35up unterstützt Shopbetreiber dabei, Cross-Selling-Potenziale zu heben, die sonst den großen Marktplätzen vorbehalten sind. Über die Plattform des Berliner Start-ups werden zusätzliche Produkte von externen Anbietern in den Warenkorb und Bestellprozess eines Shops eingebunden, automatisch abgestimmt auf das Hauptprodukt, das sich im Warenkorb befindet. Onlineshops sollen dadurch auch ohne eigenes Lagerrisiko oder Recommendation-Engine ihre Cross-Selling-Umsätze signifikant steigern können.

Große Marktplätze wie Amazon erzielen einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes mit Cross-Selling ("Kunden kauften auch..."). Möglich wird dies durch die große Menge an Verkaufsdaten, die ein ausgereiftes Produkt-Matching erlauben sowie einen großen – und damit kostenintensiven – Lagerbestand. Dieser Hebel stand kleinen bis mittleren Onlineshops bisher nicht zur Verfügung.

Das Start-up 35up will dieses Problem mit einer innovativen Plattform lösen, die jedem Webshop Cross-Selling ohne Lagerrisiko und arbeitsintensive Aufnahme neuer Produkte in das Sortiment ermöglicht. Die Headless-API erkennt Produkte im Warenkorb eines Webshops und schlägt mit der algorithmus-basierten Empfehlungstechnologie passende Cross-Selling-Artikel aus dem Produktsortiment angeschlossener Händler zum Kauf vor, die von dort direkt an den Endkunden geliefert werden.
Die 35up-Gründer Klaus Wegener, Bernhard Ney, Fabian Louis und Victor Schröder (von links)
© 35up
Die 35up-Gründer Klaus Wegener, Bernhard Ney, Fabian Louis und Victor Schröder (von links)
Für Kunden bedeutet dies ein bequemeres und praktischeres Einkaufserlebnis, für den Händler ein größeres Warenkorbvolumen. Dadurch soll jeder Onlineshop Gesamtumsatz und Marge deutlich steigern können – laut 35up um bis zu 35 Prozent - womit sich auch der Name des Start-ups aus Berlin erklärt.

Mitgründer und Geschäftsführer Klaus Wegener erklärt im Etailment-Kurzinterview, wie die 35up-Plattform arbeitet. 

Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Die 35up-Plattform verbindet Onlineshops und Großhändler, der 35up-Algorithmus findet aus einem unendlich großen Produktsortiment die passenden Cross-Selling-Angebote, und über die API-Schnittstelle werden diese Produkte nahtlos in den normalen Kaufprozess eingebunden. Der Endkunde zahlt einmalig im Check-out des Onlineshops und erhält die Cross-Selling-Produkte separat per E-Mail oder Paketversender.

Ziel ist es einfach, den Endkunden mehr relevante Produkte auszuspielen, die sie ohne die 35up-Integration ansonsten woanders kaufen würden. Was einfach keinen Sinn macht. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch nicht, dass unsere Onlinehändler sich viel zu viele Produkte auf Lager legen – aus den zentralen Lägern unserer Zulieferer haben wir und damit unsere Partner Zugriff auf Millionen von Artikeln.
In a nutshell: Beim Buchen eines Fluges nach Marrakesch erhält der Endkunde einen passenden Reiseführer, die aufgeladene SIM-Karte und das Netzteil ausgespielt, neben der passenden Versicherung für das Golf-Equipment.


Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Als Plattform spielt 35up aus Millionen von Cross-Selling-Produkten die perfekt abgestimmte Auswahl passend zum Hauptprodukt im Warenkorb des Onlineshops und den Bestellstrecken aus. 35up erhält eine Provision auf den Einkaufspreis des Onlineshops pro erfolgreichem Verkauf.

Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Refurbed, A1 Telekom, Alditalk, Medion, Starmobile uvm.

Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Gerne mit jeder Airline und jedem Reiseunternehmen, um den Endkunden für die Urlaubsdestination zusätzliche Cross-Selling-Produkte anbieten zu können.

Wer im Refurbed-Shop ein Handy kauft, bekommt Zubehör-Vorschläge angezeigt, die vom 35up-Zuordnungsalgorithmus generiert wurden.
© screenshot
Wer im Refurbed-Shop ein Handy kauft, bekommt Zubehör-Vorschläge angezeigt, die vom 35up-Zuordnungsalgorithmus generiert wurden.
Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Wie viel relevanter unsere Anbindung für unsere Partner wurde, als wir unsere Plattform für digitale Services wie Versicherungen, Carbon-Footprint-Offset-Produkte oder Installationsservices erweitert haben.

Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Auf meine 15 Mitarbeiter.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Embedded-Cross-Selling-Anbieter 35up feiert die Anbindung des 100.000sten Partners.

Start-ups ohne Buzzwords

Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Können auch Sie Ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter ulrike.sanz@dfv.de.

Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.

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