Was wird aus Twitter, wenn sich die Nutzer zurückziehen? Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche hat Audi alle Berichterstattung auf dem Nachrichtenkanal eingefroren und einen Werbe-Stopp verhängt. Ähnlich agieren aktuell weitere deutsche Konzerne, allen voran Volkswagen, Siemens, SAP, Fresenius, Brenntag und die Allianz. International befinden sie sich in guter Gesellschaft mit Coca Cola, Kellogg's und Meta. Ob sich auch Politiker und Journalisten am Rückzug beteiligen, ist bisher nicht bekannt. Dennoch ist eine Welt ohne Twitter wohl vorstellbar. 

///// HANDEL NATIONAL
Chefslist verlängert Zahlungsziel auf 60 Tage
In den B2B-Lebensmittelgroßhandel kommt Bewegung bei den Zahlungskonditionen: So führt die nach eigenen Angaben derzeit marktführende digitale Bestellplattform Chefslist ab sofort das Buy-now-pay-later-System beim Kauf auf Rechnung ein. Das Zahlungsziel betrage dann kostenlos 60 Tage. Positiv sei dies für die Liquidität aller Unternehmen, die bei Großhändlern einkaufen. Bisher liegt das Zahlungsziel bei vielen Großhändlern auf Zahlung bei Lieferung oder innerhalb von sieben bis 14 Tagen. 

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Online-Geschäft als Treiber der Handelszuwächse - Apple Pay und girocard im E-Commerce
In den letzten zwei Jahren kaufen immer mehr Menschen in Online-Shops ein. Apple Pay ermöglicht es, mit der beliebten girocard auch im E-Commerce zu zahlen. 

Online-Apotheken-Gruppe Apo.com meldet überdurchschnittliches Wachstum
Das Jahr ist noch nicht zu Ende, doch der ein oder andere Trend ist wohl absehbar. So meldete gestern die Apo.com-Group, dass sie im aktuellen Jahr um über 30 Prozent gewachsen sei, während der Online-Apothekenmarkt insgesamt im Jahr 2022 lediglich um 1,4 Prozent zulegen könne. Man habe somit seinen Marktanteil von sieben auf elf Prozent gesteigert und erreiche absehbar einen Umsatz von 260 Mio. Euro. Im Hinblick auf das E-Rezept wünscht sich Chief Executive Officer Dr. Oliver Scheel, dass sich Deutschland nicht weiter dem Fortschritt im Gesundheitswesen verschließt. 

Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und Verbraucherzentralen warnen zum Black Friday for Fakeshops
Angesichts der bevorstehenden Weihnachtszeit sei die Schnäppchenjagd am Black Friday verführerisch, warnen das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und Verbraucherverbände. Man solle gerade beim Online-Einkauf auf mehrere Kriterien achten, dazu gehörten: Angaben im Impressum im Hinblick auf den Firmensitz, Erreichbarkeit über E-Mail und Telefon, Domainname im Vergleich zum Angebot, keine Vorkasse sowie Kundenbewertungen. 

Deutsche Post und Deutsche Bahn kooperieren für Packstationen
Im März dieses Jahres kündigten DB und DHL an über 800 Bahnhöfen Packstationen an, an denen Online-Bestellungen abgeholt und versandt werden könnten. Ab 1. Dezember soll das nun Wirklichkeit werden, berichtet die Lebensmittelzeitung. Eine Pressemeldung der Unternehmen gab es dazu bisher nicht. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Kaufland eröffnet 2023 online in Tschechien und der Slowakei
Gestern wurde im rumänischen Bukarest europaweit die 1.500ste Filiale von Kaufland eröffnet. Interessant für den Online-Handel ist die Ankündigung von Kaufland.de für die Länder Tschechien und die Slowakei. Der Marktplatz bietet derzeit 45 Mio. Angebote von über 9.000 Händlern. Die Digitalisierung sei ein wichtiger Aspekt für den gelungenen Einkauf, heißt es in der Pressemeldung zur Eröffnung in Bukarest. Tools wie die Kaufland-App und die Kaufland-Karte könnten beim online- wie auch beim stationären Einkauf genutzt werden.  

