Diesmal trifft es alle Händler  ob online oder stationär: Die Insolvenzgefahr steigt mit jeder Hiobsbotschaft, die die Menschen hierzulande beim Einkaufen ausbremst. Deshalb will die SPD nun die Insolvenzantragspflicht aussetzen, bis das Wirtschaftsministerium konkrete Hilfen für die Wirtschaft präsentiert. Das ist für viele ein Déjà-Vu. Die meisten stationären Händler kennen sich mit der Beantragung von Hilfen schon sehr gut aus. Stellen sie diese Expertise ihren Online-Kollegen zur Verfügung?

///// HANDEL NATIONAL
Hamburg bleibt smarteste Stadt Deutschlands
Zum vierten Mal in Folge ist die Hansestadt Hamburg zur smartesten Stadt Deutschlands beim Smart City Index des Digitalverbandes Bitkom gewählt worden. Allerdings sei der Vorsprung vor dem zweitplatzierten Münchnern geschrumpft. Auf den Plätzen folgen Dresden, Köln und Karlsruhe. Keine Stadt sei im Fortschritt bei der Digitalisierung im vergangenen Jahr zurückgefallen, heißt es bei Bitkom. Die Unterschiede lägen in der Geschwindigkeit. 

Ebay-Kleinanzeigen führt Direkt kaufen"-Funktion ein
Ab sofort müssen private Verkäufer und Käufer auf Ebay-Kleinanzeigen vor dem Verkaufsabschluss nicht mehr miteinander kommunizieren. Über die neue Funktion „Direkt kaufen", werde der Einkauf schneller und komfortabler, meinen die Erfinder.  Auch würde der Second-Hand-Handel dadurch noch attraktiver. Die Funktion muss vom Verkäufer aktiviert werden. Ebay-Kleinanzeigen kündigt außerdem an, das Limit für „Sicher bezahlen” auf 2.000 Euro zu erhöhen.  

Lebensmittel-E-Commerce in Skandinavien profitabel
Auch wenn der E-Commerce bei Lebensmitteln seit Jahren Fahrt aufnimmt, haben fast alle Anbieter in Deutschland ein Problem: Sie sind nicht profitabel. Anders in Skandinavien, behauptet die Hard- und Software-Schmiede Strongpoint und gibt den Händlern hierzulande drei Tipps: Die Fulfillment-Center sollten tendenziell klein und nah an Kundinnen und Kunden liegen. Die Händler sollten eher auf Abholung- als auf Bring-Service setzen. Und sie sollten für ihren Service eine angemessene Vergütung verlangen. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Spotify führt Audiobooks ein
Das wird den Handel mit Hörbüchern durcheinander wirbeln: Spotify nimmt Audiobooks ins Programm und setzt sein Bestreben fort, ein One-Stop-Shop für alle Hörbedürfnisse zu sein. Das Angebot ist gestern zunächst in den USA gestartet. Wann es nach Europa kommt, ist derzeit nicht bekannt. 

Amazon-Kurz-Nachrichten:
  • Die Europäische Zentralbank, EZB, testet den digitalen Euro als Zahlungsmittel und Amazon mischt dabei kräftig mit. 
  • Amazon kümmert sich um sauberes Wasser für Mio. Menschen, berichtet der Amazon Watchblog. Dafür ist der Online-Riese eine Partnerschaft mit der gemeinnützigen Organisation Water.org eingegangen. 


///// TRENDS & TECH

Zahl der Dollar-Millionäre um 5,2 Mio. gestiegen
Der Global Wealth Report der Schweizer Großbank Credit Suisse bringt es ans Licht: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Dollar-Millionäre um 5,2 Millionen Personen gestiegen. Grund dafür sind boomende Börsen und steigende Immobilienpreise. Für die nächsten fünf Jahre rechnen die Autoren des Reports trotz Rezession in mehreren Ländern mit einem weiteren Anstieg der Vermögenswerte. In Deutschland leben demnach derzeit 2,7 Mio. Dollar-Millionäre. 

Krisen-Resilienz von E-Commerce-Modellen: Warum der Aktienkurs nicht als Indikator taugt
Inflation, Zinserhöhungen und ein Aktienmarkt, der verrücktspielt: Was genau bedeuten diese Entwicklungen für Geschäftsmodelle im E-Commerce und welche Konzepte werden die Krise überstehen? Etailment-Gastautor Christian Maaß, Geschäftsführer bei Thomann Music, erklärt, was Onlinehändler krisenresistent macht.

Alibaba präsentiert erste Augmented-Reality-Modeschau
Wie verkauft man in Zukunft Luxusprodukte über Meta und anderen Online-Kanäle? Wer der Luxus-Shopping-Plattform von Alibaba, Tmall, folgt, bekommt interessante Anregungen. Gerade hat der Tmall Luxury Pavilion stattgefunden, der eine Augmented-Reality-Modenschau beinhaltete. Kundinnen und Kunden, die dabei sein wollten, benötigten einen Meta-Pass, der gleichzeitig den Zugang zu exklusiven Angeboten von Designermarken ermöglichte. Mit von der Partie waren Designermarken wie Richemont, Kering oder LVMH. 

///// NACHHALTIGKEIT

Knuspr und die "Rette mich Tüte"
Es liegt auf der Hand, dass die Tafeln in Deutschland diese Idee nicht gut finden werden, da sie vor allem verderbliche Waren vom Lebensmitteleinzelhandel bekommen. Wenn dieser nun aber der Initiative des Online-Supermarkts Knuspr folgt und ebenfalls "Rette mich Tüten" einführt, dann versiegt diese Quelle. Bei Knuspr ist man sich dessen offenbar nicht bewusst. Ziel sei die Lebensmittelrettung. Man wolle auch die Mitarbeiter zum Thema Lebensmittelverschwendung sensibilisieren. Eine "Rette mich Tüte" voll mit drei bis vier Kilo Frischwaren kostet bei Knuspr künftig fünf Euro. Der eigentliche Warenwert liegt bei ca. 15 Euro.