Bei Amazon könnte der Abschied von Alexa bevorstehen. Nach den schwachen Zahlen in den vergangenen Wochen und Monaten kommt es zu einer Überprüfung der einzelnen Sparten, um über eventuelle Maßnahmen oder Schließungen zu entscheiden. Mitarbeiter in solchen Unternehmensbereichen wird mitgeteilt, sie sollten sich nach anderen Jobs im Unternehmen umschauen. Im Bereich der Geräte, zu dem auch Alexa gehört, sei es im vergangenen Jahr zu einem Minus von rund fünf Milliarden US-Dollar gekommen. Der Konzern wolle Alexa aber weiterführen.

///// HANDEL NATIONAL
Schaffrath mit neuer 3D-Anwendung
Die Unternehmensgruppe Schaffrath bietet den Kunden beim Möbelkauf eine weitere 3D-Lösung an. Seit 2001 hat der Möbelhändler zusammen mit dem Technikpartner Lahoma entsprechende Tools entwickelt. Nach dem 3D-Raumdesigner 2021 kamen im Lauf dieses Jahres der Shop-the-Look-Bildergalerie und der Interior Design Service dazu. Nun folgt laut eines Berichts von Möbelmarkt.de bis zum Jahresende ein Augmented Reality Tool. Damit sollen sich die Kunden die Produkte virtuell live in ihrer eigenen Wohnung ansehen können. Für die Unternehmensleitung sei dies ein Bestandteil bei der Weiterentwicklung des Online-Handels, so könne der Multi-Channel-Vertrieb ausgebaut werden.

Der Bundestag verpflichtet digitale Plattformen zu Meldungen bei Finanzbehörden
Der Deutsche Bundestag hat einen Gesetzentwurf der Bundesregierung über neue Meldepflichten für digitale Plattformen verabschiedet. Die Betreiber der Plattformen müssen in Zukunft Informationen über Einkünfte, die Anbieter auf den Plattformen erzielt haben, an das Bundeszentralamt für Steuern melden, teilt das Parlament mit. Grund für die neuen Regelungen sei, dass die Unternehmen die Einkünfte unvollständig oder gar nicht meldeten. Schwierigkeiten bestünden besonders, wenn sich der Sitz der Plattformen im Ausland befände. Nun seien Betreiber der Plattformen aus dem Inland und den EU-Mitgliedsländern zu den Meldungen verpflichtet. Es werde einen automatischen Informationsaustausch zwischen den EU-Ländern geben.

DM erreicht knapp zehn Milliarden Euro Umsatz
Die Drogeriemarktkette DM hat das am 30. September abgelaufene Geschäftsjahr in Deutschland mit einem Umsatzwachstum von 9,7 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro Umsatz abgeschlossen. Für die ausländischen Tochterunternehmen vermeldet DM ein Plus von 13,5 Prozent, in Europa von 10,7 Prozent. Die Einführung der Abholstationen in den Filialen für die Abholung online bestellter Einkäufe bezeichnet die Kette als "Meilenstein". Der Kundenzuspruch für den Abholservice sei höher als erwartet, besonders positiv sei er bei den Express-Abholungen. Zufrieden zeigt sich die Unternehmensleitung auch bei der App, über die 60 Prozent der Online-Bestellungen abliefen. Hier werde die Entwicklung hin zu einem Omnichannel-Händler sichtbar.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Tiktok öffnet den Online-Shop in den USA für Händler
Tiktok unternimmt in den USA den nächsten Schritt in den Online-Handel. Interessierte Händler können sich bei Tiktok für die Nutzung des Online-Shops anmelden, meldet Business Insider. Der Shop sei bislang in Großbritannien und einigen asiatischen Ländern verfügbar, nun folgten die USA. Die Anmeldung sei aber nicht für alle Händler möglich, sie benötigten einen speziellen "Einladungs-Code". Gewerbliche Anbieter müssten einen US-amerikanischen Handelsregisterauszug vorlegen, private Anbieter benötigten einen US-Pass oder -Führerschein. Die Provision für Tiktok liege für jedes verkaufte Produkt bei fünf Prozent.

Gap startet den Verkauf über Amazon
In Nordamerika bietet Gap seine Produkte nun auch bei Amazon an. Das US-amerikanische Bekleidungsunternehmen hat sich auf einen Vertrag mit Amazon Fashion geeinigt. Gap hatte in den vergangenen Jahren mit rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfen. Zum Sortiment bei Amazon gehören nach einem Bericht von Fashion United unter anderem Produkte der Marke Gap für alle Altersgruppen, aber auch Kinderwagen und weitere Produkte aus dem Babysortiment. Gap hoffe, mit dem zusätzlichen Vertriebsweg neue Kundengruppen zu erreichen. Die Kunden würden in einem Gap-Store auf dem Amazon-Marktplatz und für Mitglieder von Amazon Prime verfügbar seien.

