Der Supermarkt ohne Kasse - das klang vor ein paar Jahren abwegig. Doch wie es geht, zeigt nicht nur Amazon Go - sondern auch Zippin. In einem Demo-Shop in San Francisco wird getestet, wie der Kunde einkaufen kann, ohne sich danach an eine Kassenschlange anstellen zu müssen.

Seit der Eröffnung des ersten Supermarktes von Amazon Go Anfang des Jahres in Seattle ist das kassenlose Einkaufen keine Science-Fiction mehr. Denn in San Francisco eröffnete Mitte August der Amazon-Herausforderer Zippin einen Demo-Shop, in dem mithilfe von Kameras und Regal-Sensoren das Einkaufen von morgen getestet werden kann.

Gründer und CEO Krishna Motukuri arbeitete von 1999 bis 2006 bei Amazon im Bereich Lieferkettensysteme und Produktsuche. 2014 tat er sich mit seinem Studienfreund Motilal Agrawal, promoviert in Computer Vision, zusammen, um ein Product-Tracking-Technologie-Unternehmen zu entwickeln. Über mehrere Umwege kamen sie zu der checkout-losen Technologie, die sie Zippin tauften.

Die Alternative zu Amazon Go

Mit der Store-Eröffnung hat San Francisco nun seinen ersten automatisierten Kassenmarkt erhalten, der sich laut Motukuri in den kommenden Monaten auf fast 500 Quadratmeter zu einem großen, kassenlosen Convenience-Store ausweiten soll.

Das Start-up eröffnete den Store, um seine Kassensoftware-Plattform zu demonstrieren, die es Einzelhändlern ermöglicht, Waren schnell und kontaktlos zu verkaufen. Es kommen weder Kassierer noch Selbstscanner zum Einsatz – das spart Personal und damit Ausgaben. Der Prototyp-Store zeigt Zippins automatisierte Einkaufstechnologie in einer realen Einzelhandelsumgebung. 
Noch wird er nur auf private Einladung geöffnet, um anderen potenziellen Einzelhändlern und Immobilienbesitzern zu zeigen, wie die Zippin-Technologie funktioniert. Zippin will eigenen Angaben zufolge nicht selbst zum Händler werden, sondern lediglich seine innovative Technologien vertreiben. Ab Mitte September soll der Concept Store für die Öffentlichkeit zugänglich sein.


Das nächste Level für KI und Machine Learning

Im Unterschied zum großen Konkurrenten Amazon Go verwendet Zippin Gewichtssensoren in den Regalen als Backup. Auf jedem Sensor sitzen mehrere gleichartige Produkte, wie etwa fünf Beutel mit Kartoffelchips, die sich registrieren lassen, wenn einer der Artikel abgeholt wurde. Über eine eigene Zippin-App erfährt das System, welchem Kunden was berechnet werden soll. Mittels QR-Code wird am Eingang eingecheckt; von dort folgen die Overhead-Kameras dem Käufer, wenn er Gegenstände in die Hand nimmt und wieder zurücklegt.
Kühlregal im traditionellen Supermarkt: Bezahlt wird an der Kasse
© Pixababy
Kühlregal im traditionellen Supermarkt: Bezahlt wird an der Kasse
Sobald Zippin die jeweilige Person schließlich zur Tür hinausgehen sieht, zählt das System, was mitgenommen wurde und belastet das Online-Konto mit dem entsprechenden Betrag. Overhead-Kameras sowie Smart-Shelf-Sensoren sollen für höchste Genauigkeit selbst in überfüllten Geschäften sorgen.

Über etailment Start-ups

Unter "etailment Start-ups" gibt es werktäglich Porträts innovativer und spannender junger Unternehmen. Mit dem Auftritt stellen wir in Kooperation mit "Venture Daily" Start-ups entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor, die das Potenzial haben, den Handel langfristig zu verändern oder mit ihren Dienstleistungen ein vielversprechender Partner sein könnten. Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.

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