Wer schon immer einen etwas anderen Online-Shop betreiben will, könnte bei der Verkaufsbörse Shopanbieter.de jetzt zuschlagen: Zum Verkauf steht ein Online-Shop für Trockentoiletten, nach Verkäuferangaben ein die natürlichen Ressourcen schonendes Produkt, das sowohl Wasser als auch Strom spart. Die Produkte stammen vor allem aus schwedischer und finnischer Produktion. Kaufpreis: 70.000 Euro. In Zeiten von Blackout-Warnungen könnte dies ein gewinnbringendes Geschäft werden. 

///// HANDEL NATIONAL
Verbraucherzentrale Bayern findet Mängel bei der Kündigung von Verträgen auf Webseiten
Auf lediglich 273 von 840 getesteten Internetseiten sei der seit Juli 2022 erforderliche Kündigungsbutton zufriedenstellend umgesetzt, berichtete gestern die Verbraucherzentrale Bayern. Die neue Kündigungsvorgaben für im Internet abgeschlossene Verträge sieht vor, dass die Kündigung einfach per Knopfdruck mittels eines Widerrufbuttons möglich sein muss. 152 Unternehmen, die oftmals mehrere Webseiten betreiben, wurden bereits abgemahnt. 

Online-Schuhreparatur-Service Shoedoc will gegen das Fast-Fashion-Zeitalter antreten
Die Zahl der Schusterbetriebe und Maßschuhhersteller ist in den vergangenen Jahrzehnten bedrohlich auf bundesweit 128 Betriebe geschrumpft. Die Kundschaft dieser zum Großteil exquisiten Schuhläden möchte ihre Schuhe lange tragen  aber auch Kundinnen und Kunden, die Massenware kaufen, sind unter Nachhaltigkeitsaspekten immer mehr bereit, Schuhe reparieren und damit länger haltbar zu machen. Der Online-Schuhreparatur-Service Shoedoc sieht sich einer großen Nachfrage gegenüber, erläutert Gründer und Inhaber Matthias Vickermann in einem Interview. 

Neues von den Lieferdiensten:

  • Gründerszene berichtet, dass Getir für die Übernahme des Mitbewerbers Gorillas etwa 100 Mio. Euro in bar bezahlen will, den Rest in Unternehmensaktien. Das würde die bisherige Bewertung von Gorillas deutlich unterbieten. 
  • Der Berliner Lieferdienst Delivery Hero will eine erhebliche Menge an Stellen abbauen, berichtet Online-Händler-News.de. Betroffen seien vor allem interne administrative Abteilungen, weniger die Fahrradkuriere. 

///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon streicht 10.000 Stellen
Nach US-Medienberichten hat die Entlassungswelle nun auch das größte Online-Warenhaus der Welt erreicht: Amazon streicht demzufolge in einem ersten Schritt 10.000 Stellen. Grund seien trübe Wirtschaftsaussichten weltweit. Amazon bestätigte die Berichte zunächst nicht. 
Währendessen geht Unternehmensgründer Jeff Bezos unter die Philanthropen. Dolly Parton erhält 100 Mio. US-Dollar für die Dollywood Foundation, die finanzschwache Regionen im Süden der USA unterstützt. 

Testlauf in Großbritannien: Primark-Webseite bricht zusammen
So viel zum Thema Boykott von Fast-Fashion: Als gestern der Anbieter Primark eine Click & Collect-Funktion auf seiner Webseite freischaltet, stürzte diese ab. Aktuell läuft ein Pilotprojekt, bei dem in 25 Niederlassung in Nordwestengland, Yorkshire und Nordwales ausschließlich Kinderartikel verkauft werden. Primark verzeichnete während der Corona-Pandemie einen Umsatzverlust von mehr als eine Mrd. Englische Pfund, öffnet sich aber trotzdem nicht vollkommen für den Online-Handel. Die Abholung werde getestet, Lieferungen soll es nicht geben, teilte das Unternehmen gegenüber britischen Medien mit. 

