Apple will die Abhängigkeit von externen Lieferanten und Produzenten verringern. 2024 sollen die Displays in den Apple Watches aus eigener Produktion stammen, im Anschluss ist dies dann für die Iphones geplant. Apple will dabei aber bei der Technologie nicht hinterher hinken, die Displays werden mit Micro LED ausgestattet. Der nächste Schritt, die Produktion der Apple-Geräte selbst zu bestimmen und zu kontrollieren.

///// HANDEL NATIONAL
Neustart für Watchmaster möglich
Für den Online-Uhrenhändler Watchmaster zeichnet sich ein Weg aus der Insolvenz an. Das 2015 gegründete Start-up hat in der Vergangenheit keine schwarzen Zahlen erzielt, 2020 lag der Fehlbetrag bei 3,7 Millionen Euro. Der Gang vors Insolvenzgericht war dann nach einem Einbruch in eine Tresoranlage, bei dem rund 1.000 Uhren mit einem Wert von rund zehn Millionen Euro gestohlen wurden, erforderlich (das "Morning Briefing" berichtete). Nun könnte die Suche nach Investoren nach einem Bericht der Wirtschaftswoche zu einem positiven Ergebnis führen. Der Insolvenzverwalter sei zuversichtlich, bis März einen neuen Investor zu finden. Es gebe rund ein Dutzend Interessenten für den Online-Shop für gebrauchte Luxusuhren.

Der HDE sieht mögliche Probleme bei DSA und DMA
Der Einzelhandelsverband HDE warnt vor Herausforderungen bei Einführung und Umsetzung der europäischen Regularien Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA). Erforderlich seien eindeutigere Definitionen, bereits existierende Unklarheiten müssten beseitigt werden. Nach Auffassung des Verbands bestehen Interpretationsspielräume und Auslegungsfragen. Der Verband bemängelt eine fehlende Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Plattformen sowie eine ungenaue Definition der so genannten "Dark Patterns".

Das Bundeskartellamt mahnt Google ab
Das Bundeskartellamt hat Google wegen der Konditionen des Internet-Konzerns zur Datenverarbeitung abgemahnt. Google muss den Nutzern ausreichende Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Verarbeitung ihrer Daten einräumen, so die Behörde. Nach den aktuellen Konditionen bestünden diese nicht. Soweit Google Wahlmöglichkeiten anbiete, seien diese zu intransparent und pauschal. Eine Voraussetzung für ausreichende Wahlmöglichkeiten sei, dass die Nutzer die Datenverarbeitung auf den jeweils genutzten Dienst beschränken könnten. Nach den aktuellen Bestimmungen könne Google aber die Daten von verschiedenen Diensten kombinieren und so detaillierte Profile der Nutzer anlegen. Eine "anlasslos und präventiv erfolgende flächendeckende dienstübergreifende Vorratsdatenverarbeitung" sei nicht zulässig.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Shop Apotheke mit deutlichem Umsatzplus
Shop Apotheke konnte den Konzernumsatz 2022 nach den vorläufigen Berechnungen in Europa um 13,6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro steigern. Im vierten Quartal hat der Umsatz ein Volumen von 328 Millionen Euro erreicht, ein Anstieg von 13,8 Prozent gegenüber 2021. Für die Zahl der aktiven Kunden meldet die Online-Apotheke ein Plus von 0,4 Millionen auf 9,3 Millionen. In den deutschsprachigen Ländern habe es einen Zuwachs des Umsatzes von elf Prozent auf 940 Millionen Euro gegeben. Davon entfielen 810 Millionen Euro auf rezeptfreie Medikamente. Den vollständigen Geschäftsbericht kündigt das Unternehmen für den 7. März 2023 an.

Rohlik Group kündigt Änderungen bei Knuspr an
Die tschechische Rohlik Group kündigt für ihre beiden Tochterunternehmen Knuspr in Deutschland und Gurkerl in Österreich zum Jahresbeginn einige Veränderungen an. Die beiden Unternehmen behalten ihre Namen, die Leitung liegt laut einer Pressemitteilung in Zukunft bei einer gemeinsamen Geschäftsführung. Im Laufe des Jahres sollen die Logistikzentren in München, Frankfurt und Wien vollständig automatisiert werden. Mit diesem Schritt will die Konzernleitung die Gewinnschwelle erreichen, was sie als Voraussetzung für eine weitere Expansion nennt. Die finanziellen Mittel hierfür seien durch die letzte Investitionsrunde in Höhe von 220 Millionen Euro vorhanden.