Der Online-Handel in den USA erreicht Vorjahresniveau
Der E-Commerce in den USA verzeichnete im Oktober nach den Zahlen von Adobe Analytics mit Umsätzen von 72,2 Milliarden US-Dollar fast die Höhe des Vorjahresmonats von 72,4 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum September entspräche dies einem Plus um 10,9 Prozent. Nach Einschätzung von Adobe Digital Insights hat sich der E-Commerce unter den derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen als stabil erwiesen. Insgesamt habe das Umsatzvolumen in den ersten zehn Monaten 727 Milliarden US-Dollar erreicht, ein Zuwachs von 6,9 Prozent. Der Anteil der Verkäufe mit Buy-Now-Pay-Later-Programmen sei im Oktober nur um ein Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen, in den ersten neun Monaten um fünf Prozent.

Alibaba zeigt sich zufrieden mit 11.11.
Die chinesische Alibaba Group zieht nach Abschluss des 11.11. Global Shopping Festivals ein zufriedenes Fazit. Nach eigenen Angaben sei es gelungen das Ergebnis des Vorjahres zu wiederholen, die Zahl der Marken habe bei 290.000 aus 90 Ländern gelegen. Ein Wachstum habe es in den Kategorien Sport und Outdoor, Produkte für Haustiere, Spielzeug und Schmuck gegeben. Mehr als 300 Millionen Kunden seien bei den Livestreaming-Verkaufsshows von Taobao Live dabei gewesen. Die Priorität für Alibaba sei es gewesen, für die Handelspartner die Sicherheit für ihre Verkaufsaktivitäten zu verstärken. Es hätten sich bei den Kunden neue Trends entwickelt, die großes Potenzial böten.


///// TRENDS & TECH

Spotify und Google starten User Choice Billing
Im April haben sich Spotify und Google bei Android für den Aufbau eines User Choice Billing (UCB), bei dem die Kunden die Wahl aus unterschiedlichen Zahlungsverfahren haben, entschieden. Nun können Spotify-Kunden nach Unternehmensangaben in einigen Ländern ihr bevorzugtes Verfahren aussuchen. Damit entfalle die Limitierung auf die Standardlösungen in Google Play. Spotify wolle UCB in Zukunft weiter entwickeln und erweitern. Nach einem Bericht von The Verge fallen für die Partner aber weiterhin Gebühren an Google an. Google teilt mit, dass UCB in 35 Ländern verfügbar ist.

Amazon präsentiert neue Liefer-Drohne
2013 hat Amazon die ersten Tests mit Drohnen für Lieferdienste begonnen, nun soll bis Ende des Jahres der Lieferservice mit dem Modell MK27-2 in zwei Städten in den USA starten. Bevor der Dienst aufgenommen wird, hat der E-Commerce-Riese eine neue Drohne präsentiert, berichtet Cnet. Das neue Modell MK 30 soll Flüge im Regen ermöglichen, nach Angaben von Amazon kann MK30 längere Strecken zurücklegen, verfügt über eine höhere Temperaturtoleranz und weitere Sicherheitsmodule. Die Lärmemissionen seien durch ein neues Rotorsystem um 25 Prozent niedriger. Der Start ist für 2024 geplant.

Miele-Zubehör zum Download für den 3D-Drucker
Miele geht einen neuen Weg bei der Belieferung der Kunden mit dem Zubehör. Die Kunden können sich die Teile in Zukunft mit Hilfe des Programms 3D4U direkt in 3D-Form mit einem FLM-Drucker ausdrucken, meldet Internet World. Sie erhielten die erforderlichen Daten und Vorlagen kostenlos zum Download in einer Community, der Weg in den Fachhandel erübrige sich damit. Dabei könnten die Zubehörteile auch individualisiert werden. Das Verfahren gelte nur für Zubehör aus Kunststoff und für das kein Eingriff ins Gerät erforderlich sei. Metallteile müssten weiterhin im Fachhandel gekauft oder beim Hersteller bestellt werden.


///// NACHHALTIGKEIT

Werbung mit dem Logo "Klimaneutral" kann irreführend sein
Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat Werbung mit dem Logo "Klimaneutral", die ohne weitere Erläuterungen erfolgt, als irreführend eingestuft. Eine solche Werbung kann erheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidung der Verbraucher haben, heißt es im Urteil. Die Unternehmen müssten über die grundlegenden Umstände der beanspruchten Klimaneutralität aufklären. Im konkreten Fall hatte einer von zwei Anbietern von Putzmitteln mit dem Logo "Klimaneutral" geworben, die Klägerin hielt dies für erläuterungsbedürftig. Das OLG stimmte dem zu. Der Verbraucher gehe bei diesem Logo davon aus, dass alle wesentlichen Emissionen des Unternehmens vermieden oder kompensiert würden, rechne aber nicht mit der Ausklammerung bestimmter Emissionen. Das OLG hat damit eine Entscheidung des Landgerichts aufgehoben, die nun ergangene Entscheidung ist nicht anfechtbar.