Greenpeace kritisiert schädliche Substanzen in Produkten von Shein
Ein neuer Report von Greenpeace schlägt gerade Wellen: Die Umweltorganisation hat den Schadstoffgehalt in 47 Artikeln des chinesischen Online-Riesen Shein durch das Bremer Umwelt Institut untersuchen lassen. Demnach enthielten sieben Proben (15 Prozent) gefährliche Chemikalien, die gegen EU-Grenzwerte im Rahmen der REACH-Verordnung verstoßen. In weiteren 15 Produkten (32 Prozent) konnten besorgniserregende Mengen gefährlicher Chemikalien nachgewiesen werden. 

Gefahren für Lieferketten weltweit mehren sich
Da sind zum einen die Lkw-Fahrer in Südkorea, die mit Streik drohen, weil sie eine Verlängerung der Mindestlohngrenzen erreichen wollen. Zum anderen haben die großen Reedereien in der Corona-Krise massiv Stellen abgebaut und klagen nun über Personalmangel. Ein Chaos drohe, schreibt das Handelsblatt. Schließlich verschärft China weiterhin sein Corona-Schließungen. Kein Wunder also, dass die Unternehmen weltweit in einen Bevorratungs-Modus gewechselt sind. 


///// TRENDS & TECH

Knuspr verspricht stressfreie Weihnachten
Der Online-Supermarkt Knuspr propagiert in seinem aktuellen Werbespot eine stressfreiere Weihnachtszeit ohne stationäre Supermärkte. Wer diese durch den Online-Einkauf ersetze, habe mehr Zeit für seine Familie. Der Werbespot zeigt einen Einkaufswagen, der die Lieferungen beobachtet, den Lieferwagen von Knuspr aus Frust verkratzt und auch vor der Weihnachtsbeleuchtung im Vorgarten nicht Halt macht.

Snapchat ermöglicht virtuelle Anprobe mit Zalando
Try On heißt ein virtuelles Anprobe-Tool, das Zalando in seiner Cyber-Week-Werbekampagne erstmals auf Snapchat testet. Die AR-Anwendung nutzt virtuelle Linsen, die von Nutzern angeklickt werden, um Produkte der aktuellen Kollektion virtuell überzuziehen. Voraussetzung dafür ist ein Ganzkörperfoto der Nutzer. Die Textilwirtschaft-Redaktion hat das Tool getestet und für gut befunden. 

Kartellamt legt Rechtsstreit gegen VR-Brillen von Meta bei
VR-Brillen sind der Zugang zum Metaverse. Doch darf deren Nutzung an einen Facebook-Account gekoppelt sein? Das Bundeskartellamt monierte die Verknüpfung und stoppte vor zwei Jahren damit den Vertrieb der VR-Brille Oculus Quest 2 von Facebook in Deutschland. In der Zwischenzeit wurde aus Facebook Meta und der Name Oculus verschwand ebenfalls. Die Quest-Brille kann nun auch für andere Kanäle genutzt werden, was sie wieder salonfähig macht und nun mit dem Segen des Bundeskartellamts verkauft werden darf. 

Krise bei den Autohausunternehmen: Auto1 will in die Gewinnzone
Die Gebrauchtwagen-Plattform Auto1 ging im vergangenen Jahr an die Börse. Seitdem ist der Aktienkurs aufgrund anhaltender Verluste von 38 auf acht Euro gefallen. Für das letzte Quartal 2023 kündigt das Unternehmen nun gegenüber dem Handelsblatt erstmalig Gewinne an, 2024 soll ganzjährig profitabel werden. 

///// NACHHALTIGKEIT

Schweiz macht Klimaberichterstattung für große Unternehmen ab 2024 zur Pflicht
Der Schweizer Bundesrat hat gestern eine Verordnung verabschiedet, die Publikumsunternehmen, Banken und Versicherungen ab 500 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von über 20 Mio. Franken ab dem Jahr 2024 zur Berichterstattung in Klimabelangen verpflichtet. Ziel ist es, die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf das Klima transparent zu machen.