Bio-Lebensmittel haben heutzutage bei allen Handelsketten und Discountern Platz auf den Regalen gefunden, im vergangenen Jahr hat diese Entwicklung noch einen Schub erhalten. Auch hier bestellen die Kunden immer öfter online und lassen sich die Produkte in Gemüse- oder Obstkisten vor die Haustür bringen. Die dadurch in den Innenstädten fehlenden Umsätze sorgen für immer größere Sorgenfalten. Nun haben drei Oberbürgermeister in einem Schreiben eine schnelle Öffnung der Städte gefordert. Ein hohes Tempo ist auch das Motto des jungen Lieferservice Stash in Zürich. Schnell soll es auch für viele Online-Käufer gehen, entweder wenn sie auf einem mobilen Endgerät kaufen oder zu Hause auf der Couch, doch auch die Bequemlichkeit gehört zu den Wünschen.

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Heiße Kisten aus dem Bio-Markt
Die wachsende Begeisterung für biologische Lebensmittel machte sich im vergangenen Jahr auf der einen Seite deutlich in den Produktions- und Verkaufszahlen bemerkbar, auf der anderen Seite wächst aber auch die Zahl der Höfe und Läden mit Bioprodukten, heißt es in der neuen Branchenbilanz des Bio-Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Der Gesamtumsatz wuchs um 22% auf 14,99 Milliarden Euro, die Unternehmenszahl liegt nun bei 16.281 Biohersteller, ein Zuwachs von 26% in den vergangenen Jahren. Zu den Gewinnern gehören neben dem reinen Online-Handel die Betreiber von Obst- und Gemüsekisten, die ihren Kunden die Waren nach der Online-Bestellung direkt nach Hause liefern. Bereits nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 mussten die Anbieter in der Online- und Direktvermarktung aufgrund des Nachfragebooms ihre Kapazitäten deutlich ausbauen, das Ergebnis war eine knappe Verdopplung des Umsatzes.

Oberbürgermeister fordern Öffnung der Städte
Die Rufe nach einer Öffnung der Geschäfte und einer Wiederbelegung der Städte ist seit dem Start des Lockdown Mitte Dezember ein Dauerton, der in den vergangenen Wochen immer lauter wurde. Der entscheidende Tag wird sehnlichst erwartet, nun forcieren noch einmal drei Oberbürgermeister aus Baden-Württemberg, heißt es bei Fashion United. Boris Palmer (Grüne) aus Tübingen, Richard Arnold (CDU) aus Schwäbisch Gmünd und Matthias Klopfer (SPD) aus Schorndorf fordern in einem Brief an Kanzlerin Merkel, Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) einen schnellstmöglichen Neustart des Einzelhandels. Zu den von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen gehören Schnellteststationen an den Eingängen der Innenstädte, aber auch eine höhere Mehrwertsteuer für den Online-Handel, daher auch der Finanzminister als Mitadressat. Mit der Belastung des Online-Handels sollen die Gäste wieder in die Städte gelockt werden.

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Logistiklösungen für saisonale Schwankungen im Handel

Mit dem wachsenden Onlinehandel steigen gleichzeitig die logistischen Herausforderungen für Lagerhäuser: überdurchschnittlich hohe Bestellungen, steigende Retouren und der Druck, die Produktivität auch mit geringem Personaleinsatz konstant zu halten. Mit Technologien wie Voice und AMR lassen sich Kommissioniervorgänge und Retourenprozesse erheblich beschleunigen und die Produktivität deutlich steigern.


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Der Einkauf kommt wie der Blitz nach Hause
Zehn Minuten, länger soll die Lieferzeit der bestellten Produkte nicht dauern. Das ist das wagemutige Versprechen des Züricher Start-ups Stash, einem Pilotprojekt der Swiss Startup Factory, berichtet die Handelszeitung. Die Jungunternehmer bauten dies auf einem kleinen Lager mit nur rund 500 Produkten, die alle relativ klein und leicht zu transportieren seien, heißt es weiter. In den ersten fünf Tagen nach dem Start des Betriebs hätten die Lieferzeiten zwischen fünf und acht Minuten gelegen, alles gemäß dem Schweizer Sinn für Pünktlichkeit. In anderen europäischen Städten ist das Tempogefühl ein bisschen schwächer, hier liegen die Lieferzeiten zwischen 30 und 60 Minuten.

