Liebe Leserin, lieber Leser, Essen inspiriert. Seine Schwedenhappen schmecken weltweit so gut, dass Ikea jetzt richtig ins Lebensmittelgeschäft einsteigt und einen neuen Laden in Stockholm plant. Ganz ohne Billy, Sävik oder Ekbacken. Dafür mit Köttbullar, Mandlatarta und Heringssalat, samt Lieferservice. Klingt nach einer guten Idee, wie die von Spoon Guru: Wer abnehmen will, findet auf der Plattform Beratung, Diätrezepte – und Lebensmittel. In Großbritannien wird zwar schon deutlich mehr Essen online bestellt, aber die Abnehm- und Lebensmittel-vermitteln-Idee könnte in Deutschland E-Food endlich voranbringen. Jede Wette, dass Rocket Internet bald Spoon Guru kopiert. Beim Inkubator haben sie gerade viel Geld in der Kasse. Und Essen bringt immer Profit, Diäten noch mehr. Guten Appetit.

///// HANDEL NATIONAL
Rocket Internet soll Börse verlassen
Die Samwer-Brüder wollen ihren Startup-Inkubator Rocket Internet von der Börse nehmen, weiß das Manager Magazin. Durch Verkäufe verschiedener Beteiligungen haben sich die Samwers rund 3,6 Milliarden Euro besorgt – genügend Kapital, um viele Aktien zurückzukaufen. Oliver Samwer, der Kopf des Unternehmens, hält 44 Prozent an Rocket Internet.

Shopify plant Logistikservices
Shopify will nicht mehr nur ein Shopsystem sein, sondern seinen Partnern auch Logistik- und Fulfillmentdienste anbieten. Das berichten die Onlinehändler-News. Dafür baut das Unternehmen gerade ein Netzwerk aus verschiedenen Lagern auf. Dort setzt Shopify auf Automatisierung und Maschinenlernen, um Waren möglichst schnell, kostengünstig und effizient verschicken zu können.

eBay will's wissen
20 Jahre ist eBay mit seiner Verkaufsplattform in Deutschland aktiv: Zum Jubiläum gibt's allerhand Neues, Fulfillment-Dienste zum Beispiel für Händler, demnächst mehr Bilder und Videos. So will eBay Amazon Paroli geben und wieder mehr Kunden gewinnen, berichtet das Handelsblatt. Es hat außerdem Handelsexperten nach den Aussichten von eBay gefragt.

Mehr Zeit für PSD2
Nach dem Europäischen Handelsverband Euro Commerce formieren nun auch europäische Fin-Techs Widerstand gegen die Zahlungsrichtlinie PSD2, die im September in Kraft treten und Verbrauchern mehr Zahlungsmöglichkeiten bringen soll. Dafür sollen Banken Kundendaten nun auch Dritten, also Händlern oder Dienstleistern, zur Verfügung stellen. Doch dafür fordern die Geldinstitute sichere Authentifizierungen – unnötig viel Sicherheiten, so die Kritik von Fin-Techs und Handel, die kaum bis zum Herbst einzurichten wären. Mehr Hintergrund gibt's beim Handelsblatt.

///// INTERNATIONAL

Ein Guru für die Diät
Spoon Guru heißt das Londoner Startup, das mit Hilfe von Daten Verbrauchern beim Abnehmen helfen will. Hier finden Nutzer Tipps und Tricks für die Diät – und außerdem die abgestimmten Lebensmittel. Für diese Idee konnte Spoon Guru Kooperationspartner in aller Welt gewinnen, berichtet Internetretailing: so etwa Albert Heijn (NL), Jet (USA), Ahold Delhaize (NL/Bel), Tesco (GB), Countdown (Indien) und Woolworth (AUS) – ist ja auch eine Superidee.

Slack ist jetzt börsennotiert
Der Messenger- und Chat-Dienst Slack, der vor allem in Unternehmen eingesetzt wird, ist erfolgreich an der Börse gestartet, meldet Geekwire: 38,50 US-Dollar lautete der erste Kurs an der Wall Street, ein Plus von 8,50 Dollar gegenüber dem Ausgabekurs. Und es ging gestern noch höher 'rauf: Anleger pushten den Aktienkurs bis 55 US-Dollar. Ob die Euphorie anhält ist allerdings fraglich, in letzter Zeit sackten die neuen Internet-Aktien ziemlich bald wieder unter Ausgabekurs

Hipanda inszeniert Streetwear
Das chinesische Streetwear-Label Hipanda setzt auf Augmented Reality, um Hosen, T-Shirts und Sneakers in Szene zu setzen. In seinem Flagshipstore von Tokio werden sie Teil von Geschichten und künstlichen Welten. Wer diese erleben will, braucht die Hipanda-App. Locationinsider hat sich das angeschaut.

Westfield setzt auf Daten
Der Londoner Modehändler Westfield setzt auf Daten: Er lässt künstliche Intelligenz (KI) soziale Medien wie Instagram, Pinterest, Facebook oder Tictoc nach angesagten Modetrends durchforsten. Im Juli sollen diese dann in einem Pop-Up-Store zu kaufen sein, berichtet Apparelressources.  Partner beim datengetriebenen Modehandel ist Nextatlas, ein Unternehmen, das sich der Datenanalyse und KI widmet.

///// TRENDS & TECH

Walmart automatisiert Fahren
Um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern, experimentiert Walmart mit selbst fahrenden Transportern. Der Händler arbeitet dabei mit dem auf autonomes Fahren spezialisierten Startup Gatik zusammen. In Bentonville, Walmarts Heimat, verbindet so ein Robo-Fahrzeug bereits zwei Filialen, die zwei Meilen auseinander liegen. Fernziel: solche Transporter sollen mittelfristig Walmarts Warenhäuser verbinden, danach Kunden beliefern. CNBC berichtet, Analysten zufolge erreiche das Umsatzvolumen von autonomen Transportfahrten bald mehr als eine Billion US-Doller pro Jahr.

GAF zerschlagen
Gegen die Marktmacht der Fast-Monopole von Google, Amazon und Facebook  regt sich selbst in den USA immer mehr Widerstand. Die Wirtschaftswoche beschäftigt sich mit den Szenarien, die durch die Zerschlagung der wichtigsten Internetkonzerne entstehen könnten.

Zahl des Tages
Mit Lieferdiensten sollen, so verschiedene Studien, sollen bis 2023 rund 162 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden. Nicht umsonst bringen sich Unternehmen wie Uber, Amazon – und Ikea jetzt in Stellung. Der schwedische Möbelhändler sieht sich selbst als sechstgrößter Lebensmittelhändler, weil seine Schwedenhappen, Köttbullar und Heringssalate überall schmecken. Fast Company hat erfahren, dass Ikea in Stockholm jetzt einen eigenen Laden für seine Leckereien plant – wird dieser zum Erfolg, sollen weitere Filialen folgen, samt Lieferdienst.   

Start-up des Tages
Eine Plattform für das Forderungsmanagement hat Bilendo aufgebaut. Damit können Händler Rechnungen, Mahnungen, Gutschriften und mehr automatisiert ausstellen – und sich um ihr eigentliches Geschäft kümmern. Wie's funktioniert, stehr bei etailment.

Favorit der Leser
Mimycri wurde von Frauen gegründet, produziert Taschen aus alten Schlauchbooten, mit denen Flüchtlinge in Europa landete und will so ein Zeichen für eine Willkommens-Kultur setzen. etailment hat mit den Gründerinnen gesprochen.

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