Die Deutsche Umwelthilfe hat sich mit Kritik an Politik und Unternehmen noch nie zurückgehalten. Seit einigen Jahren vergibt die Organisation den Schmähpreis "Goldener Geier". In diesem Jahr konnten die Verbraucher ihre Vorschläge bezüglich Greenwashing der Unternehmen einreichen. Von den fast 1.200 Nominierungen wurden sechs Finalisten ausgewählt und die endgültige Abstimmung läuft. Neben Shell, Edeka, Lufthansa, Volvic und McDonald‘s gehört auch Hello Fresh zu den Kandidaten. Hello Fresh wolle mit dem mengenmäßig abgestimmten Einkauf zwar Lebensmittelabfälle reduzieren, doch der Vorwurf bezieht sich auf die dabei entstehende hohe Zahl an Kleinstverpackungen, die zu viel Einweg-Müll führe.

///// HANDEL NATIONAL
Wolt liefert für Penny
Der Schnelllieferdienst Wolt hat einen neuen Partner im Lebensmittelhandel gefunden. In Düsseldorf und München transportieren die Kuriere ab Mittwoch respektive Donnerstag auch Produkte aus den Filialen von Penny aus, meldet die Lebensmittelzeitung. Diese Dienste sollen dann in zwei bis vier Geschäften in den jeweiligen Städten zur Verfügung stehen. Das Produktprogramm werde von 1.500 bis 2.000 Artikel auf das komplette Angebot des Discounters ausgeweitet. Nach Abschluss der Testphase könnten dann auch Wolt-Kunden aus anderen Städten darauf zurückgreifen.

Die Ersparnisse nehmen durch die Inflation ab
Die Sparkonten der Deutschen werden dünner. In Folge der Inflation greifen sie verstärkt auf ihr Erspartes zurück, das während der Corona-Hochphase deutlich angewachsen war, lautet die Einschätzung der Lage durch das Ifo Institut. Eine weitere Bremse bildeten die steigenden Verbraucherpreise und in der Folge werde der private Konsum die Konjunktur nicht antreiben, lautet die Analyse der Wirtschaftsforscher. Die Einlagen, die sich zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem ersten Quartal 2021 gebildet hätten, seien in der ersten Hälfte dieses Jahres fast komplett abgebaut worden. Als einen der Gründe für diese Entwicklung nennen die Ökonomen die Inflation.

Neue internationale Versandvarianten bei DHL Paket
Geschäftskunden können bei DHL Paket beim Versand von Paketen in einige Länder vom 1. September an auf zwei neue Optionen zurückgreifen. Mit "Closest Droppoint" können Pakete an Abgabestellen wie Paketautomaten oder Paketshops geschickt werden. Nach Angaben von DHL erfolgt die Auswahl des Abgabepunktes durch den Zusteller vor Ort. Zum Start werde der Service in Dänemark angeboten, die nächsten Länder werden Österreich (November) und im Januar dann Belgien, Finnland und Schweden. "Postal DDP" (Postal Delivered Duty Paid) ermögliche den Versand zollpflichtiger Pakete abgabenfrei an die ausländischen Adressaten. Das erste Zielland sei Großbritannien, für Norwegen, Island und die Schweiz liefen die Planungen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Zur Rose prüft alle Optionen
Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose steht vor wesentlichen Entscheidungen über die Zukunft des Unternehmens. Nach einer Meldung von Bloomberg befindet sich der Phamarziehändler bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach weiteren Geldgebern, zu denen unter anderem die US-Beteiligungsgesellschaften KKR sowie Hellman & Friedman gehörten. Nun sei nach den Aussagen mit der Angelegenheit vertrauter Personen auch ein Verkauf des Unternehmens eine der möglichen Optionen. Eine kurzfristige Entscheidung sei aber nicht zu erwarten. Das Unternehmen lehne Stellungnahmen zu Spekulationen und Gerüchten ab. Zu den Faktoren, die Zur Rose in die schwierige Position gebracht hätten, gehöre auch die Verzögerung des Starts des elektronischen Rezepts in Deutschland, einem der wichtigsten Märkte der Online-Apotheke.

Shop X stellt den Betrieb ein
Der indische Anbieter für E-Commerce-Lösungen Shop X hat die Türen geschlossen. Als Grund für den Schritt gibt das Unternehmen eine nicht mehr zu erreichende Rentabilität an, berichtet Tech in Asia. Zwar habe Shop X einige Meilensteine erreicht, doch ein wirtschaftliches Arbeiten sei aufgrund der niedrigen Marge in der Branche nicht mehr möglich, habe das Unternehmen mitgeteilt. Die Zahl der angeschlossenen Online-Händler habe bei rund 170.000 gelegen. Das Start-up bestand seit 2015, mehrere Investoren waren daran beteiligt.

Noon übernimmt den Mode-Online-Händler Namshi
Der arabische E-Commerce-Konzern Noon, ein Unternehmen, das zu Teilen dem Milliardär Mohamed Alabbar aus Dubai und einem staatlichen Investitionsfonds aus Saudi-Arabien gehört, übernimmt den Online-Bekleidungshändler Namshi. Nach einer Meldung von Reuters wird der Wert von Namshi derzeit bei 335,2 Millionen US-Dollar angesetzt. Emaar Properties aus Dubai, unter anderem verantwortlich für den Bau von Burj Khalifa in Dubai, hatte den Online-Händler in zwei Schritten 2017 und 2019 komplett übernommen.

