Der Online-Handel bleibt nicht stehen, immer wieder müssen etablierte Anbieter mit ihrem Überleben kämpfen, neue Unternehmen tauchen auf und alle Beteiligten basteln an neuen Konzepten und Strategien. Neue Ideen benötigt der erfahrene Mitspieler Holidaycheck, denn der Einbruch der Zahlen bedingt durch die Coronakrise ist sehr groß. Nicht nur neue Ideen, sondern eine komplett neue Plattform finden Lauffreunde bei The Good Run, dort können sie sich erstmals mit nachhaltiger Ausrüstung versorgen. Die Pandemie und die steigende Nutzung des Online-Handels fordert aber auch die IT-Sicherheit immer stärker heraus, um die sich nun das Bundeswirtschaftsministerium verstärkt kümmern will. Risiken bilden aber auch Währungsschwankungen, deren Eindämmung sich ein französisches Start-up als Aufgabe gewählt hat.

///// HANDEL NATIONAL
Schwarzes Jahr für Holidaycheck
Der Schwung für den Online-Handel im vergangenen Jahr hat die Touristik nicht einmal gestreift, hier sind alle negativen Folgen der Coronakrise angekommen. Die Holidaycheck Group muss das Geschäftsjahr mit ausnehmend schlechten Zahlen abschließen. Der Konzern sieht die Reisewarnungen und -beschränkungen und die daraus folgende schwache Nachfrage nach Pauschalreisen als Grund. Für den unbereinigten Umsatz verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Rückgang, denn er brach von 133 Millionen Euro 2019 um 89,1 Prozent auf 14,5 Millionen Euro ein. Einen ähnlichen Rückgang gab es beim unbereinigten Ebitda, nach 6,3 Millionen Euro im Vorjahr lag der Wert 2020 bei minus 37,7 Millionen Euro. Zur Kostensenkung baute das Unternehmen im vergangenen Jahr 90 Arbeitsplätze ab und verkaufte niederländische Tochterunternehmen. Eine Prognose für das laufende Jahr wollen die Touristiker "aufgrund der weiterhin hohen Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung der COVID-19-Pandemie in den kommenden Monaten" nicht abgeben. Sollte die Reiselust wieder zurückkommen, verfüge der Online-Reisevertrieb "mittel- bis langfristig über enormes Wachstumspotenzial".

Shop für nachhaltiges Laufen
Laufen in nachhaltiger Ausrüstung, das ist das Credo des neuen Online-Laufshops The Good Run, über den die Textilwirtschaft berichtet. Voraussetzung der Aufnahme eines Produktes ins Portfolio sei die Erfüllung von mindestens eines der drei Kriterien "umweltfreundliche Herstellung", "faire Arbeitsbedingungen" und "soziales Wirtschaften". Dabei fließe dann ein Teil des Kaufpreises an wohltätige Organisationen oder die Unterstützung weniger privilegierter Sportler. Der Laden selbst wurde in der ersten Runde durch Crowdfunding finanziert. Ziel sei eine Plattform für entsprechende Produkte, unabhängig von der Größe der jeweiligen Marke oder Zertifikaten und Siegeln.

Neteller startet Treueprogramm
Neteller bringt das neue Kundenbindungsprogramm Neteller Knect auf den digitalen Markt. Das Tochterunternehmen von Paysafe vergibt nun Treuepunkte beim Einsatz der digitalen Neteller-Wallett oder der Prepaid-Mastercard. Neteller verspricht den Kunden, dass sie diese gegen E-Geld, Rabatte bei teilnehmenden Händlern, aber auch für Geschenkkarten bei Einzelhändlern eintauschen können. Dazu gehören weiterhin Anteile an Kryptowährungen. Das neue Programm deckt nach Angaben des Unternehmens rund 100 Länder ab.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Milliardengrenze übersprungen
Der E-Commerce in den deutschsprachigen Ländern hat im vergangenen Jahr eine neue Rekordmarke erreicht. Im B2C-Handel wurde nach den jüngsten Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. erstmals die Grenze von 100 Milliarden Euro inklusive Mehrwertsteuer übersprungen. Damit haben sich Deutschland, Österreich und die Schweiz als der stärkste Sprachraum in Europa etabliert. Die Pro-Kopf-Bestellungen haben ein Volumen von 1.000 Euro, dieses liegt aber niedriger als das in Großbritannien mit 1.233 Euro. In der Schweiz nahmen die Umsätze um 27,9 Prozent zu, in Österreich ging es um 17,4 Prozent nach oben, in Deutschland um 14,6 Prozent. Der Anteil des E-Commerce am Einzelhandel steigt in allen drei Märkten weiterhin konstant an. Beim Blick auf die Branchen ist der Umsatz im Lebensmittelhandel prozentual am stärksten gewachsen. In Deutschland wuchs er um 43,75 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, in der Schweiz beträgt das Volumen rund 1,5 Milliarden Euro, pro Kopf sind es 175 Euro.

Im US-Einzelhandel öffnen neue Läden
In den USA bedeuten die Pandemie und das aus ihr resultierende Wachstum für den E-Commerce nicht das Ende für den stationären Einzelhandel, prognostiziert Fashion United. Er werde mit neuen Konzepten nicht aussterben, sie müssten angepasst werden. Beispiele aus verschiedenen US-Bundesstaaten zeigten, dass der Online-Einkauf mit dem Handel im Geschäft verknüpft werden könne und solle. Die Kunden wollten immer noch im Laden einkaufen, ein zusätzlicher Standort könne die Attraktivität für einige Zielgruppen erhöhen. Aber das Verhalten der Kunden habe sich verändert, das Shoppen sei kein Suchen nach Produkten mehr, heute sei es zielgerichtet. Der Schlüssel sei die Bequemlichkeit, der Handel müsse den Kunden entgegenkommen. Mit einem Omnichannel-Konzept müssten die stationäre und die digitale Schiene nahtlos miteinander kombiniert werden.


///// TRENDS & TECH

Mehr IT-Sicherheit für den Mittelstand
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sieht für die kleineren und mittelständischen Unternehmen eine durch die Pandemie vergrößerte Gefahr in Fragen der IT-Sicherheit. Die KMU seien auf diese Risiken nicht vorbereitet, die Ressourcen und Kenntnisse für den entsprechenden Schutz fehlten in vielen Unternehmen, gehören zu den Ergebnissen einer neuen Studie des Ministeriums. In der Folge soll in den nächsten Wochen ein Online-Lotse mit diversen Sicherheitslösungen gestartet werden. Eine erste Präsentation wird auf der digitalen Hannover Messe am 14. April per Livestream vorgestellt.

Fintech iBanFirst bietet Schutz vor Währungsturbulenzen
Um Wechselkursschwankungen zu vermeiden, wickeln deutsche Online-Händler Geschäfte mit ausländischen Lieferanten häufig auf Euro-Basis ab - und legen das Risiko so dem Exporteur auf. Dieser wiederum schlägt es auf seine Kalkulation auf. Zahlungen in Fremdwährung machen E-Commerce-Anbieter für Lieferanten attraktiver - und müssen nicht mit weniger Planungssicherheit einhergehen: Das französische Start-up iBanFirst bietet Komplettlösungen für Auslandstransaktionen, die auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Online-Händler abzielen.