Werbung führt nicht unbedingt zum Verkaufserfolg. Kennt einer noch Casper? Gestern ging der "Pionier der Schlaf-Ökonomie" an die Börse, mit mäßigem Erfolg. Zum Schluss lag die Börsenbewertung gerade mal bei  575 Millionen Dollar – weit entfernt von der Milliiarde, auf die Casper einmal geschätzt wurde. Casper verkauft halt auch nur Matratzen wie Bett1.de, sein Kokurrent ist dabei effizienter: Nee, nee, nee? Doch, doch, doch.

///// HANDEL NATIONAL
Verbraucherzentrale rüffelt Amazon
Weder günstiger, noch besser: Die Verbraucherzentralen kritisieren "Amazon Choice". Zwar verspricht der Händler unter diesem Label sehr gut bewertete Produkte zum günstigsten Preis. Doch im Test reichten schon wenige, auch schlechtere Urteile aus, um Produkte in die Liste zu hieven; und in den meisten Fällen gab es diese anderswo günstiger, vermeldet Amazon-Watchblog.

Villeroy profitiert vom e-Commerce
Tassen und Teller online kaufen – damit hat Hersteller Villeroy & Boch im letzten Jahr ein gutes Geschäft gemacht: Bei gut 830 Millionen Euro Umsatz (rund 2 % weniger als 2018) verdoppelte sich der Gewinn auf rund 103 Millionen Euro, berichtet Möbelmarkt. Stärkster Wachstumstreiber: Der E-Commerce legte um mehr als 16 % zu, der Online-Anteil wuchs auf nahezu 20 %. 

DHL senkt Paketpreise wieder
Drei Prozent mehr für ein Paket oder Päckchen verlangt die Deutsche Post/DHL seit 1. Januar 2020. Nun macht der Konzern seine Preiserhöhung (er nennt sie in seiner Nachricht "Preisanpassung") wieder rückgängig. Ab Mai wird das Paketporto wieder billiger. Warum? Weil die Post mit dem Einspruch der Bundesnetzagentur rechnet, sie hält die Preiserhöhung für überhöht.

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Digitalisierung in der Praxis
Wie sieht die Digitalisierung des Handels in der Praxis aus? Fragen Sie sich auch, mit welchen Lösungen Sie Ihre Unternehmensziele am besten erreichen? Wir stellen Ihnen ganz konkrete Digitalisierungsstrategien für den Handel vor und zeigen, welche Vorteile diese für die Unternehmen bringen. Von 360°-Omnichannel-Handel in Echtzeit bis hin zu Direct-to-Customer-Vertrieb - hier finden Sie alle Szenarios im Überblick.

///// INTERNATIONAL


Casper verrechnet sich
Buzzwords und Digital-Geblubber locken keine Aktionäre mehr hinterm Ofen vor, wenn das Geschäftsmodell nicht stimmt: Mit 14,50 US-Dollar startete Matratzen-Startup Casper an der Börse, berichtet CNBC. Der Erstkurs lag damit am unteren Ende der geschätzten Preisspanne. Nach dem ersten Tag lag die Marktkapitalisierung um 575 Millionen Dollar – weit entfernt von jener Milliarde, auf die Casper einmal geschätzt worden war. Matratzen bleiben eben Matratzen und sind keine Zukunftstechnologie. Das wurde spätestens nach Veröffentlichung des Börsenprospekt klar, trotz Werbesprechs. Die Zahlen zeigten klar, dass Konkurrenten wie Bett1.de effizienter arbeiten. Mit weniger Werbung, mehr verkaufen. Casper-Chef Philip Krim bezeichnet die Börsenstart-Schwierigkeiten trotzdem als Momentaufnahme.

Apples Watch macht Druck

Die smarte Apple Watch setzt die Schweizer Uhrenindustrie unter Druck. Laut Fast Company lieferte der Computer- und Smartphone-Hersteller 2019 weltweit mehr als 30 Millionen Uhren aus, während die Schweizer Uhrmacher lrund 20 Millionen Stück an den Verbraucherarm brachten. Analysten sehen das Ende einer Industrie – aber sie machen die Rechnung ohne die Jaeger Lecultres, Breguets oder IWC.


///// TRENDS & TECH

Mit Instagram-Filtern punkten
Gesichter schminken, Personen verzerren oder verändern – Instagram-Filter erledigen das mit wenigen Clicks und sind gerade bei jungen Nutzern ungeheuer beliebt. Wie Markenanbieter damit ihre Fanbase erhöhen, erklärt The Drum.

Auto digital
Daimler kopiert die Strategien von Technik-Anbieter wie Apple und Tesla: Gegen Aufpreis können sich Mercedesfahrer digitale Services buchen, berichtet das Handelsblatt. Für die A-Klasse gibt's Digitalradio, Smartphone-Integration oder Navi, auch Motor-Updates für schnelleres Fahren oder dynamisches Licht sind im Angebot. Im Gegenzug zieht sich Daimler von Sharing- und anderen Mobildiensten zurück, die einst gehypt wurden, bei Verbraucher aber nicht ankommen.

Favorit der Leser Wenn Kunden tatsächlich in einem Shop oder Laden zuschlagen, liegt das oft nicht am Preis oder gar am Produkt, sondern an guten Erfahrungen mit dem Händler. Sind Checkout oder Zahlverfahren kompliziert und umständlich, dann zieht sich der Kunde ganz schnell wider aus dem Shop zurück. Ohne zu kaufen, weiß Alexa von Bismarck, Deutschland-Chefin von Zahlungsdienstleister Ayden.