Amazon verbessert in einem Logistikzentrum die Klimaanlage nach Tod eines Mitarbeiters
Amazon hat die Klimaanlage in einem Logistikzentrum im US-Bundesstaat New Jersey erneuert. In der Anlage war am 13. Juli während der Prime-Day-Phase und einer Temperatur von rund 33 Grad ein Mitarbeiter verstorben. Der Konzern gibt an, dass der Mitarbeiter aufgrund einer persönlichen Erkrankung gestorben sei, schreibt The Verge. Es gebe keinen Zusammenhang mit der Hitze und auch der Einbau neuer Elemente der Klimaanlage und neuer Ventilatoren sei keine Reaktion auf den Todesfall. Es gebe aber Kritik von Mitarbeitern und Gewerkschaften, dass Arbeitsbedingungen und Hitze eine Rolle gespielt haben könnten. Derzeit laufe eine Untersuchung der Occupational Safety and Health Administration, es sei aber noch unklar, ob sich die Hitze ausgewirkt habe.



///// TRENDS & TECH

Die Gewinner des Deutschen Verpackungspreises 2022 stehen fest
Die Jury des Deutschen Verpackungspreises 2022 hat die Gewinner der Trophäe für dieses Jahr ausgewählt. Die Auszeichnung geht an insgesamt 38 Unternehmen und Entwickler aus sechs Ländern. Die Verleihung des Preises des Deutschen Verpackungsinstituts erfolgt im Verlauf der Messe Fachpack am 27. September, ebenfalls werden dort auch Unternehmen mit den Gold Awards für besonders wegweisende Innovationen ausgezeichnet. Die neuen Produkte und Lösungen erstrecken sich nach Angaben des Instituts über B2B‐ und B2C‐Verpackungen, Packstoffe, Packhilfsmittel und unterschiedliche Technologien, darüber hinaus gibt es Lösungen für Schachteln, Tuben, Flaschen und Kisten. Bewerben konnten sich die Entwickler in insgesamt zehn Kategorien, die Jury habe die eingereichten Produkte persönlich geprüft und bewertet.

Guter Kundenservice schafft Chancen gegen die Großen
Der Kunde ist der Schlüssel und der Handel muss seine Wünsche erfüllen, um unabhängig von den großen Anbietern zu sein und zu werden und die Kunden nicht zu verlieren. Dies ist die Maßgabe von Guy Bloch, CEO von Bringg, einer cloud-basierten Plattform für die Verknüpfung von Auftragsabwicklung und Lieferung der Bestellungen. Sollten die Anforderungen der Kunden bezüglich schneller und verlässlicher Lieferung der Ware nicht erfüllt werden, wanderten diese schnell zu Plattformen wie Amazon ab. Unabhängige Händler sollten sich daher primär um ein entsprechendes Netzwerk an Lieferanten kümmern. Als zweiten Faktor nennt Bloch die Digitalisierung und enge Verknüpfung des Fulfillments mit dem Lieferdienst. Ein weiteres wesentliches Element sei die Verkürzung der Lieferzeiten.

"Der Weg zurück zur Normalität muss den Kunden in den Vordergrund stellen"
Mehr als 400.000 verschiedene Suchbegriffe werden täglich allein in Deutschland bei Amazon eingegeben - ein großer Schatz für Händler, wenn sie die richtigen Erkenntnisse daraus ziehen. Das Konzept der "Entitäten" kann dabei helfen, Suchbegriffe übersichtlich darzustellen und aufzubereiten - mit dem Ziel, die richtige Produktpalette mit der richtigen Wortwahl, den gesuchten Eigenschaften und Bildern anbieten zu können. Etailment-Experte Christian Kelm erklärt, wie das Konzept funktioniert.


///// NACHHALTIGKEIT

Hoher Anteil der Kleidung wird nicht genutzt
Deutsche lassen ihre Kleidung oft ungenutzt im Kleiderschrank liegen. Nach einer Untersuchung von Yougov im Auftrag von Ebay Kleinanzeigen werden von acht Jeanshosen, über die Deutsche durchschnittlich verfügen, nur rund vier Hosen mindestens einmal im Monat getragen. Bei T-Shirts liegt das Verhältnis zwischen 18 und elf. 38 Prozent der Befragten zögen einige Artikel nur zu bestimmten Anlässen an, 37 Prozent wollten Kleidung, die sie nur selten anhatten, öfter tragen. Im Hinblick auf die hohe Schadstoffbelastung und den Wasserverbrauch bei der Produktion sollte nach Einschätzung des Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie die Kreislaufwirtschaft ausgebaut werden. Mit Kauf und Verkauf gebrauchsfähiger Ware könne jeder Nutzer unmittelbar einen Beitrag zu Abfallvermeidung und Klimaschutz leisten. Nach Angaben von Ebay Kleinanzeigen würden an einigen Tagen mehr als 200.000 Jeans angeboten.