Der 12. Juli sollte eigentlich ein positives Datum in der Geschichte des Euro werden. Die Finanzminister der Eurozone einigten sich auf den konkreten Wechselkurs zwischen Euro und dem kroatischen Kuna. Damit ist Kroatien vom 1. Januar 2023 an das 20. Mitglied der Gemeinschaftswährung. Doch dies ist nur eine Randnotiz, überschattet von der Entwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Erstmals seit 2002 war der Euro nur exakt einen US-Dollar wert. Und eine Besserung für den schwachen Euro ist in Anbetracht der Probleme mit der Energieversorgung, der hohen Inflationsrate und einer drohenden Rezession kurzfristig nicht zu erwarten. Die EZB muss aktiv werden, um einen weiteren Absturz zu verhindern.

///// HANDEL NATIONAL
Der Konjunkturindikator des ZEW bricht ein
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft kämpft wieder mit einem deutlichen Rückschlag. Der Konjunkturindikator des ZEW ist im Juli von 25,8 Punkten auf minus 53,8 Punkte eingebrochen. Auch die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage hat sich gegenüber dem Vormonat verschlechtert, es ging um 18,2 Punkte auf minus 45,8 Punkte nach unten. Als Gründe nennen die Wirtschaftswissenschaftler die Schwierigkeiten bei der Energieversorgung, die angekündigte Zinsanhebung der EZB und die pandemiebedingten Einschränkungen in China. Besonders pessimistisch sind die Erwartungen in energieintensiven und exportorientierten Wirtschaftssektoren sowie beim privaten Konsum.

Home24 bietet jetzt einen Marktplatz
Home24 hat die Webseite von einem reinen Online-Shop zu einem Marktplatz umgebaut. Nach eigenen Angaben sind auf der Plattform des Online-Möbelhändlers nun mehr als 100 Anbieter vertreten, das Sortiment wachse um rund 100.000 Produkte. Home24 will das Angebot weiter ausbauen, bis zum Jahresende solle der Marktplatz auf weitere europäische Länder ausgeweitet werden. Home24 könne so sein Sortiment erweitern, neue Lagerbestände seien aber nicht notwendig. Logistik, Kundenservice und Rechnungsabwicklung liege bei den Partnern.

Bund plant ein Abwehrzentrum gegen Cyberattacken
Die Bundesregierung will sich stärker vor Cyberattacken schützen, die nicht zuletzt während des Kriegs in der Ukraine zugenommen haben, und sich besser verteidigen können. Grundlage soll ein zentrales Abwehrzentrum sein, das seinen Sitz beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben soll, meldet die Tagesschau. Dabei gehe es aber primär um eine Verbesserung der Sicherheit von Bund und Ländern sowie Unternehmen aus dem Bereich der kritischen Infrastruktur. Bundesinnenministerin Nancy Faeser wolle auch erreichen, dass das neue Abwehrzentrum auch operativ tätig werden könne. Privatunternehmen müssten den Schutz ihrer IT-Systeme weiter selbst übernehmen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Miinto verstärkt den Handel mit Gebrauchtwaren
Die Modeplattform Miinto erhöht das Tempo des Secondhand-Handels und übernimmt den Marktplatz The Vintage. Das dänische Unternehmen, das in Dänemark, Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Polen, der Schweiz und Italien präsent ist, hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, denn bis 2025 soll der Anteil der gebrauchten Ware auf rund ein Viertel ansteigen, berichtet Fashion United. Miinot sei bereits seit 2019 in diesem Bereich aktiv, bislang mache die Secondhand-Ware aber nur rund fünf Prozent des Angebots aus. Die Produkte beider Unternehmen sollen auf beiden Webseiten verfügbar seien, der Betrieb der Portale erfolge aber getrennt.

Lieferprobleme in den USA lassen nach
Der Handel in den USA war während der schwierigsten Phasen von Corona wie auch in anderen Ländern weltweit von schweren Lieferkettenproblemen geprägt. Nun sind dort Lichtblicke zu erkennen, schreibt Business Insider. Die Lieferzeiten verkürzten sich wieder, die Verbraucher könnten mittelfristig auch wieder mit sinkenden Preisen rechnen. Zwischen Asien und Nordamerika seien sie nach den Zahlen des Flexport Ocean Timelines Indicator auf 95 Tage gesunken, im Oktober 2021 hätten sie bei 110 Tagen gelegen. Die Lieferketten stabilisierten sich. Auch die Kosten würden sinken und sich in Richtung zum Vor-Coronaniveau bewegen. Einige Handelsunternehmen meldeten bereits Normalisierungen bei den Zusammensetzungen der Sortimente.

