Bienen sind Sympathieträger. Mit ihren Produkten lässt sich Geld verdienen. Nachhaltig und trendbewusst. Darauf setzen diese vier Start-ups.

Sie machten kununu groß, nun rettet ihre Plattform Bienen

Die Brüder Mark und Martin Poreda sind mehr als nur Helfer für fleißige Bienen. Sie kennen auch das Start-up-Business. Die von ihnen gegründete Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu verkauften sie an das Business-Netzwerk Xing.
Inzwischen widmen sie sich mit Hektar Nektar dem Bienenschutz. Ihr Wiener Start-up vernetzt seit der Gründung im Oktober 2017 Imker über eine digitale Plattform.
Mark und Martin Poreda
© hektar Nektar
Mark und Martin Poreda
Über die
Online-Plattform können Imker weltweit Bienen handeln. Da gibt es dann die unterschiedlichsten Kategorien wie "Königinnen, "Volk mit Beute" und spezielle Bienen-Versandverpackungen. Außerdem gibt es einen Online-Shop für Zubehör. Die Vernetzung hilft dem Imkern - und auch den Bienenvölkern. Der digitale Bienenhandel ist also auch ein Stück Umweltschutz.

Seit Herbst 2018 werden zudem mit dem PROJEKT 2028 Unternehmen dazu motiviert, Imker mit einem Imkerei-Starter-Set zu sponsern und ihnen den Start in die Imkerei zu erleichtern. Beim „Matching” achtet Hektar Nektar auf regionale Nähe und auf geschulte Imker und Imkerinnen, die über das Know-how und die Ressourcen für eine Übernahme eine Bienenvolkes verfügen.

beeneo will Honig zum Trend machen

Die Leidenschaft für Bienen ist auch bei Philipp Weller von beeneo Familiensache. Erschaut auf zwei Generationen von Hobbyimkern.
Aber Honig wirkt oft etwas konservativ. Beeneo will nun den klassischen Honig aufpeppen und ihn zum Trendprodukt machen. "Durch innovative Zubereitungen aus deutschem Honig und 100% natürlichen Zutaten passen wir den Honig genau an die Bedürfnisse des Kunden an", sagt Mitgründer Weller. Das Ziel: Mehr Sortenvielfalt. Das führt dann beispielsweise zu Honig mit Erdbeer  - oder mit Chili. 

Die ersten Erfolge für das Start-up aus Leinfelden-Echterdingen gab es bereits kurz nach der Gründung 2018. Eine Crowdfunding-Kampagne, die zugleich das Go-Live der Produkte bedeutete, überzeugte so viele Kunden, dass es einen 3. Platz im nationalen Start-up Wettbewerb "Food Contest Next Level" einbrachte. Die Folge war unter anderem, dass die Rewe daraufhin ein Pilotprogramm in der Region Süd startete, während die Gründer Philipp Weller, Simon Kastl, Alica Jäger sowie Chief Creative Officer Joscha Steybe noch selbst Honig mischten, an Namen feilten und die Community aufbauten. 

beeneo - honey made new

Weller hat aber gelernt, dass es nicht nur um das leckere Produkt geht. "Erzähl‘ Deine Geschichte! Auch die Geschichte rund um das Produkt ist sehr entscheidend für den Erfolg."

Herr Biene fliegt auf Schokolade

"Honig hat mehr verdient, als verstaubt im Verkaufsregal zu stehen", sagt auch Benedikt Blumhagen, Geschäftsführer von Herr Biene. Das Hamburger Start-up von Blumenhagen und Ingo Ketelsen mit dem eingängigen Namen verknüpft Imkerhandwerk mit Schokolade.
Eines der Kernprodukte der beiden Imker aus Leidenschaft: Honigpralinen. Genauer: Lindenblütenhonig umhüllt von dunkler Schokolade. "Pralinen werden immer mit einer Füllung angeboten, in der viel Industriezucker verwendet wird. Hier wollen wir ein Zeichen setzen und zeigen, dass dies auch ohne Industriezucker funktioniert. Unser Honig ist außerdem regional und wird unter fairen Bedingungen hergestellt", sagt Blumenhagen. Vertrieben werden die exquisiten Produkte derzeit über Feinkostläden.

Matica Cosmetics - Von der Investmentmanagerin zur Marke für Honig-Beauty


Einst schaute Marina Zubrod als Investmentmanagerin beim Risikokapitalgeber CommerzVentures auf Start-ups. Nun hat sie selbst eines gegründet: Matica Cosmetics. Hier soll der Honig eher unter die Haut gehen.

Beauty-Produkte von Matica Cosmetics.
© matica cosmetics
Beauty-Produkte von Matica Cosmetics.
Das Hamburger Start-up produziert und vertreibt seit 2019 kosmetische Pflegeprodukte auf Bienenhonig Basis. Körperbutter, Masken und Peelings werden handgefertigt produziert, nachhaltig verpackt und online verkauft. Gründerin Marina Zubrod verbindet dabei Bienenwachs mit natürlichen Zutaten. Verkauft werden die Produkte über Instagram und den eigenen Online-Shop.