuellen Kundenmagazins "Aldi inspiriert". Die Inhalte würden künftig direkt digital und multimedial konzipiert, sagte Aldi Süd den Kollegen von Lebensmittelzeitung.net. Das bedeute "mehr Bilder, Videos und interaktive Inhalte". (Die Übersicht "Das ändert sich 2023 bei den Prospekten im Supermarkt" auf Focus.de vom gestrigen Mittwochmittag ist damit bereits veraltet.)

Hellofresh gibt Japan-Geschäft auf
Der deutsche Kochboxen-Versender Hellofresh hat einem Bericht von DPA zufolge Ende 2022 sein Japan-Geschäft nach weniger als einem Jahr wieder aufgegeben. „Die ersten Monate in Japan haben gezeigt, dass derzeit kein Marktumfeld gegeben ist, das eine zusätzliche Wachstumsfinanzierung gerechtfertigt hätte“, wird das Unternehmen zitiert. Ein Analyst von Jefferies begrüße den Schritt, da zurzeit  grob zusammengefasst  Profite vor Expansion gingen. Mit der Fertigmahlzeiten-Marke Factor allerdings wolle Hellofresh nach Kanada expandieren.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon I: Acht-Milliarden-Dollar-Kredit
Amazon leiht sich acht Mrd. US-Dollar  das geht aus einer Meldung an die Börsenaufsicht hervor (US Securities and Exchange Commission), auf die Retaildive.com verlinkt. Das Geld wird für 364 Tage bereitgestellt mit der Option auf Verlängerung um weitere 364 Tage. Es werde für "allgemeine Unternehmenszwecke" verwendet. Zu den Gründen verweist Retaildive.com auf die Ankündigung von Amazon, im vierten Quartal könnte das Geschäft weniger gut laufen, und auf jüngste Pläne für 10.000 Entlassungen (das "Morning Briefing" berichtete).

Amazon II: Neue Lieferketten-Vorgaben
Amazon hat am 30. Dezember neue "Supply Chain Standards" veröffentlicht, die am 19. Januar in Kraft treten. Die zwölfseitigen Vorgaben unter anderem zu Arbeitnehmerrechten, Umweltschutz und Management gälten "für alle Warenlieferanten und Dienstleister für Amazon und für Tochtergesellschaften von Amazon", also für alle. Ecommercebytes.com nennt die Vorgaben "löblich", dennoch seien viele Dinge offen, zum Beispiel, wie der Nachweis genau aussehen solle: "Verkäufer können nicht die ganze Welt auf grundlegende Menschenrechte überwachen", wird ein Verkäufer zitiert. Andere spotteten darüber, ob Amazon mit seinen rigiden Arbeitsvorgaben denn den eigenen Lieferketten-Standards gerecht werde.

Amazon III: Kartonfreie Retouren
"Wir wissen, dass die Suche nach Karton und Klebeband sowie die Beschriftung des Pakets eine Schererei sein kann" – Amazon gibt sich in seiner Pressemitteilung verständnisvoll und ermöglicht die kartonlose Rückgabe bei bestimmten Partnern auf dem US-Markt: physischen Amazon-Läden, einzelnen Läden der Marke Whole Foods, 1.150 Läden der Kette Kohl's und fast 4.800 UPS Stores. Voraussetzung ist die Übermittlung eines QR-Codes durch das Amazon Return Center. Die Partner übernähmen dann das Einpacken und Rücksenden.

Instacart senkt interne Unternehmensbewertung
Der US-amerikanische Lebensmittel-Lieferdienst Instacart hat Ende 2022 seine interne Bewertung um rund 20 Prozent auf zehn Mrd. US-Dollar gesenkt. Das berichtet Reuters.com unter Berufung auf andere Medien und interne Hinweisgeber. Bereits im Mai sei die Bewertung um 40 Prozent gesenkt worden, 2021 habe sie bei 39 Mrd. Dollar gelegen. "Die jüngsten Senkungen der Bewertung zeigen, wie sich die Volatilität öffentlicher Märkte auf hochfliegende Privatunternehmen auswirkt", schreibt Reuters. Unter anderem sei 2022 auch der angekündigte Börsengang verschoben worden.

Doordash wird Paketbeförderer
Warum sollte ein Essenslieferdienst nur Essen liefern? Die Fahrer des US-Dienstes Doordash jedenfalls nehmen jetzt laut Pressemitteilung für drei bis fünf US-Dollar bis zu fünf Pakete mit und liefern sie an den Stationen von UPS, Fedex und USPS ab. "Package Pickup" ist über die Doordash-Website buchbar und erreicht laut Unternehmen 95 Prozent der US-Amerikaner. "Wir hoffen, E-Commerce-Einkäufe zu vereinfachen, indem wir die Retourenprozesse optimieren", so Doordash. Der Start in der Saison der Weihnachtsgeschenk-Umtausche sei volle Absicht. Fastcompany.com zufolge wurde "Package Pickup" rund ein Jahr lang getestet.

Zweimal Ebay in Großbritannien
  • Wegen fortgesetzter Streiks bei Royal Mail und Parcelforce haben verspätete Lieferungen noch bis zum kommenden Samstag (7. Januar) keine Auswirkungen auf den Status britischer Ebay-Händler. Wie Channelx.world schreibt, seien pünktliche Zustellungen an Streiktagen und dem jeweiligen Tag danach eine Illusion, selbst für Premiumdienste wie "Tracked 24" und "Special Delivery".
  • Ebay UK erneuert das Sponsoring für die Dating-Reality-Show "Love Island". Im Mittelpunkt stehe Second-Hand- ("pre-loved") Kleidung. Voriges Mal sei die Zahl der Suchanfragen nach gebrauchter Kleidung um 1600 Prozent gestiegen, die Zahl der Anbieter solcher Mode um 24 Prozent.


///// TRENDS & TECH

Neue App von Coupons.de zeigt Gutscheine schon in der Suchanfrage
Coupons.de verspricht per Pressemitteilung, Gutscheine für Online-Shops direkter darzustellen: Wer die neue App und eine Tastaturerweiterung (iOS- und Android) installiere, bekomme "künftig die besten Gutscheine direkt beim Surfen im Browser angezeigt"Per Klick könne der gewünschte Gutschein für die Bestellung genutzt werden, ein Besuch auf einem Rabattportal sei nicht notwendig. Auf diese Weise werde der Gutschein "schon beim simplen Suchen nach einer bestimmten Marke" wahrgenommen, schreibt das Unternehmen. Die Technik komme vom britischen Anbieter Kindred.