Das deutsch-israelische Start-up Fraugster hat sich seit 2014 dem Kampf gegen Betrüger im E-Commerce verschrieben. Diesen Kampf führt das Unternehmen mit Daten, Algorithmen und künstlicher Intelligenz.

1,5 Prozent ihrer Umsätze verlieren E-Commerce-Unternehmen durchschnittlich durch betrügerische Transaktionen. Angesichts weltweiter Online-Umsätze in Billionen-Höhe summieren sich diese Umsatzausfälle auf zweistellige Milliarden-Beträge. Wenig verwunderlich, dass sich E-Commerce-Firmen mithilfe von Technologieunternehmen vor diesen Ausfällen zu schützen versuchen. Ebenso wenig erstaunt es, dass weltweit nicht wenige Unternehmen den Kampf gegen den Milliarden-Betrug aufgenommen haben, darunter der kalifornische IT-Konzern Fico und der Payment-Anbieter ACI Worldwide.

Zu den Start-ups, die es mit der kriminellen Energie aufnehmen, zählt auch Fraugster. Dessen Gründer Max Laemmle und Chen Zamir wissen, wovon sie sprechen: Beide können auf berufliche Erfahrungen bei verschiedenen Zahlungsdienstleistern zurückgreifen. Gemeinsam mit einem Team von rund 60 Mitarbeitern setzen sie auf die Analyse von E-Commerce-Transaktionen in Echtzeit mittels künstlicher Intelligenz.

Anders als viele Mitbewerber geht Fraugster dabei über das Erkennen von Mustern nach einfachen Regeln hinaus. Die Technologie des Start-ups setzt vielmehr auf eine Anreicherung der reinen Transaktionsdaten um mehr als 2.500 weitere Datenpunkte, die helfen sollen, Unstimmigkeiten aufzudecken und so kriminelle Transaktionen zu entlarven. Mit Erfolg: Die Technologie arbeitet zielgenauer als die der Mitbewerber. Während nach Unternehmensangaben branchenweit auf einen korrekt geblockten Betrugsversuch 17 fälschlicherweise als wahrscheinlich kriminell klassifizierte "echte" Transaktionen kommen, liegt die Fraugster-Quote Unternehmensangaben zufolge bei 1:2.

Dabei ist das Team um Laemmle und Zamir so von der eigenen Qualität überzeugt, dass ihr Start-up seit 2017 anbietet, die durch das Blocken echter Transaktionen verursachten Zahlungsausfälle über ihren Partner und Investor Munich Re zu versichern. Der Versicherungskonzern beteiligte sich auch kürzlich über seinen Investment-Arm HSB Ventures an einer Millionen-Finanzierung in das Anti-Fraud-Start-up. Mit der neuen Finanzierungsrunde soll das weitere Wachstum in Europa, Asien und den USA bewerkstelligt werden.

Bis dato hat Fraugster mit seiner Software bereits ein Transaktionsvolumen von mehr als 35 Milliarden Dollar geprüft. Das Unternehmen selbst verdient pro Transaktion eine Provision, die je nach Risikoprofil des Händlers variiert.

Über etailment Start-ups

Unter "etailment Start-ups" gibt es werktäglich Porträts innovativer und spannender junger Unternehmen. Mit dem Auftritt stellen wir in Kooperation mit "Venture Daily" Start-ups entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor, die das Potenzial haben, den Handel langfristig zu verändern oder mit ihren Dienstleistungen ein vielversprechender Partner sein könnten. Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.

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