Im vergangenen Jahr haben viele Menschen ihre Gärten wiederentdeckt und ihre Pflege in den Mittelpunkt gestellt. Davon konnte auch Bosch mit seinen Bau- und Gartengeräten profitieren, die Verbraucher kauften die Geräte dabei aber auch in vielen Fällen online von der Gartenbank oder der eigenen Couch aus. Profitiert haben von dem Online-Boom auch noch viele andere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, einige von ihnen reagieren nun mit Umstellungen in den jeweiligen Führungsebenen, diesmal sind es Zalando und die Metacrew Group. Weitere erfreuliche Online-Zahlen aus den USA meldet Adobe mit dem Digital Economic Index. Die aber immer wieder durch die vielen Transfers im E-Commerce gefährdeten Kundendaten will Kalifornien nun mit einer Verschärfung des entsprechenden Gesetzes besser schützen. Dabei müssen die entsprechenden Prozesse des Umgangs mit den Kundendaten genau beobachtet werden, denn in Zukunft ist ein verstärkter Einsatz der Künstlichen Intelligenz zu erwarten.

///// HANDEL NATIONAL
Bosch baut das Online-Geschäft aus
Während des ersten Lockdowns 2020 gehörten die Baumärkte zu den wenigen Geschäften, die geöffnet bleiben durften. Die daraus resultierenden guten Zahlen gingen natürlich nicht an den Herstellern der Bau- und Gartengeräte vorbei, die aber auch auf der zweiten Schiene des Online-Handels eine gute Fahrt erlebten. Nach einem Bericht von Internet World konnte die E-Commerce-Tochter des Bosch Konzerns, Bosch Power Tools, ihren Online-Anteil von 16 auf 23 Prozent nach oben schrauben. Und das Unternehmen gehe auch davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen werde. In Bewegung gekommen sei der Schub in Deutschland nach Ostern, in anderen Ländern sei es dann im Laufe der Zeit auch nach vorne gegangen.

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Vorstandsumstellung bei Zalando
Bei der Präsentation der aktuellen Wirtschaftszahlen hat der Online-Modehändler auch eine Umstellung des Vorstands bekannt gegeben, meldet die Textilwirtschaft. Mit Astrid Arndt sei nun erstmals eine Frau Mitglied des Gremiums, sie übernehme die Aufgaben des Chief People Officer. Arndt ist seit 2018 bei Zalando tätig, seit 2019 leitete sie die Abteilung People & Organisation. Damit gehörten nun vier Männer und eine Frau der obersten Führungsebene an, bis Ende 2023 wolle das Unternehmen im Management ein ausgeglichenes Verhältnis von Frauen und Männern erreichen.

Giuseppe Iozzolino neu bei der Metacrew Group
Der Investmentbanker und M&A-Experte Giuseppe Iozzolino ist zur Metacrew Group, dem Betreiber der Plattformen Foodist und Beautylove, gewechselt. Er übernimmt bei dem Anbieter für Abo-Vertrieb für Food & Beauty die Position des Head of Corporate Development. Iozzolino leitet die Bereich der Unternehmensakquisition und eines neuen Service für die Finanzierungsprozesse von Start-ups. Er war zuvor mehrere Jahre für die Investmentbank Houlihan Lokey tätig. Die Metacrew Group hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 40 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Plus von 40 Prozent. Für 2021 sind 60 Millionen Euro als Zielmarke gesetzt.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Der Schub durch die Pandemie
Der durch die Coronapandemie ausgelöste Schub für den Online-Handel hat in den USA nach den Zahlen des neuesten Adobe Digital Economic Index weite Ausmaße erreicht. In absoluten Zahlen lag der Zuwachs bei 183 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben der Analysten sei dies in etwa das Volumen, das 2020 in der Vorweihnachtszeit zwischen November und Dezember 188,2 Milliarden US-Dollar betragen habe. Im Zeitraum März 2020 bis Februar 2021 wurden insgesamt 844 Milliarden US-Dollar ausgegeben, ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für dieses Jahr wird bei Adobe ein Volumen zwischen 850 und 930 Milliarden US-Dollar erwartet. Für 2022 sei das Überspringen der Billionen-Marke möglich. In Januar und Februar hätten die Verbraucher sehr stark die Zahlungsmethode genutzt, bei der die Kunden jetzt kaufen und später zahlen. Das Wachstum habe hier bei 215 Prozent gelesen, heißt es im Index. Adobe untersucht für diesen Index nach eigenen Angaben Billionen von Online-Transaktionen von über 100 Millionen Artikeln in 18 Produktkategorien.