Best Buy startet freien Lieferservice für Mitglieder von My Best Buy
Best Buy erweitert das Leistungsspektrum für die Mitglieder des Kundenbindungsprogramms My Best Buy um einen kostenfreien Lieferservice. Es gibt keinen Mindestbestellwert, bislang lag er bei 35 US-Dollar, meldet Cnet. Auch falle für die Mitgliedschaft kein Monats- oder Jahresbeitrag an. Damit hebe sich Handelskette für Elektrogeräte und Elektronikprodukte deutlich von Amazon und Walmart ab, bei denen die Mitgliedschaft pro Jahr 139 respektive 98 US-Dollar kostet, wobei bei Amazon Prime und Walmart Plus aber auch Angebote wie Video-Streaming integriert seien.



///// TRENDS & TECH

3L Robotics plant einen innerstädtischen Helipad für Drohnen
Das tschechische Logistik- und Technologieunternehmen 3L Logistics plant in der Innenstadt von Brünn einen Landeplatz für im Lieferdienst eingesetzte Drohnen. Die Inbetriebnahme soll in den nächsten 18 Monaten erfolgen, wenn die nationale Gesetzgebung die Nutzung von Drohnen im Lieferdienst ermöglicht, schreibt Tech.eu. Nach Angaben des Unternehmens sei dies der erste innerstädtische Landeplatz in Zentraleuropa, ausgelegt für Drohnen, die Pakete mit einem Maximalgewicht von drei Kilogramm transportieren könnten. Der Helipad werde auf dem Dach eines Gebäudes eingerichtet.

Penny und Hofer steigen für Werbeprospekte auf Whats App um
In Österreich entscheiden sich die ersten beiden Lebensmittelhändler für den digitalen Versand ihrer Werbeprospekte. Penny und Hofer wählen Whats App als Medium für die wöchentlichen Angebotszettel, meldet die Lebensmittelzeitung. Bei Penny gebe es bereits einen Online-Vorbestellservice für Fleischprodukte, das Unternehmen stufe die Nutzung von Whats App als "nächsten digitalen Schritt" ein. Die Anmeldung für den neuen Service sei gratis mit Hilfe eines QR-Codes möglich. Die Angebote würden aber weiterhin auf der Homepage, dem Newsletter und auf der App präsentiert. Hofer dagegen werde weiterhin auch einen gedruckten Prospekt ausgeben. Auch bei Hofer laufe die Bestellung durch einen QR-Code, der Versand erfolge jede Woche am Donnerstag.

Geringere Investitionen für Start-ups
Die deutschen Start-ups mussten im vergangenen Jahr mit einem deutlichen Rückgang der Investitionen kämpfen. Insgesamt erhielten die jungen Unternehmen nach den Zahlen des neuen Start-up-Barometers der Beratungs- und Prüfungsorganisation EY 2022 rund 9,9 Milliarden Euro, ein Rückgang um 43 Prozent gegenüber 2021. Die Zahl der Abschlüsse sei von 1.160 auf 1.008 gesunken, die Zahl der Verträge über mehr 50 Millionen Euro habe sich fast halbiert. Einen Zuwachs habe es aber bei den Abschlüssen zwischen fünf und 50 Millionen Euro von 228 auf 246 gegeben. Einen deutlichen Einbruch von 83 Prozent erlebte der E-Commerce von 3,7 Milliarden Euro auf 635 Millionen Euro. Insgesamt bildeten die 9,9 Milliarden Euro aber das zweitstärkste Jahresergebnis seit dem Start des Barometers 2015.


///// NACHHALTIGKEIT

Farmy bleibt auf Umsatzniveau von 2021
Der Schweizer Online-Supermarkt Farmy hat im vergangenen Jahr knapp die Ergebnisse von 2021 wiederholt. Die Umsätze lagen 2022 bei 31 Millionen Schweizer Franken, im Jahr zuvor erwirtschaftete der digitale Lebensmittelhändler 32 Millionen Franken. Nach einem Bericht der Handelszeitung erklärt das Unternehmen, in dessen Angebot regionale und nachhaltige Lebensmittel im Mittelpunkt stehen, den Stillstand durch ein geringeres Marketing, weniger Bestellungen durch die Bestandskunden und schmälere Warenkörbe. Mit dem Start eines Mindestbestellwerts sei Ende 2022 aber eine Verbesserung der Zahlen erreicht worden. Nach einem schnellen Wachstum in den vergangenen Jahren peile das Unternehmen nun für 2024 schwarze Zahlen an. Helfen soll dabei auch ein im vergangenen Jahr gestartetes Sparprogramm, durch das die Mitarbeiterzahl um 30 Prozent gesenkt wurde. Der Lieferdienst in der gesamten Schweiz werde aber fortgesetzt.