Immer mehr Unternehmen wird bewusst, welche Bedeutung klimaneutrale und nachhaltige Produkte und ein entsprechendes Verhalten haben. Und sie merken, dass sie ihre Geschäftspolitik entsprechend verändern müssen, und sie tun es auch. Die Verbraucher wollen einen besseren Klimaschutz haben, aber nicht dafür bezahlen. Die Unternehmen sind gefordert. Nun hat die Deutsche Post ihre Strategie, wie sie zu einem nachhaltigen Logistikunternehmen werden will. Stärker Richtung Nachhaltigkeit zieht es auch The North Face, ein größerer Fokus liegt auf dem Verkauf aufgearbeiteter Produkte. In der Schweiz baut Bio Suisse einen Online-Marktplatz für Bio- und Landwirtschaftsprodukte auf. Der Weg, den sie einschlagen, ist der richtige, nur müssen ihm noch sehr viel mehr Anbieter aus allen Bereichen folgen.

///// HANDEL NATIONAL

Die Deutsche Post will nachhaltiger werden
Das Bewusstsein in Bezug auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist in Deutschland vergleichsweise hoch, doch die Umsetzung ins tägliche Verhalten erfolgt nur schleppend. Fast zwei Drittel (64 Prozent) sehen in den verstärkten Online-Käufen ein Risiko für die Umwelt, aber nur 34 Prozent wollen auch die Kosten für eine umweltfreundliche Lieferung übernehmen, lauten einige Ergebnisse einer Studie der E-Commerce-Versandplattform Sendcloud. Einen klimafreundlicheren Warentransport will nun die Deutsche Post in die Wege leiten. Die E-Flotte soll bis 2025 auf 37.500 Fahrzeuge aufgestockt werden, 2022 sollen statt 15.000 dann insgesamt 21.500 Street Scooter auf den Straßen unterwegs sein und die Zahl der E-Trikes soll bis 2025 von 4.000 auf rund 9.000 anwachsen. Ausbauen will der Logistikspezialist auch den Anteil des Transports per Bahn von derzeit zwei Prozent auf langfristig 20 Prozent.

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Mehr Wein fließt durchs Internet
Die Wanderung der Verbraucher von den Ladengeschäften ins Internet ist auch am Weinhandel nicht vorbei gegangen. Nach den Zahlen des Weinhändlers Hawesko haben Weintrinker sich ihre guten Tropfen im vergangenen Jahr immer öfter am heimischen PC bestellt, berichtet Internet World. Es sei sprunghaft nach oben gegangen, wird Vorstandschef Thorsten Hermelink zitiert. Bei der Verlagerung handele es sich um eine Entwicklung, die sich auch nach Ende der Coronakrise fortsetzen werde. Neben dem Online-Handel seien aber auch im Lebensmitteleinzelhandel höhere Verkaufszahlen zu verzeichnen gewesen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres habe das Umsatzplus bei 28 Prozent auf eine Höhe von 159 Millionen Euro gelegen. Im vergangenen Jahr sei es um 11,6 Prozent auf 620 Millionen Euro nach oben gegangen, das Wachstum im Online-Handel habe bei 29 Prozent auf 230 Millionen Euro gelegen.

MeinAuto plant den Börsengang
Nach dem erfolgreichen Start an der Börse von Auto1 Anfang Februar will nun auch MeinAuto auf dem Börsenparkett vorfahren. In den nächsten Wochen soll es für den Online-Autohändler so weit sein, berichtet Onvista. Ziel des Schritts, durch den 150 Millionen Euro in die Kasse fließen sollen, sei eine Finanzierung des Wachstums, aber auch ein Abbau der Schulden. Es werde aber über ein wesentlich höheres Volumen spekuliert. Mit von der Partie seien die Investmentbanken Bank of America, Barclays, Citi, Jefferies und Uni Credit. Die Zahl der Neuwagenbestellungen habe im vergangenen Jahr bei 39.000 gelegen, der bereinigte Umsatz bei 212 Millionen Euro, einem Plus von elf Prozent.

The North Face baut den Re-Commerce aus
Die Zahl der Kleidungsstücke, die bei einem Fehler im Container landen, soll in den nächsten Jahren weniger werden. So lautet eine der Vorgaben von The North Face. Die Outdoormarke wolle bis 2025 nur noch mit recycelten oder nachwachsenden Stoffen arbeiten, heißt es bei Fashion United. In einem nächsten Schritt wollten die US-Amerikaner am 4. Mai in Deutschland die Re-Commerce-Plattform "The North Face Renewed" starten. Zum Verkauf sollen dort nur aufgearbeitete und reparierte Produkte stehen, gebrauchte Kleidungsstücke gehören nicht zum Portfolio. Das neue Portal ist Teil eines Nachhaltigkeitsprogramms, zu dem darüber hinaus Senkungen der Emissionen bis 2030 gehören.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Kaufhaus für Luxusgüter in Großbritannien
In Großbritannien ist es so weit, nun gibt es auch den Einstieg in den Online-Luxushandel. Unter dem Namen BritYard öffnet das erste Kaufhaus für Luxusgüter seine virtuellen Türen. Zur Wahl stehen den Kunden unabhängige britische Marken, die für eine höhere Qualität und nachhaltige Produkte sorgen sollen. Dabei habe der Neuling das Ziel, auch für die traditionellen Kaufhäuser zum Konkurrent zu werden, berichtet Tamebay. BritYard wolle kleinere britische Unternehmen stärken. Zum Start kooperiert der Luxushändler mit den ersten Unternehmen, die Bandbreite reicht von Lifestyle, Mode, Wein, Kosmetik bis zu Geschenkprodukten, soll aber demnächst alle Produkttypen eines Kaufhauses umfassen.

