Die Situation für Start-ups ist während der Corona-Krise nicht einfach. Ihre Ideen werden gebraucht, doch oft fehlt das nötige Kapital für einen guten Start. In Berlin fließt nun Geld in Honest & Rare, ein Jungunternehmen, das sich im digitalen Handel in der Getränkebranche Chancen ausrechnet. Dagegen will sich der Konsumgüterkonzern Henkel mit seinen alten Marken besser und sicherer im Markt aufstellen und räumt in seinem Bestandskasten auf. Aber ganz ohne einen neuen Namen geht es auch hier nicht. Auf diese verzichtet dagegen Sellpy, die schwedische H&M-Tochter will sich lieber auf weiteren internationalen Märkten aufstellen. Großbritannien gehört nicht dazu und die Verantwortlichen von Sellpy werden wohl auch noch warten, denn hier erwartet den Online-Handel in diesem Jahr womöglich eine neue Steuer.

///// HANDEL NATIONAL
Honest & Rare erhält Investitionsspritze
Der Berliner Getränkemarktplatz Honest & Rare erhält eine Fremdinvestition in fünfstelliger Höhe. Drei ungenannte Geldgeber wollen das im Juli 2019 unter dem Namen Craft Exchange gegründete Start-up bei dessen Produkt- und Angebotserweiterung wie beispielsweise Getränke-Abos für Kunden und speziellen Angeboten für Firmenkunden unterstützen. Darüber hinaus gehört Unterstützung bei der Expansion in die Bereiche E-Commerce, Food & Beverages sowie Software. Honest & Rare ist als Plattform für Getränkehersteller zum Vertrieb besonderer Getränke aufgebaut. 

DUH: Verbraucherschutzverstöße im Online-Handel
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berichtet über eine Zunahme der Verstöße gegen umweltrelevante Verbraucherschutzvorschriften im Online-Handel in der Zeit des Lockdowns. Seit Dezember 2020 seien bei den Verbraucherschutzorganisationen die Beschwerden von Verbrauchern über nicht zutreffende Angaben zu den Umwelt- und Klimafolgen der angebotenen Produkte angestiegen. Es sei erforderlich, dass die Angaben zu Energieverbrauch und weiteren Umweltfaktoren klar ersichtlich seien. Die DUH werde den Online-Handel in den nächsten Monaten während des Lockdowns verstärkt beobachten. 

Henkel sortiert Marken aus
Bei Henkel steht eine Umgestaltung des Markenportfolios im Kalender. Der Konsumgüterkonzern will sich laut der Wirtschaftswoche von einigen Marken trennen, auf der anderen Seite stehe eine Konzentration auf Namen wie Persil, Schwarzkopf und Loctite. Die Umsatzgrenze der Marken, die abgegeben werden sollen, liege bei 100 Millionen Euro im vergangenen Jahr, das Gesamtvolumen bis Jahresende setze Henkel-Chef Carsten Knobel bei 500 Millionen Euro an. In diesem Jahr müsse eine Trendwende erreicht werden, die Umsatzrendite legt Knobel für 2020 weiterhin bei 13% fest. Doch es sollen nicht nur Marken verschwinden, neu auf dem Markt erscheinen sollen Produkte wie Love Nature, kündigt Knobel an.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Sellpy startet in Österreich und den Niederlanden
Nach einem Bericht von Tamebay hat Sellpy die nächsten Schritte für eine breite internationale Aufstellung unternommen und ist in Österreich und den Niederlanden gestartet. Gegründet wurde Sellpy 2014 in Schweden und ist dort heute der größte Online-Händler im Bereich der Second-Hand-Kleidung. 2020 folgte dann der Start in Deutschland als erstem Auslandsmarkt, für den Einstieg in Österreich und den Niederlanden erfolgte eine Kooperation mit den nationalen Marken von H&M. Der Anbieter von gebrauchter Kleidung, eine Beteiligung von H&M, schreibt sich das Wachstum der nachhaltigen Bekleidungsindustrie und eine Verringerung der Umwelteinflüsse der gesamten Branche auf die Fahnen.

Pläne für eine Online-Handelssteuer in Großbritannien
Das britische Finanzministerium denkt über eine Steuer für den Online-Handel nach. Damit soll das Überleben der durch Corona-Krise und Wachstum des virtuellen Handels gefährdeten Ladengeschäfte in den Städten gesichert werden, heißt es im The Guardian. Diverse Möglichkeiten würden momentan geprüft, um das Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Vertriebswegen zu halten. Die Regierung befürchte ein Aussterben der Innenstädte und einen völlig veränderten Charakter für sie nach dem Aufheben der Corona-Beschränkungen. Britische Handelsverbände hätten sich bereits ablehnend geäußert, denn eine solche Maßnahme treffe auch Betreiber von Ladengeschäften mit eigenen Online-Portalen. Es gebe aber auch Zustimmung. Der Anteil des Online-Bereichs am Gesamthandel ist im vergangenen Jahr von 20 auf 30% angestiegen.


///// TRENDS & TECH

2030: Modehandel zu 50% online
Die Digitalisierung des Modehandels geht in großen Schritten voran. Die Blogger von Carpathia vermelden dieses Ergebnis einer Studie von KPMG in Kooperation mit dem EHI Retail Institut aus Köln. Bei der Untersuchung des Konsumverhaltens und der Chancen der neuen Geschäftsmodelle zeichneten sich bis 2030 eine 50:50-Aufteilung zwischen stationärem und virtuellem Handel bis 2030 ab, heißt es im Blog. Dies zwinge die Händler aber auch zu einer Verkleinerung der Verkaufsflächen, eine Chance sei ein Umbau der Filialnetze. Derzeit stehe aber immer noch für zwei Drittel der Kunden der Einkauf im Laden im Mittelpunkt, ein wesentliches Element sei die Verfügbarkeit der Produktinformationen. Immer wichtiger werde aber auch der Aufbau eines Omnichannels-Konzepts.

Fünf Trends für den digitalen Handel 2021
Im E-Commerce gibt es die Konstante, dass es keine Konstante gibt und die Branche einem ständigen Wandel und sich fortwährend ändernden Trends unterliegt. In diesem Jahr zeichnen sich nach Untersuchung von Airship fünf neue Trends ab, die die Customer-Engagement-Plattform in ihrem neuen E-Book vorstellt. Den Handel werde 2021 die wachsende Bedeutung von Apps und mobilen Erlebnissen bestimmen, so dass Unternehmen durch die Nutzung der digitalen Kanäle eine größere Kundennähe erreichen könnten. Auch die schon oft tot gesagten SMS haben für die Analysten weiterhin eine hohe Bedeutung, die Werbung sollte aber auf zeitkritische Angebote beschränkt werden. Anbieter sollten nicht beim "kontaktlosen" Einkaufsverhalten verharren, sondern die Customer Experience auf allen Ebenen weiterentwickeln. Punkt Nummer vier ist nach Ansicht von Airship ein voll ausgereifter Omnichannel-Ansatz und schließlich sei die Beobachtung der Entwicklung neuer Technologien und ihr passender Einsatz der Weg aus der Krise.

Wie iOS 14 das digitale Marketing verändern wird
Das Update des Apple-Betriebssystems mit der sogenannten "App Tracking Transparency" wird die Bedingungen für Werbung in den Sozialen Netzwerken erheblich verändern. Was es in der Praxis bedeutet, wenn statt eines Tracking-Opt-Outs dann eine explizite Zustimmung der Nutzer erforderlich ist und welche Auswirkung dies auf die Effizienz von Social-Media-Kampagnen haben könnte, erklärt Etailment-Experte Markus Caspari.