Früher ein Multichannel-Händler, entwickelt sich Douglas heute zu Europas führender Digital-Beauty-Plattform, die Daten über die Data Cloud demokratisiert und ihre Shops und Marktplatz-Partner auf einer Plattform integriert. Ziel ist es, Mitarbeitern im gesamten Unternehmen mehr Daten zur Verfügung zu stellen, um sie zu analysieren, Schlussfolgerungen daraus zu ziehen und das Geschäft durch ihre individuelle Sichtweise zu verbessern. In diesem Gastbeitrag analysiert Arjan van Staveren, Country Manager Germany beim Softwareanbieter Snowflake, wie Douglas seine digitale Infrastruktur umgestaltete, Datensilos auflöste und letztlich seine Daten demokratisierte.

Vergangenes Jahr hat der Onlineshop von Douglas erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz gemacht. Die E-Commerce-Business-Plattform macht damit bereits rund 40% des Unternehmensumsatzes aus – E-Commerce bildet somit das Herzstück der Digital-First-Strategie des Unternehmens.

Mit der zunehmenden Geschwindigkeit der Digitalisierung wurde allerdings schnell klar, dass das Beauty-Unternehmen seine bisherige Technologie dringend transformieren musste.

Theorie und Praxis

Jede technische Umwälzung erfordert zunächst einmal eine neu gestaltete digitale Infrastruktur, auf dessen Fundament sich das Unternehmensgerüst stützen kann. Ist diese Basis gesetzt, sollten bisherige Datensilos vollständig aufgebrochen und Data Analytics eingeführt werden.
Demokratisierung des Datenzugriffs durch die Cloud: Künftig sollen Douglas-Mitarbeiter aller Abteilungen Datenanalysen eigenständig durchführen können.
© IMAGO / Panthermedia
Demokratisierung des Datenzugriffs durch die Cloud: Künftig sollen Douglas-Mitarbeiter aller Abteilungen Datenanalysen eigenständig durchführen können.
Soweit die Theorie. In der Praxis wurde das alte, lokale Data Warehouse von Douglas in erster Linie für Einzelhandelsgeschäfte entwickelt und daher sukzessive zu einem kritischen Faktor für moderne, datengestützte Strategie. 

Als die Ressourcen des Rechenzentrums von Douglas erhöht werden mussten, entschied sich das Düsseldorfer Unternehmen dazu, auf eine moderne Cloud-Plattform umzusteigen. Auf diese Weise sollte nicht nur die Kapazität erhöht werden, sondern auch die Datenarchitektur konsolidiert und Dateneinblicke im gesamten Unternehmen zugänglicher gemacht werden. Ziel war es, Prozesse zu vereinfachen und sie damit gleichzeitig zu verbessern.

Datensilos werden beseitigt

Als Teil der digitalen Transformationsstrategie verlässt sich Douglas auf die moderne Plattform von Snowflake, um Datensilos zu beseitigen und Informationen in einer ganzheitlichen Datenbank zu konsolidieren, damit eine einzige Informationsquelle geschaffen werden kann. Die Plattform gewährleistet die Demokratisierung von Daten im gesamten Unternehmen und ermöglicht Datenanalysen nahezu in Echtzeit.
Douglas hat also nach und nach neue Anwendungsfälle auf der Plattform implementiert und diejenigen priorisiert, die dem Unternehmen den größten Mehrwert bieten. Zu den ersten Datensätzen, die übertragen wurden, zählt der gesamte Artikelbestand von Douglas, das Tracking der Online-Umsätze sowie die Organisationsstruktur. 

Dieser Ansatz ermöglicht es, frühzeitig im Übergangsprozess erste hochwertige Analytics-Anwendungsfälle für das Top-Management von Douglas zu entwerfen.

Echtzeitanalyse für jede Abteilung ermöglichen

Durch die Umstellung auf die Data Cloud wird Douglas zu einem datengesteuerten Unternehmen. Während das Unternehmen bereits in der Lage war, Echtzeitanalysen im E-Commerce durchzuführen, ist es nun jeder Geschäftseinheit möglich, Datenanalysen über Einzelhandels- und E-Commerce-Datensätze hinweg durchzuführen. 

Durch das Aufbrechen der Silos und die Demokratisierung des Datenzugriffs können die Mitarbeiter von Douglas Analysen eigenständig konzipieren und durchführen, ohne auf Data Scientists oder Business-Intelligence-Spezialisten angewiesen zu sein. Dieser Prozess hat auch die Effizienz bei Douglas erhöht.
Douglas-Filiale in der Hamburger Mönckebergstraße: Der Parfümeriekonzern wird zu einem datengesteuerten Unternehmen.
© IMAGO / Hanno Bode
Douglas-Filiale in der Hamburger Mönckebergstraße: Der Parfümeriekonzern wird zu einem datengesteuerten Unternehmen.
Endbenutzer können die Daten jetzt einmal erstellen und ohne viel manuelle Arbeit nahezu in Echtzeit darauf zugreifen, anstatt jeden Monat oder gar jede Woche denselben Datensatz für einen Bericht zu migrieren. Dadurch reduziert sich die Zeit, die Mitarbeiter für sich wiederholende Arbeiten aufwenden – stattdessen können sie ihre Zeit jetzt für wertschöpfende Aufgaben nutzen.  

Wichtige Erkenntnisse in Pandemie-Zeiten

Die erste Corona-Welle brach ungleichmäßig in den europäischen Ländern aus: Ladenschließungen und Wiedereröffnungen fanden alle zu unterschiedlichen Zeiten statt. Durch die Überprüfung von Kundenverkehrs- und Nachfragedaten ermöglichte es die Data Cloud Douglas, Learnings aus den Geschäften in jenen Ländern zu ziehen, die vor anderen wiedereröffnet wurden.

Douglas wiederum hat diese Informationen genutzt, um sicherzustellen, dass in Ländern, bei denen die Geschäfte erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder eröffnet werden konnten, die gefragtesten Produkte und die richtige Anzahl von Mitarbeitern in den Filialen zur Verfügung stehen. Dadurch konnte Douglas nicht nur sicher weiterarbeiten, sondern das verschaffte dem Händler auch einen Wettbewerbsvorteil.

Daten für zukünftiges Wachstum nutzen

Die neu eingesetzte Plattform hat die Daten im gesamten Unternehmen demokratisiert, sodass jetzt jeder – vom Controller bis zum Vermarkter – ohne zusätzliche Fertigkeiten problemlos auf Daten zugreifen kann.

Das zukünftige Wachstum des Einzelhändlers hängt nun davon ab, wie robust er die Daten nutzen kann. Geschäftserfolg ist heute eng mit der Qualität des Kundenerlebnisses verbunden, egal ob online oder offline. Laut Thomas Wrobel, Director Global Customer Marketing and Data bei Douglas, gibt es viele weitere wertvolle Daten, die das Unternehmen noch erschließen muss, um das Einkaufserlebnis für alle seine Kunden zu personalisieren.

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