So will ein Wiener Start-up Lieferketten sicherer machen
Ob Ukrainekrieg, neue pandemiebedingte Betriebsstillstände in China oder Menschenrechtsverletzungen bei Zulieferbetrieben: Globale Lieferketten sind mehr Risiken denn je ausgesetzt - und die Folgen, die Unternehmen durch Beschaffungsprobleme oder Reputationsschäden drohen, enorm. Mit einer KI-basierten Supply-Chain-Intellligence-Plattform will das Wiener Start-up Prewave Risiken, die Lieferanten und Rohstoffe betreffen, frühzeitig identifizieren, verstehen und kategorisieren, um Unternehmen zu helfen, frühzeitig auf Probleme und Störungen reagieren zu können. Etailment stellt das Start-up aus Wien vor.


///// TRENDS & TECH

Handel im Metaverse
Alle reden davon, doch kaum ein deutscher Händler macht schon Geschäfte im Metaverse. Kein Wunder, wer weiß schon, welches der vielen Metaversen derzeit die größten Chancen bietet und wie teuer dort eine Parzelle Land ist. Welche Marken und Produkte gerade gefragt sind und wie der Einstieg funktionieren kann, erläutern heute Nachmittag (15. November) um 16:00 Uhr zwei ausgewiesene Experten: Dirk Lueth, Gründer vom Metaverse Upland, und Bernhard Haas, Leiter Metaverse Studio und Geschäftsführer von Bitfuel. Es moderiert Dr. Björn Böer, Chefredakteur von „Der Handel“ und Etailment.de.

Verbraucher nutzen Angebote zur Peak Season 
Das auf Datenanalyse spezialisierte Unternehmen Experian hat die Ergebnisse seiner angeschlossenen Online-Händler am Singles'Day erhoben. Demnach verzeichneten sie einen Anstieg der Transaktionen um 162 Prozent gegenüber dem Normalbetrieb. Im Vorjahr betrug der Anstieg 102 Prozent. Hauptprofiteur war demnach die Modebranche, die 417 Prozent mehr Umsatz erzielen konnte. Auch der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz stieg um 14 Prozentpunkte. Kundinnen und Kunden hätten gelernt, Angebote zur Peak Season optimal zu nutzen, kommentiert Experian-Expertin Renate Oldenburger.

Gebrauchte Kleidung wird an Weihnachten salonfähig
Der Second Hand-Onlineshop Momox Fashion hat bei seinen Kundinnen und Kunden nachgefragt, ob sie Gebrauchtes als Weihnachtsgeschenk in Erwägung ziehen. Die Ergebnisse sind eindeutig: 60 Prozent der Befragten können sich das vorstellen, 40 Prozent wollen es auch tun. Dabei spielt der Nachhaltigkeitsaspekt eine große Rolle. Ob Online oder auf dem Flohmarkt  auch bei Last-Minute-Käufen ist Gebrauchtes gefragt wie nie. Die Liste der meistgekauften Artikel führen Accessoires wie Taschen, Schals und Tücher an. 

Internet unverzichtbar für junge Leute und das Bildungsbürgertum
Die Wochenzeitung Die Zeit hat beim Meinungsforschungsinstitut Infas eine Umfrage zur Verzichtbarkeit des Internets in Auftrag gegeben. Das Ergebnis zeigt eine eindeutige Abhängigkeit vom Bildungsniveau. Lediglich Menschen in Deutschland mit Hauptschul- oder ganz ohne Schulabschluss halten das Internet zu 50 Prozent für verzichtbar. Bei jungen Leuten zwischen 18 und 30 Jahren sind nur zehn Prozent dieser Meinung, gleiches gilt für Deutsche mit Abitur. 

///// NACHHALTIGKEIT

Der Wert nachhaltiger Produkte muss sich erst noch zeigen
Die Outdoorbranche bleibt auch bei nachhaltigen Textilien nach der Corona-Krise auf Erfolgskurz, berichtet die Platform Group, Wiesbaden, und verweist auf ein Wachstum von 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf den unternehmenseigenen Plattformen (zwölf davon 12 B2C und neun B2B). Dennoch prognostiziert Vertriebsleiter Jürgen Hanke angesichts der aktuellen Krisen eine Hinwendung der Kundschaft zu preisbewussten Alternativen. Im Oktober 2022 zeigt sich ein erster Trend: Der Umsatz mit klassischen Outdoor-Textilien und -Schuhen auf den Portalen  sank „nur“ um 27,4 Prozent, während nachhaltige Produkte um 50 Prozent weniger nachgefragt wurden.