Heute ist schon der vierte Tag unter der Ägide der so genannten Bundesnotbremse. Wie die "Textilwirtschaft" ausrechnete, zeigten am Freitag 221 deutsche Landkreise (und damit die Mehrheit) eine Covid-19-Inzidenz, die nach den Regeln der Notbremse nur "Click & Collect" zulässt. Dazu ein Zitat der Twitterin Kerstin Brune: "Der Mensch – vom Jäger und Sammler zum Click and Collector". Und zum Online-Kunden, siehe unten die Meldung des Ifo-Instituts.

///// HANDEL NATIONAL
BlackFriday.de meldet Urteil gegen Marken-Inhaber
Noch gut 213 Tage bis zum Schwarzen Freitag 2021 – und das Portal BlackFriday.de, nach eigenen Worten "Deutschlands dienstältestes Black-Friday-Portal", meldet einen Sieg im Streit um die Marke: Auf eine Klage des Portals hin habe das Landgericht Berlin die Marke „Black Friday“ für mehr als 900 Waren und Dienstleistungen für verfallen erklärt, sie sei von demjenigen, der sie zurzeit besitze, nicht genügend ("rechtserhaltend") genutzt worden (Urteil vom 15. April 2021, Az. 52 O 320/19). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und das jüngste in einer Reihe von Rechtsstreits zwischen BlackFriday.de und dem Markeninhaber.

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Durch datengestütztes Marketing Kundenzufriedenheit und Umsatz steigern
Der Einsatz von Daten zur erfolgreichen Steuerung von Marketingstrategien ist kein neues Konzept. Allerdings wurden Kundendaten noch bis vor kurzem in ihrem Wert unterschätzt und folglich zu selten von Markenunternehmen weltweit genutzt. Lesen Sie hier, wie man durch datengestütztes Marketing die Kundenzufriedenheit und den Umsatz steigern kann.


Ifo-Institut sieht starken Online-Trend für Kleidung und Haushalt
Der Handel mit Kleidung, Haushaltswaren und Haushaltsgeräten wandert derart stark ins Internet, dass das Ifo-Institut einen Warnruf abgibt – in Richtung des stationären Handels: „Spätestens seit vorigem Sommer beobachten wir massive Strukturverschiebungen hin zum Onlinegeschäft – auch jenseits der Lockdowns. Unsere Daten legen den Schluss nahe, dass die Krise das Sterben der Innenstädte befördert“, heißt es vom Institut. Der Onlinehandel mit den genannten Produkten habe seit den Lockerungen fast stetig angezogen und Anfang Dezember 2020 bei 250 Prozent des Vorkrisenniveaus gelegen (Haushaltsgeräte), im Februar bei 350 Prozent. Elektrogeräte-Franchiser Euronics hält dagegen: In einem neuen Einkaufszentrum in Bremen sollen unter anderem smarte Kühlschränke "künftig in dem Geschäft möglichst nahe an der eigenen Lebensrealität getestet werden", berichtet Channelpartner.de. Das funktioniert stationär wohl tatsächlich besser.


Amazon buhlt um kleine Anbieter – auch in Deutschland
Der Trend zu regionalen Produkten ist auch Amazon nicht verborgen geblieben: In der Rubrik "Amazon Kleine Unternehmen" werden Produkte kleiner und mittlerer Unternehmen nach deutschen und österreichischen Bundesländern sortiert vorgestellt. Auf Internetworld.de wirbt Amazon-Manager Markus Schöberl um KMUs: "Es ist eigentlich nie zu spät, um sich online ein zweites Standbein aufzubauen", sagt er, und: "Durch den Online-Handel ist Export so einfach wie noch nie. [...] Warum sollte ein innovatives Produkt aus Österreich nicht auch Abnehmer in Deutschland, Frankreich oder den USA finden?" [Ganz neu ist die Idee übrigens nicht: 2018 stellte Amazon mit "Storefronts" ein ähnliches Konzept für Deutschland vor.]