Zalando-Aktien an die Aktionäre der Mutter
Die Aktien des Online-Modehändlers Zalando sollen die Anteilseigner des schwedischen Mutterkonzerns Kinnevik erhalten. Die Entscheidung darüber ist für die Kinnevik-Hauptversammlung Ende April geplant, berichtet die Textilwirtschaft. Kinnevik ist mit 21% der größte Zalando-Aktionär. Die Corona-Krise hat für Zalando zu einem Umsatzschub geführt, die Zahl der Partner ist auf rund 3.000 gestiegen und nun ist durch die Aufteilung der Aktien eine Aufnahme in den DAX möglich. Nach dem aktuellen Tageskurs bedeutet dies einen Unternehmenswert von rund 5,5 Milliarden Euro.

China ist die Online-Nation Nummer eins
Rund um den Globus kaufen immer mehr Verbraucher auf Rechner, Tablet oder Smartphone, aber einen bemerkenswerten Grenzwert haben nun die Chinesen überschritten. Erstmals werde in einem Land innerhalb eines Jahres mehr online eingekauft statt in einem Ladengeschäft, vermeldet Fast Company. Das Marketing-Forschungsunternehmen Emarketer prognostiziert für Ende 2021 einen Anteil der Online-Käufe von 52,1%, ein Anstieg um 7,3 Prozentpunkte. Die Analysten sehen den Handel über die sozialen Medien und die Pandemie als die beiden entscheidenden Faktoren.


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Bequemlichkeit zählt
Der Ausbau der Zusatzdienste steht bei vielen Kunden beim Online-Kauf oben auf der Wunschliste. Nach einer neuen Studie des IoT- und Mobile-Management-Experten SOTI, die in insgesamt acht Ländern durchgeführt wurde, haben sich im Verlauf der Coronakrise die Ansprüche verschoben. Nur noch sechs Prozent der Kunden in Deutschland gehen lieber in ein Geschäft statt bequem auf der Couch zu sitzen. Ein großer Knackpunkt sind die Lieferzeit und die Rücksendungen, hier sind 48% nicht zufrieden. 63% möchten nicht nach ihren Bestellungen suchen und lange in Telefonschleifen warten müssen, sondern durchgehend wissen, wo ihr bestelltes Produkt gerade unterwegs ist, 55% wünschen sich die Möglichkeit, die Bestellung mit nur einem Klick wiederholen zu können. Bequemlichkeit spielt aber nicht nur beim Einkauf selbst eine große Rolle, die Mehrheit (83%) will die Produkte direkt nach Hause geliefert bekommen. In den Laden fahren und die Einkäufe dort selbst abholen, das wollen nur 37%.

Einkaufen per App ist en Vogue
Der Schub für den Online-Handel hat seine Spuren auch auf dem Feld der Kauf-Apps hinterlassen. Immer öfter klicken die Handynutzer laut einem Bericht von Internet Retailing die Felder "Kasse" oder "Bezahlen" auch auf ihren mobilen Geräten an. Weltweit seien die Nutzungszahlen der Shopping-Apps im vergangenen Jahr um 45% in die Höhe gegangen, angetrieben durch soziale Medien und Livestreaming. Große Sprünge habe es in Indonesien (85%) und Mexiko (65%) gegeben. In der Woche nach dem 8. November habe die Zahl der Stunden, die Menschen weltweit in entsprechenden Apps verbrachten, bei rund 2,5 Milliarden gelegen. Zu den größten Gewinnern gehörten die sozialen Netzwerke, da sie ihre Programme in der jüngeren Vergangenheit immer stärker mit Kauffunktionen ausgebaut hätten.