Was für ein turbulenter Tag in Bayern. Der Verwaltungsgerichtshof hat der KaDeWe Group Recht zugesprochen. Doch es wäre nur ein theoretischer Erfolg geblieben, wenn plötzlich nicht die Landesregierung in Sachen großflächiger Einzelhandel kompromissbereit geworden wäre. Wenn man in diesen Zeiten von Freude reden will, dann kommt Videochatanbietern auf, die gefragt sind wie nie. Vermutlich nicht nur um zwischenmenschelich Kommunikation zu fördern, baut Facebook sein Angebot deutlich aus.

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Sieg für die KaDeWe-Group
Das Gerichtsurteil des Tages kommt heute aus Bayern, ist auch ein Erfolg für Galeria Karstadt Kaufhof – und den großflächigen Einzelhandel dort. Denn der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat an diesem Montag entschieden, dass die seit einer Woche geltende Beschränkung auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für die meisten Geschäfte im stationären Einzelhandel nicht mit dem Gleichheitsgrundsatz im Grundgesetz vereinbar ist. Damit folgte das Gericht dem Antrag der KaDeWe-Group, die aus den Premiumwarenhäusern Oberpollinger (München), Alsterhaus (Hamburg) und KaDeWe (Berlin) besteht und zur Signa Group gehört, die auch die Eigentümerin von Galeria Karstadt Kaufhof ist. Doch weil das Gericht betonte, dass die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmeverordnung mit dem Urteil nicht außer Vollzug gesetzt wird, hätten die Häuser nicht aufgeschlossen werden sollen. Doch nur wenige Stunden nach Urteilsverkündung reagierte die bayerische Staatsregierung und kündigte an, das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes umzusetzen – aber eben mit Einschränkungen. Morgen, Dienstag, sollen schon ein entsprechender Beschluss gefasst werden. "Wir bleiben bei der Beschränkung auf 800 Quadratmeter, aber erlauben auch größeren Geschäften die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter zu begrenzen", sagte Florian Herrmann, Chef der bayerischen Staatskanzlei im Gespräch mit der Zeitung "Münchner Merkur". Im Kabinett werde die Infektionsschutzverordnung an die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes angepasst. Also kann das Oberpollinger möglicherweise schon morgen wieder geöffnet werden. Bei insgesamt 34.000 Quadratmeter verteilt auf sieben Etagen sind 800 Quadratmeter zwar nur ein Bruchteil. Aber besser als nichts.

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Adidas trifft die Coronakrise doppelt
Wenn nicht nur der Einzelhandel, sondern auch der weltweite organisierte Sportbetrieb zum Erliegen gekommen ist, dann trifft es einen Sportartikelhersteller doppelt. Entsprechend schlecht fällt die Adidas-Bilanz für das erste Quartal 2020 aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es ein Umsatzminus von 19 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro. Weltweit sind die meisten Läden von Adidas geschlossen, und weil das auch für stationären Sportartikelhandel gilt, fehlen hier ebenfalls die Abnehmer. Der Großhandel ist so stark eingebrochen, dass 35% Umsatzplus im E-Commerce auch hier nicht ausgeglichen werden konnten. Im März gab es im digitalen Geschäft sogar eine Steigerung um 55%. Wie hart sich die Krise auf Adidas auswirkt, zeigt ein Blick auf den Gewinn. Hier gab es bei den fortgeführten Geschäftsbereichen einen Einbruch um 97% auf 20 Millionen Euro.

Girocard legt zu
Auch wenn im März schon Läden geschlossen waren, wurden Einkäufe um 11,4 Prozent häufiger als im Februar mit Girocard bezahlt. Besonders rasch war die Zunahme der kontaktlosen Zahlungen innerhalb der letzten Monate. Während im März 2019 noch etwa jede vierte Zahlung kontaktlos war (27,5 Prozent), erfolgt so inzwischen mehr als jede zweite Zahlung (52,2 Prozent) – ein neuer Rekordwert, erklärt der Deusche Sparkassen- und Giroverband.Systemrelevant, aber schlecht bezahlt
Sie wurden für ihre Arbeit beklatscht, gelobt und bekamen das staatstragende klingende Attribut "systemrelevant". Doch wenn es ums Bezahlen geht, sind Mitarbeiterinnen in Supermärkten arm dran. Eine Einzelhandelskauffrau in der Lebensmittelbranche verdient 27.100 Euro im Jahr. Ihr männlicher Kollege 32.700 Euro, also 19,8 Prozent mehr. Bei Kassiererinnen beträgt die Lohnlücke 7,1 Prozent (Frauen: 27.200 Euro; Männer: 29.200 Euro). So lautet eine Analyse des Portals gehalt.de


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Digitale Kontrolle bei Aldi Süd
Der Discounter will rund die Hälfte seiner Standorte an den Ein- und Ausgängen mit einem digitalen Kontrollsystem ausstatten, das die Auslastung der Filiale misst, berichtet mobiflip. So soll gewährleistet werden, dass die notwendigen Abstandsregeln eingehalten werden können und sich nur so viele Kunden in der Filiale aufhalten, wie in dem jeweiligen Bundesland behördlich zugelassen sind.

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Facebook weitet Service aus
In Zeiten von Corona wird gevideochattet, was das Zeug hält, beruflich wie privat. Bislang nutzen täglich mehr als 700 Millionen Teilnehmer eine der Vidoechatmöglichkeiten von Facebook. Das will Marc Zuckerberg noch weiter ausbauen. Deshalb werden die Dienste bei Whats App, Messenger und Instagram Videochats aufgestockt: An Videocalls von Whats App können künftig acht statt vier Personen teilnehmen, auf Messenger können künftig bis zu 50 Personen im Teilnehmermodus dabei sein. Doch ganz neu: Messenger Rooms für spontane Meetings und Konferenzen von Gruppen, das im Layout doch an die App Zoom erinnert. 

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