H & M versendet in Deutschland jetzt in Papier statt in Plastik
Im Dezember nannte Fashionunited.de es noch einen Test, jetzt geht es in den Echtbetrieb: Modehändler H & M versendet online bestellte Waren in Deutschland in Papier- statt in Plastikverpackungen, berichten verschiedene Medien. Die Papiere seien vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. Bis 2025 sollen alle Verpackungen im Konzern wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar sein.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Vier weitere Amazon-Nachrichten in jeweils einem Satz
  • Im kommenden Jahr soll in Giengen nordöstlich von Ulm ein neues Amazon-Verteilzentrum mit 100 neuen Voll- und Teilzeit-Arbeitsplätzen in Betrieb gehen. (Amazon-Watchblog.de)
  • Eine Gruppe von Aktionären hat Amazon aufgefordert mitzuteilen, wieviel der Kunststoffverpackungen des Unternehmens in der Umwelt landet – denn ein Zuviel könne dem Ruf schaden oder zu Geldstrafen führen. (TheVerge.com)
  • In einem Verteilzentrum südlich der US-Stadt Seattle hat Amazon eine Massenimpfung für Tausende von Mitarbeitern organisiert, wie zuvor schon in Missouri, Nevada und Kansas. (Geekwire.com)
  • Die Technik für das kassenlose Bezahlen soll aus den relativ kleinen Ladenformaten "Amazon Go" und "Amazon Go Grocery" in die großen Supermärkte der Marke "Amazon Fresh" kommen, was insofern von Bedeutung ist, als Amazon diese Technik an andere Supermarkt-Betreiber verkaufen will. (Geekwire.com und Amazon-Watchblog.de)

///// TRENDS & TECH

Eine Welt ohne Cookies ist gar nicht schlimm
Sollten wegen murrender Kunden, Gerichtsurteilen, Klagen und Geldstrafen Cookies massiv an Bedeutung verlieren, so wäre das nicht schlimm – zu diesem Schluss kommt Wiwo.de. Statt dessen solle der gute alte direkte Draht zu den Kunden gestärkt und aus der direkten Interaktion mit ihnen gelernt werden, rät das Blatt. Der Königsweg sei, einen so einzigartigen Service zu bieten, dass die Kund:innen sich anmelden und dabei die Erlaubnis zum Datensammeln geben.

Lean Start-up: Wie myMigros vom Prototypen zur digitalen Migros-Filiale wurd
Vor knapp drei Jahren ist myMigros als Pilotprojekt der Migro-Genossenschaft Aare mit begrenztem Teilnehmerkreis gestartet, nun expandiert der personalisierte Onlineshop in der Schweiz auch außerhalb der Gebietsgrenzen der Genossenschaft. Für den Etailment-Experten und E-Food-Kenner Dr. Matthias Schu Anlass, das heutige myMigros und seine Entwicklung genauer zu beleuchten.

Was tun, wenn der Ansturm rollt?
Manch ein Onliner mag in den vergangenen Monaten die Erfahrung gemacht haben, dass ein plötzlicher Kundenansturm die eigenen Kapazitäten an den Rand des Möglichen brachte, oder darüber hinaus. In solchen Fällen ist die Sicherstellung der Erreichbarkeit oberstes Gebot, die aktive Information der Kunden sowie die Einbindung des Teams und des Betriebsrats in die Entscheidungen kommen direkt danach. Die Berater Ralph Lange und Matthias Frede erläutern auf Etailment.de die Handlungsmöglichkeiten im Detail. Rund 80 der befragten Firmen bieten die Bezahlung per Paypal an.

Onliner kümmern sich nicht richtig um Mahnungen und Inkasso
"Kleine Handelsunternehmen Nachholbedarf im Mahn- und Inkassowesen", sagen die Marktforscher von Ibi Research nach Gesprächen mit 100 Unternehmen, die einen eigenen Online-Shop betreiben. Mehr als die Hälfte der kleineren Unternehmen bearbeite Bestellungen ohne Risikoprüfung, ein Viertel arbeite ohne Mahn- und Inkasso-Maßnahmen. In Großunternehmen allerdings sei beides üblich.

Facebook ermöglicht Werbung auf Instagram Reels
In Deutschland, Indien, Brasilien und Australien soll es künftig möglich sein, auf der Videoplattform Instagram Reels Anzeigen im Umfeld der dort veröffentlichten Filmchen zu schalten. Das sei je nach Kategorie möglich, zum Beispiel "Kinder und Eltern", "Tiere und Haustiere" oder "Fitness und Training", so Fashionunited.com.

Trusted Dialog meldet 400 Kunden
Das Werbeformat Trusted Dialog von United Internet Media hat die Zahl von 400 Kunden überschritten. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt, gehören jetzt unter anderem auch Wein & Vinos (Wein), Montblanc (Schreibgeräte) und Seidensticker (Hemden) zu den Dialogmarketing-Nutzern von United Internet und seinen E-Mail-Providern Web.de, GMX, 1&1, Freenet und T-Online. 2020 sei das Volumen der mit Trusted Dialog versandten Nachrichten um neun Prozent gewachsen, inklusive  Neukunden.