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Kalifornien geht gegen Dark Patterns vor
Die Regierung des US-Bundesstaats Kalifornien ist einen weiteren Schritt hin zu einer Stärkung des Datenschutzes gegangen. Das Datenschutzgesetz sei um einen Absatz erweitert worden, mit dem so genannte Dark Patterns verboten werden, meldet T3N. Mit diesen Anwendungen sollen Nutzer zu nicht gewünschten Handlungen geführt werden, die dann in vielen Fällen eine Weitergabe von persönlichen Daten oder einen ungewollten Kauf oder Vertragsabschluss zur Folge haben. Dies sei nun nicht mehr möglich und werde den Kunden mit Hilfe eines Icons angezeigt. Die Möglichkeit des Opt-out sei für die Nutzer deutlicher sichtbar. In einem nächsten Schritt solle in dem Westküstenstaat eine eigene Datenschutzbehörde eingerichtet werden.

Alibaba soll Medienunternehmen abgeben
Die chinesische Regierung fordert vom Internetkonzern Alibaba den Ausstieg aus dem Mediensektor. Der Staat befürchte den wachsenden Einfluss auf die Öffentlichkeit, berichtet das Wall Street Journal. Seit Anfang des Jahres gebe es nach einer Untersuchung der Medienbeteiligungen in der Regierung Überlegungen, dass der Online-Händler Anteile abgeben müsse. Diese erstreckten sich über Produkte aus den Bereichen Druck, TV, Digital, Soziale Medien und Werbung. Dazu gehörten unter anderem die South China Morning Post oder die Twitter-ähnliche Plattform Weibo. Alibaba hat in den vergangenen Monaten viel Druck vom chinesischen Staat erfahren. Gründer und Aktionär Jack Ma ist seit Oktober nicht mehr öffentlich aufgetreten, im November stoppte der Staat den Börsengang eines Tochterunternehmens aus dem Bereich der Online-Zahlungssysteme und im Dezember folgte eine Untersuchung wegen wettbewerbsschädlichen Verhaltens.


///// TRENDS & TECH

Künstliche Intelligenz gehört zu den wichtigsten Technologien
Nach der neuen Studie "Technologie-Trends im Handel 2021" des EHI Retail Institute, die One to One vorstellt, werden drei Technologien die nächsten Jahre im digitalen Handel bestimmen. Nach einer Umfrage unter den IT-Spezialisten von 97 Handelsunternehmen in den deutschsprachigen Märkten zeichneten sich Künstliche Intelligenz, Connected Retail und Customer Centricity als die entscheidenden Ansätze ab. Für 63 Prozent der Befragten stehe Künstliche Intelligenz mit intelligenteren und technisch anspruchsvolleren Anwendungen an der Spitze, 2019 lag die Quote allerdings noch bei 69 Prozent. Connected Retail habe nicht zuletzt durch Konzepte wie Click & Collect und Click & Reserve bei der Einschätzung der technologischen Trends einen Zuwachs erreicht. Für 44 Prozent gehöre es zu den wichtigsten Entwicklungen, 2019 hätten dies 30 Prozent so gesehen. Für 37 Prozent gehöre die Customer Centricity zu den Top-Trends, ein deutlicher Sprung gegenüber 2019, damals habe der Wert bei 14 Prozent gelegen. Zu den wichtigsten Elementen gehöre hier eine stärkere Personalisierung und Individualisierung der Angebote für die Kunden.

Preisanstieg im E-Commerce
Nach einer Studie der Vergleichsplattform Idealo lagen die Preise im Online-Handel im Januar 2021 um fast drei Prozent über den Werten des Vorjahresmonats, im Februar erreichte der Preisanstieg einen Wert von 2,9 Prozent. Nach eigenen Angaben hat Idealo hierfür die Preise von rund zwei Millionen Produkten aus 1.700 Kategorien als Grundlage genommen. Die Unterschiede zwischen Dezember 2019 und Dezember 2020 haben nach den Berechnungen von Idealo nur bei 1,8 Prozent gelegen, den geringeren Anstieg führen die Analysten auf den niedrigeren Mehrwertsteuersatz zurück. In der Kategorie Gaming & Spielen sei mit 10,8 Prozent (Januar) und 11,3 Prozent (Februar) der stärkste Preisanstieg zu verzeichnen gewesen. Weitere überdurchschnittliche Zuwächse habe es in den Bereichen Essen & Trinken, Sport- und Outdoorprodukten, Tierbedarf sowie Drogerie & Gesundheit gegeben.