Amazon mit der zweiten Generation des Dash Cart
In den USA können die ersten Kunden im Whole Foods Market in Westford, Massachusetts, den neuen Dash Cart bei ihrem Einkauf nutzen. Amazon hat die zweite Generation des elektronischen Einkaufswagens um einige Funktionen erweitert. Auf dem Bildschirm am Griff des Wagens würden den Kunden Bilder der frischen Ware angezeigt, teilt Amazon mit, die Eingabe von Codenummern für die Produkte sei nicht mehr erforderlich, die Produktbezeichnung reiche aus. Der Standort des Wagens innerhalb des Ladens werde nun schneller berechnet und dem Kunden in der Nähe gelagerte Produkte und Angebote angezeigt. Die im Dash Cart integrierte Waage habe eine höhere Stabilität und könne dadurch schneller und genauer wiegen.

Luxury Closet startet in Großbritannien
Das Portal für den Wiederverkauf von Luxuswaren, Luxury Closet, wagt den Schritt nach Europa. Die Plattform mit dem Sitz in Dubai bietet den Kunden neben einem breiten Sortiment an Bekleidung und Accessoires von diversen Marken und Designern auch einen VIP Concierge Service, zur Community gehören weltweit rund 15 Millionen Kunden, heißt es bei Fashion United. Nach Großbritannien sollten in der zweiten Hälfte dieses Jahres weitere europäische Länder folgen.



///// TRENDS & TECH

Tiktok unterstützt kleine Unternehmen beim Start in dem sozialen Medium
Unter dem Namen "Follow me" richtet sich Tiktok mit einem neuen Programm an kleine Unternehmen. Innerhalb von sechs Wochen werden die Teilnehmer beim Aufbau einer Identität in dem sozialen Medium und seiner Nutzung unterstützt, heißt es bei Cnet. Nach einer Untersuchung der Marktforscher von Hello Alice hätten 58 Prozent der befragten Unternehmen positive Effekte einer Präsenz auf Tiktok festgestellt. 47 Prozent meldeten eine Ausweitung ihres Marketings auf neue Märkte.

E-Food-Start-up Bringman: Von der Disco-App zum Lieferdienst
Während sich die mediale Aufmerksamkeit beim Thema Lebensmittelonlinehandel zuletzt vor allem auf das Quick-Commerce-Segment mit Firmen wie Flink, Gorillas oder Gopuff konzentrierte, haben die beiden Offenburger Gründer David Ghassemi und Sebastian Fischinger ihr E-Food-Start-up Bringman hochgezogen - und gehen zusammen mit Edeka Südwest als Partner in die groß angelegte Expansion. Der Fokus: Digitalisierung des LEH mit Store-Picking und Einbezug der lokalen Partner. Grund genug für den Etailment-Experten Dr. Matthias Schu, sich dieses spannende Konzept einmal genauer anzuschauen.

Amazon Business unterstützt Geschäftskunden beim regionalen Einkauf
Mit der neuen Funktion "Lokal Einkaufen" will Amazon Business die Unternehmen bei der Suche und dem Einkauf bei regionalen Partnern unterstützen. Die Einkaufsverantwortlichen können bei der Suche nach lokalen Anbietern Filter zu Umgebung und Preisen einsetzen, erklärt Amazon Business. Die sich ergebenden Optionen und Partner seien dann für alle Mitarbeiter im Einkauf zu sehen, die Verantwortlichen erhielten mit den Analysetools eine Übersicht über die Ausgaben und das Einhalten der Unternehmensziele. Die neue kostenlose Funktion ist nach der Testphase auch in Großbritannien, Frankreich und Italien verfügbar. Diverse Unternehmen, die "Lokal Einkaufen" in der Testphase genutzt hätten, erklärten, dass 50 Prozent ihres Amazon-Business-Einkaufsbudgets über die neue Funktion ausgegeben worden seien.


///// NACHHALTIGKEIT

Nachhaltige Produkte stärker individualisieren
Eine auf die Wünsche und Vorstellungen der Kunden in Fragen der Nachhaltigkeit abgestimmte Produkt- und Markenstrategie ist eines der entscheidenden Elemente für eine erfolgreiche Unternehmenspolitik in der Zukunft. Es reicht nicht aus, allgemeine Nachhaltigkeitsziele auszugeben, erklären Cecily Hart und Jessica Goldesgeyme von der Beratungsagentur Frog in The Drum. Die Unternehmen könnten gezielt über nachhaltige Produkte für den einzelnen Kunden informieren. Wichtig sei eine stärkere Individualisierung, die Kunden sollten über die Auswirkungen ihres jeweiligen Einkaufs informiert werden. Bei jedem Einkauf müsste beispielsweise der CO₂-Verbrauch angezeigt werden. Die Anbieter müssten dafür stärker auf die Kundendaten zurückgreifen.