Kreditinstitute werden mit Anträgen überflutet. Es kommen Zweifel auf, ob der Kreditrahmen annähernd reicht – doch vor allem, ob das Geld rechtzeitig ankommt. Doch es gibt Unverdrossene, wie Picnic, die sich gegen die Krise stemmen und kurzerhand ihren Dienst erweitern.

///// FINANZEN & RECHT
Kreditrahmen ausgeschöpft
Kaum sind die Soforthilfen auf den Weg gebracht, reißt der Ansturm der Hilfesuchenden nicht ab. Bei der Investitionsbank Berlin (ibb) hat eine Flut von Anträgen auf Corona-Hilfe bereits den Kreditrahmen eines der Sofortprogramme ausgeschöpft, das sich an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern richtet. Ursprünglich lagen 100 Millionen Euro bereit; mittlerweile wurde auf 200 Millionen Euro ausfgestockt. Insgesamt sei ein Volumen von 300 Millionen Euro für einen zinslosen Überbrückungskredit eingegangen, berichtet rbb24. Die ibb nimmt vorerst keine Anträge für dieses Darlehen mehr an. Über den Ausbau dieses Pakets wird aktuell beraten. Anträge für das Program für kleine Unternehmen bis 5 Mitarbeitern sind davon nicht betroffen.


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28 Seiten Ratgeber Recht: Welche Gesetze durch die Krise helfen



Basel IV verschoben
Internationale Bankenregulierer wollen jetzt Geldhäuser stärker entlasten. Die neuen Regeln, Basel IV, sollen statt 2022 nun erst 2023 in Kraft treten.

Kontaktlos zahlen
Viele Einzelhändler haben bereits jetzt Schilder an der Kasse, dass sie derzeit kein Bargeld akzeptieren. Die Deutsche Kreditwirtschaft will das kontaktlose Bezahlen per Girocard ohne Pineingabe erleichtern und die die bisherige Grenze von 25 Euro auf 50 Euro pro Einkauf erhöhen. Der Umsetzungsplan sei in Arbeit, so der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.


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Corona-Krise: Wie Sie jetzt an Finanzhilfen kommen


///// Branche & Politik
Tausendkind in Insolvenz
Das Timing ist denkbar schlecht. Die neue Finanzierungsrunde für Tausendkind stand noch nicht – die Geldgeber haben nun ihre Zusage zurückgezogen. Auch die staatlichen Finanzpakete kommen für den Berliner Kindermode-Versender zu spät – er stellt einen Insolvenzantrag. Die Geschäfte laufen weiter, man strebe eine Sanierung oder Verkauf an. Siehe auch etailment-Interview mit Mitgründerin Anike von Gagern.

Picnic kommt sonntags mit "Special Care"
Picnic will jetzt vor allem für diejenigen da sein, die derzeit "für uns" da sind. Und das sind Ärzte und Pflegekräfte, die in der Corona-Krise an ihren Belastungsgrenzen arbeiten. Also liefert der Online-Supermarkt ab dieser Woche auch sonntags aus - und zwar mit einer "Special-Care-Liste", wie es heißt. Heißt: Medizinisches Personal wird bevorzugt beliefert. Der erweiterte Dienst wird kommenden Sonntag (5. April) gestartet. Wegen der Corona-Krise hatten Bund und Länder die Sonntagsöffnung für Supermärkte ermöglicht. Picnic kann hierdurch die Kapazitäten für die Zustellung auf einen weiteren Tag verteilen und somit mehr Haushalte in NRW beliefern, wo der Dienst in 30 Städten aktiv ist.

Der Corona-Effekt sorgt für einen gewaltigen Abschwung
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Die Woche im Handel

Die Corona-Krise: Bekommt das Karstadt-Personal sein März-Gehalt? Wie stabil ist die Logistik wirklich? Wann ist Phase 5 vorbei?



Gutscheine für die Liquidität
So viel Nächstenliebe für Einzelhändler gab es noch nie. Auch der ReBuy-Gründer Markus Börner hat eine Initiative gestartet, "Hilfe Lokal" heißt sie. Das Konzept: Über die Plattform mit demselben Namen können derzeit geschlossene Geschäfte Gutscheine verkaufen. Kunden wiederum sollen diese erwerben und nach der Wiederöffnung des entsprechenden Geschäfts dort einlösen. Den Läden fließt somit kurzfristig Liquidität zu, die ihnen helfen kann, die Lockdown-Zeit zu überbrücken. Allerdings muss der Verkauf dieser Gutscheine schon signifikant sein, um die aktuellen Umsatzausfälle zu kompensieren. Trotzdem: Rund 300 Geschäfte und "Tausende" Kunden sollen bereits dabei sein, heißt es.

Zeit für Pflege
Der Umsatz ganzer Branchen bricht ein, doch neben Nahrungsmitteln und Getränken gibt es weitere Gewinner.  Schönheits- und Hautpflegemittel boomen. Offenbar haben Konsumenten in Quarantäne mehr Muße. Die Daten des Forter-Report zeigen einen Anstieg des Volumens zwischen 50 und 100%.


///// Marketing
Instagram testet Video Call Button
Tools für Video Chats und Videokonferenzen haben Konjunktur. Auch Facebook freut sich über regen Zulauf für seine Dienste. Jetzt testet Instagram einen Video Call Button, um direkt mit Followern in Kontakt treten zu können, berichtet onlinemarketing –  erste Rückmeldungen waren offenbar nicht nur begeistert.

Zustimmung für Absage
Sportevents sind für Marketing, Imagewerbung oder Merchandising unverzichtbar. Aktuell geht jedoch nichts. Wie sehen das Verbraucher? Yougov hat nachgefragt.
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