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E-Commerce-Boom - gekommen, um zu bleiben!?
Der Onlinehandel boomt, auch wegen der Pandemie. Ist es ein Strohfeuer oder nachhaltiger Wandel, wollen die Händler wissen. UPS befragte dazu 10.000 Kunden aus Europas Schlüsselmärkten, wie sie in Zukunft einkaufen wollen. Das Studienergebnis stellen wir am 21. April, 17-17.30 Uhr, bei den E-Commerce Tagen vor. Jetzt kostenfrei zum Webinar anmelden!

Online-Plattform von Bio Suisse vor dem Start
Bio Suisse verstärkt den virtuellen Vertrieb und geht mit der neuen Online-Plattform Biomondo an den Start, berichtet die Handelszeitung. Biomondo solle zu einem Marktplatz für Unternehmen und Privatpersonen werden, die dort ihre eigenen Waren und Dienstleistungen oder die Dritter anbieten könnten, wird Bio-Suisse-Sprecher David Herrmann zitiert. Nach dem Start mit dem Handel von Maschinen und Dünger sollen in der zweiten Jahreshälfte die Schweizer Biohöfe folgen, 2022 sei der Aufbau einer Rohstoffhandelsplattform geplant. Auch der Verkauf an die Endverbraucher solle integriert werden. Dabei seien aber noch einige Fragen offen, denn der Bedarf nach einem Online-Angebot und die Anforderungen an den Aufbau der Logistik müssten genau evaluiert werden.


///// TRENDS & TECH

Verbraucher hören dank Corona mehr Podcasts und Radio
Im vergangenen Jahr haben Podcasts einen kräftigen Schub erfahren, sie werden vermehrt für unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von Sortlist unter rund 500 Personen aus dem Managementbereich kleinerer und mittlerer Unternehmen in Europa. Mit 90 Prozent ist die Zahl der Nutzer von Audioformaten hoch, 76,2 Prozent haben während der Pandemie mehr Zeit mit dem Hören von Audioprogrammen verbracht. An der Spitze der Medien steht unverändert das Radio, das von rund der Hälfte aller Befragten bevorzugt wird, gefolgt von den Podcasts mit 36 Prozent. In Deutschland informieren sich so 35 Prozent über ihre Hobbys, 34 Prozent wollen dabei entspannen. Für 46 Prozent kann ein während eines Podcast beworbenes Produkt interessant für den Kauf sein, 31 Prozent sind einer solchen Werbung schon gefolgt. Doch selbst werben die Befragten nur wenig per Audio, nur 19 Prozent haben dies bereits getan, aber 49 Prozent können es sich vorstellen.

Digitale Beratung im Outdoorhandel startet
Das Defizit der fachgerechten und direkten Beratung im Online-Handel ist in den vergangenen zwölf Monaten bei der hohen Nachfrage und dem Mangel an Experten aufgefallen, nun will die Münchner Agentur Madeprojects ihren Kunden aus dem Outdoor- und Sportbereich helfen. Sie können nun auf einen Rund-um-die-Uhr-Dienst zurückgreifen, durch den die Kunden beraten werden. Diese Beratung erfolge nicht mit Chat-Bots, sondern in einem Live-Chat durch Produktspezialisten, versichert Madeprojects. Möglich sei auch die Nutzung von Audio- oder Video-Anrufen.

Lücken im Mahnwesen
Nach einer neuen Studie von Intrum und Ibi Research müssen im Online-Handel tätige Unternehmen verstärkt im Risiko- und Forderungsmanagement nachbessern. Die festgestellten Defizite in kaufmännischen Fragen treten besonders bei kleinen Unternehmen auf. Bei rund 30 Prozent der befragten Händler finde keine Risikoprüfung statt, melden die Spezialisten für Credit Management Service. Die Quote steige bei kleineren Unternehmen auf 51 Prozent an, dagegen liege sie bei Großunternehmen nur bei acht Prozent. Die Zahl der Online-Händler, die Mahn- und Inkasso-Maßnahmen einsetzen, liege bei 86 Prozent aller Händler, aber auch hier ist sie bei kleinen Unternehmen mit 76 Prozent niedriger. 71 Prozent versendeten eigene Zahlungserinnerungen und Mahnschreiben, nur 39 Prozent kooperierten mit einem externen Dienstleister. Hier sehen die Verantwortlichen von Intrum und Ibi Research einen "deutlichen Verbesserungsbedarf".